Simson Mopeds genießen das Privileg der 60km/h aufgrund von im
Einigungsvertrag festgeschriebener Sonderregelungen zwecks
Bestandsschutz. Die Regelungen gelten ausschließlich für vor dem
28.02.1992 in Verkehr gebrachte Exemplare. Das heißt, die
Bestandsentwicklung kann nur in eine Richtung gehen, nämlich nach unten.
Aufgrund von Unfällen und Verschleiß tut sie das auch kontinuierlich,
während die Nachfrage ungebrochen anhält. Deswegen steigen auch die
Preise unverhältnismäßig, für gut erhaltene S51 werden bspw. schon mehr
als 3000€ aufgerufen und selbst total runtergekommene Schrottmühlen
bekommt man kaum unter 1500€. Billiger wirds nur, wenn keine originale
ABE dazu geliefert und auch nicht vom KBA ersatzweise ausgestellt wird.
Das betrifft z.B. reimportierte Simsons, die ursprünglich von der DDR
direkt ins Ausland verkauft wurden (Ungarn-Mopeds, Augen auf beim
Kauf!). Diese darf man legal nur per Einzelabnahme auf die Straße
bringen und auch nur mit max. 50km/h. Natürlich erlischt die ABE bei
erheblichen Umbauten wie einem Umbau auf E-Antrieb. Das Fahrzeug
unterliegt dann den aktuellen Bestimmungen, muß also zur Einzelabnahme
und darf nur 45km/h fahren. Ich halte es für Frevel höchsten Grades,
originale "DDR"-Simsons für E-Umbauten zu opfern. Wer sowas vor hat,
sollte wenigstens ein "Ungarn-Moped" dafür nehmen. Wirtschaftlich macht
das aber kaum Sinn.