Betroffen sind Netzwerkplatten MyBook Live von WD. Es gibt eine
Sicherheitslücke, durch die jemand bei bekannter IP-Adresse aufs System
kommt und die eingebauten Platten urlöscht. WD empfielt, diese Dinger
sofort abzustöpseln. dieser Angriff passiert grade ziemlich häufig.
https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2018-18472
Nun fragt man sich natürlich: Was hat ein Angreifer davon, daß alle
deine Daten weg sind?
Mögliche Erklärung: Kürzlich wurde eine krypto mining software
vorgestellt, die gültige hashes anhand des zur Verfügung stehenden
freien Speicherplatzes vorreiht... :-) Sowas kommt von sowas!
Helge schrieb:> Mögliche Erklärung: Kürzlich wurde eine krypto mining software> vorgestellt, die gültige hashes anhand des zur Verfügung stehenden> freien Speicherplatzes vorreiht... :-) Sowas kommt von sowas!
Meinst du Chia?
Ich würde anstelle des Angreifers die Platten verschlüsseln und Lösegeld
verlangen.
Manche Leute sind einfach Arschlöcher nach dem Motto "Ich hab zwar nix
davon, aber dir soll das Leben auch nicht als Paradies erscheinen", oder
einfacher: die machen's weil's geht.
Jens M. schrieb:> Manche Leute sind einfach Arschlöcher nach dem Motto "Ich hab zwar nix> davon, aber dir soll das Leben auch nicht als Paradies erscheinen", oder> einfacher: die machen's weil's geht.
Also die meisten Leute hier im Forum.
Helge schrieb:
Nun fragt man sich natürlich: Was hat ein Angreifer davon, daß alle
deine Daten weg sind?
Vielleicht war die Funktion fuer einen bestimmten Zweck vorgesehen, die
nun Spitzbuben gefunden haben. Zum Beispiel zum remoten Loeschen von
Inhalten, die aus hoeheren Gruenden aus der Welt sollen. Formatieren ist
aber in dem Falle aber viel zu auffaellig.
Sebastian schrieb:> Um der Rache von McAfee zu entgehen?
Unmöglich scheint das nicht? Man schrieb irgendwo, dass er noch eine
Zeitbommbe als Lebensversicherung hätte. Genauer prüfen, ob z.B. nur
bestimmte Virenscanner betroffen sind, wäre interessant?
100Ω W. schrieb:> Meinst du Chia?
Das könnte es sein. Es ist doch so einfach, mit der Masche zu neuem
Spielgeld zu kommen: Man stelle sich vor, 10 Leute tun sich zusammen.
Jeder von denen hackt sich 10TB leere Platte zusammen. Das ganze wird
zusammengeführt zu einem virtuellen shared volume. Haste 100TB ganz
leer, diesen Platz können die 10 Leute gleichzeitig fürs Spielgeld
nutzen. Das freut den 'neuen' Nakamoto-Algorithmus. :-)
Die diversen Krypto-Erpresser sind Dilettanten dagegen.
Helge schrieb:> Mögliche Erklärung: Kürzlich wurde eine krypto mining software> vorgestellt, die gültige hashes anhand des zur Verfügung stehenden> freien Speicherplatzes vorreiht... :-) Sowas kommt von sowas!
Ich muss dich leider enttaeuschen, solche Malware gibt es schon so lange
wie es Computer gibt.
Helge schrieb:> Man stelle sich vor, 10 Leute tun sich zusammen.> Jeder von denen hackt sich 10TB leere Platte zusammen. Das ganze wird> zusammengeführt zu einem virtuellen shared volume. Haste 100TB ganz> leer, diesen Platz können die 10 Leute gleichzeitig fürs Spielgeld> nutzen.
Moeglicherweise solltest du dich nochmal schlau machen, wie das genau
funktioniert. Nach deiner naiven beschreibung brauchen
Festplattenhersteller keine Festplatten mehr verkaufen. Waere ja viel
sinnvoller, wenn die Hersteller da mit machen... Ich glaube du bist da
was ganz grossem auf der Spur.
Helge schrieb:> Die diversen Krypto-Erpresser sind Dilettanten dagegen
Ihr meint ernsthaft das McSowieso ne Lücke in ner Amateur@Internet
Platte ausnutzt um Post mortem irgendjemandem eins auszuwischen?
Oder hab ich da was falsch verstanden?
Der Typ hat vermutlich neben seinem AntiVirus Enterprise noch die
nötigen Viren hergestellt. Das ist reine Spekulation aber für Mucky -
der in seiner Jugend schon die ganzen Zuhälterbanden seines Viertels
(vulgo Kiez) umschiffen musste, nicht ganz unplausibel.
Wenn ihr schon Kompromat sucht empfehle ich eher diesen Ansatz.
Mucky F. schrieb:> Oder hab ich da was falsch verstanden?
In meiner welt: ja. Der geepsteinte wird sich höchstens post mortem an
denen rächen, deren Protektion er verspielte.
Erst mal wichtig: Wer noch so einen WD Netzwerkplatte betreibt, sollte
die bis zu einem firmware-update nich ins Netz hängen. Bis auf das
klaffende Loch in der FW (immerhin 9,8 auf der Gefahrenskala) scheinen
die ja ziemlich stsbil zu sein.
Der Titel hier ist etwa unklar. Betroffen sind die NAS Geräte von WD und
nicht etwa die Festplatten, die von WD als NAS geeignet verkauft werden.
Wer also z.B. WD Red in seinem Linux Server hat, ist natürlich nicht
betroffen.
Es scheint, als ob der Angreifer das 'FactoryReset.sh' Skript auslösen
kann, ohne Zugang als Admin haben zu müssen - was fatal ist.
Mögl. hilft es schon, das Skript zu entfernen, aber weitere Diagnose ist
sicherlich sinnvoll.
Jens M. schrieb:> Manche Leute sind einfach Arschlöcher nach dem Motto "Ich hab zwar nix> davon, aber dir soll das Leben auch nicht als Paradies erscheinen", oder> einfacher: die machen's weil's geht.
Ich glaube, diese Leute machen sich darüber keine Gedanken. Die finden
es einfach Lustig, anderer Leute Dinge kaputt zu machen. Das ist
vergleichbar mit der Zerstörung von Parkbänken, Mülleimern, Briefkästen,
Vorgärten etc. Ich denke aber, dass hier nicht wirklich an die anderen
Leute gedacht werden. Im Endeffekt haben die Vandalen nichts davon. Das
ist bei den Platten das selbe.
Zu dem bug scheint es noch keine vollständige Analyse zu geben. Diese
Ethernetlaufwerke melden sich an einem Rechner von WD an, über den man
Fernwartung auch durch Gateways machen kann. Wer jetzt 'nur' formatiert
hatte, könnte theoretisch auch viel ärgere Sachen durchziehen. Immerhin
lassen sich auf vielen der Geräte Dateien mittels recovery-Programmen
wiederfinden.
Vielleicht gab es plötzlichen Datenreichtum bei WD?
Helge schrieb:> https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2018-18472
Der ist vom 19. Juni 2019. Also schon gut abgehangen.
In https://www.wizcase.com/blog/hack-2018/ steht seit Herbst letzten
Jahres relativ weit unten etwas dazu (am Anfang geht es um andere
Geräte). Demnach ist es ein Kinderspiel. Es brauchte also nur jemanden
ohne viel Knowhow, der sich der Sache annahm.
Nun sind die Dinger anscheinend seit 2015 End-Of-Life, was WD angeht.
Dort hielt man seit 2 Jahren die Füsse still. In Zeiten, in denen es
jeden erwischen kann, ist wohl auch Rufschädigung nicht mehr relevant.
Christian H. schrieb:> ist bei den Platten das selbe.
Wenn sie diesen NAS-Plattenplatz einige Zeit für ihre Chia-Spielchen
missbrauchen können, wäre das so eine Art Gelddruckmaschine? Allerdings
würde langsame Netzanbindung den Spaß limitieren.
Dieter schrieb:> Helge schrieb:> Nun fragt man sich natürlich: Was hat ein Angreifer davon, daß alle> deine Daten weg sind?
Hast du schon mal einen geärgert, einen Streich gespielt etc.
Was hattest DU davon. Und WO ist der Unterschied.
Einige Streiche enden tödlich für Menschen und einige Tödlich für Daten.
Was die Platte angeht. Es ist doch allgemein bekannt das bei allen, wo
das Internet eine untergeordnete Rolle spielt, die Sicherheitsmaßnahmen
gegen 0 gehen.
Es gibt das z.b. schon schöne Berichte im Netz wie man Smart-Home Teile
"Übernimmt". Fernseher mit Sicherheitslücken sind nix neues. Man eben
den TV des Nachbarn ausmachen per Handy / Wlan. Wieso nicht, ist er
wenigstens leise. ;)
Leute ernsthaft. Mit der Sache bekommen wir noch Spaß. Und ich mache
meine Tür immer noch mit ein Schlüssel auf. Wenn schon Einbrecher dann
wenigstens ein Profi und kein Script-Kiddy :)
Ich baue niemandem smart home mit Internet ins Haus, fernsteuerbare
Solaranlagen oder cloud-Heizungen. Jedes gerät bringt seine eigenen
Sicherheitslücken mit. Konnte man an dem großen Raub vor ein, zwei
Jahren sehen, in Las Vegas glaubich wars. Mit dem löchrigen
IoT-gesteuerten Aquarium im Foyer den Tresor aufgemacht :D
Bis vor einem Jahr konnte ich dem vom Provider gelieferten Modem einen
read-only-USB-Stick oder ein anderes von außen erreichbares USB-Gerät
verpassen. Nach dem update hätte das einen kompletten Durchgriff von
außen auf alles in der Wohnung erlaubt, alle von mir beeinflußbaren
Sicherheitseinstellungen wurden "wegoptimiert". Die jungs auf deren
Soglosigkeit hingewiesen. Antwort war, der durchschnittliche Nutzer
kümmert sich eh nicht um Sicherheit :/
Also wenns danach geht, sind WD-Platten sowieso nicht mit hoher
Lebensdauer gesegnet. Vor allem WD Green und WD Blue sind mir jetzt
schon drei Platten mit defekten Sektoren zerbröselt und bei Kumpels auch
noch ein paar.
Daß McAffe noch irgendwo eine "Lebensversicherung" hat, glaube ich
nicht. Die hätten Programmierer lange gefunden und ausgebaut, oder
glaubt ihr ehrlich, der Herr hat die letzten 20 Versionen seines
Virenscanners noch selbst programmiert? Der würde sich auch nicht um den
Hersteller der Platten kümmern, sondern wenn dann jede Platte rasieren.
Andererseits sind meine WD Red richtige Läufer mit über 60000h
Dauerbetrieb und keinerlei reallozierten Sektoren. Die bisher besten
Serverplatten, die ich hatte.
Die WD Green taugen allerdings wirklich nicht viel und die Blue kauft
man ja praktisch schon als defekt.
Matthias S. schrieb:> Andererseits sind meine WD Red richtige Läufer mit über 60000h> Dauerbetrieb und keinerlei reallozierten Sektoren. Die bisher besten> Serverplatten, die ich hatte.> Die WD Green taugen allerdings wirklich nicht viel und die Blue kauft> man ja praktisch schon als defekt.
Hast Du die Gelben bereits ausprobiert? Kann ich nur empfehlen.
Das wird ziemlich sicher nix mit dem geepsteinten zu tun haben. Sowas
bastelt auch keiner in paar Stunden hin. Irgendjemand hat da plötzlichen
Datenreichtum im NAS remote access Bereich von WD hinbekommen, und den
dann ausgenutzt. Gefährdung 9,8 von 10 im NIST mußte erst mal schaffen.
Schlaumaier schrieb:> Sebastian schrieb:>> Um der Rache von McAfee zu entgehen?>> Du meinst seinen Geist. ?? Der ist nämlich seit 3 Tagen tot.
McAffee ist nicht tot!
Er läuft im Hintergrund als Dienst weiter!
Malte schrieb:> Hast Du die Gelben bereits ausprobiert? Kann ich nur empfehlen.
Meinst du 'WD Gold'? Die sind mir einfach zu teuer und auch zu gross.
M.W. gibts die erst ab 4TB.
Habe jetzt gerade in den Server eine 2TB WD Red als Spare nachgesteckt
und die war mit etwa 80 Euro angemessen.
Liest sich jedenfalls wie ein typischer Entwickler Shortcut. Der Typ
kommentiert die Authentifizierung aus, um die Funktion ohne lästige
Passwortabfrage zu testen, ist zufrieden und vergisst, die Funktion
wieder zu aktivieren.
Kein anderer muss das abnicken und so gehts ohne weitere Kontrolle in
die Fertigung. Es ist nur ein Wunder, das es erst jetzt aufgespürt wurde
nach all den Jahren.
Den Usern muss man allerdings vorwerfen, das sie so eine Büchse ohne
weiteres ins Internet hängen. Das Webinterface hat m.M.n. nichts in der
Öffentlichkeit verloren.
Die technische Ursache ist also ein Programmierfehler. Da der Angriff
von sehr vielen verschiedenen IP kommt, war das wahrscheinlich ein
botnet. Ich finde da noch keine schlüssige Argumentation, warum das
passiert ist.
Matthias S. schrieb:> Das Webinterface hat m.M.n. nichts in der Öffentlichkeit verloren.
Ist vielleicht auch nicht nötig. Viele Hersteller solcher NAS-Disks
bieten Proxy-Services im Netz an.
Jens M. schrieb:> Manche Leute sind einfach Arschlöcher nach dem Motto "Ich hab zwar nix> davon, aber dir soll das Leben auch nicht als Paradies erscheinen", oder> einfacher: die machen's weil's geht.
Für den einzelnen ist es unter Umständen schmerzhaft, aber solche
Aktionen schärft das Sicherheitsbedürfnis im Allgemeinen.
"Es muss erst was passieren bevor sich was tut."
Also global betrachtet handelt es sich vielleicht sogar um gute Taten.