Schieflast im Stromnetz

Gast #6754166
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Lange ist es her da hat man mir beigebracht das eine Schieflast nicht 
gut ist. Schon bei 15% sollen Generatoren Probleme bekommen.
Wie funktioniert also unser Stromnetz?
Ich kann jederzeit viele Kw auf einer Phase verbrauchen und niemand 
schreibt mir vor an welche Phase nun mein Herd angeschlossen wird. 
Genauso könnte ich mein gesamtes Haus auf eine Phase klemmen.
Ist es Zufall das das trotzdem funktioniert? Weil zufällig die Nachbarn 
auf den anderen Phasen sind?
Gibt es dazu eine art Regelungstechnik?
(Firma: Funkenflug Industries) #6754174
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Da gibts Regeltechnik, lustigerweise arbeitet jede Drehstrommaschine, 
die direkt am Stromnetz hängt, als Phasenschieber. Das kann man aber 
auch mit Halbleitertechnik machen, HGÜ-Systeme können sowas 
kompensieren, PV-Parks auch wenn man sie dafür ausrüstet.
#6754411
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Gustavo schrieb:
> Ich kann jederzeit viele Kw auf einer Phase verbrauchen und niemand
> schreibt mir vor an welche Phase nun mein Herd angeschlossen wird.
Wenn das ein 22 kW Herd ist, schon. Alles was mehr als 16A auf einer 
Phase macht, ist kein moderner Haushaltsanschluss mehr.
Bitte die TAB des Netzbetreibers beachten.
Haushaltsgeräte unterliegen der CE Kennzeichnungspflicht und in den 
Normen steht genau drin wie das Ding sich Anschlussseitig zu verhalten 
hat.

> Genauso könnte ich mein gesamtes Haus auf eine Phase klemmen.
Nein. TAB sind zwingend zu beachten.
Wenn du das nicht machst, wirst du abgeklemmt. Wenn die 
Endverbraucheranschlüsse entgegen der TAB erstellst, bist du deine 
Konzession los. Dann kannst du als Elektrikker Wohnzimmerlampen 
aufhängen.

> Ist es Zufall das das trotzdem funktioniert?
Nein. Es gibt Normen es gibt Netzanschlussbedingungen (TAB).
Wenn man ausreichend viel Leistungsbedarf (z.B. eine Kupferhütte) hat, 
dann verhandelt man das.

> Weil zufällig die Nachbarn auf den anderen Phasen sind?
Nicht zufällig, sondern geplant.

> Gibt es dazu eine art Regelungstechnik?
Auch das. Siehe andere Beiträge.
#6754417
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Dergute W. schrieb:
> Moin,
>
> Ich hab' da so ein Latrinengeruecht
kein Latrinengerücht, Das ist Stoff von E-Maschinen I. Normal noch bevor 
man von dem sich drehenden Transformator (aka Asynchronmotor) hört.

> dass ein Trafo
> Dreieck:Zickzack alle moeglichen Unsymmetrien symmetrieren kann.
Wenn der Trafo so gebaut ist, kann er das. Das braucht mehr Blech und 
hat höhere Verlustleitung gegenüber einfacheren Bauweisen.
Gast #6754443
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Hermann Kokoschka schrieb:
>> Da wird immer mal wieder gedreht!
> Wie "immer mal wieder"?
> Und plötzlich drehen Maschinen dann spontan anders herum?

Es ist egal, ob Du die drei Klemmen der Motors auf L1-L2-L3 legst oder 
an L2-L3-L1, das Drehfeld ändert sich nicht.

Sebastian L. schrieb:
>> Genauso könnte ich mein gesamtes Haus auf eine Phase klemmen.
> Nein. TAB sind zwingend zu beachten.

Als ich mein älteres Haus gekauft habe, war das komplett mit 36 Ampere 
(8 kW) auf einer Phase, obwohl der Hausanschluß 3x63A Drehstrom kann. 
Muß vor 50+ Jahren wohl zulässig gewesen sein.

> Wenn man ausreichend viel Leistungsbedarf (z.B. eine Kupferhütte) hat,
> dann verhandelt man das.

Dann wird man auch aus einer höheren Spannungsebene beliefert und hat 
die Umspanntechnik auf dem Werksgelände.
#6754908
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Manfred schrieb:

> Als ich mein älteres Haus gekauft habe, war das komplett mit 36 Ampere
> (8 kW) auf einer Phase, obwohl der Hausanschluß 3x63A Drehstrom kann.
> Muß vor 50+ Jahren wohl zulässig gewesen sein.

Ja, historisch war so manches anders. VDE-AR-N 4100 hat sich im Laufe 
der Jahre gewandelt. Änderungen gelten meist aber nur Neuanschlüssen. Es 
gibt Bestandsschutz.
Die jüngere Geschichte der VDE-AR-N 4101
VDE-AR-N 4101 Anwendungsregel:2019-04
VDE-AR-N 4101 Anwendungsregel:2015-09
VDE-AR-N 4102 Anwendungsregel:2012-04

Normal beginnt die Arbeit mit der Revision bei Inkrafttreten. Alle 3..5 
Jahre gibt es dann was neues.
Gast #6755262
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Sebastian L. schrieb:
> Dergute W. schrieb:
>> Moin,
>>
>> Ich hab' da so ein Latrinengeruecht
> kein Latrinengerücht, Das ist Stoff von E-Maschinen I. Normal noch bevor
> man von dem sich drehenden Transformator (aka Asynchronmotor) hört.

Wie kann man nur hier die Ironie nicht erkennen?

>> dass ein Trafo
>> Dreieck:Zickzack alle moeglichen Unsymmetrien symmetrieren kann.
> Wenn der Trafo so gebaut ist, kann er das. Das braucht mehr Blech und
> hat höhere Verlustleitung gegenüber einfacheren Bauweisen.

Kommt drauf an: Mit genug Blech (und Draht) geht das schon
(und jetzt komm mir bloß nicht mit den Leerlaufverlusten).

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