Moin,
habe gerade den Beitrag
„Welche Vertiefung in der Elektrotechnik ist die Beste?“ gelesen, und
stelle nun daher mal diesen Beitrag ein.
Bin zwar selbst im Maschinenbau Studium schon mit dieser Frage durch,
interessiere mich dennoch, vor allem in Bezug auf mögliche Master, sehr
dafür.
Die klassischen Vertiefungen in dem Bereich sind wahrscheinlich:
-Entwicklung und Konstruktion
-Energietechnik
-Automatisierungstechnik
-Digitaler Maschinenbau
-Robotik
-Werkstofftechnik
-Berechnung/Simulation
usw....
.
.
Was glaubt ihr hat am meisten/wenigsten Zukunft? Ich persönlich habe
mich für allgemeinen Maschinenbau entschieden, werde mich also erst im
Master wirklich spezialisieren.
Freue mich auf jeden Beitrag
Mechatronik.
Auch heute schon, und in Zukunft eher noch mehr, werden Maschinen von
Software gesteuert. Wer den gesamten Ablauf versteht, von der Mechanik
über die Elektronik bis hin zur Steuerung in der Software, wird ziemlich
sicher einen Job finden.
Kennt der TO keinen Maschinenbauer und sonstige 'Echte' Menschen im
wirklichen Leben, das er hier im Arduino-Forum eine Kaffeesatzleserunde
im Laien-Orakel anstoßen muß?
was am "besten" ist, hängt damit zusammen, was die Uni bieten kann und
was dich interessiert.
Ich habe an einer hochgelobten Exzellenzuniversität Maschinenbau
studiert. Mechatronik war hier ganz gut - vor allem weil es tolle
Vorlesungen zum Thema Regelungstechnik gab.
Robotik - eigentlich ein spannendes Fach - hätte man besser bei den
Elektrotechnikern gelernt. Die Robotik-Maschinenbauer haben sich in
ihren Anzughemden Buzzwords an den Kopf geschmissen und
Powerpoint-Engineering betrieben.
an meiner Uni also definitiv keine Maschinenbau-Robotik. In Boston sieht
das vielleicht anders aus...
Ingenieur schrieb:> Was glaubt ihr hat am meisten/wenigsten Zukunft?
also ich kenne einen Arzt Dr.Ing. Dr.med. der erst Maschinenbau
studierte und dann zu Knochenbau wechselte Ortopädie, Statik bleibt
Statik.
Ich tippe mal, langfristig war das die bessere Wahl.
Na toll. Da hat wohl der Beitrag über meinem alle Frage- und
Ausrufezeichen verbraucht. Da bin ich wohl gezwungen, sachlich zu
bleiben.
Zukunft haben alle Studiengänge, bei denen die Fachabteilungen in den
Firmen wissen, woran sie sind.
An jeder Hochschule gibt es Kombi-Studiengänge, die magisch Chaos- und
schwache Studenten anziehen. An der lokalen Hochschuhe hier ist das z.B.
"Mechatronik". So langsam wissen das alle Firmen in der Nähe, also wird
dieser Studiengang auslaufen gelassen und der Studiengang
"Fahrzeugtechnik" tritt in dessen Fussstapfen.
Aber auch in diesem Studiengang wird es vermutlich wieder ca. 10 Jahre
dauern, bis sich das herumgesprochen hat. Für alle Studenten, die mit
dem Studium in halbwegs sinnvoller Zeit fertig werden, ist das also
überhaupt kein Problem, vorher in ihrer ersten Stelle sattelfest
geworden zu sein. Und für die, die erst später anfangen, sollte es kein
Problem sein, das zu wissen und diese Studiengänge zu meiden.
An den Studienordnungen sind sie meistens recht leicht daran zu
erkennen, dass die "Angstfächer" gegenüber den klassischen Studiengängen
weggelassen und durch "ganzheitliche" oder "interdisziplinäre" Fächer
ersetzt wurden.
Was auch die obige Beobachtung hinreichend erklärt - das ergibt sich
ganz natürlich durch Diffusions- und Filtereffekte.
Maschinenbau? Wenn schon, dann auf jeden Fall in Kombination mit
Automation, Robotik und vielleicht (bei besonderem IT
Kenntnissen/Interesse) zusätzlich noch KI.
Ich hatte als Diplomarbeit ein Thema in einem weltweiten OEM
Zuliefererbetrieb (Magna.com) in Kombination Fahrzeugtechnik und
Robotik: Entwicklung Software bzw. automatisierte Steuerung eines
Industrieroboters in einer Problemstellung basierend auf 3D CAD Modellen
verschiedenen Prototypen Fahrzeugen (Erlkönige) deutscher Marke.
War nicht Maschinenbauer, kam seitens technischer Informatik. Mein
Betreuer war jedoch Dr.Ing. des Maschinenbaus und damals suchten sie
schon so einen Diplomanden wie mich zur Automatisierung eines komplexen
Vorgangs. Das Problem war die Automatisierung des Vorgangs, Design und
etwas Engineering des modifizierten Roboterarms. Weiters musste der
Vorgang für alle beliebigen Prototypen funktionieren. Danach Test der
Software direkt auf der Hardware (Erlkönig) mittels Industrieroboter.
Und das alles ist schon 10 Jahre her, gab 140 Seiten Diplomarbeit und
eine funktionierende Software.
Viel gelernt, extrem spannend, super Zusammenarbeit.
klausi
Joachim B. schrieb:> Ingenieur schrieb:>> Was glaubt ihr hat am meisten/wenigsten Zukunft?>> also ich kenne einen Arzt Dr.Ing. Dr.med. der erst Maschinenbau> studierte und dann zu Knochenbau wechselte Ortopädie, Statik bleibt> Statik.
Next Level: Architekt :D
Goethe sein Grammatiklehrer schrieb im Beitrag #6686599:
> klausi schrieb:>> Danach Test der>> Software direkt auf der Hardware (Erlkönig) mittels Industrieroboter.>> Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –> Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?> Den Erlenkönig mit Folie und Lack?> Mein Sohn, das ist ein nasser Sack!
sehr schön. note 1+ mit sternchen.
ja regelungstechnik und all das häßliche mathelastige zeug worauf keiner
bock hat geht ganz gut. wer hätte das gedacht? Im Ingenieurwesen gibt es
2 Lager:
- schlaue, die was drauf haben
- dumme, die sich irgendwie durch die angstfächer durchwursteln und
später powerpointings werden
Reinhard S. schrieb:> Next Level: Architekt :D
Bin mittlerweile zum "Software Architekt" mutiert.
Dieter H. schrieb:> sehr schön. note 1+ mit sternchen.
Danke ja waren eigentlich alle Stakeholder (Uni, Firma etc.) zufrieden.
und es hat mir sogar Spaß gemacht. :-)
Kann die Fachrichtung jedem empfehlen.
Konnte mich Jahre später auch problemlos in Data Science Themen
einarbeiten, ist aber wieder eine andere Geschichte.
> ja regelungstechnik und all das häßliche mathelastige zeug worauf keiner> bock hat geht ganz gut. wer hätte das gedacht? Im Ingenieurwesen gibt es> 2 Lager:
Ja fand das Tüfteln und Analysieren (auch Mathethemen gerne, wenn mich
das Thema interessiert) immer schon spannend, war im Gymnasium vor
langer Zeit in einem kleinen Schachklub.
>> schlaue, die was drauf haben> dumme, die sich irgendwie durch die angstfächer durchwursteln und später> powerpointings werden
Ja, viele davon sind heute aber leider Projektleiter.
Oder aber "Projektleider" bzw. Zitronenfalter wie Zocker_58 gerne zu
sagen pflegte..
Ingenieur schrieb:> -Digitaler Maschinenbau
Was genau soll das sein?
Ansonsten: Im CAD spielen sie alle, ob sie es können oder nicht. Von
daher würde ich vom Fachbereich Entwicklung und Konstruktion abraten.
Die Vertiefung haben ein paar Freunde von mir gewählt. Name aber immer
anders.
Im Grunde ist es aber normaler Maschinenbau, nur streicht man ein paar
der klassischen Module und belegt dafür einige aus dem Informatik
Bereich. Stichwort KI und Software Engineering
Weiß nicht was ich davon halten soll. Bin ja schließlich Maschinenbauer
und kein Informatiker
Hospitant schrieb:> Ansonsten: Im CAD spielen sie alle, ob sie es können oder nicht. Von> daher würde ich vom Fachbereich Entwicklung und Konstruktion abraten.
Damit fallen aber schon mal gefühlt 2/3 der ausgeschriebenen Jobs im
mittelständischen Maschinenbau weg. :D
Letztendlich kann durch das aufgestaute Maschinenbauerüberangebot, dem
jetzigen Strukturwandel im mittelständischen Maschinenbau, der schon
vorher dank der Marotten und Manieren dort für viele
Maschinenbauingenieure kein Leckerbissen war, nur abraten. Jetzt ist die
Zeit für andere Fächer und Disziplinen gekommen.
Bei Maschinenbau und "Vertiefung" denke ich zuerst an Nuten und
Sackgewinde. Besonders die Sackgewinde haben es in sich. Stell Dir vor,
Dein Teil geht in Serie. Die Monteure sind fachfremd und nur angelernt,
und die Lageristen wer weiß von wo her. Dann greift der Monteur in die
"Schütte", bemerkt nicht, daß er die falsche Schraube hat, und denkt
nur: "Mann, geht die schwer rein". Zack, Schraube abgerissen,
Reparaturzeit ca. eine Stunde.
Fazit:
Vertiefungen vermeiden, wenn möglich.
-Energietechnik ---> erneuerbares irgendwas ist immer
-Automatisierungstechnik ---> überall ist der Trend da nix mehr mit der
Hand zu tun!
-Robotik ---> siehe oben.
likeme schrieb:> erneuerbares irgendwas ist immer
Wo genau gibt's die guten Jobs damit? Schonmal bei kununu über Enercon
gelesen nur mal so als Beispiel?
Ingenieur schrieb:> Was glaubt ihr hat am meisten/wenigsten Zukunft?
Maschinenbau.
> Ich persönlich habe> mich für allgemeinen Maschinenbau entschieden, werde mich also erst im> Master wirklich spezialisieren.
Wechsel besser gleich das Fach.
Ansonsten die Vertiefungsrichtung: Einführung auf die zukünftige Arbeit
beim Dienstleister.
Ingenieur schrieb:> Was glaubt ihr hat am meisten/wenigsten Zukunft?
Mit dem abgeschlossenem Studium hast du bewiesen das du dich vertiefen
kannst. Worin du dich später vertiefen willst ist was anderes.
Wenn du Kontakte aus dem Studium mit in den Job ziehen kannst, gut. Wenn
du andere Strategien hast Kontakte aufzubauen, auch gut.
Der Rest sind Kompetenzen, insbesondere soziale.
Dieter Zetsche war lange Jahre Vorstandsvorsitzender der Daimler AG.
Heute ist er u.A. Aufsichtsratsvorsitzender der TUI-Group. Was seine
Vertiefung bei der Promotion in "Die Anwendung moderner
regelungstheoretischer Verfahren zur Synthese einer aktiven Federung"
wohl dabei hilft?
Sebastian L. schrieb:> Aufsichtsratsvorsitzender der TUI-Group. Was seine> Vertiefung bei der Promotion in "Die Anwendung moderner> regelungstheoretischer Verfahren zur Synthese einer aktiven Federung"
Die TUI-Flieger mit den Mallesauftouris sollen doch sanft landen, damit
die Speckbäuche nicht zu sehr schwabbeln beim Aufsetzen. Requirement
Engineering.
Bei mir war's so:
In den 70' Jahren bastelte ich Elektronik, z.B. Radio, Verstärker,
Minisender uvm.
Die Schule brachte dann die Physik (Leistungskurs) dazu.
Beim Studium wäre ich daher eher auf Nachrichtentechnik
bezogen gewesen.
Ich kam aber auf die Idee, Energietechnik zu wählen.
War richtig!
Meine Quintessenz:
Das, was man besonders gerne macht, durch
etwas anderes zu ergänzen, erweitert den Horizont.
Besonders wichtig fand ich damals die Praxis
(Laborpraktika;
Berufspraktika hatte ich in einem Stahl-, in einem Autowerk,
und bei der Post.)
Ob das heute auch noch 'richtig' ist, weiss ich nicht.
Einfach nur 'Glück' zu haben, oder die richtigen (B-)Vitamine,
ist heute womöglich noch viel wichtiger.
Das grüne Schreckgespenst schrieb:> Die TUI-Flieger mit den Mallesauftouris sollen doch sanft landen, damit> die Speckbäuche nicht zu sehr schwabbeln beim Aufsetzen.
Wap, wap, wap, wap, Wabbeldiwampi
Manchmal hab' ich den Verdacht:
Die Wampe hat mich dick gemacht!
https://www.youtube.com/watch?v=bQBacXaAEIU