Hi zusammen,
was mich schon immer interessiert hat:
Gibt es eigentlich Normen/Vorgaben/Richtlinien/Gesetze oder sowas, wie
belastbar Elektronikartikel sein müssen?
Wie ich darauf komme?
Man sieht ja immer wieder bzw. es ist nicht unüblich, dass mit
entsprechenden Geräten schon ziemlich "rabiat" umgegangen wird (Handy
fällt runter, Laptop wird auf den Tisch geklatscht, bei
Videospiel-Controller brauch ich gar nicht anfangen)
Mich wundert einfach, dass die Geräte dann doch so viel aushalten bzw.
es ist ja bestimmt so, dass manche Geräte nicht gegen Kurzschluss oder
so abgesichert sind. Wenn da irgendwelche Metallteile vom Gehäuse oder
so abbrechen und ungünstig liegen bleiben, könnte so ein Gerät ja
bestimmt auch abrauchen.
Einige Notebooks von HP sind überhaupt nicht belastbar. Man muß daß
Display zwingend in der Mitte zum Aufklappen anfassen. Wenn man es immer
wieder an einer Eckke aufklappt, dann bricht nach einiger Zeit das
Display an der gegenüber liegende unteren Ecke aus dem Deckel. Wo HP
drauf steht ist leider manchmal nur Compaq drin.
Ja, soche Normen gibts (unter anderem Test mit 500g Metallkugel aus 1m
Fallhöhe o.ä.)... und sind Teil der nötigen Abklärungen für die
elektrische Sicherheit im Rahmen der CE Prüfung.
Je nachdem für welchen Einsatz ein Produkt spezifiziert ist, muss es
verschieden strengen (und zT absurd anmutenden) Standards genügen
Gerald B. schrieb:> Einige Notebooks von HP sind überhaupt nicht belastbar. Man muß daß> Display zwingend in der Mitte zum Aufklappen anfassen. Wenn man es immer> wieder an einer Eckke aufklappt, dann bricht nach einiger Zeit das> Display an der gegenüber liegende unteren Ecke aus dem Deckel.
Deshalb liegt ja solchen Dingen auch eine Bedienungsanleitung bei, in
der steht wie man den Deckel schadensfrei anhebt.
Und oft reicht ein Fünkchen Schulverstand und Kenntnis des Hebelgesetzes
um selbst drauf zu kommen, welche Folge es hat, das Gerät falsch zu
öffnen resp. zu bedienen.
Aber auch von solchen notorischen Falschbedienern lebt ne ganze Branche
(zumindest in Amerika) fürstlich - die Anwälte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Stella_Liebeck
Fpgakuechle K. schrieb:> Deshalb liegt ja solchen Dingen auch eine Bedienungsanleitung bei, in> der steht wie man den Deckel schadensfrei anhebt.
Wenn man dafür ne Anleitung braucht, ists eindeutig ne Fehlkonstruktion!
Fpgakuechle K. schrieb:> Und oft reicht ein Fünkchen Schulverstand und Kenntnis des Hebelgesetzes> um selbst drauf zu kommen, welche Folge es hat, das Gerät falsch zu> öffnen resp. zu bedienen.
Richtig, darum hab ich es ja nicht gekauft. :D
PS: Sag mal, hast du da so viele Aktien von, das Du dich genötigt
fühlst, "Uns" hier als Endnutzer, für blöde zu erklären?!
Fpgakuechle K. schrieb:> Deshalb liegt ja solchen Dingen auch eine Bedienungsanleitung bei, in> der steht wie man den Deckel schadensfrei anhebt.
Schwachsinn, andere Laptops kann ma ja auch anders öffnen ohne das sie
kaputt werden.
Das ist einfach eine Fehlkonstruktion, Anleitung zum Laptop öfffnen, ich
fasse es nicht.
Entweder es hält oder das Gerät ist Schrott.
mfg
F. M. schrieb:> Entweder es hält oder das Gerät ist Schrott.
Eben!
Ähnliches Beispiel: Wenn ich meine Schubkarre mit Sand volllade, dann
darf die auch nicht zusammenbrechen. Ist bei der Konstruktion ja keine
große Kunst. Aber dann wird halt unnötig Material eingespart und 50 kg
draufgeschrieben... Oder ein 10l Eimer der nur 5 kg hält, weil in der
Beschreibung haarklein steht: Nur für Federn...
Sowas gibt es und das ist einfach nur Schrott! Ich erwarte bei fast
allen Konstruktionen, das der DAU Fall abgefangen wurde.
Wie Mixer die eine ED von 10% oder nur 5% haben. Was will man damit? Wer
kennt bitte die ED seines Mixers? Die "Hausfrau" von heute will nur
wissen ob das Ding surfen kann ;)
Ich wäre für ein Qualitätsgesetz. Produkte gewisser Klassen (weiße Ware
z. B.) müssen diesen und jenen Anforderungen standhalten. Garantierte
Ersatzteilversorgung für mindestens 10 Jahre nach
Garantie/Gewährleistungsende.
Damit wäre unser Müllproblem spürbar kleiner. Früher war das der Fall,
da war das Material teuer und man konnte sich nicht leisten viel und oft
Produkte wegzuschmeißen. Also waren die Produkte massiv (auch weil man
noch nicht bis auf Kante auslegen konnte).
GHz N. schrieb:> Ja, soche Normen gibts (unter anderem Test mit 500g Metallkugel aus 1m> Fallhöhe o.ä.)... und sind Teil der nötigen Abklärungen für die> elektrische Sicherheit im Rahmen der CE Prüfung.
Dieser Test ist z.B. aus Sicherheitsgründen notwendig, wenn Displays im
Kopfaufschlagbereich im Fahrzeug montiert werden. Bei den Displays der
ersten Navis musste das Material der Front von Acryl auf Polycarbonat
geändert werden, weil Acryl bei dem Test splitterte. Auch dürfen da
keine scharfen oder vorstehenden Kanten vorhanden sein.
Schlüssel mit Fernbedienung sollten einen Fall aus 1 m Höhe auf einen
harten Untergrund überstehen. Ist aber nicht sicherheitsrelevant, da von
einem fallenden Schlüssel niemand verletzt werden kann.
Größere Gegenstände, die nicht aus der Hand fallen können, sollten eine
Fallhöhe von 75 cm auf einen weichen Untergrund überstehen. Das ist eine
Regel für den Transport der Geräte in einer Verpackung.
Das waren nur ein paar Beispiele aus dem Gedächtnis. Eventuell haben
sich da die Vorschriften inzwischen geändert, die Beispiele zeigen aber
die Richtung an, wie solche Vorschriften entstehen.
Sägenkleister schrieb:> Ich wäre für ein Qualitätsgesetz. Produkte gewisser Klassen (weiße Ware> z. B.) müssen diesen und jenen Anforderungen standhalten. Garantierte> Ersatzteilversorgung für mindestens 10 Jahre nach> Garantie/Gewährleistungsende.> Damit wäre unser Müllproblem spürbar kleiner
In demselben Forum hörst du :
Man kann in Deutschland nichts produzieren, die Kosten um Normen wie
Niederspannung und EMV und RoHS einzuhalten Müll wie WEEE und
Verpackung, sind viel zu hohe Hürden, schon die Bedienungsanleitung (in
Landessprache) stellt ein Verkaufshindernis dar.
Und nun willst du 10 Jahre Ersatzteile und noch 10000 Normen mehr für
die Belastbarkeit eines Handrührgeräts ? Mein 10 EUR Alaska Ding ist
übrigens kaputt gegangen, weil ein Plastikzahnrad auf einer Welle
durchrutschte.
F. M. schrieb:> Fpgakuechle K. schrieb:>> Deshalb liegt ja solchen Dingen auch eine Bedienungsanleitung bei, in>> der steht wie man den Deckel schadensfrei anhebt.>> Schwachsinn, andere Laptops kann ma ja auch anders öffnen ohne das sie> kaputt werden.> Das ist einfach eine Fehlkonstruktion, Anleitung zum Laptop öfffnen, ich> fasse es nicht.
Nö, ist ne Fehlbedienung. Natürlich könnte man so ein Gerät
idiotensicher unkaputtbar konstruieren, aber das will der Idiot nicht
bezahlen.
Sägenkleister schrieb:> Damit wäre unser Müllproblem spürbar kleiner. Früher war das der Fall,> da war das Material teuer und man konnte sich nicht leisten viel und oft> Produkte wegzuschmeißen. Also waren die Produkte massiv (auch weil man> noch nicht bis auf Kante auslegen konnte).
selbst wenn man heute stabiler bauen würde...
Dann kommen die Hersteller und vor allem Werbestrategen mit
immer neuen Produkten daher, die viel "besser" als das alte Zeugs sind.
Zudem werden gerade bei Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik
in immer kürzeren Zeitabständen die (Übertragungs-)Standards gewechselt.
In der KFZ-Technik hält man sich
bisweilen überhaupt nicht mehr an Standards (siehe Scheinwerfer)
Das kann in unserer alternativlosen Wirtschaftsform
letztlich auch nicht mehr anders gehen, wenn alle schon alles haben.
Wie sonst soll man in einer satten Gesellschaft
noch einen Bedarf kreieren?
Das ist simple, kindliche Erfahrung. Aus der eigene Kinder-, aber auch
Lehrzeit und aus dem Umgang mit (eigenen) Kindern:
Es gibt eine richtige (stressarme) Methode Dinge zu öffnen/schliessen
und es gibt viele stressreiche. Beispiel Türen, Klappen, Kabel. Da kann
man ein Kabel am Stecker fassen und behutsam aus der Dose ziehen, oder,
man kann einfach am Kabel ziehen bis man das Ganze 'rausgeruppt' hat.
Falls dann der Stecker immer noch in der Dose steckt, aber man das Kabel
samt in Enden in der Hand hält, dann ist es nur billig auf den
Hersteller zu schimpfen, er hätte an der Zugentlastung gespart.
(Ist aber die Zugentlastung zu stark, reisst man gleich die Dose aus der
Wand - auch gut, kann man über den Maurer schimpfen der beim Mörtel
'gepfuscht' hat ...)
Die richtige Methode ist nicht immer offensichtlich und sie ist nicht
unbedingt 'bequem'.
Genauso die Laptop-Aufrupfer, die sich dann wundern, warum der Deckel
nicht mer richtig schliesst (Verriegelung verbogen) oder die Scharniere
brechen (Belastung in falscher Richtung).
Aber das ist meine Meinung über den pfleglichen Umgang mit wertigen
Gerät, andere können das mit eigenem Gerät ganz nach individuellen
sadomasochistischen Neigungen gemäß machen.
Fpgakuechle K. schrieb:> Nö, ist ne Fehlbedienung. Natürlich könnte man so ein Gerät> idiotensicher unkaputtbar konstruieren, aber das will der Idiot nicht> bezahlen.
Hier geht es nicht um absichtliche, grobe Fehlbedienung sondern normalen
Büroalltag.
Hier die Hersteller in Schutz zu nehmen ist schwach, sehr schwach.
Die Geräte waren früher besser.
Schau dir ein Thinkpad T30 an und dann ein modernes Thinkpad, selbst das
aktuelle ist im Vergleich zum alten mechanischer Kernschrott, wie es da
wohl bei noch billigeren Geräten aussieht?
Früher teilweise Metallgehäuse, ordentliche Scharniere, Muscheldesign
etc. heute nur noch knartschiges Plastik.
Ich war als ich vor ca. 1 Jahr nach einem neuen Laptop suchte, selber
entsetzt wie Schlecht die Mechanik bei den meisten Geräten ist.
Und nein, ich finde es nicht normal wenn ein Neugerät im Geschäft schon
knartsch knirtsch macht wenn man den Bildschirm auf und zu klappt.
Bei den Handys besonders schlimm, früher hatten sie einen leicht
erhöhten Rand, hat einen Sturz meist überlebt, heute abgerundete Kanten
und "frameless" ist natürlich sofort kaputt.
Aber das ist per Design so, da erkauft man sich Empfindlichkeit für
Design.
Das heute fast alles zum Abomodell wird und selbst Autohersteller Dinge
wie zB. Sitzheitzung/Navi in Zukunft als "value added service" zum
mieten anbieten wollen, darüber brauchen wir jetzt nicht reden.
Aber es zeigt wohin die Reise führt....
Der 5 Jahre alte Laptop von meinem Sohn muss nun erneuert werden, weil
die Plastik-Nippel abgerissen sind, welche die Scharniere vom Bildschirm
halten.
So etwa muss nicht sein. Da wäre genug Platz für ausreichend stabile
Nippel gewesen. Aber genau genommen will der Hersteller ja gar nicht,
dass seine Laptops länger als 2-3 Jahre benutzt werden.
Falls da jetzt jemand mit "Dann hat er wohl das Gelenk überdehnt" kommt:
Nein, hat er ganz sicher nicht.
Servus,
ich geb auch mal meinen Senf dazu.
Wenn die Laptopscharniere kaputt gehen, weil man den an einer Ecke
öffnet dann ist das Schrott.
Das hat auch nix mit Misuse zu tun, das ist doch normaler Gebrauch!
Ein Hersteller weiss in der Regel ganz genau, wie ein Schadensbild bei
falscher Benutzung (Misuse) aussieht.
Bin selbst in der Entwicklung tätig (nicht für Laptops). Heutzutage wird
alles simuliert, dann noch ne Topologieoptimierung durchgeführt um
Material und Geld zu sparen, das Ganze wird dann „auf Kante“ ausgelegt
mit Lebensdauererwartung. Bei Autos sind das ~15 Jahre / 300.000 km im
Regelfall, wobei da jeder Hersteller mit teilweise unterschiedlichen
Lebenserwartungen auf Fahrzeuge und einzelne Bauteile, wie z. B.
Turbolader rechnet.
Bei Laptops wird die Lebensdauererwartung niedriger sein.
Ich denke früher hatte man einfach einen grösseren Sicherheitsfaktor, da
nicht alles im Vornherein simuliert und auf Kante optimiert wurde.
Gruss
Stefan ⛄ F. schrieb:> Der 5 Jahre alte Laptop von meinem Sohn muss nun erneuert werden, weil> die Plastik-Nippel abgerissen sind, welche die Scharniere vom Bildschirm> halten.
Naja, 5 Jahre sind mehr als 2-3 Jahre und als zusammengeklappter
Rechenknecht am externen Moni kann man das nun nippel-losen weiter
benutzen.
> So etwa muss nicht sein. Da wäre genug Platz für ausreichend stabile> Nippel gewesen.
Und auch der Rest des Gerätes muss auf 5+ Jahre ausgelegt sein, bspw.
Akku, Performance-reserve, Lebensdauer HD, Leuchtkraft display,... da
ist es nicht allein mit angedicken Nippel erledigt. Aber manchmal trifft
es eben den falschen, dann ist der Nutzer nicht die angenommene
Referenz-Tippse, die 'ihre Schreibmaschine' 5mal die Woch auf- und
zuklappt, sondern ein ahnungsloses Pubertier, der die EDV-Anlage so
häufig und unaufmerksam benutzt wie sein Taschentuch und andere
'Gebrauchs-/Verschleissmaterialen'.
> Aber genau genommen will der Hersteller ja gar nicht,> dass seine Laptops länger als 2-3 Jahre benutzt werden.
Genau genommen ist es dem Hersteller egal wie lange du sein Fabrikat
benutzst, solange der langfristige Umsatz stimmt. Also regelmäßig neue
Geräte kaufst, beispielsweise nicht nur für Dich sondern für weitere
Familienmitglieder. Und das erreicht man IMHO eher in dem man wertige,
haltbare Geräte verkauft.
Der Hersteller geht sicher nicht davon aus, das 'sein' Kunde am Fabrikat
festhält, weil dem seine Produkte viel zu früh ausfallen.
Fpgakuechle K. schrieb:> Naja, 5 Jahre sind mehr als 2-3 Jahre und als zusammengeklappter> Rechenknecht am externen Moni kann man das nun nippel-losen weiter> benutzen.
Das stimmt wohl. Die 5 Jahre sind keine Katastrophe. Dennoch hat sich
hier ein unnötiger Schwachpunkt offenbart.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Fpgakuechle K. schrieb:>> Naja, 5 Jahre sind mehr als 2-3 Jahre und als zusammengeklappter>> Rechenknecht am externen Moni kann man das nun nippel-losen weiter>> benutzen.>> Das stimmt wohl. Die 5 Jahre sind keine Katastrophe. Dennoch hat sich> hier ein unnötiger Schwachpunkt offenbart.
Das weiss man erst, wenn die Stichprobe statistisch relevant ist, also
bei einer signifikanten Anzahl von Laptops dieses Fabrikates der Bruch
so zuschlägt. Das kann man aber als Kunde kaum abschätzen.
Und dann ist jeder Jeck/Kunde anders. Wenn sich der Herr Gemahl eher
nach einem rugged Laptop umschaut und was mit 'Stiefelfesten' 'Russen-'
Scharnieren sucht, würde die Frau Gattin genau wegen den sichtbar
haltbaren, aber 'klobigen' Gelenken sich für ein eleganteres
(Fiilgranes) Modell entscheiden. Weil man aber gern in Massen produziert
muss ein Gerät her das alle Käufer überzeugt, und bei allen akzeptabel
lang im Gebrauch ist.
https://www.heise.de/ct/artikel/Test-Fully-Ruggedized-Notebook-Panasonic-ToughBook-CF-20-kommt-in-Hybridbauweise-4048220.html