Keine Lust auf Mikrocontoller? (als Ingenieur)

Gast #6711003
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Hi,

studiere E-Technik und stelle immer mehr fest, dass ein typischer 
Bereich in der Elektrotechnik, nämlich Mikrocontroller, überhaupt nichts 
für mich ist.

Ich habe das Studium aus Spaß an elektrotechnischen Zusammenhängen 
begonnen und kann mich einfach kaum für die Informatik-Module 
begeistern.
Programmieren als auch Mikrocontroller sind etwas mit der ich beruflich 
eigentlich nichts zu tun haben will.

Denkt ihr, dass das ein Problem sein könnte?

Vertiefe mich aktuell auch mehr in die Energietechnik statt der 
Informationstechnik und strebe das Berufsfeld der Energieversorgung 
an...
Gast #6711075
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Arduino schrieb:
> Vertiefe mich aktuell auch mehr in die Energietechnik statt der
> Informationstechnik und strebe das Berufsfeld der Energieversorgung an.

Energietechnik und Netznachbildung wird wohl häufig mit FPGAs gemacht. 
Aber ich vermute, das ist auch nicht das, was Du suchst.

Wie wäre es mit Elektriker? Da gibt es immer auch Nischen ohne 
Antriebstechnik oder Heimautomation.
#6711098
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Vergiss es!
Heutzutage ist überall ein MCU drinnen, bzw. nicht nur heute, sondern 
die letzten 15 Jahren.

Selbst als Vollblut HF Guru zB. wirst du einen MCU verwenden um PLLs und 
andere IC einzustellen bzw. zu initialisieren.

Es gibt zwar extrem MCU lastige Sachen wie IOT oder irgendwelche GUIs 
für Geräte etc. aber auch sonst ist fast überall ein MCU als "glue 
logic" drinnen, also nur um mal ein paar Endschalter auszuwerten oÄ.

So direkt fällt mir nicht wirklich eine Sparte ohne MCUs ein, eventuell 
IC Design (aber da hast du andere Probleme) vlt. HF (wobei heutzutage 
viel DSP) oder wirklich fette Energietechnik wie Schaltanlagen oder 
Trafos.

Dann halt noch so Posten wo 50/50 Maschinenbau und Etechnik gemacht 
wird, also Automobil oder eben Energietechnik, das sind aber eben keine 
"reinen" Etechnik Jobs.

Aber als traditioneller Entwickler, also für "echte" Elektronik wirst du 
da sicher nicht herumkommen.

Generell schaut es ohne Programmieren schlecht aus:
Java, C, evtl. C++ und evtl. Python/VHDL sollte man schon in den 
"Grundzügen" beherschen. Also so dass man wenigstens einmal etwas 
ausprogrammieren kann ohne alles abzukopieren.

Das braucht man einfach, läuft einen ständig über den Weg.
#6711103
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Arduino schrieb:
> Ich habe das Studium aus Spaß an elektrotechnischen Zusammenhängen
> begonnen und kann mich einfach kaum für die Informatik-Module
> begeistern.
> Programmieren als auch Mikrocontroller sind etwas mit der ich beruflich
> eigentlich nichts zu tun haben will.

wo siehst du denn deine Schwerpunkte bzw. deine Leidenschaft innerhalb 
des weiten Themas "irgendwas was mit Strom zu tun hat"?
Gast #6711124
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Deswegen spezialisiere ich mich aktuell ja auch in die Energietechnik. 
Ich will nach dem Studium einfach kein Programmierer werden, darum geht 
es.

Am besten bei einem Stromnetzbetreiber oder mit Elektrischen Motoren 
z.B. in der Elektromobilität-Branche.
#6711153
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Du siehst schon, du wirst hier ein bisschen angeflamt. Und das aus gutem 
Grund: Kein Brocken Technik funktioniert heute ohne ohne Controller oder 
wenigstens programmierbarer Logik.

In großen Unternehmen gibt es durchaus Schaltungsentwickler, die kaum 
programmieren. Trotzdem benutzen die tools, die dem nahe sind. Da stellt 
sich jetzt die Frage, wie groß deine Aversion ist. Jemand, der 
vielleicht nur passabel programmiert, aber keine krasse Abneigung hat, 
hat da dir gegenüber vielleicht die Nase vorn.

Genauso steht's um Regelungstechnik und Funktionsentwicklung.

Da bleibt eigentlich nur der Weg in einen Bereich, der sonst nicht so 
viele Fans findet. Prozesse wären so ein Kandidat. Oder vielleicht 
Inbetriebnahme. Ein Kumpel von mir, hat da einigermaßen Freude. Aber 
auch weil ihn die Fahrerei nicht stört.

Mittelfristig wäre vielleicht Management schön, aber dazu sollte man 
schon auch mal erfolgreich irgendetwas entwickelt haben ;-)
Gast #6711342
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Harald W. schrieb:
>
> Ja, am besten lässt Du Dich umschulen auf Harz IV.

Ist das die Gehaltsklasse eines Lokführers bei der Harzer 
Schmalspurbahn? ;-)
Der Harz ist ein Mittelgebirge in Deutschland!
Das was Du meinst, schreibt sich nach seinem "Erfinder" Peter Hartz 
anders. Was so ein kleiner Buchstabe doch für einen großen Unterschied 
macht!
#6711344
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Arduino schrieb:
> Programmieren als auch Mikrocontroller sind etwas mit der ich beruflich
> eigentlich nichts zu tun haben will.

Du musst ja nicht in die Entwicklungo.ä. gehen.
Im Verrieb ist es oft egal ob das System mit uCs oder Keksen 
funktioniert.
Die Frage ist nur WAS es macht und was es kostet.

Auch im Bereich Product-specification musst Du selber nicht 
programmieren. Hier musst Du aber (grob) abschätzen ob (und welcher) uC 
in das System rein soll.

HtH

/regards
Gast #6711466
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Jobs für E-Techniker ohne Programmierung die mir spontan so einfallen 
(es gibt mit Sicherheit noch viel mehr): Elektrokonstrukteur 
(Schaltschrankbau), Vertrieb, Planung (z. B. im Anlagenbau), Service, 
Inbetriebnahme (wenn dir das liegt), Laboringenieur, Dozent and einer 
FH, Analogtechnik (eher selten heutzutage, oft doch mit 
Mikrocontroller), Management, Projektleiter, Sicherheitsbeauftragter, 
Vorarbeiter, Schichtleiter in der Produktion
Gast #6711476
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Harald W. schrieb:
> Arduino schrieb:
>
>> Programmieren als auch Mikrocontroller sind etwas mit der ich beruflich
>> eigentlich nichts zu tun haben will.
>>
>> Denkt ihr, dass das ein Problem sein könnte?
>
> Ja, am besten lässt Du Dich umschulen auf Harz IV.
> Alternativ eine Zeitreise in die 1960er Jahre.

Ich schmeiß mich weg. :D

Also wie schon gesagt wurde könnte man noch bei nem Stromnetzbetreiber 
arbeiten, oder in der Halbleiterindustrie arbeiten oder vielleicht auch 
etwas mit Hochfrequenztechnik machen.
Das sind alles etwas speziellere Jobs von denen es aber auch nicht so 
viele gibt, zumindest meiner Wahrnehmung nach.

Neben den 0815 MCU Proogrammierjobs gibts natürlich auch die 0815 
Hardware Jobs. Also Leiterbahnen malen in EAGLE oder EPLAN erstellen und 
Stücklisten pflegen.
Aber ganz im Ernst, mach nen großen Bogen um diese Jobs. Wenn dir 
Programmieren schon zu langweilig ist, dann wirst du so etwas als ätzend 
empfinden.

Gib der MCU Welt doch nochmal ne Chance und kauf dir son Arduino Ding 
oder so nen Evaluation Board von ST.
Bau dir nen paar Hobbyprojekte und dann wirst du merken, dass das ganze 
auch Spaß machen kann.
#6711524
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Hallo,
generell unterstelle ich Dir, keine Nähe zu Elektronik zu haben , 
sondern eher zu allem anderen der Elektrotechnik, also Rechnerei und 
"Grobtechnik".


"Ich will nach dem Studium einfach kein Programmierer werden, darum geht
es."

Du brauchst ja nicht alles mit Dir machen lassen. Du kannst Dich 
woanders bewerben oder jederzeit kündigen, wenn sie Dich mit 
Programmierung beaufschlagen wollen. Und in den Elektroautos ist auch 
kein altmodischer Motor mit umschaltbaren Polpaaren mehr verbaut.

Falls Du in der Kraftwerkstechnik landen könntest, da ist wenigstens 
alles groß und von "mikro" weit entfernt...

Vielleicht möchtest du Dich lieber "Strommast" nennen?

mfG
Gast #6711538
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Mein Kollege liefert ein PCB nach dem anderen, bestückt mit 
verschiedenen CPU Modulen, und erzeugt auch die Erstmusterprüfungen 
dafür.

Aber programmieren kann er nicht, das braucht er auch nicht denn dafür 
hat er Kollegen.

Sollte in einem Motorsteuerung ein oder mehrere CPUs drinnen stecken so 
werden diese auch ein passendes Interface zur Bedienung haben, Der 
Motorspezialist braucht die CPU Internas nicht zu kennen.
Gast #6711602
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System- oder Hardwareentwickler werden, dann programmiert die 
Softwareabteilung den Mikrokontroller. Andere Möglichkeit ist nur die 
Anforderungen runterzuschreiben und der Zulieferer muss die Programme 
schreiben.
Gast #6711666
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Flip B. schrieb:
> am  besten geht man da ins handwerk.

Wenn man da Geld verdienen will muss man auch Programmieren, oder eher 
Parametrieren. Geräte wo man mit Programmiersprachen arbeiten muss sind 
selten, aber Logik, Zeitfunktionen, Netzwerktechnik sind allgegenwertig. 
Aber größtenteils grafisch, aber je nach Hersteller extrem 
verschachtelt.

Schreiner Fliesenleger Weißbinder etc. mal ausgenommen.
Gast #6717001
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Arduino schrieb:
> Denkt ihr, dass das ein Problem sein könnte?
Überhaupt nicht, wieso auch

> Vertiefe mich aktuell auch mehr in die Energietechnik statt der
> Informationstechnik und strebe das Berufsfeld der Energieversorgung
> an...

Das ist doch sehr interessant. Es gibt heute tausende Fachbereiche, wo 
Elektrotechnik zum Zuge kommt. Ist heute nicht (fast) überall Elektronik 
drin?
Zum Thema Energieversorgung: hier gibt es mehrere (auch öffentl.) 
Arbeitgeber in Industriesektoren wie:
Stromversorger, Wasserwerke, Kraftwerksbau (plus Inbetriebnahme), 
Eisenbahn, auch Umwelttechnik (Verbrennung und Rückgewinnung der 
thermalen Energie) und und.. mir würden da einige Bereiche aus dem 
Stegreif einfallen..

klausi

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