Amplitudenregelung beim Wienbrückenoszillator

OP #6537507
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Hallo allerseits,

hier zeigt der Meister seines teils antiken, teils hochwertigen neuen 
Geräteparks wie sich die Verstärkung eines Sinussignals mittels des 
"tail current" also des Stromes, der dem Differenzverstärker zur 
Verfügung gestellt wird, einstellen läßt.

https://www.youtube.com/watch?v=7nmmb0pqTU0
https://www.youtube.com/watch?v=38OQub2Vi2Q

Somit hätte man im Prinzip die Möglichkeit einer Amplitudeneinstellung 
direkt am Differenzverstärker gegeben, wie er bei 3:42 min schön zeigt.

Mir ist bisher noch keine Wienbrücken-Oszillatorschaltung aufgefallen, 
bei der die Amplitudenregelung von dieser Stellmöglichkeit Gebrauch 
macht. Man kann einen solchen Wienbrückenoszillator wie einen diskreten 
OPV mittels Differenzverstärker, Stromquelle und Ausgangsstufe aufbauen 
und braucht dann wieder die üblichen Methoden der Amplitudenregelung:

-Begrenzung mittels Dioden für eine oder beide Halbwellen mit "Knick" im 
Verlauf
-Kaltleiter, z.B. Glühlampe oder spezielles Element
-aktiver Regler mittels Regelverstärker oder sample-hold-Schaltung und 
Stellglied
-Stellglied als FET oder LDR
-Multiplizierer

Im Video sieht man schön, daß der Differenzverstärker nur im 
Kleinsignalbereich ausgesteuert wird, hier wohl 100mV. Mit den 
rückgekoppelten OPV-Schaltungen oder diskret aufgebauten Oszillatoren 
lassen sich oft große Amplituden von mehreren Volt ss aufbauen. Ist 
vielleicht die zu große Amplitude der Grund, weshalb die 
Amplitideneinstellung mittels Ansteuerung der Stromquelle des 
Differenzverstärkers üblicherweise nicht angewendet wird?

Danke im Voraus.

mit freundlichem Gruß
#6537536
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Die Gilbert-Zelle ist in den VCAs der damaligen analogen Synthesizer 
bevorzugt eingesetzt worden. Da aufgrund der exponentiellen Kennlinie 
des BJT die nichtlinearen Verzerrungen mit der Aussteuerung 
kontinuierlich zunehmen, endet man stets an einem Kompromiß zwischen max 
Linearität und gerade noch erträglichem Rauschabstand.
Gast #6537597
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Christian S. schrieb:

> wie sich die Verstärkung eines Sinussignals
> mittels des "tail current" also des Stromes,
> der dem Differenzverstärker zur Verfügung
> gestellt wird, einstellen läßt.

Ein Differenzverstärker mit steuerbarem Gesamtstrom
ist quasi eine halbe Gilbert-Zelle, also ein Zwei-
Quadranten-Multiplizierer.


> Somit hätte man im Prinzip die Möglichkeit einer
> Amplitudeneinstellung direkt am Differenzverstärker
> gegeben,

Klar.


> Mir ist bisher noch keine Wienbrücken-Oszillatorschaltung
> aufgefallen, bei der die Amplitudenregelung von dieser
> Stellmöglichkeit Gebrauch macht.

Ungünstiges Aufwand-Nutzen-Verhältnis.

Kleinglühlämpchen oder Photowiderstände sind super,
solange man sie im Laden bekommt, weil sie spottbillig
sind und praktisch keine Verzerrungen erzeugen, wenn
man es richtig macht.

Voll abgeglichene integrierte Analogmultiplizierer
sind zwar teuer, aber auch deutlich besser als ein
diskret aufgebauter Multiplizierer.
OP #6542129
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Hier im Video referiert Barrie Gilbert, der früher mal bei Tektronix 
angestellt war, über Transistorschaltungen und gegen Ende auch über 
seine berühmte Gilbert-Zelle. Die ganze Rechnerei schüttelt er dabei 
lässig aus dem Ärmel.

https://www.youtube.com/watch?v=LQNJVtcFrCc


hier noch mit Foto aus seinen jüngeren Jahren:
https://vintagetek.org/barrie-gilbert/

mfG

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