Relais Induktivität

Gast #6787734
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Hallo zusammen,

wenn ich ein Relais abschalte, muss ja der Spulenstrom irgendwo hin. Ich 
wollte jetzt mal berechnen, wieviel Energie da überhaupt gespeichert ist 
und habe mit einem LCR Meter L messen wollen. Allerdings wird mir da 
sowas wie 150 mH angezeigt, was mir irgendwie völlig unsinnig erscheint?

Muss ich noch andere Parameter berücksichtigen? Irgendwo habe ich mal 
was von Güte gelesen, so dass mH nicht gleich mH sind?
Gast #6787745
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Jan schrieb:
> Allerdings wird mir da sowas wie 150 mH angezeigt, was mir irgendwie
> völlig unsinnig erscheint?

Kann sein. Je nach dem ob die Spule anzieht oder nicht ist die 
Induktivität grob unterschiedlich (Luftspalt).

> Irgendwo habe ich mal
> was von Güte gelesen, so dass mH nicht gleich mH sind?

Unsinn. Bei der Güte geht es darum, wie weit die Spannung im 
Abschaltmoment steigt, auf das 20 oder 100-fache, weil die Energie aus 
dem Magnetfeld in die awicklungskapazität umgeladen wird.
#6787746
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Jan schrieb:
> wenn ich ein Relais abschalte, muss ja der Spulenstrom irgendwo hin. Ich
> wollte jetzt mal berechnen, wieviel Energie da überhaupt gespeichert ist
> und habe mit einem LCR Meter L messen wollen. Allerdings wird mir da
> sowas wie 150 mH angezeigt, was mir irgendwie völlig unsinnig erscheint?

Nö,

und Du wirst feststellen wenn der Anker angezogen ist am Relais 
verändert sich die Induktivität drastisch.

Messung der Eenrgie ist praxisrelavanter.


> Muss ich noch andere Parameter berücksichtigen?

den Spulenwiderstand.

> Irgendwo habe ich mal
> was von Güte gelesen,

das gehört auch "irgendwo anders"  hin.


> so dass mH nicht gleich mH sind?

ein mH ist ein mH ist ein mH...
Gast #6787795
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Jan schrieb:
> Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so viel ist. Da brauche ich ja
> 500uF, um den Spannungsanstieg auf 1V zu begrenzen, wenn man von 5V
> Versorgungsspannung ausgeht...

Warum willst du den Spannungsanstieg mit einem Kondensator begrenzen? Da 
bietet sich z.B. eine (Freilauf-)Diode an.
Gast #6787803
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Jan schrieb:
> Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so viel ist. Da brauche ich ja
> 500uF, um den Spannungsanstieg auf 1V zu begrenzen, wenn man von 5V
> Versorgungsspannung ausgeht.

Ja nun, der Elko wäre ähnlich gross wie die Relaisspule, warum soll das 
nicht passen ?
(Firma: egal) #6787804
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Jan schrieb:
> Gesucht: Wieviel Energie muss ich im Abschaltmoment speichern?

Jan schrieb:
> Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so viel ist. Da brauche ich ja
> 500uF, um den Spannungsanstieg auf 1V zu begrenzen, wenn man von 5V
> Versorgungsspannung ausgeht...

Du willst wirklich die Energie speicher? Spulen-Energie harvesting wäre 
wirklich mal was neues.

Solte wohl eher so sein:
"Gesucht: Wieviel Energie muss ich im Abschaltmoment vernichten?"

Begrenzen tut man sowas in der Regel mit einer (Freilauf)Diode:
- https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzdiode
Gast #6788075
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Je nach dem, wie viel Spannung die ansteuernden Transistoren vertragen 
genügt oft auch ein simpler Widerstand parallel zur Spule.

Mangels Know-How würde ich den passenden Wert experimentell ermitteln.
Gast #6788078
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von Jan schrieb:
>Freilaufdiode geht aber nicht bei bistabilen Relais mit nur einer Spule,

Die Transistoren die die Polaritätsumschaltung machen,
bekommen in diesem Fall antiparallel geschaltete Dioden
an Emitter-Kollektor, damit sie nicht in den Inversbetrieb
kommen. Über diesen Dioden entläd sich dann die in der Spule
gespeicherten Energie.
#6788384
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Jan schrieb:
> Das ist das, was mir das LCR Meter U1733C bei f=120 Hz angezeigt hat.
> Ich bin mit dem Teil aber noch nie richtig warm geworden.....

Das paßt schon.

In der Praxis, d,h, wenn der Anker des Relais angezogen hat, sinkt die 
Induktivität auf einen Bruchteil davon. Ich habe da mal vor Jahren 
Messugne gemacht, müßte ich mal wieder raussuchen.


Die Empfehlung der Freilausdioden wurde ja schon gegeben.
Ebenso der Parallelwiderstand (bei Deiner Anwendung empfehle ich 150 bis 
220 Ohm 0.5  Watt) macht es noch einfacher, denn dann benötigst Du nur 
ein Bauteil. Und mußt dich nicht mehr um Polung kümmern,

Den Widerstand dicht an der Spule verbauen (= kurze Zuleitungen wählen).
Gast #6788424
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Jan schrieb:
> Freilaufdiode geht aber nicht bei bistabilen Relais mit nur einer Spule,
> d.h. mit nur zwei Pins, bei denen man die Stromrichtung umpolen muss.
Hallo,

bei einem bistabilen Relais habe ich noch nie eine Freilaufdiode 
benutzt.
Vorausgesetzt man muß nicht alle 100ms schalten.

Anbei eine Simulation mit einem AVR-Ausgang "hochstrom = 40 mA" die 30 
Ohm sind in etwa der Innenwiderstand des AVR.
Der Elko ist so dimensioniert daß auf jeden Fall die 5ms Schaltzeit des 
Relais überbrückt werden.
Man sieht daß am Prozessorpin (Vuc) keinerlei Überspannung auftritt.

Gruß Anja
Angehängte Dateien:
Gast #6788463
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Danke. Ja, dann kann man direkt mit einem AVR-Ausgang schalten, der 
Spitzenstrom ist unter 25mA.
Der TO redete von 200mA und 25Ω an seinem Relais. Das Prinzip bleibt 
jedoch.

Der Vorteil der Kondensatorlösung ist u.a. tatsächlich der, dass keine 
Freilaufdioden notwendig sind, denn die Überspannung an Spulen tritt nur 
auf, wenn der Strom schnell abgeschaltet wird. Hier ist es aber der 
Lade- bzw. Entladestrom des Kondensators und der ist naturgemäß 
gemütlich im Verlauf und somit auch der Strom durch die Spule ...
#6788469
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Anja schrieb:
> bei einem bistabilen Relais habe ich noch nie eine Freilaufdiode
> benutzt.
> Vorausgesetzt man muß nicht alle 100ms schalten.

HildeK schrieb:
> Hier ist es aber der
> Lade- bzw. Entladestrom des Kondensators und der ist naturgemäß
> gemütlich im Verlauf und somit auch der Strom durch die Spule ...


Genau das trifft zu.
Also ohne C-Schaltung gilt das oben Erwähnte:
: Parallelwiderstand einbauen. Oder Freilaufdiode(n).
Gast #6788525
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Jan schrieb:

> wenn ich ein Relais abschalte, muss ja der Spulenstrom irgendwo hin. Ich
> wollte jetzt mal berechnen, wieviel Energie da überhaupt gespeichert ist
> und habe mit einem LCR Meter L messen wollen. Allerdings wird mir da
> sowas wie 150 mH angezeigt, was mir irgendwie völlig unsinnig erscheint?

Nein, das passt schon. Ein Omron G5V-1, so ein kleiner Zuckerwürfel, ist 
in der 5V-Version mit 290 mH abgefallen und 150 mH angezogen 
spezifiziert. Die 24V-Version kommt schon auf 6,6 H abgefallen und 3,5 H 
angezogen. Henry, nicht Milli oder Mikrohenry. Insofern war die 
Freilaufdiode schon eine gute Erfindung.
Gast #6788549
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> Ein Omron G5V-1, so ein kleiner Zuckerwürfel, ist
> in der 5V-Version mit 290 mH abgefallen und 150 mH angezogen
> spezifiziert.

Habe ich während über 30 J. genau andersrum realisiert.

Übersetzungsfehler? Neue Baerbocksche Physik?

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