Hallo guten Abend,
ich suche einen Poe Switch für Outdoor.
Also ich habe eine Poe Kamera auf an einer Stelle draußen wo ich nur
schwer ein weiteres Kabel hin bekomme. An diesem Ort möchte einen Switch
mit dem Bestehenden Kabel versorgen und eine zweite Kamera montieren.
Kennt jemand ein passendes Gerät dazu?
Ob hier von PoE nach 802.3af die Rede ist, ist unklar.
Die PoE Leistungsbilanz bitte selber ausführen.
Switche die an und für sich IP 44 oder besser gekapselt sind, sind mir
unbekannt. Wäre auch verwunderlich, wie will man eine RJ45
Steckverbindung gegen Spritzwasser sichern will.
Ein kapselndes Gehäuse (BoPla, Fibox, Schneider Electric, Gewiss,
Combiester, Marlanvil etc.) und Kabelverschraubungen sind marktüblich.
Da stellt man dann sein kleines Switch rein. IP56 ist so kein Problem.
Switche die von -5 bis 45 C laufen, gibt es (z.B. Ubiquiti Mini Flex).
Die 3...5W so eines Switches heizen die Kiste ein wenig auf.
Achtung mit Kupferdatenleitungen im Aussenbereich. Das sind 1A
Gewitterantennen. Der Gedanke an optische Transmitter seien empfohlen,
er Einsatz selber abgewägt.
Sebastian L. schrieb:> Ubiquiti Mini Flex
Genau den kann ich sehr empfehlen. Funktioniert wunderbar und kann wenn
richtig konfiguriert auch vier Geräte über POE versorgen.
Und auf keinen fall bei dem IP68 Gehäuse die Kabeleinführung von den
Seiten oder gar oben machen, egal ob es anders schöner aussieht. Und auf
jeden Fall die passenden Kabelverschraubungen mit Dichtung verwenden.
Sebastian L. schrieb:> Der Gedanke an optische Transmitter seien empfohlen,> der Einsatz selber abgewägt
PoE über optische Transmitter:-)
Ob das ganze besser wird wenn man nebendran Kupferstromkabel und ein
Netzteil einbaut?
Je nach Region dürfte ein vernünftiger Blitzableiter der bis oberhalb
der Gerätschaften am Mast geht sinnvoller sein als dort ein Stromkabel
hochzulegen.
Voltaren schrieb:> Hallo guten Abend,> ich suche einen Poe Switch für Outdoor.> Also ich habe eine Poe Kamera auf an einer Stelle draußen wo ich nur> schwer ein weiteres Kabel hin bekomme. An diesem Ort möchte einen Switch> mit dem Bestehenden Kabel versorgen und eine zweite Kamera montieren.> Kennt jemand ein passendes Gerät dazu?
Man soll wegen den verschiedenen Potentialen schon zwischen Gebäuden
keine Ethernetleitungen aus Kupfer verlegen und du willst gleich noch
nen Blitzableiter ins Haus legen?
Also ich finde die Idee schlecht.
Nimm besser Glasfaser oder WLAN und versorge das externe Geräte mit
einem PV Panel und einem ausreichend dimensionierten Akkupack und
Solarlader.
Da so ein Raspberry Pi kaum Strom braucht und der für die Aufgabe schon
genügt, wenn man nicht gerade ne 1 Gbit/s Leitung benötigt, sollte das
gut machbar sein.
Reinhard S. schrieb:> Hab grad gelesen, das über Multimode bis 100W möglich sein sollen.
Wenn ich mir einen einen Switch vorstelle, der 16 Ports mit optischer
PoE versorgt, bei denen 100W elektrischer Leistung am andere Ende
ankommen sollen, dann kann man immerhin an der Hausheizung sparen.
Oder gleich ein exakt für den beschriebenen Zweck gebautes Gerät:
- PoE, 60 W pro Port
- 4 Ethernet, 1 SFP
- Mastmontage
- IP68, Outdoor
https://www.axis.com/de-de/products/axis-t8504e-outdoor-poe-switch
Nachtrag:
Oh, leider kann der Switch nicht selbst mittels PoE versorgt werden.
Andreas S. schrieb:> Es gibt unzählige wasserdichte, ethernettaugliche Steckverbinder
Die schützen kein Gehäuse gegen Kondenswasser,Frost und Hitze.
Die Schaltungsteile werden Tag und Nacht etwas thermischen Stress haben
(von +80 Grad bei Sonne bis -x Grad über Nacht). Daher sollte der Aufbau
gut überlegt sein.
oszi40 schrieb:> Andreas S. schrieb:>> Es gibt unzählige wasserdichte, ethernettaugliche Steckverbinder>> Die schützen kein Gehäuse gegen Kondenswasser,Frost und Hitze.
Das habe ich auch nie behauptet. Als Schutz gegen Kondenswasser muss
natürlich eine geeignete Belüftung gegeben sein, z.B. in Form von
Druckausgleichselementen. Es spräche auch nichts dagegen, in längeres
nach unten offenes Rohr einzubauen. Allerdings sollte man dann unbedingt
hinreichend feinmaschine Gitter vorsehen, da ansonsten das Gehäuse recht
schnell voll mit Insekten sein kann.
> Die Schaltungsteile werden Tag und Nacht etwas thermischen Stress haben> (von +80 Grad bei Sonne bis -x Grad über Nacht). Daher sollte der Aufbau> gut überlegt sein.
Natürlich. Aber das betrifft nicht nur die Steckverbinder, sondern vor
allem auch die aktiven Komponenten. Gerade bei sehr niedrigen
Temperaturen sollte man sie auch nicht abschalten, um ihnen etwas Gutes
zu tun, sondern lieber als Heizung verwenden. Einige Geräte (z.B.
Kameras) besitzen ja sogar explizite Heizungen.
Also im Prinzip muss es nicht komplett dicht sein. Es reicht vollkommen
wenn die Kabeleinführungen alle von unten sind. Da solche Geräte immer
Wärme produzieren wird man vermutlich auch kein Problem mit
Kondenswasser haben.
Bei den Temperaturen sehe ich eher ein Problem, wenn die ganze Sache in
der Sonne hängt. Was bei einem Mast ja durchaus sein kann.
DANIEL D. schrieb:> Also im Prinzip muss es nicht komplett dicht sein.
Es ist unmöglich, ein Gerät völlig abzudichten. Daher darf man auch
nicht versuchen, es so dicht wie möglich zu bekommen, sondern muss eben
an einer geschützten Stelle eine Öffnung oder ein Druckausgleichelement
vorsehen.
> Da solche Geräte immer Wärme produzieren wird man vermutlich auch> kein Problem mit Kondenswasser haben.
Doch. Jedes abgeschlossene Volumen "atmet" die Umgebungluft, d.h. durch
äußere Luftdruckänderungen und durch Temperaturänderungen innerhalb des
Volumens. Wenn neben dem ohnehin schon großen Temperaturhub zwischen Tag
und Nacht (10-30°C) auch noch die pralle Sonne auf das Gerät scheint,
erhöht sich der Hub dann schnell auf 60°C. Noch nicht berücksichtigt
sind dabei Änderungen in der Leistungsaufnahme und damit Erwärmung des
Geräts selbst.
Andreas S. schrieb:> Doch. Jedes abgeschlossene Volumen "atmet" die Umgebungluft, d.h. durch> äußere Luftdruckänderungen und durch Temperaturänderungen innerhalb des> Volumens. Wenn neben dem ohnehin schon großen Temperaturhub zwischen Tag> und Nacht (10-30°C) auch noch die pralle Sonne auf das Gerät scheint,> erhöht sich der Hub dann schnell auf 60°C. Noch nicht berücksichtigt> sind dabei Änderungen in der Leistungsaufnahme und damit Erwärmung des> Geräts selbst.
Und wo ist jetzt hier die Argumentation warum Kondenswasser entstehen
soll?
Andreas S. schrieb:> Das habe ich auch nie behauptet. Als Schutz gegen Kondenswasser muss> natürlich eine geeignete Belüftung gegeben sein, z.B. in Form von> Druckausgleichselementen.
1-3 mm großes Loch und das mit einem Alubeschichteten Klebeband zukleben
sollte reichen um als Druckausgleich zu dienen.
Festplatten haben so etwas auch.
Die Dinger zum Abkleben gibt's auch im Heizungsbedarf, da so auch der
Schornsteinfeger seine Sondenlöcher abklebt.
DANIEL D. schrieb:> Und wo ist jetzt hier die Argumentation warum Kondenswasser entstehen> soll?
Sparsame Geräte liefern zu wenig Heizenergie.
Da kann das Gerät schon unter den Taupunkt abkühlen.
Die Luftffeuchtigkeit und Temperatur zu messen und dann mit einem
Widerstand bei Bedarf zu heizen würde schon Sinn machen.
Dazu sollte das Gehäuse aber auch geschlossen sein. Druckausgleich wie
oben beschrieben ist natürlich ein Muss.
Gegen Sonne hilft abschatten.
Gegen zu hohe Temperaturen im Sommer, keine Ahnung wie man das verbinden
soll, wenn es im Winter möglichst nicht zu kalt werden soll. Man es also
bspw. mit Vakuumisopanäle isolieren würde.
Vielleicht die Isolierung weglassen?
Nano schrieb:> Sparsame Geräte liefern zu wenig Heizenergie.> Da kann das Gerät schon unter den Taupunkt abkühlen.
Dass sich das Gerät in dem Verteiler, und auch die Luft in dem Verteiler
sich unterhalb vom Taupunkt befinden ist schon sehr unwahrscheinlich.
Allein die gespeicherte Wärme sorgt schon dafür dass der
Temperaturunterschied dem der Außentemperatur verspätet folgt.
Zumindestens wenn es wie von mir vorgeschlagen in einem IP68 Gehäuse
verbaut wird.
Also ich habe schon oft Verteiler voller Wasser gesehen, aber es waren
immer die wo Leute meinten, dass die Kabelverschraubungen so dicht
wären, das man auch von oben die Kabel einführen könnte.
Moin,
Mikrotik hat inzwischen auch PoE nach 802.3af/at im Angebot:
https://mikrotik.com/product/RB960PGS-PB
Wir haben zwei einfachere seit ein paar Jahren in unwirtlicher Umgebung
im Einsatz, trotz des sehr leichten Gehäuses bisher ohne Probleme.
Das RouterOS von Mikrotik ist natürlich ein Hammer, wenn man nur einen
Switch braucht, aber das ist lösbar...
Gruß
Jens