Schrittmotorenprüfstand

OP #6453446
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Schönen Guten Tag,

ich arbeite gerade an einem Projekt mit Schrittmotoren und will das 
Haltemoment eines Schrittmotors elektrisch und nicht mechanisch Messen 
(also nicht mit einer Federwaage, Gewichten, oder ähnlichem). Dazu habe 
ich mir überlegt entweder einen Elektromotor anzukuppeln und diesen 
anzusteuern und dann das Moment abzulesen oder, wie im Anhang zu sehen, 
einen Elektromagneten anzusteuern, die Werte zu erfassen, und irgendwie 
(z.B. mit einem Taster oder so) zu schauen wann der Schrittmotor 
"durchrutscht" und einen Schritt macht.

Fällt Ihnen eine Alternative oder ein besser Weg ein, um das Haltemoment 
zu erfassen?

MfG,
Alexander
Angehängte Dateien:
Gast #6453583
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..und woher kennst Du den Haltemoment des Elektromagneten, woher weisst 
Du dass er nicht 'löst' wegen eines elektrischen Schluckaufs in der 
versorgung und dadurch fluktuierendem magnetischen Feld?

Nene, wenn Du ne mechanische Eigenschaft messen willst, ist ne 
mechanische Messung auch die einfachste Variante.
Willst Du nur wissen welche mechanische Eigenschaft ein Schrittmotor 
hat, dann bleibt Datenblatt aber in der Tat der zu beschreitende Weg 
falls möglich.

Willst Du dringend weg von Federwaagen o.ä.
dann empfehle ich eine loadcell (zu deutsch: Wägezelle) also einen 
Kraftmesser der elektrischen Art.
Damit drückst Du dann gegen den Arm an der Achse des "haltenden" 
Schrittmotors
bis der Arm durchrutscht und liesst die mechanische Last an der LoadCell 
aus
(zu erkennen an der fallenden Flanke im Lastverlauf)
bleibt aber auch hier eine mechanische Messung.
nur eben digital, nicht analog ;)

'sid
#6454015
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Ich habe mal einen Schrittmotor-Pendelprüfstand für kleine Motoren 
improvisiert (leider nur im anderen Forum beschrieben).

Bilder hier:

https://forum.zerspanungsbude.net/download/file.php?id=151655
https://forum.zerspanungsbude.net/download/file.php?id=151656

Beschreibung hier:

https://forum.zerspanungsbude.net/viewtopic.php?t=31047&start=40#p389795

Als Bremse diente einfach eine Alu-Trommel und ein Lederhandschuh. Die 
Vorgehensweise war: Man stellt eine Strom, Mikroschrittfaktor und 
Drehzahl ein, und variiert so lange die Anpreßkraft auf die Bremse, bis 
der Pendelhebel im Gleichgewichtszustand "schwebt".

Schrittmotortreibermodul war ein L6207, weil sich bei dem zur Laufzeit 
Strom und Mikroschrittfaktor verstellen lassen.

Bei mit einer Spindel vorgespanntem Bremsschuh gab es Probleme mit 
Reibschwingungen ("Stick Slip"), deswegen letztendlich die 
Primitiv-Lösung mit dem Handschuh und dem Finger, der genug Dämpfung 
bewirkt hat.

Letztendlich habe ich das System nicht weiter verfeinert, weil ich nur 
eine begrenzte Anzahl von Motoren Drehzahl-Drehmoment-Kurven benötigte, 
und diese auch mit dem primitiven Aufbau recht gut reproduzierbar waren.

Bei einer Wägezelle ist die Steifigkeit größer (geringerer Hub -> 
größere Schwingungsfrequenz). Die höhere Frequenz sollte sich leichter 
wegdämpfen lassen.
(Firma: nix) #6454023
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Aleksandr S. schrieb:

> ich arbeite gerade an einem Projekt mit Schrittmotoren und will das
> Haltemoment eines Schrittmotors elektrisch und nicht mechanisch Messen
> (also nicht mit einer Federwaage, Gewichten, oder ähnlichem).

Aha...

> Dazu habe
> ich mir überlegt entweder einen Elektromotor anzukuppeln und diesen
> anzusteuern und dann das Moment abzulesen oder,

Ablesen? Du musst erstmal mit irgendwas seinen Strom, in halbwegs 
verlässtliche Kraftwerte (Nm?) umrechnen (viel spaß)

> wie im Anhang zu sehen,
> einen Elektromagneten anzusteuern, die Werte zu erfassen,

Wieder nur erfassen.... Und was sagt Dir das nun zur Haltekraft 
(Haltemoment)? Du muss wieder umrechnen....

> und irgendwie
> (z.B. mit einem Taster oder so) zu schauen wann der Schrittmotor
> "durchrutscht" und einen Schritt macht.
> Fällt Ihnen eine Alternative oder ein besser Weg ein, um das Haltemoment
> zu erfassen?

Federwaage!

Old-Papa
(Firma: nix) #6454051
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NichtWichtig schrieb:
> Elektronische Waage mit serieller Schnittstelle, da weis man was man
> hat.

Ja, im Gegensatz zur Federwaage irgendwann Elektromüll.
Für industrielle Produktion sicher nützlich, doch der TO hat wohl eher 
Hobbyprojekte im Sinn (liest sich so)

> Zudem ist das Haltemoment ja nur ein Miniteil, wichtiger im Betrieb ist
> das Drehmoment über die Drehzahl.

Das, Ja.

Old-papa
Gast #6455298
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Aleksandr S. schrieb:
> und dann das Moment abzulesen

Worin besteht denn der Fortschritt, wenn du den Wert über 5 Umwege 
gemessen an einem Display abliest statt an einer mechanischen Anzeige?

Natürlich gibt es auch Drehmoment-Sensoren, aber nicht für umsonst und 
anschliessen und auswerten muss man die dann auch noch.

Georg
Gast #6456024
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Pandur S. schrieb:
> Ich wuerd mir auf einem 3D Drucker eine 3D Schraube mit
> zunehmendem
> Radius drucken. Dann an einer Schnur/Faden ein Gewicht dranhaengen. Dann
> hast du eine Kraft abhaengig vom Drehwinkel. Fertig.

konisches Gewinde? Wozu?
Du kannst Ja zwei(einhalb)dimensional bleiben, geht dann vermutlich 
schneller zu drucken
und der aktive Radius lässt sich auch leichter ablesen.

'sid
Angehängte Dateien:
Gast #6456517
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NichtWichtig schrieb:
> Zudem ist das Haltemoment ja nur ein Miniteil, wichtiger im Betrieb ist
> das Drehmoment über die Drehzahl.

Welch hochintelligenter Kommentar auf die Frage!

ähnlich wie:
Kind: "Papa, wieviel wiegt der Lolli?"
Papa: "Interessiert doch nicht. Wichtig ist, wie er schmeckt!"

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