Hi,
ich bin Einsteiger und möchte gerne Platinen insbesondere von GPUs
reparieren können. Dazu will ich den Fehler finden und einzelne
Komponenten tauschen können. Deswegen wende ich mich vertrauensvoll an
euch als Erfahrene :)
Ich habe bisher folgendes an Ausrüstung identifiziert, aber weiß nicht
so richtig, was ich da im Speziellen nehmen soll. Soll heißen, welche
konkreten Anforderungen gibt es insbesondere ans Werkzeug (1., 3., 7.):
1. Lötkolben
2. Lötzinn
3. Heißluftpistole
4. Feine Pinzetten
5. Flussmittel (original AMTECH NC-559-V2-TF oder Warton Flux Future HF
Re-Work Jelly)
6. Cutdown-Band (temperaturfestes Klebeband)
7. Oszilloskop für 500 kHz-Frequenz oder reicht ein Multimeter?
Erst mal ginge es ja darum Durchgänge und Kurzschlüsse zu prüfen,
dann auch
Kondensatoren
Wärmeleitpaste und Isopropanol habe ich bereits. Ebenso Netzteil,
Kühlkörper und Riser zum einfacheren Testen.
Dazu stellt sich mir noch die Frage, wo man am besten die
elektrotechnischen Bauteile wie Transistoren, Widerstände,
Kondensatoren, etc. (günstig) erhalten kann.
Vielen Dank im Voraus :)
Hi,
ich bin Einsteiger und möchte gerne etwas tun das extrem weit ausserhalb
meiner bisherigen Erfahrungssphäre liegt.
Da ich absolut Null Ahnung habe stelle ich mir das nicht so kompliziert
vor und hätte gerne einen dreizeiler von Euch der mir etwas erklärt
wofür andere viele Jahre brauchen um das zu lernen.
Hi ihr zwei,
danke schon mal für eure Antworten.
Ich glaube, ich muss da etwas klarstellen: Ich will auch nicht den
GPU-Chip selbst reparieren, sondern die Bauteile auf dem PCB.
Ich will das auch einfach als Hobby betreiben und weiß, dass man dafür
auch viel lernen und probieren muss. Aber wenn man nicht anfängt, dann
wird es sicher nichts ;-)
Als erstes wäre ja die Analyse wichtig. Braucht man dafür schon ein
Oszilloskop oder reicht da ein Multimeter für Durchgangs-, Kurzschluss-
und Spannungsmessung?
Maximilian K. schrieb:> Ich will auch nicht den> GPU-Chip selbst reparieren, sondern die Bauteile auf dem PCB.
Wie stellst Du Dir das konkret vor, insbesondere die Suche nach dem
defekten Bauteil? Meinst Du, die Bauteile verfärben sich
rot/weiß-gestreift, wenn sie defekt gehen?
Maximilian K. schrieb:> Ich glaube, ich muss da etwas klarstellen: Ich will auch nicht den> GPU-Chip selbst reparieren, sondern die Bauteile auf dem PCB.
In der Regel ist aber halt genau der GPU-Chip kaputt oder eine seiner
Lötstellen abgerissen, sodass er komplett entfernt, mit neuen Lot-Bällen
versehen und wieder eingelötet werden muss.
An Kondensatoren gehen höchstens Elkos kaputt (vor allem, wenn sie mies
platziert sind und außer ihrer Eigenerwärmung noch die Hitze vom
GPU-Kühler aufgebrummt bekommen). Dafür bräuchtest du ein ESR-Meter und
eine ordentliche (nicht zu schwachbrüstige) Lötstation, damit du die oft
recht großflächig und daher wärmeleitend angelöteten Elkos ohne
Zerstörung der Platine gewechselt bekommst.
Keramikkondensatoren, Spulen oder Widerstände gehen höchstens kaputt,
wenn sie jemand mechanisch misshandelt.
Ich würde die defekten Boards einfach mal so 20 Minuten in den Backofen
legen bei 250 Grad (am besten Umluft, ohne Vorheizen versteht sich), das
sollte eigentlich alle gängigen Fehler beheben.
Ernsthaft: Das etwas kaputt ist, was wirklich einfach zu tauschen ist,
ist sehr sehr unwahrscheinlich.
Den GPU Chip selbst zu tauschen oder zu reballen ist äußerst
anspruchsvoll.
Zum "reballen" kannst Du Dein Glück mit dem o.g. Equipment versuchen,
benötigst dann noch einen entsprechenden Stencil und Lötpaste. Aber die
Wahrscheinlichkeit dass es danach (besser) funktioniert ist deutlich
kleiner als 100%.
Markus M. schrieb:> Ich würde die defekten Boards einfach mal so 20 Minuten in den Backofen> legen bei 250 Grad (am besten Umluft, ohne Vorheizen versteht sich), das> sollte eigentlich alle gängigen Fehler beheben.
Danach kannst du die Platine wegwerfen. Sowas nehmen dir nichtmal mehr
die Leute ab, die professionell GPUs reparieren.
Wegen des Reballings von GPUs kannst Du Dir Videos bei youtube suchen.
Das ist nicht ganz trivial, weil es mehrere hundert Kontakte sind und
beim Wiedereinlöten natürlich alle neuen Lötbällchen klappen müssen,
keine Verbindungen (Kurzschlüsse) entstehen dürfen usw.
Ehrlich gesagt klingt Deine Frage in dieser Form leider
troll-verdächtig.
Maximilian K. schrieb:> Braucht man dafür schon ein> Oszilloskop
Hängt davon ab.
Wenn ein fausgroßes Loch in der PCB ist, brauchst Du zur Fehlersuche nur
den Tastsinn.
Der Schwierigkeitsgrad steigert sich dann schnell, bis Du auch mit einem
100Mhz Oszi nicht mehr viel siehst.
Aber das Oszi hift Dir ohnehin nicht wenn Du keine Ahnung hast wie Du
die Anzeige zu interpretieren hast.
Im Ernst, es macht überhaupt keinen Sinn Dich an diesem Punkt beraten zu
wollen. Dazu fehlen einfach noch alle kenntnisse die man sich erst
erwirbt in dem man so ca. 12 Schwierigkeitsstufen weiter unten anfängt.
Darth Tadeus schrieb:> Oszilloskop für 500 kHz-Frequenz
???
Das ist ja kaum mehr als ein Multimeter.
Hilft Dir sicher ungemein wenn selbst der kleinste DCDC Wandler auf dem
Board höher taktet.
Markus M. schrieb:> das> sollte eigentlich alle gängigen Fehler beheben.
Ohje, noch so ein Experte ...
Du meinst also wirklich das ein bleifreier BGA Ball sich formschön auf
magische Weise von selbst heilt, während Elko und Stecker bei 20min/250°
tapfer duchhalten? Auch alle anderen Fehler, heilen von selbst, wenn
mans nur dumm genug im Ofen brät?
Bei Vollmond ein Huhn opfern und in einem Pentagram aus Knochenmehl auf
einem Bein hüpfen hatten wir auch noch nicht als Vorschlag.
Zudem auch oft nicht die Verbindungen vom "Chip" zur PCB schuld sind,
sondern die Verbindung vom Chip-Die zu den Bällen auf dem Substrat.
Durch das Erwärmen beim Reballing kann es temporär wieder
funktionieren, aber eine dauerhafte Lösung ist das meist nicht.
Prokrastinator schrieb:> Markus M. schrieb:>> das>> sollte eigentlich alle gängigen Fehler beheben.> Ohje, noch so ein Experte ...> Du meinst also wirklich das ein bleifreier BGA Ball sich formschön auf> magische Weise von selbst heilt, während Elko und Stecker bei 20min/250°> tapfer duchhalten? Auch alle anderen Fehler, heilen von selbst, wenn> mans nur dumm genug im Ofen brät?
Nope, das war als ähnlich trolliger Beitrag wie der Ursprungspost
gemeint. Ich habe mich mit dem Thema schon ziemlich ausführlich
beschäftigt. Habe den Beitrag noch korrigiert. Natürlich sollte man
keinerlei Board in den Backofen legen.
Gibt aber auf YT tatsächlich genug Leute die so oder mit ähnlichen
Ansätzen (Baumarkt Heißluftpistole) Baords "reparieren". Wahrscheinlich
reicht es, wenn es solange hält bis der eBay-Käufer es nicht mehr
umtauschen kann.
Jörg W. schrieb:> Keramikkondensatoren, Spulen oder Widerstände gehen höchstens kaputt,> wenn sie jemand mechanisch misshandelt.
Naja, also wenn ich mir hier so die Threads und meinen eigenen kleinen
Bereich so anschaue, dann finden sich da doch im Verhältnis der
Fehlerursachen an defekten Geräten reichlich defekte kleine SMD-Cs.
M.M.M schrieb:> Naja, also wenn ich mir hier so die Threads und meinen eigenen kleinen> Bereich so anschaue, dann finden sich da doch im Verhältnis der> Fehlerursachen an defekten Geräten reichlich defekte kleine SMD-Cs.
Wodurch defekt?
Ausgetrocknete Elkos an einer GraKa habe ich schon getauscht, aber
defekte Kerkos sind mir bislang kaum untergekommen.
Jörg W. schrieb:> M.M.M schrieb:>> Naja, also wenn ich mir hier so die Threads und meinen eigenen kleinen>> Bereich so anschaue, dann finden sich da doch im Verhältnis der>> Fehlerursachen an defekten Geräten reichlich defekte kleine SMD-Cs.>> Wodurch defekt?
Spontan, wenn ich hier vom Schreibtisch in die Runde schaue, sehe ich da
einen heute ~20 Jahre alten HP Photosmart, bei dem nach ein paar Jahren
ein SMD C in der Zuleitung von der Gabellichtschranke zum Controller zum
Isolator geworden ist. Führte zu irgendeiner Fehlermeldung. Das C sah
äußerlich unauffällig aus.
Dann ein Fujtsu Laptop, in dem ein SMD C einen Kurzschluß in der
Spannungsaufbereitung für die CPU verursacht hat, was zum sofortigen
Abschalten des Laptop führte. Interessanterweise sah man das dem C auch
nicht an.
Letztes Wochende in der engeren Verwandschaft: Das Display eines
Radioweckers wird nachts, wenn es eigentlich um eine Stufe automatisch
heruntergedimmt wird, komplett dunkel. Ansonsten flackert die
Beleuchtung: An einer 5V Versorgung hängen 4 LED-Einheiten parallel,
wobei jede Einheit aus einer LED parallel zu einem C und das Ganze mit
einem R in Reihe gegen Masse besteht. das C in einer Einheit war defekt
(zeitweise Schluß). Nach entfernen der LED-Einheit wird der Wecker
wieder, wohl geringfühig dunkler, wieder beleuchtet. Dem winziges C
sieht man nix an.
Nebenbei würde mich mal interessieren, wozu bei sauberer
Gleichspannungsversorgung ein C parallel zur LED liegt.
MfG
Naja, Kerkos die einen Kurzschluß erzeugen hatte ich jetzt auch schon
wenigstens 2x (1x Fritzbox, 1x Laptop). Bei der Fritzbox kommt das sogar
relativ häufig vor (siehe Thread hier im Forum).
Defekte (SMD)-Elkos (geringere Kapazität, höherer ESR) gibt es wohl
inzwischen tatsächlich auch häufiger. Dennoch glaube ich nicht daran,
dass das ein gängiges Problem bei Grafikkarten sein soll.
Markus M. schrieb:> Dennoch glaube ich nicht daran, dass das ein gängiges Problem bei> Grafikkarten sein soll.
Ich habe das zumindest bei einer Graka mal erlebt, bei der die
Entwickler so schlau waren, die Elkos der auf dem Board integrierten
Schaltregler direkt in den Warmluftstrom des GPU-Lüfters zu platzieren.
:-o Abhilfe war es, die entsprechenden Cs dann mit ein paar Drähten
etwas abgesetzt zu montieren.
Klar, bei großen Grakas mit einer Heatpipe oder so sieht das anders aus.
Das war diesbezüglich eine eher kleine Karte.
Darth Tadeus schrieb:> 5. Flussmittel (original AMTECH NC-559-V2-TF oder Warton Flux Future HF> Re-Work Jelly)> 6. Cutdown-Band (temperaturfestes Klebeband)
Wer so etwas hat, ist eigentlich kein Anfänger.
Es geht gar nicht ums Reballing. Ich hatte nie daran gedacht, sondern
nur SMD-Löten, vielleicht noch THT-Löten. Ich glaube, der Term GPU
verwirrt oben sehr oder ich weiß nicht, wie alle aufs Reballing kommen.
Aber ich habe noch nicht herausgefunden, wie ich den Beitrag ändern kann
als Gast.
Mir geht es auch gar nicht darum, ob ich das machen soll. Ich verfolge
das schon seit einigen Monaten auf Youtube und habe mich auch schon mit
SMD- und THT-Löten beschäftigt.
Ich hatte eigentlich nur nach fachkundigen Empfehlungen für die
jeweilige Ausrüstung gefragt.
@Markus M.
Das Mikroskop ist hier noch mal ein guter Hinweis. Danke dafür. Aber da
befindet sich noch eines in Familienbesitz, das ich erst mal probieren
werde.
Habt ihr denn auch Erfahrungen mit Mikroskopen mit Bildschirm? Macht auf
mich einen sehr praktischen Eindruck und scheint das Löten zu
vereinfachen.
Was spricht für den Einstieg gegen so etwas wie das hier über Kaufland
aus China? https://www.kaufland.de/product/344058390/
Zum Thema Löten und Heißluftpistole.
Ist da eine Heißluft-/Löt-Kombi gut oder sollte man das lieber getrennt
kaufen? Ich habe da folgendes entdeckt:
https://www.amazon.de/Preciva-L%C3%B6tstation-Entl%C3%B6tstation-Einstellbar-Hei%C3%9Fluftumwandlung/dp/B08C51QRH5/ref=dp_prsubs_3?pd_rd_i=B08C51QRH5&psc=1
@Wühlhause
Ich habe schon mal mit einem Raspberry Pi und einer Platine gelötet und
außerdem in Schule und Studium. Das ist aber alles schon einige Jahre
her und ich hatte nie einen eigenen Lötkolben o.ä., sodass mir die
Erfahrung für diese Geräte fehlt.
@michael_
Naja, das sind halt die Empfehlungen der Youtube-Experten ;-)
Darth Tadeus schrieb:> Habt ihr denn auch Erfahrungen mit Mikroskopen mit Bildschirm? Macht auf> mich einen sehr praktischen Eindruck und scheint das Löten zu> vereinfachen
Nicht dahin zu schauen, wo man arbeitet, ist seeeehr
gewöhnungsbedürftig.
Ein gutes Stereomikroskop mit nicht allzu hoher Vergrößerung und großem
Arbeitsabstand ist sehr empfehlenswert.
Darth Tadeus schrieb:> Es geht gar nicht ums Reballing. Ich hatte nie daran gedacht, sondern> nur SMD-Löten, vielleicht noch THT-Löten. Ich glaube, der Term GPU> verwirrt oben sehr oder ich weiß nicht, wie alle aufs Reballing kommen.> Aber ich habe noch nicht herausgefunden, wie ich den Beitrag ändern kann> als Gast.>>> Mir geht es auch gar nicht darum, ob ich das machen soll. Ich verfolge> das schon seit einigen Monaten auf Youtube und habe mich auch schon mit> SMD- und THT-Löten beschäftigt.> Ich hatte eigentlich nur nach fachkundigen Empfehlungen für die> jeweilige Ausrüstung gefragt.>>> @Markus M.>> Das Mikroskop ist hier noch mal ein guter Hinweis. Danke dafür. Aber da> befindet sich noch eines in Familienbesitz, das ich erst mal probieren> werde.>> Habt ihr denn auch Erfahrungen mit Mikroskopen mit Bildschirm? Macht auf> mich einen sehr praktischen Eindruck und scheint das Löten zu> vereinfachen.> Was spricht für den Einstieg gegen so etwas wie das hier über Kaufland> aus China? https://www.kaufland.de/product/344058390/>>> Zum Thema Löten und Heißluftpistole.>> Ist da eine Heißluft-/Löt-Kombi gut oder sollte man das lieber getrennt> kaufen? Ich habe da folgendes entdeckt:> https://www.amazon.de/Preciva-L%C3%B6tstation-Entl%C3%B6tstation-Einstellbar-Hei%C3%9Fluftumwandlung/dp/B08C51QRH5/ref=dp_prsubs_3?pd_rd_i=B08C51QRH5&psc=1>>> @Wühlhause>> Ich habe schon mal mit einem Raspberry Pi und einer Platine gelötet und> außerdem in Schule und Studium. Das ist aber alles schon einige Jahre> her und ich hatte nie einen eigenen Lötkolben o.ä., sodass mir die> Erfahrung für diese Geräte fehlt.>>> @michael_>> Naja, das sind halt die Empfehlungen der Youtube-Experten ;-)Darth Tadeus schrieb:> Ich habe schon mal mit einem Raspberry Pi und einer Platine gelötet und> außerdem in Schule und Studium. Das ist aber alles schon einige Jahre> her und ich hatte nie einen eigenen Lötkolben o.ä., sodass mir die> Erfahrung für diese Geräte fehlt.
Dann würde ich dir raten, mit etwas anderem anzufangen als
Graphikartenreparatur. Du hast dir da etwas sehr anspruchsvolles
ausgesucht, selbst wenn du die GPU selber nicht tauschen willst. Da wäre
immer noch Speicher mit änlich widrigen Bauformen, das Hühnerfutter ist
auch gerne mal kleienr als 0603, und jede Menge Wissen darüber wie z.B.
Schaltregler funktionieren, sind auch noch notwendig.
So willst du bestimmt nicht einsteigen. Sich mit der Materie zu befassen
ist immer gut, aber ich würde dir raten dir etwas handlichere Häppchen
zu suchen.
Darth Tadeus schrieb:> Habt ihr denn auch Erfahrungen mit Mikroskopen mit Bildschirm? Macht auf> mich einen sehr praktischen Eindruck und scheint das Löten zu> vereinfachen.
Ich habe so etwas auf Arbeit und finde es weitaus besser als unser
optisches Stereomikroskop. Bei letzterem hab ich massive Probleme
durchzuschauen. Irgendwie passt mein Augenabstand nicht so recht zu der
Konstruktion, jedenfalls muß ich immer irgendwie verdreht reinschielen,
damit ich wenigstens auf einem Auge was sehe, das ist schon nach kurzer
Zeit ziemlich anstrengend. Und mit Brille durchzuschauen macht es nicht
besser.
Die Orientierungsprobleme, die Jörg da beschreibt, kenne ich nicht.
Obwohl der Bildschirm bei mir auf zwei Uhr steht.
Darth Tadeus schrieb:> ich bin Einsteiger und möchte gerne Platinen insbesondere von GPUs> reparieren können.Darth Tadeus schrieb:> Es geht gar nicht ums Reballing. Ich hatte nie daran gedacht, sondern> nur SMD-Löten, vielleicht noch THT-Löten. Ich glaube, der Term GPU> verwirrt oben sehr oder ich weiß nicht, wie alle aufs Reballing kommen.
"... insbesondere von GPU" klingt aber sehr danach, dass es Dir
entscheidend darauf ankam. Und das ist eben eine spezielle Technik.
Gurgel mal danach und nach Reballing, dann weißt Du, wie alle darauf
kommen!
Aber nun hast Du es ja klargestellt.
Ich habe vor nicht allzu langer Zeit selber Ersatz für einen uralten
Lötkolben gebraucht und hier im Forum mit den passenden Begriffen
gesucht. Da wirst Du ebenso Erfolg haben. Grundsätzlich ist die Meinung
der Experten hier, dass Du nicht an der Lötstation sparen solltest. Für
SMD, besonders fürs Auslöten, eignet sich Heißluft gut und hier kommen
auch günstige Chinesen in Betracht.
Wühlhase schrieb:> Irgendwie passt mein Augenabstand nicht so recht zu der Konstruktion,> jedenfalls muß ich immer irgendwie verdreht reinschielen, damit ich> wenigstens auf einem Auge was sehe
Ein Stereo-Mikroskop, das man nur "mono" benutzen kann, ist natürlich
anstrengend uns sinnlos. Augenabstand kann man normalerweise aber
einstellen.
Aber gut, wenn andere mit so einem "offline view" klar kommen, ist das
auch OK. Zumindest sind diese Varianten sehr preisgünstig
(USB-Mikroskop).
Darth Tadeus schrieb:> ich bin Einsteiger und möchte gerne Platinen insbesondere von GPUs> reparieren können.
Du möchtest also defekte Grafikkarten der letzten 5 Jahre und von ming
rigs aufkaufen, reparieren und zu aktuellen Marktpreisen als gebraucht
oder generalüberholt verkaufen. Theoretisch ein wirklich einträgliches
Geschäftsmodell mit unvorstellbaren Gewinnspannen von mehreren 100%.
Darth Tadeus schrieb:> 1. Lötkolben> 2. Lötzinn> 3. Heißluftpistole> 4. Feine Pinzetten> 5. Flussmittel (original AMTECH NC-559-V2-TF oder Warton Flux Future HF> Re-Work Jelly)> 6. Cutdown-Band (temperaturfestes Klebeband)> 7. Oszilloskop für 500 kHz-Frequenz
Damit kommst du nicht weit. Geregelte, leistungssfähige! Lötstation,
Preheater, Heißluftstation, Wärmebildkamera, Oszilloskop und Logic
analyzer , bestenfalls im GHz Bereich (diverse timings), ein
Stereomikroskop ist auch hilfreich. Falls du an Schaltpläne der zu
reparierenden Grafikkarten oder eines Vergleichstyps rankommen kannst,
nützt das auch.
Bei Mining-karten ist wohl oft der Speicher hinüber? Also Lerne große
BGA-Gehäuse aus und neue einzulöten, ohne benachbarte Bauteile und die
Platine zu beschädigen. Bedenke auch die Kosten für neue Bauteile. zB.
GDDR5/6 wird bei deinen Abnahmemengen nicht gerade preiswert sein.
Franz M. schrieb:> Stereomikroskop ist auch hilfreich. Falls du an Schaltpläne der zu> reparierenden Grafikkarten oder eines Vergleichstyps rankommen kannst,> nützt das auch.
Schaltpläne und Ersatzteile. Das ist übrigens ein entscheidender Punkt.
Ohne Schaltplan kann man praktisch nur Teile auf Verdacht oder anhand
der Symptome tauschen - ziemlich ungünstig. Zumal oft SMD Teile nur
ungenügend gemarkt sind (siehe diverse Anfragen hier zur
Idenitifizierung von SMD Teilen).
Ersatzteilbeschaffung ist bei einfachen passiven Bauteilen sicher kein
Problem, bei ICs (und RAMs) kann es dann aber schon kniffelig werden. Du
willst sicher keine ungeprüften Teile aus dubiosen Quellen bei ALI
kaufen.
Ich bin sehr skeptisch ob sich das Ganze lohnt. Du wirst (als Anfänger)
sicher nicht 100% der Karten reparieren können. Oft sind YT Videos auch
geschönt, Du weißt ja nicht bei wievielen Versuchen der Poster es nicht
hinbekommen hat.
So eine Reparaturgruppe fehlt mir hier im Forum übrigens. Wo jeder seine
Erfahrungen/Probleme teilen kann. Nagut, dafür gibt es wieder spezielle
Seiten, allerdings ist hier massives Elektronikwissen vertreten und
nicht nur Nachmacher aus Social Medien.
Ich habe mir erst mal eine defekte Karte teuer auf ebay gekauft. Da
sieht man schon, dass einzelne Teile fehlen. Erst mal soll das aber kein
gewinnbringendes Geschäft sein, sondern ein Hobby. Der Krypto-Hype geht
ja vielleicht auch bald wieder vorüber.
Habe auch einfach Spaß daran, alte Rechner und Laptops von Freunden und
Familie wieder auf Vordermann zu bringen und wenn möglich zu
"reparieren". Das ist jetzt einfach auch in diese Richtung der nächste
Schritt.
Ich gehe auch nicht davon aus, dass ich 100 % davon reparieren kann. Ich
denke 50 % sind schon unrealistisch :D Aber ich habe mir jetzt erst mal
ein Übungsset bestellt, damit nicht gleich eine Grafikkarte meinen
Künsten zum Opfer fällt.
@Franz M.
Ja, Schaltpläne sind oft ein großes Problem. Da habe ich auch noch gar
nichts gefunden, obwohl behauptet wird, dass man Glück haben kann.
Kennt einer von euch eine Seite oder mehrere Quellen, wo man so was
bekommen kann?
Braucht man für den Anfang fürs SMD-Löten denn gleiche eine
Wärmebildkamera?
Konkret habe ich jetzt eine EVGA GTX 970 FTW vorliegen. Was ich schon
erkenne, dass ein PCIe-Kondensator (da schließe ich mich den ungemarkten
Anfragen an) abgerissen ist und ein Speicher-MOSFET (NTMFS-4C10N-T1G)
durchgebrannt ist.
Für Tipps bin ich offen ;-) aber erst mal muss ja auch das Material und
das Werkzeug ankommen.
Kann man denn irgendwo in der westlichen Welt halbwegs günstig SMDs
bestellen? Alles, was ich zum 4C10N gefunden habe, war teuer oder
chinesisch.
Du brauchst erstmal einen Hammer und ein Stemmeisen.
Damit kannst du den Kühlkörper von der GPU wegstemmen.
Dazu den Kühlkörper auf die Tischkante legen und dann
von oben das Stemmeisen zwischen Kühlkörper und GPU
treiben. Dabei keine Gewalt auf die Platine ausüben.
Danach die GPU auslöten geht auch einfach, du brauchst
dazu nur eine Heissluftstation mit ordentlich Kawumm und
eine Pinzette. Wenn die GPU so heiß ist, dass alle Balls
geschmolzen sind, kannst du die GPU mit einer Metallpinzette
leicht abheben.
Erst dann wird es schwieriger, die GPU reballen und wieder
einlöten. Aber dazu können sicher Experten hier was
schreiben.
Darth Tadeus schrieb:> Kann man denn irgendwo in der westlichen Welt halbwegs günstig SMDs> bestellen? Alles, was ich zum 4C10N gefunden habe, war teuer oder> chinesisch.
Du kannst am Anfang auch erstmal aus-2-mach-1 oder aus-3-mach-1
praktizieren. Also eine baugleiche weitere defekte Baugruppe
auftreiben und dann Teile tauschen. Dann hast du den Stress mit
der Bauteilbeschaffung nicht.
Darth Tadeus schrieb:> Ja, Schaltpläne sind oft ein großes Problem. Da habe ich auch noch gar> nichts gefunden, obwohl behauptet wird, dass man Glück haben kann.> Kennt einer von euch eine Seite oder mehrere Quellen, wo man so was> bekommen kann?
Oft liefert Google mit "<produktname> schematic" schon Treffer,
zumindest konnte ich so schon diverse Schaltpläne finden, z.B. für
Mainboards.
> Braucht man für den Anfang fürs SMD-Löten denn gleiche eine> Wärmebildkamera?
Nein, ich wüsste auch garnicht wofür man die bräuchte. Sie kann nützlich
sein, falls irgendwo ein Kurzschluss ist, um die Stelle zu finden wo der
Strom in Wärme umgewandelt wird. Da gibt es aber auch andere Methoden.
> Konkret habe ich jetzt eine EVGA GTX 970 FTW vorliegen. Was ich schon
Wow, das ist ja schonmal ein richtig dickes Ding für den Anfang.
> erkenne, dass ein PCIe-Kondensator (da schließe ich mich den ungemarkten> Anfragen an) abgerissen ist und ein Speicher-MOSFET (NTMFS-4C10N-T1G)> durchgebrannt ist.
Was ist ein PCIe-Kondensator?
Den Mosfet NTMFS-4C10N-T1G gibt es bei Mouser oder Digikey. 70ct netto
finde ich jetzt nicht teuer. Problem sind da die Mindestbestellmengen,
aber es gibt hier im Forum oft Sammelbestellungen.
Für den brauchst Du dann auch tatsächlich schon die Heißluftstation. Die
Frage ist natürlich, warum er durchgebrannt ist. Nach dem Auslöten am
besten erstmal auf Kurzschluss dahinter testen.
D.h. Du benötigst auch ein Multimeter und ggfs. auch einen
Komponententester.
Die gängigen Komponenten gibt es meistens bei den professionellen
Distris: Mouser, Digikey, Arrow.
Ansonsten machen sich baugleiche Spenderkarten natürlich gut, allerdings
bei der Vielfalt eher schwierig zwei baugleiche kaputte zu bekommen.
EDIT: Es scheint andere hatten das Problem auch schon:
https://forums.evga.com/GTX-970-FTW-Mosfet-burnt-out-Q22-m2712344.aspx
Hey Markus,
Ja, die MOSFETs sind wohl eine der häufigsten Fehlerursachen bei der
Karte. Die Ersatzteile habe ich aber erst mal aus China bestellt.
Hoffentlich taugt das was.
Für den PCIe-Kondensator spuckt BoardViewer für eine Asus Strix GTX 970
folgendes aus:
MLCC 0.22UF/6.3V(0402)X5R 10%
DARFON/C1005X5R224KCT
Auf youtube hat jemand nach diesem Plan erfolgreich die Reparatur einer
Palit GTX 970 durchgeführt. Ich weiß, ist keine Garantie, aber die
scheinen immer die gleichen zu sein.
Ich habe mal ein Bild meiner Karte angehängt und die Stelle markiert.
Darth Tadeus schrieb:> Für den PCIe-Kondensator spuckt BoardViewer für eine Asus Strix GTX 970> folgendes aus:
Wenn sowas wirklich häufig kaputt geht, die kannst du sicher noch
einigermaßen brauchbar mit bissel Heißluft austauschen.
Darth Tadeus schrieb:> Für den PCIe-Kondensator spuckt BoardViewer für eine Asus Strix GTX 970> folgendes aus:
Ah, Du hast immerhin den Schaltplan + Boardview einer ähnlichen Karte.
Das ist natürlich schonmal gut. Oft gibt es ja auch ein Referenzdesign
vom GPU-Hersteller, was dann die Graka-Hersteller nach eigenem Gusto
mehr oder weniger abwandeln.
> MLCC 0.22UF/6.3V(0402)X5R 10%> DARFON/C1005X5R224KCT
Ja, ich könnte mir allerdings vorstellen, dass dieser Kondensator nur
Kollateralschaden ist und nicht die Ursache für den Komplettausfall.
Aber ihn zu Ersetzen sollte das kleinste Problem sein.
Auf jeden Fall viel Erfolg und es wäre Interessant wenn Du nach
erfolgreicher Reparatur hier Rückmeldung gibst.
@Jörg W.
Danke! :)
@Markus M., @Jörg W.
Ja, ich werde jetzt auch erst mal mit einer Probeplatine ein paar
Lötversuche unternehmen und dann sehen, wie das wird. Das dauert
natürlich bis die kommt. Ich bin mal gespannt, ob ich das dann wirklich
noch so gut bewerkstellige, wie in den Löt-Tutorials von eHaJo u.a.
Der PCIe-Kondensator wird wahrscheinlich beim Ein- oder Ausbau
abgerissen sein. Soll da wohl öfters mal vorkommen. Der sollte
allerdings gar nicht schlimm sein und die Karte sollte sogar ohne den
mit voller Leistungsfähigkeit laufen können.
Ich bin mal gespannt, ob der MOSFET dann das einzige ist, was da kaputt
ist.
Da viele Schrauben für den Kühler fehlen, habe ich Angst, dass die Karte
schon als Ersatzteillager genutzt wurde. Aber ich habe bisher noch
nichts fehlendes gefunden.
Danke für den Erfolg! Ich werde dann berichten.
Habt ihr denn selbst schon mal versucht, PC-Komponenten zu reparieren?
Habt ihr eigentlich schon mal das PCB selbst bearbeitet? Habe heute
zufällig das hier entdeckt:
https://www.youtube.com/watch?v=fHRd6pLz7KI&ab_channel=EliTech
Die GPU wurde zwar nicht vollkommen repariert, aber er hat sie wieder
zum Laufen gekriegt.
Aber keine Sorge, damit will ich sicherlich nicht anfangen :D
Darth Tadeus schrieb:> Habt ihr denn selbst schon mal versucht, PC-Komponenten zu reparieren?
Bis jetzt erfolgreich: Fritzboxen, DELL Laptop Mainboard(s) - aber dort
waren bis jetzt immer nur kleine Komponenten defekt (Kondensatoren,
Mosfets).
Ich hab mal vor nem Dutzend Jahren eine durchgebrannte Leiterbahn durch
nen Draht ersetzt. Verblüffenderweise lief das Ding dann noch einige
Jahre.
Kommt ja recht selten vor, dass eine Sicherung einfach so durchbrennt
und der Schaden durch Ersatz reparierbar ist. Häufig ist das bloss ein
Symptom, das nur durch die Beseitigung des ursprünglichen Kurzschlusses
behebbar ist.
Darth Tadeus schrieb:> Für den PCIe-Kondensator spuckt BoardViewer für eine Asus Strix GTX 970> folgendes aus:>> MLCC 0.22UF/6.3V(0402)X5R 10%> DARFON/C1005X5R224KCT
Nichts besonderes. Du kannst da fast jeden 220n in 0402 nehmen. Zum Test
gehen auch 100n.
Umlöten mit 2 Lötkolben gleichzeitig. Mit bissl Übung klappt das prima,
ich mach das mittlerweile mit 0201 Bauteilen.
Markus M. schrieb:> Ja, ich könnte mir allerdings vorstellen, dass dieser Kondensator nur> Kollateralschaden ist und nicht die Ursache für den Komplettausfall.> Aber ihn zu Ersetzen sollte das kleinste Problem sein.
Nicht unbedingt. Der sitzt am edgeconnector und bekommt einiges an Flex
ab. Cracking ist da recht typisch. Einer der wenigen Fälle wo man auch
mit nur Hausmitteln was ausrichten kann.