Hallo Leute,
ich bin nicht geouteter Asperger/Hochfunktionaler Autist und arbeite in
einem mittelständigen Unternehmen als Entwickler.
Früher habe ich alle ein bis drei Jahre meinen Arbeitgeber gewechselt,
so das es nicht weiter aufgefallen ist. - War in fünfzehn Jahren in 7
Unternehmen angestellt. Nie entlassen worden, sondern immer auf eigenen
Wunsch gegangen!
Da ich starker Autodidakt bin, habe ich auch schon die verschiedensten
Berufe ausgeübt - allerdings alle Technologie oder Physik lastig im
Automotive/Luftfahrt/Militär-Sektor. Noch dazu attestiert man mir eine
Hochbegabung (je nach Testung einen IQ 135-145). Dabei mit klaren
Abstrichen im sprachlichen. Man hat mich als Kind für ein Legastheniker
gehalten. - von sozialer Phobie ganz zu schweigen (das ich die
Corona-Maßnahmen als gut empfinde, verwundert in dem Zusammenhang
vermutlich auch niemand).
Jetzt bin ich aber seit gut zehn Jahren in einem Unternehmen, in dem
bislang weder zu stark in soziale Konversationen noch Kollegen
zusammenarbeiten musste sondern mich einfach nur um "die Arbeit" kümmern
konnte. Meine alter Abteilungsleiter ist die einzige Person, der ich
mich anvertraut hatte. Er hat, so denke ich auch dafür gesorgt, das ich
einfach unter meinen Parametern gut funktionierte was vermutlich eine
win-win Situation für uns beide war. Er hat aber jetzt das Unternehmen
aus Altersgründen verlassen.
Und damit fangen meine Probleme an!
Die Neubesetzung ist ein Jungspurt der reißen will und dabei keine
Vorerfahrung als Führungskraft hat. Noch dazu sind ihm die mir doch so
wichtigen Regelwerke (gängige Normen) vollkommen egal und will u.A. das
ich meine Arbeit auf für mich und dem Regelwerken entsprechend
mangelhafte Qualität auslege. Das er damit gängige Normen und
Sicherheitsregeln verletzt ist ihm bekannt und egal. Nur habe ich ein
wirklich starkes mentales Problem damit, das ich etwas entwickle, was
nicht der Norm entspricht.
Ich habe versucht mit der nächst höheren Instanz im Unternehmen zu
sprechen - die kümmert es aber nicht. Und der Betriebsrat hat
abgewimmelt und gesagt, ich soll direkt mit ihm die Konversation suchen.
Das versuchte ich auch, mit einer schriftlichen Stellungnahme und
Auflistung von nicht regelkonformen zusammenhängen. Das ist jetzt acht
Wochen her, ohne Antwort. Es gab nur verbale Anspielungen in Meetings
wie "da müssen wir unseren Prüfer xxx noch mal drüber schauen lassen, ob
es ihm passt" oder "wenn wir das so machen, wird das nach xxx Aussage
bestimmt Scheiße"...
Würde es etwas bringen, wenn ich mich outen würde? Wem sollte ich das
gegenüber kund tun?
Hat das jemand ähnlich erfahren?
Detlef schrieb:> So Leute wie der gibt's überall mal und mit denen hat jeder Probleme,> egal, ob Autist oder nicht Autist.
Ich habe eher Probleme mit autistischen Kollegen, denn mit denen kann
man ganz schlecht zusammenarbeiten.
Viele denken sie sind Autist, dabei sind sie nur arrogante Besserwisser,
die vielleicht etwas schlauer als der Durchschnitt sind, aber ihre
Schläue nicht für ein Mehr an Produktivität umzusetzen wissen.
Sachlich argumentieren und nicht outen.
Warum: Nur die sachliche Argumentation kann die Situation mit deinem
Vorgesetzt klären. Rechne aber damit, dass er/die Firma sich bewusst
entscheiden kann Qualität und Normen gegen "Effizienz" einzutauschen.
Warum nicht outen: Es wird vermutlich deinen Standpunkt schwächen; von
wegen "Der kann nichts dafür, dass er so empfindlich ist"
dave4 schrieb:> Sachlich argumentieren und nicht outen.
Kann ein Autist überhaupt nicht-sachlich, also emotional argumentieren?
Ich vermute mal eher nicht.
Rainer S. schrieb:> Warum versuchst du krampfhaft daran festzu halten obwohl dir das nicht> gut tut?
Das hat mit meinen Ticks zu tun. Ich kann die Gedanken nicht los werden,
was passiert, wenn etwas, das ich entwickelt habe, einen Defekt
aufweist.
Bläser ohne Ständer schrieb:> Viele denken sie sind Autist, dabei sind sie nur arrogante Besserwisser,> die vielleicht etwas schlauer als der Durchschnitt sind, aber ihre> Schläue nicht für ein Mehr an Produktivität umzusetzen wissen.
Ich bin es attestiert! Auch bin ich in Therapie!
Senf D. schrieb:> Kann ein Autist überhaupt nicht-sachlich, also emotional argumentieren?> Ich vermute mal eher nicht.
Das Problem ist, das mir sehr schnell die Worte ausgehen. Viele denken
dann allerdings auch, wie gerade schon erwähnt, ich sei arrogant und ein
Besserwisser.
Krawumps schrieb:> Ich bin es attestiert! Auch bin ich in Therapie!
Na dann besprich dein Problem doch am besten mit deinem Therapeuten
anstatt hier im Forum
herumzutrollen. Damit ist allen geholfen, und sie lebten glücklich bis
ans Ende ihrer Tage.
Bloß_nicht_auffallen schrieb:> ich bin nicht geouteter Asperger/Hochfunktionaler Autist und arbeite in> einem mittelständigen Unternehmen als Entwickler.Bloß_nicht_auffallen schrieb:> Noch dazu attestiert man mir eine Hochbegabung (je nach Testung einen IQ> 135-145).
F.B. bist du es? Hast du zufällig einen abgrundtiefen Hass gegenüber
allen IG Metallern?
Vor Arbeitskollegen und Vorgesetzten niemals Schwäche zeigen. Man
versucht immer wieder daraufhin zu sensibilisieren aber das ist
Schwachsinn. Die freie Wirtschaft ist böse und hart.
Besprich das zuallererst mit deinem Therapeuten / Psychologen oder
wasauchimmer. Aber nicht hier. Der Anteil der niedrig sozialkompetenten
Leute hier ist erschreckend.
Dann würde ich in deiner Firma das Thema zuallererst über die
Personalabteilung angehen.
PS:
SAP stellt z.B. sehr gerne Autisten ein. Und scheinbar für beide Seiten
recht erfolgreich.
Wenn du jemandem Sagst, dass du etwas hast, werden die die es wissen
dich nach deren Vorurteilen so behandeln, wie sie es für angebracht
erachten, unabhängig davon, was tatsächlich nötig wäre. Solange du also
nicht auf Sonderbehandlungen angewiesen bist, würde ich empfehlen,
nichts zu sagen.
Höchstens beim Vorstellungsgespräch sollte man sowas eventuell erwähnen,
und dann möglichst vertraulich behandeln lassen.
Olaf Mertens schrieb:> Krawumps schrieb:>> Das hat mit meinen Ticks zu tun.> Bist du auch Autist, genauso wie der TO?
Lieber autistischer TO. Es wundert mich, dass du zwar fein säuberlich
Normen beachten willst, aber mit den simplen Nutzungsbedingungen in
der Form "Nur 1 Nutzername pro Thread" leicht erkennbare Schwierigkeiten
hast.
Senf D. schrieb:> Na dann besprich dein Problem doch am besten mit deinem Therapeuten> anstatt hier im Forum herumzutrollen.
So sehe ich das auch.
🐧 DPA 🐧 schrieb:> Solange du also> nicht auf Sonderbehandlungen angewiesen bist, würde ich empfehlen,> nichts zu sagen.
Autisten haben meistens Probleme die Emotionen Anderer zu erkennen. Da
läuft dann die Kommunikation völlig daneben. Auch kommt oft eine
Reizüberflutung von aussen dazu, die wollen also oft einfach in Ruhe
arbeiten können. Und die Arbeit wollen sie dann einfach perfekt machen.
Senf D. schrieb:> Ich habe eher Probleme mit autistischen Kollegen, denn mit denen kann> man ganz schlecht zusammenarbeiten.
Kannst du näher erläutern, was dein Problem mit autistischen Kollegen
ist?
Realist schrieb:> Bloß_nicht_auffallen schrieb:>> Noch dazu attestiert man mir eine Hochbegabung (je nach Testung einen IQ>> 135-145).>> F.B. bist du es?
Nein. Mir wurde ein mathematischer IQ von über 150 attestiert.
Nick M. schrieb:> 🐧 DPA 🐧 schrieb:> Solange du also> nicht auf Sonderbehandlungen angewiesen bist, würde ich empfehlen,> nichts zu sagen.>> Autisten haben meistens Probleme die Emotionen Anderer zu erkennen. Da> läuft dann die Kommunikation völlig daneben. Auch kommt oft eine> Reizüberflutung von aussen dazu, die wollen also oft einfach in Ruhe> arbeiten können. Und die Arbeit wollen sie dann einfach perfekt machen.
Dann ist die freie Wirtschaft nix für Dich. Da zählt Geschwindigkeit.
DoS schrieb:> Dann ist die freie Wirtschaft nix für Dich. Da zählt Geschwindigkeit.
Du hättest dir die Klassifizierung "hoch funktional" vorm Abschicken
deines "Beitrages" durch den Kopf gehen lassen sollen.
Sofern das kein Trollthread ist (wenn ja wäre er immerhin interessant):
An deiner Stelle würde ich bezüglich Autismus die Klappe halten. Einfach
deshalb, weil es dir in keiner Weise dient.
Und weil du Recht hast: Normen gibt es nicht umsonst, und einerseits
Normeneinhaltung versprechen aber nicht halten (können) geht gar nicht.
Solche Firmen haben m.M.n. keine Existenzberechtigung, sie setzen ihre
Kunden (ohne deren Wissen) unnötigen Risiken aus - das ist Betrug - und
unter Umständen gefährden sie Menschenleben.
Ich sehe zwei Möglichkeiten:
a)
Suche dir einen neuen Job.
b)
Lerne, an deinen Problemen zu wachsen und leiste erbitterten Widerstand.
Wenn dein Vorgesetzter dumme Bemerkungen in Besprechungen macht, dann
lerne dich mit ihm zu streiten. Kontere seine Bemerkungen (sachlich!),
gerne auch unter lautstarkem Stimmeinsatz und vor Publikum.
Und da das durchaus riskant ist, fahre Mögichkeit a) nebenher.
Was soll outen helfen ? Wer der Typ ein Idiot ist und Scheisse will gibt
es zwei Moeglichkeiten, auch fuer normale Leute :
Spuren und liefern, oder eben nicht & gehen. Soll er seinen Muell selbst
machen.
Viele Aspis merken sehr wohl, dass sie "anders" sind, bekommen aber
erst oft jenseits der 30 die eindeutige Diagnose "Asperger-Autismus".
Ich hatte hier im Mehrfamilienhaus eine Wohnungsnachbarin, die im
Treppenhaus zwar stets sehr freundlich grüsste, aber trotzdem immer
mal wieder durch ihr merkwürdiges Verhalten recht unangenehm auffiel.
Nach einem guten halben Jahr - genauer Beobachtung ihrer Verhaltens-
weisen - war ich mir ziemlich sicher, dass es sich um eine Aspi
handelte. Mit ewa 36 änderte sich ihr Verhalten abrupt hin zum Positven.
Da hatte sie wohl endlich die korrekte Diagnose erhalten und konnte
so besser mit ihrem "Anderstsein" umgehen.
Ich fand dann auch heraus, dass die Frau als promovierte Naturwissen-
schaftlerin beruflich sehr erfolgreich im In- und Ausland in der
Forschung tätig war. Heute arbeitet sie als Hochschullehrerin an einer
westdeutschen Uni
F. B. schrieb:> Nein. Mir wurde ein mathematischer IQ von über 150 attestiert.
Da sollte das IGM-Salär doch reine Formsache sein. Quasi die
Basisentlohnung wo man noch schaut, was zusätzlich noch geht...
Oder korrelieren IQ und Entgelt umgekehrt proportional?
IQ von GZUZ und Bushido ist in Summe wohl <150. Gehalt deutlich über
Tarif.
Hi, "BloNi" (dieer Spitzname ist kürzer)
> Würde es etwas bringen, wenn ich mich outen würde?
Angenommen, die vervollständigte Frage wäre "würde es MIR etwas
bringen?"
Dann rate ich ab von Irritationen um Deutungen.
Denn den Arbeitgeber interessieren Ergebnisse, sowie dessen
Führungskräfte die Probleme, die sie eben nicht haben wollen. So kommt
es dann zum Abgasskandal. Sowie zuvor zur Explosion des Spaseshuttle
"Challenger".
Aber sehr rate ich, dem Boss zu geben, was er verlangt - und jeden
Verstoß gegen den Arbeitsvertrag zu meiden.
Wenn dem Boss ungeschriebene Regeln schnuppe sind - er hat das Recht
dazu. Ihm zu widersprechen wäre ein Verstoß gegen den Arbeitsvertrag.
Wenn dem Boss eine Regel laut Qualitätsmanagementhandbuch Schnuppe sein
sollte und dem Arbeitgeber daraus ein Schaden droht - diesen muss der
Mitarbeiter vermeiden. Also seinen Chef unauffällig auf den drohenden
Schaden aufmerksam zu machen - und ihn zu fragen, was Du tun könntest,
diesen Schaden zu vermeiden und doch zu tun, was er wollte. Möglichst
schriftlich, beginnend mit dieser Pflicht. Schon wäre er in der
Zwickmühle.
Nie in Vergessenheit geraten lassen, dass Du Deinen Arbeitsvertrag
einhältst und das fortführen willst. (Das ist nun mal die wichtigste
"Regel" des Arbeitnehmers.)
Sollte Dein Chef von Dir einen Verstoß gegen Deinen Arbeitsvertrag
verlangen, wie bei Abgasskandal und Challenger-Katastrophe passiert,
dann hat der Betriebsrat sich dafür Zeit zu nehmen. Sollte er sich
weigern, seinen Betreuer bei der Gewerkschaft um Rat fragen. (Dabei aber
die Geheimhaltungspflicht wahren.)
Anhang zu den Deutungen: Nach den Wikipedia-Beiträgen zu Autismus und
Asperger bezeichnet keine der beiden Bezeichnungen eine Krankheit, die
ein Pathologe feststellen könnte. (Allenfalls deren Folgen.)
Sondern Psychiater deuten Beobachtungen nach irgendwelchen
Punktekatalogen, wie X Punkte gleich Neurose, x+1 Punkte gleich
Psychose.
Wechen Effekt hat das auf die die Belange des Arbeitgebers? Solange Du
ihm mehr einbringst, als Du ihm kostest, möchte er Dich behalten.
Ich gestehe, mich als Linkshänder auch nicht geoutet zu haben.
Ciao
Wolfgang Horn, einer der mal Ärger hatte, weil er sich der Anweisung
widersetzt hatte, ein Protokoll zu fälschen.
Mit IQ 130+ melde Dich bei Mensa an, geh zu deren Stammtischen und hör
Dir deren Autisten und deren Geschichten an.
Mit IQ 145+ hast Du natürlich mehr Auswahl, die Personenanzahl ist aber
dagegen relativ klein.
Glückwunsch, Du hast jetzt ein Gratisticket für
Persönlichkeitsentwicklung gewonnen. - Das soll heißen:
Mach einfach, was von Dir verlangt wird, ohne zu widersprechen. Du musst
verstehen, dass Dein Beruf keine verantwortungsvolle Aufgabe, sondern
ein Spiel ist. Das, was Du dort entwirfst, wird nie in Produktion gehen.
Es ist nur eine Übung. Es geht darum, die eigenen mentalen Barrieren zu
überwinden.
Eigentlich bist Du kein Autist. Das ist eine Anankastische
Persönlichkeitsstörung! Du bist zwanghaft perfektionistisch und hast
Angst, dass etwas Schlimmes passieren könnte, wenn Du Dich nicht daran
hältst, obwohl das Gegenteil der Fall ist. Angenommen, Du findet
jemanden schwer verletzt und der einzige Verbandkasten, den Du hast, hat
ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum. Wie würdest Du entscheiden?
Würdest Du den Menschen verbluten lassen, nur weil der Verbandkasten zu
alt ist und Du ihn deshalb nicht mehr verwenden solltest?
Das, was Du dort machst, ist eigentlich gar nicht Dein Job. Es ist eine
Weiterbildung, wovon Du nur nichts weißt. Der neue Chef ist eigentlich
ein externer Trainer, der die diese Aufgaben gibt, damit Du über Deinen
eigenen Schatten springst.
Krawumps schrieb:> Rainer S. schrieb:>> Warum versuchst du krampfhaft daran festzu halten obwohl dir das nicht>> gut tut?>> Das hat mit meinen Ticks zu tun. Ich kann die Gedanken nicht los werden,> was passiert, wenn etwas, das ich entwickelt habe, einen Defekt> aufweist.
Das kann immer passieren, auch wenn du alles richtig gemacht hast.
Die Schwierigkeit besteht darin, sich auf diese Unsicherheit
einzulassen.
Wenn dann (wie gefordert) irgendwelche Normen nicht eingehalten werden
ist das nichts "total anderes". Ja, es werden Bauteile stärker auf Kante
betrieben, näher am Limit, rechts der vorgegebenen Kurve. Aber dadurch
geht nicht sofort alles kaputt sondern nur die
Ausfallwahrscheinlichkeiten verschieben sich.
Auch die Grenzwerte in Normen sind nicht vom Himmel gefallen sondern
wurden irgendwann auf Werte festgelegt, wo halt "mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit" alles OK ist.
Bloß_nicht_auffallen schrieb:> ich bin nicht geouteter Asperger/Hochfunktionaler Autist und arbeite in> einem mittelständigen Unternehmen als Entwickler.
Du tust mir leid - es gibt schöne Stellen als Hofkehrer - da kannst Du
prima philosophieren. Auch über die deutsche Sprache.
Trommler auf Elektroautogalere schrieb:> das ist ja nicht zu aushalten hier dieses enddumme Gelaber.
Ist das eine Aufforderung deine Beiträge hier zu löschen?
Bloß_nicht_auffallen schrieb:> ich bin nicht geouteter Asperger/Hochfunktionaler Autist ...
Grundsätzlich würde ich die Welt nicht in Autisten und nicht-Autisten
einteilen. Gibt nicht nur schwarz-weiß! Jeder hat autistische Facetten,
mehr oder weniger ausgeprägt.
Schwäche zeigen wird von manchen Chefs (oder auch Kollegen) schnell
ausgenutzt. Ich würde also maximal 'autistische Tendenzen' zugeben. Wenn
überhaupt. Und dann im persönlichen Gespräch, nachdem man den anderen
eingeschätzt hat (was einem Asperger vermutlich schwer fällt).
> Noch dazu attestiert man mir eine Hochbegabung (je nach Testung einen IQ> 135-145).
Und das würde ich nicht so raushängen lassen.
Bloß_nicht_auffallen schrieb:> Noch dazu sind ihm die mir doch so> wichtigen Regelwerke (gängige Normen) vollkommen egal und will u.A. das> ich meine Arbeit auf für mich und dem Regelwerken entsprechend> mangelhafte Qualität auslege. Das er damit gängige Normen und> Sicherheitsregeln verletzt ist ihm bekannt und egal.
Entwicklungsziele schriftlich definieren (Pflichtenheft), darin Vor- und
Nachteile (Nichteinhaltung der Normen) auflisten und diese
Entwicklungsziele absegnen lassen.
Nick M. schrieb:> Besprich das zuallererst mit deinem Therapeuten / Psychologen oder> wasauchimmer
Bitte beachte dies.
Aus dem Kontext heraus:
> Noch dazu sind ihm die mir doch so
wichtigen Regelwerke (gängige Normen) vollkommen egal und will u.A. das
ich meine Arbeit auf für mich und dem Regelwerken entsprechend
mangelhafte Qualität auslege. Das er damit gängige Normen und
Sicherheitsregeln verletzt ist ihm bekannt und egal. Nur habe ich ein
wirklich starkes mentales Problem damit, das ich etwas entwickle, was
nicht der Norm entspricht.
würde dir eine Berufung auf dein Nervenkostüm nicht helfen. Dies ist ein
Problem, das starke Charaktäre braucht und auch eine Chance, Leadership
zu ergreifen, denn dem neuen inkompetenten Jungspund Paroli zu bieten,
das wäre jetzt die Aufgabe der Senior-Engineers. Paroli heißt in diesem
Fall, dass man einen Case bauen müsste, der mittel- bis langfristige
negative Effekte auf die Tätigkeit des Unternehmens demonstrieren würde;
mit dieser wasserdichten Fallstudie müsste man entweder den Juniorchef
überzeugen oder wiederrum seine Chefs/die Geschäftsleitung. Was "jetzt"
ist, interessiert in der Führung keine Sau, denn dieses Kind ist schon
in den Brunnen gefallen, aber wenn das "nächste" Geld infrage steht,
dann kommen Steine ins Rollen.
Eulenspiegel schrieb:> würde dir eine Berufung auf dein Nervenkostüm nicht helfen.
Er soll sich nicht darauf berufen, sondern es berücksichtigen.
Und der erfolgversprechendere Weg ist, Konfrontationen aus den Weg zu
gehen aber die Situation trotzdem zu lösen.
Nick M. schrieb:> Und der erfolgversprechendere Weg ist, Konfrontationen aus den Weg zu> gehen aber die Situation trotzdem zu lösen.
Nein, man kann im echten Leben nicht vor allem davonlaufen. Man muss
sich Konfrontationen auch stellen wie ein Mann. Anders geht es nicht.
Bloß_nicht_auffallen schrieb:> Und damit fangen meine Probleme an!> Die Neubesetzung ist ein Jungspurt der reißen will und dabei keine> Vorerfahrung als Führungskraft hat. Noch dazu sind ihm die mir doch so> wichtigen Regelwerke (gängige Normen) vollkommen egal und will u.A. das> ich meine Arbeit auf für mich und dem Regelwerken entsprechend> mangelhafte Qualität auslege. Das er damit gängige Normen und> Sicherheitsregeln verletzt ist ihm bekannt und egal.
Ein wirklich schlechter Trollversuch.
Kein Vorgesetzter steht neben dem Entwickler und achtet darauf, dass man
irgendwelche Normen nicht einhält. Also kann man sie auch ganz einfach
einhalten, so wie bisher.
Mark B. schrieb:> Kein Vorgesetzter steht neben dem Entwickler und achtet darauf, dass man> irgendwelche Normen nicht einhält. Also kann man sie auch ganz einfach> einhalten, so wie bisher.
Hast du gesehen, in welchen Branchen der TO arbeitet?
Bloß_nicht_auffallen schrieb:> Technologie oder Physik lastig im> Automotive/Luftfahrt/Militär-Sektor
Da reichen die Normen sehr weit. Das fängt schon mit der Benutzung
qualifizierter Bauteile an... Ein Automotive oder Mil qualifizierter
Kondensator kostet schon 10-1000 mal so viel wir etwas aus dem
kommerziellen Sektor. Das sieht man ihm von außen aber nicht an.
Ähnlich kann es auch mit der Softwareentwicklung sein - siehe Boing oder
der Diesel-Skandal.
Ich habe da gerade noch den Fall vor Augen, bei dem ein Hersteller für
Brustimplantate aus Kostengründen das falsche (Sanitär?)Silikon benutzt
hat. Oder die Brücke in Italien, die aufgrund von Pfusch und Kostendruck
kollabiert ist.
Das angesprochene Thema kann man beliebig weiter spinnen und es sind
immer mehr als eine Person involviert. Von daher kann ich das dem TO
durchaus als glaubhaft abnehmen! - Was aber eigentlich auch jeden
erschüttern sollte!
Mark B. schrieb:> Kein Vorgesetzter steht neben dem Entwickler und achtet darauf, dass man> irgendwelche Normen nicht einhält.
Es soll schon Vorgesetzte gegeben haben die nach einer Layoutänderung
keinen totalen Neutest genehmingt haben weil Vortests ja schon
abgeschlossen waren.
Folge 1000 Baugruppen für den Schrott, dem Hersteller konnte man nicht
mal was weil vom vorgegebenen Layout abgewichen wurde!
Wenns doof läuft wird der Entwickler gefeuert und der Vorgesetzte zu
Höherem weggelobt!
Tüddel schrieb:> Von daher kann ich das dem TO durchaus als glaubhaft abnehmen! - Was> aber eigentlich auch jeden erschüttern sollte!
Ja. Es erschüttert mich in der Tat, dass du den Threadersteller als
glaubhaft einstufst und ihm seine Geschichte abnimmst.
Ich würde dem TE raten es mal in einer größeren Firma zu versuchen.
Es gibt dort folgende Vorteile:
- freigestellter Betriebsrat mit Schwerbehindertenvertretung
- speziellere Aufgabengebiete und bessere Wechselmöglichkeiten
- mehr Toleranz für Diversität
F. B. schrieb:> Ich würde dem TE raten es mal in einer größeren Firma zu> versuchen. Es gibt dort folgende Vorteile:> - freigestellter Betriebsrat mit Schwerbehindertenvertretung> - speziellere Aufgabengebiete und bessere Wechselmöglichkeiten> - mehr Toleranz für Diversität
Der letzte Punkt steht aber nur auf dem Papier, denn diese Toleranz
hängt an den Menschen, die dort arbeiten, und das sind ganz normale
Menschen von nebenan.
Tüddel schrieb:> Mark B. schrieb:>> Kein Vorgesetzter steht neben dem Entwickler und achtet darauf, dass man>> irgendwelche Normen nicht einhält. Also kann man sie auch ganz einfach>> einhalten, so wie bisher.>> Hast du gesehen, in welchen Branchen der TO arbeitet?
Gerade das macht es ja extrem unglaubwürdig.
Man kann sicherheitsrelevante Produkte gar nicht alleine herstellen.
Damit man eine Zulassung erhält, muss man Dokumente verfassen, diese
müssen reviewt werden. Was entwickelt wurde, muss auch von einer anderen
Person getestet werden als von derjenigen die es entwickelt hat. Das
alles kann niemand alleine durchziehen. Und ebensowenig kann ein
Vorgesetzter recht weit unten in der Hierarchie mal eben alleine
entscheiden, dass man sich jetzt einfach mal nicht mehr an die
entsprechenden Normen hält.
Senf D. schrieb:> Der letzte Punkt steht aber nur auf dem Papier, denn diese Toleranz> hängt an den Menschen, die dort arbeiten, und das sind ganz normale> Menschen von nebenan.
Es sind normale Menschen die aber die Firmenkultur (unbewusst)
übernehmen. Der Gruppendruck sorgt dafür, dass (fast) niemand einen
anderen Mitarbeiter aus Diversitätsgründen angeht, sei es Geschlecht,
Nationalität, Behinderung usw.
F. B. schrieb:> Es sind normale Menschen die aber die Firmenkultur (unbewusst)> übernehmen. Der Gruppendruck sorgt dafür, dass (fast) niemand einen> anderen Mitarbeiter aus Diversitätsgründen angeht, sei es Geschlecht,> Nationalität, Behinderung usw.
Direkt angehen natürlich nicht, aber so eine Ausgrenzung funktioniert
auf subtile Art und Weise. Ich sehe hier ausnahmsweise keine
Unterschiede zwischen großen und kleinen Unternehmen.
F. B. schrieb:> - freigestellter Betriebsrat mit Schwerbehindertenvertretung
Tja, nur müsste man dafür auch erst einmal eingestellt werden.
Und das klappt unter den Umständen garantiert.
F. B. schrieb:> Der Gruppendruck sorgt dafür, dass (fast) niemand einen> anderen Mitarbeiter aus Diversitätsgründen angeht, sei es Geschlecht,> Nationalität, Behinderung usw.
Oder für das Gegenteil.
BTW: Warum sollte man jemanden "angehen", wenn man diese Zeit, in der
man selbiges macht, auch zum Arbeiten bzw. zum Karriere machen nutzen
könnte?