Wann wird eine Kaskadierung von FI-Schutzschalter durchgeführt? In meiner Anlage befinden sich drei dieser Schalter. - 100mA für Solaranlage (wurde wegen Fehlauslösungen von 30 auf 100mA getauscht) - 30mA Wohnbersich mit Steckdosen und Beleuchtung ein dritter FI mit 100mA ist beiden vorgeschaltet. Ist dieser überhaupt notwendig, oder könnte dieser gegen einen Trennschalter getauscht werden? Die beiden FI's sind über ein 20m langes Erdkabel mit dritten FI verbunden.
Gast
#6775423
FI-Schalter arbeiten nicht selektiv, es kann also sein, dass der am nächsten beim Zähler auslöst und damit alles dunkel ist. Besser die 3 FI jeweils in getrennte Teilnetze einspeisen lassen. Vorgeschaltete (100mA) FI als Brandschutz, näher am Verbraucher als Personenschutz ist möglich Wenn ein 30mA FI auslöst, nicht gegen 100mA tauschen, sondern die Ursache finden. Ist die Ursache Ableitstrom von hunderten von Kleinverbrauchern, schaltet man die meisten besser aus.
MaWin schrieb: > FI-Schalter arbeiten nicht selektiv, es kann also sein, dass der am > nächsten beim Zähler auslöst und damit alles dunkel ist. "Normale" FIs sind nicht selektiv, ja. Für Zwecke wie den des TO gibt es allerdings sehr wohl selektive FIs, eben aus genau diesem Grunde. Sind nur nicht gerade billig. Ob es das hier braucht, ist allerdings eine andere Frage. Letztlich schützt der vorgeschaltete FI ja "nur" das Erdkabel zusätzlich. Nun käme es eben darauf an, wie der konkrete Aufbau aussieht, d. h. Querschnitt der Zuleitung, verfügt die Unterverteilung über einen separaten Erder usw. Am besten mal einen Elektriker drüber schauen lassen, eben mit dem Vermerk, dass das aktuell nicht selektiv, ergo grob widersinnig, ist.
Gast
#6775768
Kaskadierung FI-Schutzschalter Gerald K. schrieb: > ein dritter FI mit 100mA ist beiden vorgeschaltet. Ist dieser überhaupt > notwendig, oder könnte dieser gegen einen Trennschalter getauscht > werden? FI-Schalter oder besser RCD werden in End-Stromkreisen in der UVT platziert, in einer HVT nur wenn dort auch End-Stromkreise auflaufen, also nach dem Prinzip ist das völlig unsinnnig, oder wer hat das so gebaut?
Gast
#6775787
Jemand schrieb: > in einer HVT nur wenn dort auch End-Stromkreise auflaufen Stimmt nicht ganz. Im TT Netz kann es nötig sein, eine längere Zuleitung zur UV mit einem selektiven RCD zu schützen.
Gast
#6775793
Der erste RCD ist nur Brandschutz. Für den gibt es auch zeitverzögerte Ausführungen, damit ist selektivität hergestellt. Der RCD für solar ist ein Typ B, der muß auch bei Gleichfehlerströmen auslösen. In AT sind hier 100mA vorgegeben. Ist der RCD am Zähler Typ AC oder A, ist immer noch selektivität gegeben, jedenfalls für die Solar-typischen Fehlerströme.
Andre schrieb: > Stimmt nicht ganz. Im TT Netz kann es nötig sein, eine längere Zuleitung > zur UV mit einem selektiven RCD zu schützen. Im TT-System geht es vorallem darum die Abschaltzeiten bei Erdschluss zu erreichen, da nicht gewährleistet werden kann, das durch die Überstromschutzeinrichtung, der zum sicheren abschalten benötigte Strom fließt. Leitungsschutz wird aber eher durch Sicherungen / Leitungsschutzschalter realisiert. Darum ist der erste RCD in der Anlage, mit hohem Nennfehlerstrom für das sichere Abschalten bei Erdschluss verantwortlich, auch für Stromkreise, die man normalerweise nicht über RCD betreiben würde. Aller weiteren RCD mit <=30mA Nennfehlertsrom dienen vorallem dem Personenschutz!
Helge schrieb: > Der RCD für solar ist > ein Typ B, der muß auch bei Gleichfehlerströmen auslösen. Die meisten modernen Wechselrichter haben eine Gleichfehlerstromerkennung bereits eingebaut, so wie auch viele Wallboxen.
Gast
#6775814
Hier zumindest noch nach alter Regel, also externem RCD. Obwohl die Inverter selber gleichfehler erkennen können, haben einige (viele) noch die vorgabe eines externen chalters.
Danke für die zahlreichen Erklärungen und Tipps. Die Arbeiten an der Fotovoltaikanlage wurde von einem, vom Errichter, beauftragten Elektiker durchgeführt. Nach dem der ursprüngliche 30mA FI mehrmals auslöste, wurde er vom Elektriker (Garantiefall) auf eine 100mA FI getauscht. Iststand: - FI der Fotovoltaik Eaton FI 100mA 40/2/01-G - FI nach dem Stromzähler F&G 100mA 40/4/0,1-S/A Es hat innerhalb eines Jahres nur mehr einmal der FI nach dem Stromzähler ausgelöst, wobei neben der Fotovoltaik auch der Strom im gesamten Haus ausgefallen ist. Vor dem Tausch des 30mA FI's der Fotovoltaikanlage ist nur diese ausgefallen. Die Zuleitung vom Versorger ist eine Freileitung, zwischen FI beim Zähler und den FI's im Haus ein Erdkabel (ca. 20m). Die Ausfälle standen nicht im Zusammenhang mit einem Gewitter. Vor der Errichtung der Fotovoltaik hat es keine Probleme mit den FI's gegeben.
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