Hallo µC-Forum,
Ich hatte heute Unterhaltung mit nem Kumpel über Akkus von Elektroautos.
Und zwar ging es um die Gefahr die von diesen Akkus ausgeht.
Was würde passieren wenn man an einem Elektroauto nur den Plus Pol
anfasst?
Also ohne in Kontakt mit der Masse des Akkus zu kommen.
Ich hätte gesagt, dass man auch so einen gewischt bekommt, da der Plus
Pol den menschlichen Körper auf sein Potenzial ziehen will.
Angenommen auf dem Akku sind 300 Volt, dann müsste der Akku den Menschen
doch auch auf 300Volt ziehen.
Sicher ist da kein Stromkreis, so dass durchgehend Strom fließen kann
aber es müsste doch einen kurzen Stromschlag geben, der die Funktion des
Herzens beeinträchtigen kann, oder liege ich da falsch?
abcdefg schrieb:> Was würde passieren wenn man an einem Elektroauto nur den Plus Pol> anfasst?> Also ohne in Kontakt mit der Masse des Akkus zu kommen.
Da kommst du ohne Werkzeug gar nicht ran. Ergo ist das Risiko gegen 0.
Und die das aufmachen, sollten wissen was sie tun.
Schlaumaier schrieb:> abcdefg schrieb:>> Was würde passieren wenn man an einem Elektroauto nur den Plus Pol>> anfasst?>> Also ohne in Kontakt mit der Masse des Akkus zu kommen.>> Da kommst du ohne Werkzeug gar nicht ran. Ergo ist das Risiko gegen 0.> Und die das aufmachen, sollten wissen was sie tun.
Stell es die einfach vor, dass du da drankommen könntest :)
Andreas B. schrieb:> abcdefg schrieb:>> oder liege ich da falsch?>> Ja
Okay, war auf dem falschen Dampfer.
J. T. schrieb:> Explodieren Vögel, die auf Hochspannungsleitungen sitzen?>> Selbe Geschichte, du fast nur einen Pol an.
die Vögel sind falsche Beispiel hier.
Die legen sich komplett auf einem elektrischen Potenzial.
Wenn ein Mensch ggf. auf dem Plus-Pol und den Pfad anfässt (obwohl in
Realität durch Kesselung, Isolation, Gehäusen usw im Auto sehr schwierig
dran zu kommen), legen die Füße auf dem Boden. Einem anderen Potenzial,
die Erde..
Glücklicherweise die Schuhe werden hier die Isolation schaffen. Nun wenn
man keine richtige Schuhe hat oder irgendeinen Niederimpedanzen Pfad
steht, dann viel Glück....
Niederimpedanz-Pfad-Beispiele: Mit anderem Hand die Karosserie anfässt.
oder eine Hose mit bodennähe Metal-Reißverschluß, Es regnet viel usw.
ElektroFH schrieb:> Niederimpedanz-Pfad-Beispiele: Mit anderem Hand die Karosserie anfässt.> oder eine Hose mit bodennähe Metal-Reißverschluß, Es regnet viel usw.
Ne,
zu keinen Zeitpunkt ist die Fahrspannung galvanisch mit der Karosse
verbunden.
J. T. schrieb:> Explodieren Vögel, die auf Hochspannungsleitungen sitzen?
Es liegt kein geschlossener Stromkreis vor, aber sie kommen mit dem
Potenzial 0 Volt an und kontaktieren 300kVss. Das sollte für eine
ordentliche Ladungsverschiebung sorgen. Warum kriegen sie keinen Schlag?
Können sie aufgeladen wegfliegen und beim Landen umkommen?
Oder wird die Ladung auf die Vögel beim Anfliegen und Abfliegen langsam
übertragen / entladen?
ACDC schrieb:> zu keinen Zeitpunkt ist die Fahrspannung galvanisch mit der Karosse> verbunden.
Nur beim Unfall, den ich schon hatte und der dafür gesorgt hat, dass es
Teile der Koffenraumwanne gegrillt hat. Die BAT war hin und der
komplette hintere Teil musste neu gemacht werden. Da die Aussenhaut die
auch kontaktiert war, aus Kunststoff ist, ist nicht weiter viel
passiert. Die Notabschaltung der BAT hat nicht gegriffen, was wohl
auch sonst immer mal passiert und dafür sorgt, dass E-Autos abfackeln.
Was man aber sagen kann: Sie fackeln langsam genug ab. Man kann
aussteigen, sein Zeug nehmen und langsam wegspazieren. Es müsste
eigentlich sogar noch langen, einen Feuerlöscher zu greifen. Dumm ist
nur, dass man ihn nicht auf die Gefahrenstelle richten darf, weil sonst
die Luft ionisiert und leitfähig wird.
ElektroFH schrieb:> Wenn ein Mensch ggf. auf dem Plus-Pol und den Pfad anfässt (obwohl in> Realität durch Kesselung, Isolation, Gehäusen usw im Auto sehr schwierig> dran zu kommen), legen die Füße auf dem Boden. Einem anderen Potenzial,> die Erde..
Der Boden/Erde ist egal, weil dein Fahrzeug wohl kaum damit verbunden
sein wird (außer du haust beim Parken jedesmal einen Fundamenterder in
den Boden:-). Selbst wenn man mal Klamotten anhat die sich bei jeder
Gelegenheit so stark Statisch aufladen das man an jeder (geerdeten) Tür
eine gewischt bekommt machen an der Fahrzeugkarosserie (und auch an
jedem anderen Potential innerhalb des Fehrzeugs) in der Regel garnichts,
weil die Kiste selbst einfach viel zu gut gegen "Erde" isoliert ist.
Edit:
Das ganze gilt so einfach natürlich nichtmehr wenn man dabei mit
Löschwasser, entsprechenden Werkzeugen usw. an einem Unfall Fahrzeug
rumhantiert. Da besteht durchaus die Gefahr das man beiden Fahrzeug-Pole
berühren kann bzw. auch die "Verbingung" in Richtung Erde niederohmiger
ist als normal...
Irgend W. schrieb:> Der Boden/Erde ist egal, weil dein Fahrzeug wohl kaum damit verbunden> sein wird (außer du haust beim Parken jedesmal einen Fundamenterder in> den Boden:-).
Es genügen nasse Reifen , also wirst jedesmal vor dem Aussteigen diese
Trocken fönen müßen ...
Einspruch euer Ehren schrieb:> Es liegt kein geschlossener Stromkreis vor, aber sie kommen mit dem> Potenzial 0 Volt an und kontaktieren 300kVss. Das sollte für eine> ordentliche Ladungsverschiebung sorgen. Warum kriegen sie keinen Schlag?
Die kommen nicht mit dem Potential 0V an. Die kommen mit undefiniertem
Potential an. Auch Bewegung durch Luft kann für statische Aufladung
sorgen. Diesem Effekt verdanken wir Gewitter.
Die Kapazität des Vogels, gegen was auch immer, dürfte so winzig sein,
dass die Ladungsverschiebung durch die 300kV zu keinem nennenswerten
Strom führen. Da auf eine kleine Kapazität eben nur eine kleine Ladung
passt. Und die ist eben auch mit wenig Strom schnell zusammen, die
kleine Menge an Coulombs, bzw Bruchteilen davon.
Dein Körper stellt eine Kapazität im Bezug zur Batterie dar. Wenn man
einen Pol der Batterie berührt fließt kurz ein Strom in den Körper, bis
diese aufgeladen ist.
Die Kapazität ist winzig und bewegt sich im pF-Bereich, und daher ist
die Energie/die Ladung sehr klein.
Um ein vielfaches kleiner als z.B. die, die beim Ausziehen eines
Wollpullovers entsteht, da kommen 10kV und mehr zustande.
Und darum wird man im dem Fall nichts merken.
Es ist aber sowieso unmöglich an die Spannung dranzukommen, ohne dass
ein Fehler vorliegt oder herumbastelt.
J. T. schrieb:> Die Kapazität des Vogels, gegen was auch immer
Ja, wie hoch ist sie denn nun?
Das wäre doch mal ein interessantes Forschungsgebiet: Messungen der
Vogelkapazität gegen Erde in Femto- oder Attofarad.
ElektroFH schrieb:> Wenn ein Mensch ggf. auf dem Plus-Pol und den Pfad anfässt (obwohl in> Realität durch Kesselung, Isolation, Gehäusen usw im Auto sehr schwierig> dran zu kommen), legen die Füße auf dem Boden. Einem anderen Potenzial,> die Erde..
Das HV-System ist vollständig galvanisch vom LV-System und auch von der
Karosserie getrennt, also nicht geerdet. Gleichzeitig Karosserie und
(+)-Pol oder auch (-)-Pol berühren hat also überhaupt keine Folge. Wenn
der Widerstand eine bestimmte Schwelle unterschreitet (der Widerstand
vom Menschen ist wahrscheinlich zu hoch), wird das Isometer im Auto
(quasi ein FI) auslösen und die Batterie abkoppeln.
Und dann gilt natürlich auch noch:
Schlaumaier schrieb:> Da kommst du ohne Werkzeug gar nicht ran. Ergo ist das Risiko gegen 0.Irgend W. schrieb:> Das ganze gilt so einfach natürlich nichtmehr wenn man dabei mit> Löschwasser
Idealerweise löscht man daher mit CO²-Löscher.
J. T. schrieb:> Explodieren Vögel, die auf Hochspannungsleitungen sitzen?>> Selbe Geschichte, du fast nur einen Pol an.
Leider jaaaa.
Ich arbeite in einem Hochhaus, mitten in einer großen Stadt und da gehen
4 Bahngleise parallel nebeneinander an einer Brücke am Haus vorbei.
Und aus irgendeinem Grund kommt es gelegentlich dazu, dass es einen
abartigen Knall gibt und ein Vogel auf den Stromleitungen brutal
explodiert.
Ich sehe direkt auf die Gleise und erlebe das ca. alle 2 Monate mal.
Wie auch immer es dazu kommt, es passiert...
Eine Erklärung dazu:
...
Grund für das herunterhängende Kupferkabel in Lürrip war eine Taube, die
mit einem Bein auf einem Isolator und mit dem anderen auf der
Stromleitung stand. Isolatoren befinden sich zwischen zwei Strommästen.
Sie sind aus Glas oder Porzellan und können daher keinen Strom leiten.
In diesem seltenen Fall diente die Taube jedoch als Überbrücker. Sie
explodierte und löste gegen 18 Uhr einen Kurzschluss an der Oberleitung
aus, wie ein Bahnsprecher unserer Redaktion bestätigte. 15.000 Volt
fließen durch die Oberleitungen der Bahn. "Von dem Tier wird nur noch
Asche übrig sein", sagte der Sprecher weiter.
Ich gehe einfach mal davon aus, dass im Auto die gleichen Regeln gelten,
wie in Deinem Schaltschrank. Das Berühren eines "Poles" ist da ja auch
ein richtiger Muntermacher. Da die Spannungen weit weg von denen liegen,
die im normalen Auto (12-24V) üblich sind, sollten auch hier die
zugehörigen Regeln gelten.
Und was die Gefährlichkeit des Restes betrifft: Gerüchten zufolge soll
Benzin ja auch nicht ganz ohne sein. Auslaufendes Benzin nach einem
Unfall, wird wohl ähnlich wirken wie ein kurzgeschlossener Akku. Da ist
die Situation: Der Löscher kommt nirgendwo dran, da irgendjemand alles
mit Blech verkleidet hat. In anderen Fall lohnt es sowieso nicht, was
aber im Ergebnis das Gleiche bewirkt. Ein kleiner Unterschied bleibt
aber: Es gibt mehr Ärger und Sondermüll.
Wie schon erwähnt ist die Batterie potentialgetrennt, außerdem ist ein
Iso-Wächter verbaut. D.h. selbst bei einem Erdschluss passiert recht
wenig.
Es sind allerdings nicht unerhebliche C's zwischen den Batteriepolen und
Erde (z.B. im HF-Filter des Inverters). Die können ggf. noch aufgeladen
sein, wenn man kurz nach dem Einschalten an den HV-Kreis fassen würde.
Allerdings ist deren Energie begrenzt, außerdem ist der HV-Kreis ja
berührgeschützt, d.h. man kommt da nicht leicht ran.
Eine Gefahr könnte aber z.B. für Rettungspersonal bestehen, wenn die
dich aus dem Auto schneiden müssen und da ggf. beide Pole berühren
könnten (Lichtbogen). Aber auch daran hat man gedacht, im Normalfall
wird der HV-Kreis im Batteriepack getrennt ("Pyrofuse"), und zur
Sicherheit gibt es noch eine manuelle Unterbrechung.
ich habe mal so nen Überschlag aus nächster Nähe (< 10 Meter erlebt), da
zuckt man aber wirklich zusammen. Der Rabe lag am Boden hat gedampft,
war aber ansonsten in Ordnung also nicht aus Asche oder verkohlt. Meist
passiert es wenn Sie losfliegen und mit dem Flügel den Isolator
überbrücken, das gibt nen kurzen Schlag, die Oberleitung wird aufgrund
des Überstroms kurz abgeschaltet und dann schaltet die Anlage
automatisch wieder ein um zu erkennen obs nur ein kurzzeitiger Schluß
war, da das öfter vorkommt.
15kV mit einigen kA ist aber ne andere Hausnummer als so ein eMobil,
wenn man da nur mit einer Hand hinlangt dürfte nichts groß passieren den
der Stromkreis muss eben geschlossen werden und durch die Schuhe und
Gummireifen wieder zurück zur Batterie ist schon etwas schwierig für so
ne geringe Spannung.
Thomas O. schrieb:> und durch die Schuhe und> Gummireifen wieder zurück zur Batterie ist schon etwas schwierig für so> ne geringe Spannung.
Nochmal: Die HV-Batterie ist nicht mit der Karosserie, Fahrwerk,
Rädern oder der "Erde" verbunden. Alle HV-führenden Teile sind mit
mindestens 1kV isoliert. Selbst wenn du einen Pol direkt mit dem
Erdboden, oder der Karosserie verbindest, löst nur das Isometer aus;
wenn man das deaktiviert (sollte und kann man natürlich normalerweise
nicht) aber sonst nichts defekt ist, passiert nichts.
So ein EV-Akku hat durchaus genug Leistung um Muttern oder
Schraubendreher zu verdampfen. Daher ja die Sicherheitsmaßnahmen.
Genau wie Experten im Forum behaupten, gibt es keine Gefahr.
Nur bei Unfälle oder extreme Amateur-Reparaturarbeit wo mit gewaltigem
Kraft die kritische Teile ausgesteckt/zerlegt werden.
Weltweit arbeiten hunderttausende Ingenieure, wenn nicht Millionen, und
zig tausend Firmen an EVs, neben Insitutionen, Regierungen usw....
Sie werden alles mögliches und bestens tun, mit galvanischen Trennungen,
Isolation-Überwachung, RCDs, Sicherheitsensoren, dicke Batterie-Kammeren
usw. usw.
Fazit: EV ist sicherer als Verbrenner, und es ist die Zukunft!
Ich sagte ja das es wieder zurück zur Batterie muss. Es ging ja darum
wenn man an den Plus Pol fasst. Wenn man da mit 2 Händen unterwegs ist
könnte es schon leichter werden + und - zu erwischen.
Thomas O. schrieb:> Ich sagte ja das es wieder zurück zur Batterie muss. Es ging ja> darum> wenn man an den Plus Pol fasst. Wenn man da mit 2 Händen unterwegs ist> könnte es schon leichter werden + und - zu erwischen.
Zwei Hände allein reichen nicht. Auch dann musst du vorher(!)
wissentlich(!) und absichtlich(!) beide Verkleidungen bzw. Abdeckungen
demontieren, damit du überhaupt eine Chance hast, beide Batteriepole zu
berühren. Nicht umsonst haben es dir die Hersteller so schwer gemacht,
am Darwin-Award teilzunehmen.
abcdefg schrieb:> Was würde passieren wenn man an einem Elektroauto nur den Plus Pol> anfasst?> Also ohne in Kontakt mit der Masse des Akkus zu kommen.
Gar nichts. Du kannst auch das Batteriegehäuse und Plus ODER Minus
anfassen, da passiert auch nichts. Es sei denn die Batterie ist aktiv,
dass heißt ihr ISO-Wächter läuft, da kann man durchaus mal eine kriegen,
allerdings stark strombegrenzt.
ACDC schrieb:> Ne,> zu keinen Zeitpunkt ist die Fahrspannung galvanisch mit der Karosse> verbunden.
Richtig.
Einspruch euer Ehren schrieb:> Was man aber sagen kann: Sie fackeln langsam genug ab. Man kann> aussteigen, sein Zeug nehmen und langsam wegspazieren.
Wenn man einen Unfall hatte bei dem man noch selbst aussteigen kann,
dann ja.
Der Name Gottes is 0x2A schrieb:> Es genügen nasse Reifen , also wirst jedesmal vor dem Aussteigen diese> Trocken fönen müßen ...
Schwachsinn, da nur beim ISO-Fehler überhaupt ein Potential am Gehäuse
anliegt und dann auch nur eins, welches gegenüber Erde gar keinen Bezug
hat. Da fließt nur der Umladestrom in dich hinein, dass merkst du nicht.
Da ist jede Wollsocke auf dem Teppich gefährlicher ;).
Programmierer schrieb:> Gleichzeitig Karosserie und> (+)-Pol oder auch (-)-Pol berühren hat also überhaupt keine Folge. Wenn> der Widerstand eine bestimmte Schwelle unterschreitet (der Widerstand> vom Menschen ist wahrscheinlich zu hoch), wird das Isometer im Auto> (quasi ein FI) auslösen und die Batterie abkoppeln.
Genau so läuft das.
Mario X. schrieb:> Isolatoren befinden sich zwischen zwei Strommästen.> Sie sind aus Glas oder Porzellan und können daher keinen Strom leiten.> In diesem seltenen Fall diente die Taube jedoch als Überbrücker.
Njein, die Isolatoren sind oft so beschaffen, das es regelmäßig zu
Überschlägen kommt, nämlich bei Regen/Feuchte/Schnee. Durch diesen
Überschlag wird das anhaftende Wasser schlagartig verdampft, bevor der
Isolationswiderstand zu gering ist oder dauerhafte Kriechstrecken
entstehen.
Das selbe dürfte für das Federvieh gelten, da wird das Ganze so gebaut,
das, wenn es mal zum Überschlag kommt, der so heftig ausfällt, das die
Ursache in Bruchteilen beseitigt wird.
Einspruch euer Ehren schrieb:> J. T. schrieb:>> Explodieren Vögel, die auf Hochspannungsleitungen sitzen?> Es liegt kein geschlossener Stromkreis vor, aber sie kommen mit dem> Potenzial 0 Volt an und kontaktieren 300kVss. Das sollte für eine> ordentliche Ladungsverschiebung sorgen. Warum kriegen sie keinen Schlag?>> Können sie aufgeladen wegfliegen und beim Landen umkommen?>> Oder wird die Ladung auf die Vögel beim Anfliegen und Abfliegen langsam> übertragen / entladen?
Vögel haben einen Sinn für den Nulldurchgang der Wechselspannung.
Deswegen passiert denen nichts.
Jens H. aus K. schrieb:>> Es liegt kein geschlossener Stromkreis vor, aber sie kommen mit dem>> Potenzial 0 Volt an und kontaktieren 300kVss. Das sollte für eine>> ordentliche Ladungsverschiebung sorgen. Warum kriegen sie keinen Schlag?
Annahme:
Abstand/Höhe des Vogels über Grund: 50m
"Querschnitt" des Vogels: 10x10cm² = 0.01m²
Nach C=eA/d ergibt das ca. 1.8fF (femto: 10E-15)
Bei 330kV und 50Hz fliesst ein Verschiebungsstrom von 180nA.
Bei 330kV DC muss der Vogel eine Ladung von 585pF aufnehmen. Ich denke,
der Vorgang findet nicht abrupt eim Landen statt, sondern kontinuierlich
beim Näherkommen, denn die Spannung bzw. das Potential nimmt ja
permanent zu.
Matthias L. schrieb:> Annahme:
....
> Bei 330kV DC muss der Vogel eine Ladung von 585pF aufnehmen. Ich denke,> der Vorgang findet nicht abrupt eim Landen statt, sondern kontinuierlich> beim Näherkommen, denn die Spannung bzw. das Potential nimmt ja> permanent zu.
Das ist ein hypothetischer Fall. Bei 330 kV sitzt kein noch so
wagemutiger Vogel mehr auf einem Leiterseilbündel, sondern nur noch auf
dem Erdseil. Denen ist einfach die Feldstärke zu hoch, es sprüht dann
unangenehm Funken aus dem Schnabel. Schon bei 110 kV dürfte das der Fall
sein. Die genaue Grenze findet man im Netz. In meiner Hochschulzeit
haben wir mal ein Experiment mit einem Wellensittich als eine
Vorbereitung auf eine Wissenschaftssendung (Aha) gemacht. Ab einer
bestimmten Spannung ist der Vogel reproduzierbar, aber unbeschadet von
der Leitung geflattert.
Jens H. aus K. schrieb:> es sprüht dann> unangenehm Funken aus dem Schnabel
St. Elms Feuer? Ja, wir müssen den Schnabel runder machen ;-)
>Das ist ein hypothetischer Fall
Klar. Sollte ja nur paar Grössenordnungen zeigen.
ich widerspreche ja nicht, der Strom muss eben eben durch Schuh, Reifen
und alles was da noch dazwischen Steckt zur Batterie zurück damits
gefährlich werden kann und das ist eben sehr sehr schwierig, wenn da
alles isoliert ist bzw. kein elektr. Kontakt besteht.
Schlaumaier schrieb:> Und die das aufmachen, sollten wissen was sie tun.
Genau, siehe Tschernobyl.
> Ergo ist das Risiko gegen 0.
Bei der Atomkraft hieß es mal, ein Supergau passiert alle 100.000 Jahre.
Kann mich nach Tschernobyl noch gut an ein Plakat erinnern, auf dem
stand: Wie schnell doch die Zeit vergeht ...
Thomas O. schrieb:> ich habe mal so nen Überschlag aus nächster Nähe (< 10 Meter erlebt), da> zuckt man aber wirklich zusammen. Der Rabe lag am Boden hat gedampft,> war aber ansonsten in Ordnung also nicht aus Asche oder verkohlt.> 15kV mit einigen kA ist aber ne andere Hausnummer
Wenn ein Rabe mit den FlügelFEDERN! den Isolator überbrückt, fließen
einige kA? Nicht dein Ernst, oder doch?
bei offenen Stromkreisen fliesst kein Strom.
-Ist ja auch kein Kreis...
Aber, um jetzt Verwirrung zu stiften :-]
ein Hubschrauber lädt sich im Flug auf und wenn beim Freileitungsservice
nur EINE Leitung berührt wird, springt ein Funke zum Heli über.
Daher wird immer erst mit einer "Lanze"
der Potentialausgleich durchgeführt
und ein Kabel an die Leitung geklemmt bevor man daran arbeitet.
Tim schrieb:> Wenn ein Rabe mit den FlügelFEDERN! den Isolator überbrückt, fließen> einige kA? Nicht dein Ernst, oder doch?
Bei diesen Spannungen wird sich dabei ein Plasma bilden.
kA war daraufhin bezogen was so eine Leitung liefern kann und nicht was
durch den Vogel gegangen ist. Schon etwas her glaube das müssten aber
max. 16 oder 25 kA gewesen was die Leitung abkann, die
Überstromabschaltung schlägt aber schon weit darunter zu, denke das sind
so um die 2 kA und dann versucht die Anlage automatisch mit geringerem
Strom 3-4 mal wieder einzuschalten.
abcdefg schrieb:> Ich hätte gesagt, dass man auch so einen gewischt bekommt, da der Plus> Pol den menschlichen Körper auf sein Potenzial ziehen will.ElektroFH schrieb:> Wenn ein Mensch ggf. auf dem Plus-Pol und den Pfad anfässt (obwohl in> Realität durch Kesselung, Isolation, Gehäusen usw im Auto sehr schwierig> dran zu kommen), legen die Füße auf dem Boden.ElektroFH schrieb:> Niederimpedanz-Pfad-Beispiele: Mit anderem Hand die Karosserie anfässt.> oder eine Hose mit bodennähe Metal-Reißverschluß, Es regnet viel usw.Mercedesfan-ing schrieb:> Nur bei Unfälle oder extreme Amateur-Reparaturarbeit wo mit gewaltigem> Kraft die kritische Teile ausgesteckt/zerlegt werden.Erwin D. schrieb:> Zwei Hände allein reichen nicht.Thomas O. schrieb:> ich habe mal so nen Überschlag aus nächster Nähe (< 10 Meter erlebt), da> zuckt man aber wirklich zusammen. Der Rabe lag am Boden hat gedampft,> war aber ansonsten in Ordnung also nicht aus Asche oder verkohlt.Jens H. aus K. schrieb:> Vögel haben einen Sinn für den Nulldurchgang der Wechselspannung.> Deswegen passiert denen nichts.Martin schrieb:> Man muss es einfach einmal wieder feststellen: hier gibt es nicht nur> Trolle, hier gibt es ganze Trollthreads.>
Es ist immer wieder faszinierend, solche Sätze lesen zu dürfen...
;-)
Thomas O. schrieb:> ich habe mal so nen Überschlag aus nächster Nähe (< 10 Meter erlebt), da> zuckt man aber wirklich zusammen. Der Rabe lag am Boden hat gedampft,> war aber ansonsten in Ordnung also nicht aus Asche oder verkohlt.
Kaum zu glauben, aber so steht es geschrieben...
;-)))
Die Hochvolt-Stromkreise sind galvanisch von der Karrosserie entkoppelt.
Es kann also höchstens ein minimaler Leckstrom fließen - der
ISO-Widerstand liegt bei einigen Mega-Ohm.
Natürlich kann es etwas bitzeln, da das Auto auch eine Kapazität gegen
den Boden und gegen die Batterie hat. Da kann schon mal ein Funke
überspringen.
Ich bin selbst E-Auto Fahrer und mir ist aufgefallen, dass man am E-Auto
eher einen "gewischt" bekommt, wenn man ein/aussteigt. Das zeigt die an
sich bessere Isolierung der Karrosserie als beim Verbrenner.
Also ich mache es automatisch, dass ich vor dem Aussteigen mich am
Türrahmen bzw. am Dach anhalte um mit Schwung dann draußen zu sein,
dabei gibt es keine Überschläge - aber bei einem Plastikauto ist das
eben anders...
;-)