Ich habe die Möglichkeit, als Informatiker nach meinem Studium in einem
Chemiekonzern zu arbeiten. Alternativ gibt es hier in der Gegend einen
Technologiekonzern bei dem ich auch ein Angebot habe. Der Unterschied
zwischen beiden Angeboten ist, dass ich beim Chemiekonzern als IT
Solution Architect und beim Technologiekonzern als Softwareentwickler
anfangen würde.
Bezahlung ist etwa auf dem gleichen Niveau.
Meint ihr es macht Sinn bei einem Unternehmen zu arbeiten
(hier:Chemiekonzern), bei dem man hauptsächlich in einer Support Rolle
tätig ist? Lande ich dann nach ein paar Jährchen in einer Sackgasse?
Rolex schrieb:> Meint ihr es macht Sinn bei einem Unternehmen zu arbeiten> (hier:Chemiekonzern), bei dem man hauptsächlich in einer Support Rolle> tätig ist?
Das ist nicht sonderlich attraktiv.
> Lande ich dann nach ein paar Jährchen in einer Sackgasse?
Das ist durchaus gut möglich.
Vor der Entscheidung stand ich auch mal, allerdings als
Elektroingenieur.
In einem Chemieunternehmen sind die promovierten Chemiker die Stars, da
bist Du als Informatiker (oder E-Techniker) ein Techniker - notwendig,
aber mit begrenztem Potential.
Ich war ziemlich jung, als ich vor der Wahl stand, und die Chemiefirma
selbst hat mir durch die Blume gesagt, dass ich überqualifiziert bin.
Dort arbeiteten ausschliesslich FH-Ingenieure in der Prozessleittechnik.
Das heisst nicht, dass das Gehalt schlecht ist, und die
Arbeitsbedingungen sind sicher auch gut. Dir muss nur klar sein, dass Du
da in der dritten Reihe bist und bleibst. Falls Du ein
Durchschnitts-Informatiker bist, ist das keine schlechte Wahl. Da musst
Du wirklich mal in Dich gehen und ehrlich prüfen, wo Du stehst.
Bidule schrieb:> die Chemiefirma selbst hat mir durch die Blume gesagt, dass ich> überqualifiziert bin. Dort arbeiteten ausschliesslich FH-Ingenieure in> der Prozessleittechnik.
Jo oder die haben dir gesagt, dass du einfach nur ein theoretiker bist
und es besser ist, leute von der fh zu holen weil mehr praxis löl.
Jeder lebt halt in seiner eigenen blase.
Aber hey, du bist bestimmt ein ganz toller! (Löl)
DocHollywood schrieb:> Jo oder die haben dir gesagt, dass du einfach nur ein theoretiker bist> und es besser ist, leute von der fh zu holen weil mehr praxis löl.
So kann man das auch formulieren. Ich stimme Dir zu: Für den Job ist die
FH-Ausbildung einfach zweckmässiger. Ich habe kein Problem damit.
Woran erkennt man eigentlich nen FHler?
Bekommen die ne Nummer auf den Unterarm tätowiert?
Frag nur weil ich als Berufseinsteiger und natürlich absoluter
Highperformer einer Eliteuniversität auch bald FHler mobben will.
Bidule schrieb:> Das heisst nicht, dass das Gehalt schlecht ist, und die> Arbeitsbedingungen sind sicher auch gut. Dir muss nur klar sein, dass Du> da in der dritten Reihe bist und bleibst. Falls Du ein> Durchschnitts-Informatiker bist, ist das keine schlechte Wahl. Da musst> Du wirklich mal in Dich gehen und ehrlich prüfen, wo Du stehst.
Der wichtigste Ratschlag hier. Bist du der Karrieretyp? Dann bloss nicht
als Informatiker oder Elektrotechniker in eine Chemiebude. Willst du
eine gute Work-Life-Balance und Karriere ist dir nicht so wichtig? Dann
nur zu. Was man Chemie- und Pharmaunternehmen wie Bayer, Merck, BASF,
Symrise etc zu gute halten muss: Marge oft über 20%. Die können es sich
also leisten sehr gute Gehälter zu zahlen. Absolventen kriegen natürlich
fast überall ähnlich viel, egal ob Chemie, Elektro oder was auch immer.
Wichtiger ist, dass man regelmäßig Erhöhungen bekommt und nicht bereits
nach 5 Jahren an einer Grenze ist. Viele bleiben dann ewig um 70k
hängen. Solche Unternehmen sollte man per Kununu und glasdoor filtern.
Wayne schrieb:> BASF,> Symrise etc zu gute halten muss: Marge oft über 20%. Die können es sich> also leisten sehr gute Gehälter zu zahlen. Absolventen kriegen natürlich> fast überall ähnlich viel, egal ob Chemie, Elektro oder was auch immer.> Wichtiger ist, dass man regelmäßig Erhöhungen bekommt und nicht bereits> nach 5 Jahren an einer Grenze ist.
Von was träumst du nachts? Die Alten Großen haben ärgste Mühe noch
irgendwie zu wachsen (Bayer, BASF,...). Real wächst da gar nichts mehr,
wenn man mal die letzten Jahre anschaut. Es ist also eiserne
Sparstimmung zu erwarten!
Gehaltsstragie in der Neuzeit ist dort auch genau das: Anlocken, am
Anfang steiler Anstieg, nach >5J (Leute wechseln dann meist nicht mehr
und sind gebunden) wird die Gehaltsentwicklung zäh wie ein alter
Kaugummi.
Viel Spass damit!
WiMa WiMo WiMi WiDo schrieb:> Von was träumst du nachts? Die Alten Großen haben ärgste Mühe noch> irgendwie zu wachsen (Bayer, BASF,...). Real wächst da gar nichts mehr,> wenn man mal die letzten Jahre anschaut. Es ist also eiserne> Sparstimmung zu erwarten!
Ich habe nicht gesagt, dass diese Unternehmen stark wachsen, was
teilweise jedoch auch der Fall ist, sondern dass die Pharma- und
Chemieindustrie deutlich höhere Margen als andere Industriezweige hat.
Dadurch können sie sich höhere Gehälter leisten. Das heißt jedoch nicht,
dass jede Chemiebude nur so mit dem Geld umsich wirft.
WiMa WiMo WiMi WiDo schrieb:> Gehaltsstragie in der Neuzeit ist dort auch genau das: Anlocken, am> Anfang steiler Anstieg, nach >5J (Leute wechseln dann meist nicht mehr> und sind gebunden) wird die Gehaltsentwicklung zäh wie ein alter> Kaugummi.> Viel Spass damit!
Genau solche Unternehmen soll man filtern. Es sind nicht alle schlecht,
nur weil du ein paar schlechte Unternehmen kennst.
Wayne schrieb:> sondern dass die Pharma- und Chemieindustrie deutlich höhere Margen als> andere Industriezweige hat. Dadurch können sie sich höhere Gehälter> leisten.
Genau wie bei der Medizintechnik, und sicherlich gibt es auch noch
andere Branchen, wo das so ist.
Senf D. schrieb:> Genau wie bei der Medizintechnik
Das gehört mal runtergefahren, denn letztlich ist es das Geld der
Versicherten aus einem Sozialsystem namens Krankenversicherung. Die
Geldquelle ist also planwirtschatlicher Natur. Hohe Margen passen da
nicht ins Bild.
Medizintechnik schrieb:> Du meinst mit deinen paar GKV-Peanuts kämst du in den Genuss von> High-Tech-Entwicklungen?
Die Masse der Versicherten macht's. Wer kauft denn deine tollen
Entwicklungen? Chinesische und arabische Privatleute oder etwa doch
mehrheitlich staatlich finanzierte Krankenhäuser in D/EU ???
Pimmela Anderson schrieb im Beitrag #6557956:
> ich dachte kybernetiker machen nur regelungstechnik?
Oder gehen in die Politik wie Merkel.
Die ist ja bekanntermaßen "Politikerin"!
Tony Bravo schrieb im Beitrag #6558390:
> Ich hock hier zu Hause, schreibe fleißig Bewerbungen, aber aktuelle geht> so gut wie nichts. Ob das dieses Jahr noch was wird frage ich mich...
Natürlich, warum nicht? Auch aktuell werden Einstellungen getätigt,
viele Bereiche sind vom Lockdown ja gar nicht oder nur wenig betroffen.
Es hängt natürlich sehr davon ab, was für einen Job du suchst, das hast
du nicht dazu geschrieben.
> Und wann es der Wirtschaft wieder gut geht?
Für das Jahr 2021 wird vom DIW ein Wirtschaftswachstum von 5,3 %
prognostiziert.
> Und wer zahlt eigentlich für> die bescheuerten Lockdowns?
Am Ende irgendwann der Steuerzahler, also mehr oder weniger alle Bürger.
Senf D. schrieb:> Tony Bravo schrieb im Beitrag #6558390:>> Ich hock hier zu Hause, schreibe fleißig Bewerbungen, aber aktuelle geht>> so gut wie nichts. Ob das dieses Jahr noch was wird frage ich mich...>> Natürlich, warum nicht? Auch aktuell werden Einstellungen getätigt,> viele Bereiche sind vom Lockdown ja gar nicht oder nur wenig betroffen.> Es hängt natürlich sehr davon ab, was für einen Job du suchst, das hast> du nicht dazu geschrieben.>>> Und wann es der Wirtschaft wieder gut geht?>> Für das Jahr 2021 wird vom DIW ein Wirtschaftswachstum von 5,3 %> prognostiziert.>>> Und wer zahlt eigentlich für>> die bescheuerten Lockdowns?>> Am Ende irgendwann der Steuerzahler, also mehr oder weniger alle Bürger.
Auch bei uns ist es doch eher Zuwachs, was die Mitarbeiter angeht. Was
zur Zeit nicht so ganz klappt - aber vorher - ist die rechtzeitige
Zusage für den Projekt-Start.
Zu einem gewissen Satz sorge ich mit meiner Tätigkeit auch selbst für
mein Gehalt. - Seien es Steuergelder oder GKV-Beiträge.
Medizintechnik schrieb:> Du meinst mit deinen paar GKV-Peanuts kämst du in den Genuss von> High-Tech-Entwicklungen?>> https://healthcare-in-europe.com/de/news/photon-counting-verschaerft-ct-aufnahmen.html
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Land Baden-Württemberg ist Stifter und trägt zudem einen Anteil von
10 % an der Finanzierung, Hauptkostenträger ist der Bund mit einem
Anteil von 90 %.
Ich kann jetzt nirgendwo erkennen, dass das ein Privatversicherter
finanziert hat.
Tester schrieb:> Ich kann jetzt nirgendwo erkennen, dass das ein Privatversicherter> finanziert hat.
Dem ist zuzustimmen. Außerdem wäre die PKV alleine NIEMALS in der Lage
die Infrastruktur an Kliniken, Praxen und Personal aufrechtzuerhalten.
Die PKV ist eine gute Ergänzung, aber mehr auch nicht. Letztlich fußen
auch viele Leistungen im PKV-System/bei Privatärzten auf der Basis der
GOÄ der GKV. Was die Definition des Sinnvollen/Nützlichen/Schädlichen
für die Patienten angeht erst recht. Also, am Ende bedienen sich alle im
Medizinsektor von der Putzfrau im Krankenhaus bis zum Röntgen-Entwickler
bei Siemens aus demselben planwirtschaftlichen Solidartopf.
Wer echte Marktwirtschaft sucht, kann sich z.B. in de
Smartphone-Entwicklung hervortun. Wer damit viel verdient kann
Kapitalismus.