Ich dachte erst, es sei ein Witz, aber eine Anfrage bei MODIS ergab,
dass sie es ernst meinen:
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/fpga-entwickler-m-w-d-900-426112-1-/1616807091-109-9344
Ein FPGA-Entwickler für ULM. Dem Inhalt nach ist es wieder was für die
ehemalige Cassidian, EADS, Hensoldt oder wie sie inzwischen heißen.
Denen scheinen massenhaft die Leute weg- und niemand zuzulaufen, was
sich aber durch die avisierten Gehälter, die man dort Einsteigern zu
zahlen bereit ist, leicht erklären lässt.
Man fragt sich echt, WER sich dort bewerben und wer dort arbeiten will,
wenn JOBs auf der einen Seite als tolle Karrierechance gehandelt werden,
für die angebliche top talents gesucht werden und welche aber auf der
anderen Seite bei Handelsplattformen verramscht werden.
Schon, dass es ein Personaldienstleister ist, der sucht, sagt schon
wieder alles über die Firma und was einen dort für ein Arbeitsplatz
erwartet.
Ich emfehle einen der billigen Programmierinder, die auf linked'in den
dort massenhaft geposteten FPGA-Jobs hinterherhecheln.
Die Arbeitswelt wird immer beschissener! Aber dann wundern sich Firmen
über mangelnde Identifikation mit ihrer Firma.
Badenser schrieb:> Die Arbeitswelt wird immer beschissener! Aber dann wundern sich Firmen> über mangelnde Identifikation mit ihrer Firma.
So sieht es aus. Dabei sind Klitschen das schlimmste, was es gibt. Das
sind so richtige Existenzvergewaltiger.
Badenser schrieb:> Ich dachte erst, es sei ein Witz, aber eine Anfrage bei MODIS> ergab,dass sie es ernst meinen:
Da hockt halt ne Azubitrulla bei Modis im Büro und überlegt sich in
welche Platformen sie die Stellen eintragen kann. Da sie auf
ebaykleinanzeigen privat immer ihre Klamotten verkauft dachte sie sich
'Mönch da könnte ich doch auch mal unser Personal reinstellen,
stellenanzeigen.de, indeed.de ebay-kleinanzeigen, ist doch alles das
selbe'
In Ulm haben sich viele angesiedelt, die den technologielastigen
Uni-Standort als Vorteil sehen, um hier Code Monkeys rekrutieren zu
können.
BMW Car-IT, Audi eSolutions, Continental, Daimler und auch Hensoldt.
Mir hat mal so ein Recruiter erzählt, dass ein Code Monkey, den sie
rekrutieren können, etwa ein halbes Jahr von Nutzen ist. Danach scheidet
der Code Monkey wegen psychosomatischen Problemen aus oder die Umstände
haben sich in der schnelllebigen Branche so stark geändert, dass sein
Spezialwissen nicht mehr benötigt wird.
Die Stellenanzeige ist in ebay-Kleinanzeigen, also vermutlich ist es
dort kostenlos oder zumindest preiswert möglich, das dort einzustellen.
Die PDAs freuen sich vor allem, dass sie in den Hochschulen die Aushänge
kostenlos nutzen dürfen.
Und billiges Recruiting ist wichtig für das Überleben der PDAs, weil ein
extremer Konkurrenzdruck herrscht, besonders in der aktuellen Zeit.
Badenser schrieb:> Dem Inhalt nach ist es wieder was für die> ehemalige Cassidian, EADS, Hensoldt oder wie sie inzwischen heißen.> Denen scheinen massenhaft die Leute weg- und niemand zuzulaufen, was> sich aber durch die avisierten Gehälter, die man dort Einsteigern zu> zahlen bereit ist, leicht erklären lässt.
Naja vielleicht kann man ja keine (blutigen) Einsteiger gebrauchen. Die
genannten Firmen entwickeln im sicherheitskritischen Bereich, da muss es
schon 10 Jahre Berufserfahrung sein und kein Anfängerr der die ersten
Projekte mit Trial und Error durchhämmert.
Und oftmals hängt noch ne Sicherheitsfreigabe dran, die kriegt auch
nicht jeder (Sabotageschutz), manchmal werden gewisse nationalitäten von
vornherein ausgeschlossen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheits%C3%BCberpr%C3%BCfungsgesetz
Vielleicht zählt ja Bewerbung trotz partieller fachliche Inkompetenz
schon als Sabotageversuch ;-)
Warum muss ich mir immer wieder diesen dämlichen Satz lesen:
>> Sie haben Ihr Studium im Bereich der Elektrotechnik erfolgreich absolviert>> oder bringen vergleichbare Qualifikationen mit
Warum glauben Firmen, dass ein FPGA-Programmierer sich nur dadurch
auszeichnet, wenn er diese Qualifikation mitbringt, in dem er sich an
die Arbeitszeiten eingehalten hat und dort im Studium in der
Wirklichkeit ihre Zeit abgesessen hat? Was ist mit all diesen
FPGA-Freaks die bemerkenswerte Tippgeschwindigkeit aufweisen, jedoch auf
alles scheißen was irgendwie nach Reglementierung und nach Jobcenters
Bürotussi-Flotte aussieht?
Ich hab in meinem Coop-Team wirklich coole Programmierer für mich
gewonnen, weil ich mich auf diese 1337-Sprache eingehen konnte:
"yeah 1 hack yo ass, I was a real hacker but now I will code fpga-chips,
you will see ya my skillz. if you gimme 300$, I will do this, mate"
Das Ergebnis war dann ein Feature der wirklich alle anderen überlegen
war.
Badenser schrieb:> Denen scheinen massenhaft die Leute weg- und niemand zuzulaufen,
Kommt drauf an welche Firma da wirklich dahinter steckt.
In Ulm kannte ich eine Firma Net Tech, in der Magirusstraße 43.
Die waren immer wieder vor der Schließung und Auflösung.
Dann wieder verkauft worden usw.
Die hatten auch mit Komponenten für Mobilfunk Basisstationen zu tun
wo auch FPGAs werkeln.
Die gehörten auch mal zu Kathrein Rosenheim, diese Firma ist auch
untergegangen.
Wenn es diese Firma ist, kein Wunder das da keiner arbeiten möchte.
Könnte nach wenigen Tagen schon wieder vorbei sein.
Mich wundert ohnehin, dass man hierzulande noch
Elektronikschrott-Entwickler findet. Als Hobby gerne, aber zum Geld
verdienen, niemals.
Sich den Arsch aufreisen für Null wertschätzung und dafür dass das
Produkt dann in 5 Jahren wieder im E-Schrott liegt, da gibts besseres.
Dann lieber Landschaftsgärtner, Förster, Mechaniker... Da ist man
wenigstens drausen in der frischen Luft und hat Freude an dem, was man
gemacht hat.
Mal ganz ehrlich die FPGA Entwickler sind eigentlich nichts besonderes.
Man muss ein bisschen Logik verstehen aber der Rest dieser undankbaren
Arbeit ist mühseliges einarbeiten in Entwicklungsumgebungen und das
studieren verfügbarer Blöcke. Der Rest ist nur zusammen klicken. Es hat
einen Grund warum das Programmieräffchen genannt wird. Kann prinzipiell
jeder aber keiner hat so recht Lust drauf. Man braucht es halt.
Anarchist schrieb:> In Ulm haben sich viele angesiedelt, die den technologielastigen> Uni-Standort als Vorteil sehen, um hier Code Monkeys rekrutieren zu> können.
Deshalb habe ich mich von Unistädten + Radius 50-100km immer fern
gehalten weil es dort genug Billigabsolventendeppen gibt die in ihrem
Unikaff+WG bleiben wollen + Unmengen von billigen Werkstudentendödeln
die selbst anspuchsvolle Aufgaben für ein Butterbrot übernehmen.
Raus ins Umland wollen die Hipster alle nicht weil sie kein Auto haben
und es dort eh langweilig ist, lieber in der Stadt wohnen damit sie
abends noch ne Pizza bei Pizza Hut fressen können.
Der Witz ist dass die kleinen eher unbekannten Firmen in den
Randgebieten kein Personal finden und notgedrungen besser zahlen auch
damit die nicht gleich wieder abhauen, die haben echte
Personalmangelprobleme.
Die Absolventenkinder sind halt noch nass hinter den Ohren und sind froh
wenn sie nen Tischkicker auf der Dachterasse mitten in der Stadt haben
und es kostenlose Brause gibt, die arbeiten für ein Taschengeld. Wer ein
bischen reifer in der Birne ist geht in die Firmen draussen auf der
Wiese, die produzieren meist klassische matierelle Produkte und fahren
damit mehr Geld ein als jeder kleine Softwareklitsche wo nur die Inhaber
absahnen und die Codierdeppen kurz gehalten werden.
Stefan H. schrieb:> Ich würde ja Stellenanzeigen für Ingenieure auf Pfandflaschen> drucken.
Der war gut!
Ich habe mir noch kein Bild über Modis gemacht, allerdings frage ich
mich schon welcher Ingenieur bei ebay-Kleinanzeigen auf Stellensuche
geht, und welches Publikum Modis damit anzusprechen versucht...
Festplattenauswuchter schrieb:> Der Witz ist dass die kleinen eher unbekannten Firmen in den> Randgebieten kein Personal finden und notgedrungen besser zahlen auch> damit die nicht gleich wieder abhauen, die haben echte> Personalmangelprobleme.
Leider stimmt es aber in der Regel gerade nicht, dass die kleinen Firmen
in der Pampa besser bezahlen. Im Gegenteil, dass sind dann meist so
inhabergeführte Klitschen, wo der Chef der Meinung ist, dass die Autos
der Mitarbeiter auf dem Parkplatz eigentlich eh alle ihm gehören, weil
sie von seinem Geld bezahlt wurden. Da wird das Gehalt der Angestellten
gedrückt ohne Ende, denn ein paar Einheimische, die weder groß pendeln
oder wegziehen wollen, finden sich ja immer.
Senf D. schrieb:> Leider stimmt es aber in der Regel gerade nicht, dass die kleinen Firmen> in der Pampa besser bezahlen. Im Gegenteil, dass sind dann meist so> inhabergeführte Klitschen, wo der Chef der Meinung ist, dass die Autos> der Mitarbeiter auf dem Parkplatz eigentlich eh alle ihm gehören, weil> sie von seinem Geld bezahlt wurden. Da wird das Gehalt der Angestellten> gedrückt ohne Ende, denn ein paar Einheimische, die weder groß pendeln> oder wegziehen wollen, finden sich ja immer.
Und es kommen immer nur Jammer-Aussagen vom Chef: "Wir können nicht so
viel zahlen, wir sind nicht Siemens.", "Wir sind eine kleine Firma."
Die Ausreden, dass doch die Firma so klein ist und daher nur wenig
Gehalt möglich sein, ist eigentlich Nonsens. Es kommt doch auf den
erzeugten Wert an. Es gibt Schriftsteller, welche ganz allein einen
Bestseller schreiben und Millionär werden. Es gibt auch Großkonzerne,
die pleitegehen.
Stefan H. schrieb:> Und es kommen immer nur Jammer-Aussagen vom Chef: "Wir können nicht so> viel zahlen, wir sind nicht Siemens.", "Wir sind eine kleine Firma.">> Die Ausreden, dass doch die Firma so klein ist und daher nur wenig> Gehalt möglich sein, ist eigentlich Nonsens. Es kommt doch auf den> erzeugten Wert an. Es gibt Schriftsteller, welche ganz allein einen> Bestseller schreiben und Millionär werden. Es gibt auch Großkonzerne,> die pleitegehen.
Das mag schon so sein, allerdings muss der Mitarbeiter dann - um bei
Deinem Beispiel mit dem Bestsellerautor zu bleiben - auch erstmal einen
entsprechenden "Mehrwert" erwirtschaften, woran es meist hapert.
Im Großkonzern fällt das meist weniger auf. ;-)
Hospitant schrieb:> Im Großkonzern fällt das meist weniger auf. ;-)
Das stimmt, da machen ein paar faule Äpfel im Obstkorb praktisch nichts
aus, da der Korb sehr groß ist und prall gefüllt mit einer großen
Auswahl an Früchten aus der ganzen Welt.
Festplattenauswuchter schrieb:> Der Witz ist dass die kleinen eher unbekannten Firmen in den> Randgebieten kein Personal finden und notgedrungen besser zahlen auch> damit die nicht gleich wieder abhauen, die haben echte> Personalmangelprobleme.
Auch direkt hier in Zürich findet man nur sehr schwer FPGA Entwickler
auch wenn man anständig zahlt.
Matthias schrieb:> Mal ganz ehrlich die FPGA Entwickler sind eigentlich nichts besonderes.
Doch, das schreibst du doch selber:
> Man muss ein bisschen Logik verstehen aber der Rest dieser undankbaren> Arbeit ist mühseliges einarbeiten in Entwicklungsumgebungen und das> studieren verfügbarer Blöcke.
Wie viele Leute kennst du, die freiwillig so masochistisch sind, die
ganze Zeit mit diesen Tools zu arbeiten wo alle paar Jahre mal ein
Fehler geflickt wird, alles mit TCL gescripted wird (und dann noch unter
Windows 7), die Arbeitgebern natürlich nie anständige Lizenzen kaufen
sonder die Entwickler ihr ganzes Leben lang High-Tech bauen sollen mit
den gratis Lizenzen der Hersteller wo es keinen Support gibt und das
alles in einer Sprache die höchstens einmal in 10 Jahren ein Update
bekommt (und die Tools dann ein Jahrzehnt haben, bis sie ungefähr
nachgezogen haben). Denken musst du auch noch selber können, weil auf
Stackoverflow gibt es auch so gut wie nichts (dafür echt gute Leute hier
auf uC.net!).
Könnte man mal ein T-Shirt daraus machen, in der Art: "Hit me I'm a
masochist. No not really, but an FPGA developer"
oder "If I'm smiling I'm probably not working on my FPGA design"
Wer es nicht machen will soll es lassen. Es gibt Jobs mit deutlich
besseren Konditionen und mehr Freizeit (Lehrer) es gibt Jobs bei denen
man täglich Leuten hilft (Arzt, Feuerwehr, Notfallsanitäter, ...) es
gibt Jobs die für die eigene Gesundheit besser sind weil man nicht
dauernd sitzt (Förster, Ranger, Sanitäter, ...). Die Auswahl ist groß
und dass Geld alleine nicht glücklicher macht sollte eigentlich Jeder
begriffen haben. Du lebst du einmal, mach das was dir Freude bereitet.
Senf D. schrieb:> Hospitant schrieb:>> Im Großkonzern fällt das meist weniger auf. ;-)>> Das stimmt, da machen ein paar faule Äpfel im Obstkorb praktisch nichts> aus, da der Korb sehr groß ist und prall gefüllt mit einer großen> Auswahl an Früchten aus der ganzen Welt.
Wenn irgendwann nur noch Pferdeäpfel im Obstkorb liegen, dann soll sich
aber niemand beschweren, wenn ihm da was stinkt.
FPGA sind keine Ings schrieb im Beitrag #6538586:
> "du kannst alles ein was du willst"
Der Witz ist: Das stimmt zu sehr großen Teilen. Ja, du kannst nicht
alles, aber eben fast alles. Wenn dich ein Themengebiet interessiert und
du da sagen wir 4 Jahre Vollzeit versenkst, dann bist du darin gut. Mein
erstes Platinenlayout stammt aus dem Jahr 2016, ich mach das jetzt seit
5 Jahren und ohne das jemals gelernt zu haben an einer Schule oder so.
Gustl B. schrieb:> FPGA sind keine Ings schrieb im Beitrag #6538586:>> "du kannst alles ein was du willst">> Der Witz ist: Das stimmt zu sehr großen Teilen. Ja, du kannst nicht> alles, aber eben fast alles. Wenn dich ein Themengebiet interessiert und> du da sagen wir 4 Jahre Vollzeit versenkst, dann bist du darin gut. Mein> erstes Platinenlayout stammt aus dem Jahr 2016, ich mach das jetzt seit> 5 Jahren und ohne das jemals gelernt zu haben an einer Schule oder so.
Dementsprechend sehen deine Platinen vermutlich auch aus. Von der
Entwicklung nach Spezifikation und Einhaltung von Grenzwerten brauchen
wir vermutlich nicht reden.
FPGA sind keine Ings schrieb im Beitrag #6538586:
> Gustl B. schrieb:>> Wer es nicht machen will soll es lassen. Es gibt Jobs mit deutlich>> besseren Konditionen und mehr Freizeit (Lehrer) es gibt Jobs bei denen>> man täglich Leuten hilft (Arzt, Feuerwehr, Notfallsanitäter, ...) es>> gibt Jobs die für die eigene Gesundheit besser sind weil man nicht>> dauernd sitzt (Förster, Ranger, Sanitäter, ...). Die Auswahl ist groß>> und dass Geld alleine nicht glücklicher macht sollte eigentlich Jeder>> begriffen haben. Du lebst du einmal, mach das was dir Freude bereitet.>> sag das den h4 empfängern. "du kannst alles ein was du willst"
Ingenieure können auch nicht alles sein, was sie wollen. Soziale Berufe
eher nicht. Euch würde ich nicht auf Menschen loslassen wollen.
Christoph Z. schrieb:>> oder "If I'm smiling I'm probably not working on my FPGA design"
Was du da beschreibst ist in ungefähr jedem Entwicklungszweig der Fall.
Leider stimmt es aber in der Regel gerade nicht, dass die kleinen Firmen
in der Pampa besser bezahlen. Im Gegenteil, dass sind dann meist so
inhabergeführte Klitschen, wo der Chef der Meinung ist, dass die Autos
der Mitarbeiter auf dem Parkplatz eigentlich eh alle ihm gehören, weil
sie von seinem Geld bezahlt wurden. Da wird das Gehalt der Angestellten
gedrückt ohne Ende, denn ein paar Einheimische, die weder groß pendeln
oder wegziehen wollen, finden sich ja immer.
Ehemaliger Student der Uni Rosenheim schrieb:> Da wird das Gehalt der Angestellten> gedrückt ohne Ende, denn ein paar Einheimische, die weder groß pendeln> oder wegziehen wollen, finden sich ja immer.
Ja, immer die bösen, bösen Arbeitgeber.
Ohne sie wäre die Welt sicher ein bessere!
Kastanie schrieb:> Ehemaliger Student der Uni Rosenheim schrieb:> Da wird das Gehalt der Angestellten> gedrückt ohne Ende, denn ein paar Einheimische, die weder groß pendeln> oder wegziehen wollen, finden sich ja immer.>> Ja, immer die bösen, bösen Arbeitgeber.> Ohne sie wäre die Welt sicher ein bessere!
Ja ist auch so. Wir brauchen den Kommunismus für alle und nicht den
Kapitalismus für wenige.
Nils D. schrieb:> Gustl B. schrieb:>> Ja, du kannst nicht>> alles, aber eben fast alles. Wenn dich ein Themengebiet interessiert und>> du da sagen wir 4 Jahre Vollzeit versenkst, dann bist du darin gut. Mein>> erstes Platinenlayout stammt aus dem Jahr 2016, ich mach das jetzt seit>> 5 Jahren und ohne das jemals gelernt zu haben an einer Schule oder so.>> Dementsprechend sehen deine Platinen vermutlich auch aus. Von der> Entwicklung nach Spezifikation und Einhaltung von Grenzwerten brauchen> wir vermutlich nicht reden.
Naja, ich hab auch die Erfahrung gemacht, das sich 'Akademiker' mit der
praktischen Umsetzung und damit Einhaltung von Grenzwerten eher schwerer
tun als der Praktiker. 'Akademiker' schreiben eine Spec wie eine
Doktorarbeit, kennen aber nicht die Praxis diese (overengineered) Spec
in ein funktionierendes Produkt umzusetzen.
Wobei ich eh keine Hochschule kenne bei der Platinenlayout 'gelehrt'
wird. Das ist Handwerkszeug wie das Verfassen von Texten am Computer das
man sich selbst beibringen muß. Sieht man auch an den ganzen
Hochschulfrischlingen die hier im Forum aufschlagen und händeringend
nachChecklisten oder Anleitungen fürs auf die Skew-Picosekunde korrekte
Layout verlangen.
Ehemaliger Student der Uni Rosenheim schrieb:> Ja ist auch so. Wir brauchen den Kommunismus für alle und nicht den> Kapitalismus für wenige.
Kommunismus funktioniert nicht. Das zeigen über 100 Jahre praktische
Erfahrung.
Ehemaliger Student der Uni Rosenheim schrieb:> Ja ist auch so. Wir brauchen den Kommunismus für alle und nicht den> Kapitalismus für wenige.
Wie willst du einen funktionierenden Kommunismus mit der Spezies Mensch
gestalten?
Mir ist kein einziges Beispiel bekannt, wo dies jemals funktioniert
hätte.
Daher mein Vorschlag, was DU tun kannst:
Werde selber AG und teile artig!
yps schrieb:> Bei dem Management das bei Hensoldt herumkrebst und das> Maul aufreisst, wundert das nicht.
Kannst du da mehr erzählen?
Deren Spin-off Hensoldt-Cyber sieht recht spannend aus, aber ansonsten
hab ich von denen noch nie was gehört...
Ehemaliger Student der Uni Rosenheim schrieb:> Leider stimmt es aber in der Regel gerade nicht, dass die kleinen Firmen> in der Pampa besser bezahlen. Im Gegenteil, dass sind dann meist so> Inhaber geführte Klitschen, wo der Chef der Meinung ist, dass die Autos> der Mitarbeiter auf dem Parkplatz eigentlich eh alle ihm gehören, weil> sie von seinem Geld bezahlt wurden. Da wird das Gehalt der Angestellten> gedrückt ohne Ende, denn ein paar Einheimische, die weder groß pendeln> oder wegziehen wollen, finden sich ja immer.
Das ist größtenteils korrekt. Hier in BW zahlen Firmen wie Daimler
DEUTLICH besser als irgendwelche auch größeren Klitschen. Von den
restlichen Konditionen gar nicht zu reden (35 h / Woche e. t. c.). Die
Mieten im Großraum Stuttgart sind natürlich ebenfalls exorbitant. Ich
selbst wohne und arbeite auf dem "Land". Mein aktueller und mein letzter
Arbeitgeber waren und sind größere namhafte Firmen deren Zentrale eine
paar Stunden entfernt sind. Die kaufen sich hier eine Butze, machen eine
separate GmbH daraus und lassen die Leute dort zu wesentlich
schlechteren Konditionen arbeiten. Für mich persönlich immer noch
ziemlich gut da der Rest von Firmen hier größtenteils miese Konditionen
bietet und man in die höchstens Hand voll bei denen es besser ist nur
mit Vitamin B reinkommt.
Eine Inhaber geführte Butze finde ich wirklich schlimm. Oft läßt dieser
auch bei größeren Läden den Gutsherr bei mieser Bezahlung und vielen
Überstunden raushängen. Davon abgesehen bin ich (in einer größeren Stadt
gebohren) seit vielen Jahren überzeugtes Landei. Gründe hierfür sind bei
mir:
- Eigene Burg d. h. - > Gut ausgestatte Werkstatt (das Wort sehr gut
gibt es beim gemeinen Schwaben nicht, gut ist schon ziemlich viel).
- Keine nervigen Mitmieter die Ärger machen wenns mal laut wird.
- Keine überzogenen Mitzahlungen.
- 10 m laufen und ich bin auf dem Feldweg, 500 m und ich bin im Wald
- Eigene Garage - > Platz für Schlosserarbeiten und div. (Motor) Bikes.
- Gods own Country ist um die Ecke - > (Donautal im Sommer alleine auf
dem Bike, es gibt nichts schöneres)
- Auf dem Dorf gibt es viele andere Krawallbastler und Leute mit
seltsamen Hobbies.
- Allgemein das leider in den letzen 20 Jahren etwas eingeschlafene
Dorfleben und die Gemeinschaft.
Nils D. schrieb:> Dementsprechend sehen deine Platinen vermutlich auch aus. Von der> Entwicklung nach Spezifikation und Einhaltung von Grenzwerten brauchen> wir vermutlich nicht reden.
Tja der Witz ist, dass meine Platinen funktionieren, auch wenn ich mich
oft nicht an übliche Regeln halte.
Es sind nicht diese Faustregeln wegen denen sich dann alles so verhält
wie es soll, sondern am Ende ist das Physik. Wenn man die einigermaßen
verstanden hat, dann kann man einen Teil der Faustregeln über Bord
werfen. Ja, diese pauschalen Regeln sind sinnvoll, denn damit ist man
immer oder zumindest meistens auf der sicheren Seite auch wenn man die
blind und ohne Verständnis einhält, und dafür sind die ja gemacht, aber
oft übertreiben diese Regeln sehr deutlich.
Rechte Winkel in Leiterbahnen? Völlig egal bis weit in den zweistelligen
GHz Bereich. Wird aber hier im Forum trotzdem nicht gerne gesehen.
Ich probiere sowas entweder selber aus wenn das zeitlich geht und nicht
zu teuer wird, oder ich gucke mir an warum es eine Regel gibt und
versuche das zu verstehen. Und dann kann ich selber entscheiden ob ich
die einhalten will oder nicht.
Nils D. schrieb:> Ingenieure können auch nicht alles sein, was sie wollen. Soziale Berufe> eher nicht. Euch würde ich nicht auf Menschen loslassen wollen.
Natürlich können sie das sein, auch wenn du das vielleicht nicht willst.
C. A. Rotwang schrieb:> Das ist Handwerkszeug wie das Verfassen von Texten am Computer das> man sich selbst beibringen muß.
Sehe ich auch so. Das Thema ist auch sehr umfangreich, das an der
Hochschule zu erschlagen dauert lange.
Kastanie schrieb:> Wie willst du einen funktionierenden Kommunismus mit der Spezies Mensch> gestalten?
Problem erkannt (-:
Steffen L. schrieb:> Hensoldt-Cyber
Bwahahahaha
Stefan M. schrieb:> Eine Inhaber geführte Butze finde ich wirklich schlimm.
Ja, die sollte man unbedingt per Dekret verbieten.
Dann wird die Welt eine bessere!
Ehemaliger Student der Uni Rosenheim schrieb:> Ja ist auch so. Wir brauchen den Kommunismus für alle und nicht den> Kapitalismus für wenige.
Das kann aus einem Grund nicht funktionieren:
Die meisten "Ingenieure" hier meinen ja immer: "Studium lohnt nicht. Man
steigt später in den Beruf ein und hat auch noch BAföG-Schulden, da
haben es Handwerker oder Türgummiklopfer bei BMW besser. Der
Türgummiklopfer bei BMW hat mit 25 schon ein abbezahltes Eigenheim im
Zentrum von München. Außerdem ist er verheiratet und hat Kinder. Mit 45
geht er als Frugalist in den Ruhestand, während ich als Ingenieur beim
Dienstleister keine Frau und keine Kinder habe und noch in meiner
Studenten-WG wohne und BAföG-Schulden abzahle. Und mein Nachbar hat
Hartz4, also einen unendlich hohen Stundenlohn. Diesen Monat hat er
bereits seinen dritten Porsche gekauft."
Eigentlich geht es doch hier im Forum (eigentlich nur Offtopic und
Ausbildung und Beruf) immer nur um: "Der hat, ich habe nicht!", "Ich
brauche!", "Ich will haben!", "Mehr Gehalt!", "von 5900 € Netto im Monat
kann man nicht leben!", "Alle zwei Jahre ein Neuwagen muss schon drin
sein. 27-Zonen-Sitz-Klimaanlage, 1200 PS, Krokodilleder-Sitze, ... muss
aber mindestens sein.", "Allein in einer 80 m² Wohnung leben ist wie im
Gefängnis. Das müssen schon 240 m² sein. Das muss aber auf dem Land
sein, wo keine nervigen Nachbarn sind, viel grün ist, aber gleich neben
dem Zentrum von München, damit man halt zu Fuß zum nächsten
Einkauftempel kommt.", "Wenn ich nach meiner 28-Stunden-Arbeitswoche
nachhause komme, will ich von Technik wirklich nichts mehr wissen.",
"Ich bin zwar eigentlich Techniker/Informatiker/Ingenieur, aber der
IT/Blockchain/KI/Technikkram interessiert mich nicht.", "Hoffentlich
schaffe ich es dieses Jahr zum Abteilungsleiter. Endlich keine
Schaltungen und Layouts mehr entwerfen und Datenblätter lesen.", "Wenn
ich dann Bereichsleiter bin, muss ich nicht mehr so viel arbeiten und
kann mehr Tomaten züchten."
Anarchist schrieb:> Mir hat mal so ein Recruiter erzählt, dass ein Code Monkey, den sie> rekrutieren können, etwa ein halbes Jahr von Nutzen ist. Danach scheidet> der Code Monkey wegen psychosomatischen Problemen aus oder die Umstände> haben sich in der schnelllebigen Branche so stark geändert, dass sein> Spezialwissen nicht mehr benötigt wird.
Das liegt aber wohl eher daran, dass es sich überhaupt um einen solchen
Programmieraffen handelt, der sich genötigt sieht, bei einem solchen
Zeitarbeiter tätig zu werden. Richtige Softwareentwickler haben mit
normalem Arbeitsdruck kein Problem.
Gustl B. schrieb:> Tja der Witz ist, dass meine Platinen funktionieren, auch wenn ich mich> oft nicht an übliche Regeln halte.
Woher und von welchen Nichtfachleuten kommen denn diese Regeln, deren
Nichteinhaltung gar keine Folgen hat?
Haben die alle keine Ahnung?
Hast du schon mal GHz über ein Platine geführt?
Also so, dass man auch noch etwas daraus dekodieren kann?
Kybernetiker X. schrieb:> Warum glauben Firmen, dass ein FPGA-Programmierer sich nur dadurch> auszeichnet, wenn er diese Qualifikation mitbringt, in dem er sich an> die Arbeitszeiten eingehalten hat und dort im Studium in der> Wirklichkeit ihre Zeit abgesessen hat?
Seit wann sitzen denn Studenten ihre Zeit ab?
Es gibt Prüfungen , die man absolvieren und da braucht es Wissen.
Umgekehrt muss man nicht präsent gewesen sein, um etwas zu lernen.
Das jemand sein Studium abgeschlossen hat, beweist aber nun einmal, dass
er grundsätzlich was kann. "FPGA-Entwickler" kann sich ja jeder nennen
und inzwischen ist das wohl auch so.
Tatsache ist aber nun einmal, dass viele einfache Sachen im FPGA-Bereich
so trivial sind, dass sie ein Schüler (können) kann - ganz ohne Studium.
Das sagt also nicht.
Mit einem Studium hat man aber schon mal den Grundstock und eine
gemeinsame Sprache. Und das ist sehr wichtig.
Ich kenne nämlich die ganzen self made Entwickler. Das geht bis zu einem
gewissen Punkt gut, aber wehe wenn es um das Überschauen komplexer
Sachzusammenhänge geht, dann werden dort die abenteuerlichsten Lösungen
zusammengeschraubt, nur weil einer die Standardllösungen die es
haufenweise gibt, nicht kennt.
Viele Autodidakten entwickeln das Rad ständig neu, einige erfinden
Motoren und wieder andere bauen Strassen und sie fühlen sich ganz toll
dabei, so etwas großen hingebracht zu haben, aber sie haben nur etwas
Mittelmässiges sehr umständlich hingemurkst. Die Lernlösung hätte ein
1/10tel der Kosten verursacht und hätte funktioniert! Die vielen kleinen
versteckten Probleme ihrer Sonderlösungen sind ihnen ja nicht bewusst.
Wenn man einige Jahre im Job ist, erkennt man, wie wertvoll und
kostensparend der richtige Denkansatz ist.
Tippen kann jeder ...
Moscon schrieb:> Ich kenne nämlich die ganzen self made Entwickler. Das geht bis zu einem> gewissen Punkt gut, aber wehe wenn es um das Überschauen komplexer> Sachzusammenhänge geht, dann werden dort die abenteuerlichsten Lösungen> zusammengeschraubt, nur weil einer die Standardllösungen die es> haufenweise gibt, nicht kennt.
Konkretes Beispiel bitte.
Gustl B. schrieb:> Es sind nicht diese Faustregeln wegen denen sich dann alles so verhält> wie es soll, sondern am Ende ist das Physik. Wenn man die einigermaßen> verstanden hat, dann kann man einen Teil der Faustregeln über Bord> werfen.
Das ist umfassend richtig.
Gustl B. schrieb:> Ja, diese pauschalen Regeln sind sinnvoll, denn damit ist man> immer oder zumindest meistens auf der sicheren Seite auch wenn man die> blind und ohne Verständnis einhält, und dafür sind die ja gemacht, aber> oft übertreiben diese Regeln sehr deutlich.
Nein, gelegentlich sind solche Regeln sogar kontraproduktiv. Siehe
Abblockkondensatoren-Zoo oder gar Guardlines. Oder Masseflächen auf
zweiseitigen Platinen zur Abschirmung...
Gustl B. schrieb:> [...] oder ich gucke mir an warum es eine Regel gibt und> versuche das zu verstehen. Und dann kann ich selber entscheiden ob ich> die einhalten will oder nicht.
Und das ist - so sehe ich das jedenfalls - die einzig richtige
Vorgehensweise als Entwickler. Alles andere ist Stümperei.
Tut mir leid (ok ok, ich wollte nur höflich sein) für unsere
Starelite-Ingenieursmeister hier, die zwar alle verfluchten Regeln
auswenig kennen und sogar Application Notes dazu kennen, aber ihr Wissen
um das Warum und Drumherum geheimhalten.
Moscon schrieb:> Woher und von welchen Nichtfachleuten kommen denn diese Regeln, deren> Nichteinhaltung gar keine Folgen hat?> Haben die alle keine Ahnung?
Lies doch mal Bücher von Fachleuten. Johnson, Ritchey, Franz. Und
verstehe, was sie schreiben.
Tut mir leid für dich, aber Gustl hat da völlig Recht.
Und ja, teilweise haben die keine Ahnung oder deren Wissen ist veraltet
und das Gegenteil ist heute richtig.
Moscon schrieb:> Das jemand sein Studium abgeschlossen hat, beweist aber nun einmal, dass> er grundsätzlich was kann.
Du hast definitiv schonmal nicht studiert (oder falls doch, ist es schon
sehr lange her und du hattest nur wenig Kontakt mit dem, was die heutige
Academia ausspuckt).
Moscon schrieb:> Viele Autodidakten entwickeln das Rad ständig neu
Was Grundsätzlich richtig ist wenn man Verständnis erlangen will - nicht
umsonst werden im Studium so viele Grundlagen gelehrt. Und ja, das
bedeutet sich die Wege (auch mal die Irrwege) der alten Meister
anzusehen oder sogar ein Stück weit selber zu gehen.
In den USA soll es zunehmend Usus sein, einen Studienabschluß bei der
Bewerbung wenig zu berücksichtigen oder gleich ganz darauf zu
verzichten. Stattdessen wird der Kandidat fachlich geprüft. Hier bei uns
höre und lese ich immer öfter von Leuten die Bewerbungsgespräche mit
Kandidaten führen die tolle Abschlüsse mitbringen, aber schon bei
einfachen Fachfragen völlig scheitern.
Wühlhase schrieb:> In den USA soll es zunehmend Usus sein, einen Studienabschluß bei der> Bewerbung wenig zu berücksichtigen oder gleich ganz darauf zu> verzichten. Stattdessen wird der Kandidat fachlich geprüft.
Was spricht denn dagegen , es so zu machen, wie es seriöse Firmen seit
Jahrzehnten tun, nämlich BEIDES zu machen?
Wie will man denn in einem Fachgespräch von 2h austesten, was jemand
weiss, wenn das Wissen 3-5 Jahre zum Aufbau gebraucht hat?
Und woher soll ein Selbstlerner etwas von LaPlace gehört haben? Das ist
doch Augenwischerei, da von "vergleichbarer Ausbildung" zu reden und
dann irgendeinen zu holen. Das geht für einfach Basteljobs, ok. Kann man
einen Programmier-Inder für 9,00 Dollar dranstellen, wie manche
Fluggesellschaften machen.
Moscon schrieb:> Woher und von welchen Nichtfachleuten kommen denn diese Regeln, deren> Nichteinhaltung gar keine Folgen hat?> Haben die alle keine Ahnung?
Keine Ahnung, sag du es mir. Woher stammt die Regel dass man keine 90°
in Leiterbahnen verwenden soll?
Moscon schrieb:> Hast du schon mal GHz über ein Platine geführt?> Also so, dass man auch noch etwas daraus dekodieren kann?
Mehrfach. Für USB3 und für einen ADC HMCAD1511.
Wühlhase schrieb:> aber ihr Wissen> um das Warum und Drumherum geheimhalten.
Das verstehe ich tatsächlich nicht. Ich kann mir das nur dadurch
erklären, dass man hier Herrschaftswissen behalten möchte. Für Leute wie
mich, die außerhalb einer Firma oder Uni etwas zu z. B. Layout lernen
wollen ist das teilweise dadurch echt erschwert.
Könnte natürlich auch sein, dass man als Experte deswegen seine Aussagen
nicht begründet weil man dann kein Experte mehr wäre.
Progger schrieb:> Wie will man denn in einem Fachgespräch von 2h austesten, was jemand> weiss, wenn das Wissen 3-5 Jahre zum Aufbau gebraucht hat?
Aber der Abschluß einer Hochschule soll das zeigen? Ich habe studiert
und kann sagen, dass die große Mehrzahl der Leute ihren Abschluß
bekommen haben, weil sie vor den Prüfungen und vor dem Examen viel
auswendig gelernt haben. Der Abschluß sagt also, dass das Jemand ist,
der gelernt hat in kurzer Zeit viel Information auswendig zu lernen.
Wenn das für den Beruf wichtig ist, großartig.
Gustl B. schrieb:> Moscon schrieb:> Woher und von welchen Nichtfachleuten kommen denn diese Regeln, deren> Nichteinhaltung gar keine Folgen hat?> Haben die alle keine Ahnung?>> Keine Ahnung, sag du es mir. Woher stammt die Regel dass man keine 90°> in Leiterbahnen verwenden soll?>> Moscon schrieb:> Hast du schon mal GHz über ein Platine geführt?> Also so, dass man auch noch etwas daraus dekodieren kann?>> Mehrfach. Für USB3 und für einen ADC HMCAD1511.>> Wühlhase schrieb:> aber ihr Wissen> um das Warum und Drumherum geheimhalten.>> Das verstehe ich tatsächlich nicht. Ich kann mir das nur dadurch> erklären, dass man hier Herrschaftswissen behalten möchte. Für Leute wie> mich, die außerhalb einer Firma oder Uni etwas zu z. B. Layout lernen> wollen ist das teilweise dadurch echt erschwert.> Könnte natürlich auch sein, dass man als Experte deswegen seine Aussagen> nicht begründet weil man dann kein Experte mehr wäre.>> Progger schrieb:> Wie will man denn in einem Fachgespräch von 2h austesten, was jemand> weiss, wenn das Wissen 3-5 Jahre zum Aufbau gebraucht hat?>> Aber der Abschluß einer Hochschule soll das zeigen? Ich habe studiert> und kann sagen, dass die große Mehrzahl der Leute ihren Abschluß> bekommen haben, weil sie vor den Prüfungen und vor dem Examen viel> auswendig gelernt haben. Der Abschluß sagt also, dass das Jemand ist,> der gelernt hat in kurzer Zeit viel Information auswendig zu lernen.> Wenn das für den Beruf wichtig ist, großartig.
Wenn durch auswendig lernen der Abschluss geschafft wurde, kann das nur
ein ihk Abschluss sein. Echte Hochschulen erwarten etwas mehr.
Aber kann auch sein, dass sich das mittlerweile geändert hat.
Abitur hat ja nun Realschule + Level erreicht.
Bei hätte man 40% ausgeschult.
Dann zu den Noten, werden nur noch danach vergeben, ob ich einen Schüler
mag.
Was ist das denn für ein System???
Immer mehr Idioten auch hier im Forum, das ist keine Ausnahme mehr!
Progger schrieb:> Wühlhase schrieb:>> In den USA soll es zunehmend Usus sein, einen Studienabschluß bei der>> Bewerbung wenig zu berücksichtigen oder gleich ganz darauf zu>> verzichten. Stattdessen wird der Kandidat fachlich geprüft.>> Was spricht denn dagegen , es so zu machen, wie es seriöse Firmen seit> Jahrzehnten tun, nämlich BEIDES zu machen?
Die (finanzielle) Hürde überhaupt ein Studium aufnehmen zu können
insbesonders in den USA.
> Wie will man denn in einem Fachgespräch von 2h austesten, was jemand> weiss, wenn das Wissen 3-5 Jahre zum Aufbau gebraucht hat?
Simple, man legt dem Deliquenten ein Layout, Platine vor und lässt
erzählen, was er von dieser Platie hält und wo er
Kosteneinsparungspotential sieht (bspw. Reduzierung Layerstack). Dann
fragt man welche Nachteile diese Kostenreduzierung bringt und was seiner
Erfahrung nach 'Design for manufacturability' hier bedeutet.
> Und woher soll ein Selbstlerner etwas von LaPlace gehört haben?
Na, beim Selbstlernen! Wobei Laplace nur eines von mehreren
Lösungsverfahren ist, die heute eingesetzt werden (Simulation,
Experiment, AN adaptieren).
Wing schrieb:> Echte Hochschulen erwarten etwas mehr.
Bwahahahaha.
Wing schrieb:> Immer mehr Idioten auch hier im Forum, das ist keine Ausnahme mehr!
Eternal September. Ja, googel das mal wenn du es noch nicht kennst.
Gustl B. schrieb:> Das verstehe ich tatsächlich nicht. Ich kann mir das nur dadurch> erklären, dass man hier Herrschaftswissen behalten möchte. Für Leute wie> mich, die außerhalb einer Firma oder Uni etwas zu z. B. Layout lernen> wollen ist das teilweise dadurch echt erschwert.
Ich will nicht ausschließen daß es solch schlechte Charaktere gibt.
Allerdings bin ich der Meinung daß es meist eher damit zu tun hat, daß
die Leute einige Regeln mal erklärt bekamen, sie ihnen logisch und
richtig erschien und das dann übernommen haben. Und dies nach einigen
Jahren unter allen Umständen für richtig halten und keineswegs
überdenken wollen.
Gustl B. schrieb:> Moscon schrieb:>> Woher und von welchen Nichtfachleuten kommen denn diese Regeln, deren>> Nichteinhaltung gar keine Folgen hat?>> Haben die alle keine Ahnung?>> Keine Ahnung, sag du es mir. Woher stammt die Regel dass man keine 90°> in Leiterbahnen verwenden soll?
Ha, dazu hab ich was. Ich zitiere mal aus Right the First Time von
Ritchey:
Lee Ritchey schrieb in Right the First Time:
> If one closely examines a right angle bend, it can be determined that> for a very short distance the effective width of the trace is wider.> However, for such a short distance there is no detectable change in> either Co or Lo, the two variables that have to be affected in order> for a reflection to occur. So where did this rule come from? Over a long> period of time, I have investigated this question, and I have determined> that the rule arose as a result of one particular figure (Figure 7-17)> appearing on one particular page (page 144), of the Motorola ECL Systems> Handbook that was published in 1973.> This figure shows two traces, side-by-side, one with two right angle> bends and the other with those bends rounded. Below that picture are> two oscilloscope traces. The trace for the right angle bend example has> two small dips in the middle of it while the trace for the rounded> corners has none. This suggests that right angle bends cause a problem.> Backing up to page 140 of the same handbook, Figure 7-14 shows a trace> with two right angle bends and no disturbance at all from either one> of the bends. Seems like a conflict. I called the author to question> this and was told that Figure 7-17 was flawed and should not have been> published! So, for all this time, engineers have been preventing the use> of right angle bends based on flawed data. (Note: The Motorola ECL> Systems Handbook is available as a PDF file from On Semiconductor at> www.onsemi.com.
Man mag es gar nicht glauben, wenn man das so liest.
Hier ist noch was dazu:
https://hackaday.com/2019/01/24/video-putting-high-speed-pcb-design-to-the-test/Wühlhase schrieb:> Allerdings bin ich der Meinung daß es meist eher damit zu tun hat, daß> die Leute einige Regeln mal erklärt bekamen, sie ihnen logisch und> richtig erschien und das dann übernommen haben. Und dies nach einigen> Jahren unter allen Umständen für richtig halten und keineswegs> überdenken wollen.
Sehr gut möglich. Und natürlich, wenn man sich lange Zeit an ein
Regelwerk gehalten hat und alles wunderbar gelaufen ist, dann hat man
auch kein Grund das zu hinterfragen. Außer man hätte Nachteile. So ein
Regelwerk ist eine Erleichterung weil man nicht jedes mal neu nachdenken
muss.
Ehemaliger Student der Uni Rosenheim schrieb:> Kastanie schrieb:>> Ehemaliger Student der Uni Rosenheim schrieb:>> Da wird das Gehalt der Angestellten>> gedrückt ohne Ende, denn ein paar Einheimische, die weder groß pendeln>> oder wegziehen wollen, finden sich ja immer.>>>> Ja, immer die bösen, bösen Arbeitgeber.>> Ohne sie wäre die Welt sicher ein bessere!>> Ja ist auch so. Wir brauchen den Kommunismus für alle und nicht den> Kapitalismus für wenige.
Der Kapitalismus ist das beste, was der Menschheit je passiert ist. Ohne
hättest du ein absolute verrottetes Gesundheitssystem und würdest in der
Gosse krepieren.
Dennis S. schrieb:> Der Kapitalismus ist das beste, was der Menschheit je passiert ist. Ohne> hättest du ein absolute verrottetes Gesundheitssystem und würdest in der> Gosse krepieren.
100% true.
Das verstehen aber die Sozialisten nicht. Ihr System ist von Versagern
für Versager.
Dennis S. schrieb:> Der Kapitalismus ist das beste, was der Menschheit je passiert ist.
Jain - an seinem Ende mündet er wieder in eine Diktatur, dieses mal
vermutlich auf globaler Ebene (was wir derzeit schon beobachten können).
Jedenfalls ist der Kapitalismus der Motor für Fortschritt. Denn nur
durch den Druck, Nachschuldner zu finden, werden Menschen motiviert
Leistung zu bringen.
Im Sozialismus besteht kein Leistungsdruck, weshalb auch jegliche
Produktivität zum Erliegen kommt.
Genauer beschrieben wird das durch die Wirtschaftstheorie namens
"Debitismus" nach Paul C. Martin, dessen Bücher hierzu sehr
aufschlussreich sind.
Ich empfehle z.B. "Der Kapitalismus - ein System das funktioniert". Teil
1 findet man kostenlos im Internet.
Moin,
Wühlhase schrieb:> Man mag es gar nicht glauben, wenn man das so liest.
Kann schon mal passieren. Beim Eisengehalt von Spinat war doch auch
lange Zeit so ein Oopsie.
Ich hab' eine andere urban legend im Hinterkopf bzgl. 90° Knicken auf
Leiterbahnen: Irgendwas mit Unteraetzung, hab' aber keine Ahnung ob da
was dran ist.
Gruss
WK
Dennis S. schrieb:> Der Kapitalismus ist das beste, was der Menschheit je passiert ist.
Selbst, wenn der Thread nun bereits ein Verfallsdatum hat, gilt trotzdem
auch für dich die Regel: ein Name pro Thread. Dass du mit deinen
vielen Nicks durcheinander kommst, wundert mich angesichts deren
schierer Zahl zwar nicht, aber das ist und bleibt trotzdem dein Problem,
das du lösen musst.
Der einzige Daseinszweck des Kapitalismus ist (wer hätte das gedacht?)
Kapital zu generieren. Wie und mit welchen Methoden, völlig wurscht.
Alles ist erlaubt. Der Kapitalismus wird an der extensiven
Überausbeutung der planetaren Ressourcen selbst zugrunde gehen.
Rene S. schrieb:> ...also endet die Menschheit so wie die auf den Osterinseln?
Nicht ganz, es gibt z.B. noch die Sentinelesen (North Sentinel Island).
Von denen weiss keiner, was ein FPGA ist. Und selbst wenn er es wüsste,
hätte er keine Verwendung dafür.
Dafür würde ein Sentinelese nur den Kopf schütteln, wie wir unser Leben
verschwenden. Bildung bis zu einem Alter, wo ein Sentinelese schon am
Ableben ist.
Immerhin verstehen es die Sentinelesen, mit den Ressourcen ihrer Insel
hauszuhalten. Und nicht durch eine immer wahnsinnigere
Technologieentwicklung versuchen, mit Hilfe von Technik den
Lebensstandard noch weiter erhöhen zu können.