Wie funktionert das mit dem E-Lenkdrachen

Gast #6788340
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Hallo,

in einer Wissenschaftssendung gesehen: Da lässt man einen Lenkdrachen
(eine Art Gleitschirm) steigen und erzeugt damit Strom, weil die sich
abwickelnde Leine einen Generator antreibt. Dann wird der Drachen
elektrisch wieder eingeholt, um ihn danach wieder ausfahren zu
lassen. Am Ende soll Strom übrig bleiben.

Das ist, wie wenn ich mit einem E-Auto einen Berg hinauf fahre und 
wieder hinunter, und am Ende mehr Energie im Akku habe, als vorher.

Wurde das Perpetuum Mobile erfunden?

Herbert
Gast #6788352
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Schau Dir ein Video an: Der Drachen fliegt eine Art Dreieck:

a) Ausfahren des Seils (in Windrichtung = Energieerzeugung)
b) Flug relativ quer zum Wind (ein Kreissegment, daher kein wirkliches 
Dreieck)
c) Einziehen des Seils (quer zum Wind, also mit viel weniger Kraft = 
Energie)

und los von Neuem.
(Firma: egal) #6788356
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A. S. schrieb:
> Schau Dir ein Video an: Der Drachen fliegt eine Art Dreieck:
>
> a) Ausfahren des Seils (in Windrichtung = Energieerzeugung)
> b) Flug relativ quer zum Wind (ein Kreissegment, daher kein wirkliches
> Dreieck)
> c) Einziehen des Seils (quer zum Wind, also mit viel weniger Kraft =
> Energie)
>
> und los von Neuem.

Hier ist das verfahren etwas genauer beschrieben:
- 
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Nordfriesland-Energieerzeugung-mit-Drachen,skysails134.html

Interessant ist vorallem dieser Satz hier:
"Nur ein Teil der Energie, maximal zehn Prozent, wird benötigt, um den 
Drachen wieder einzuholen."
Gast #6788357
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Was ist eigentlich aus den großen Lenkdrachen geworden die Frachtschiffe 
übers Meer ziehen können, jedenfalls als Unterstützung für den 
eigentlichen Schiffsdiesel? Davon hört man gar nichts mehr.
#6788382
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Ich schrieb:
> Möglicherweise ist da der Flettnerrotor einfacher und praktikabler.

Vermutlich nicht, da er sich auch nicht durchgesetzt hat. Auf 
Containerschiffen würde er auch die Lade-und Entladevorgänge ziemlich 
stören und braucht sehr viel Platz, die man besser mit Containern 
vollstopft, des Profits wegen. Andere Waren, wie Kaffee z.B. kann man 
heute schon per Segelschiff geliefert bekommen. Ist halt dann aber nur 
was für echte Enthusiasten, da es natürlich einen ziemlichen Aufpreis 
mit sich bringt. Es ist ja nicht nur der Transport, der mit Segelschiff 
deutlich langsamer und, da weniger Ware mit mehr Personal transportiert 
werden muss auch deutlich teurer pro Seemeile ist, auch das Umschlagen 
der Ladung ist Zeit- und Arbeiterintensiver. Es sind halt Welten 
zwischen: einen Laderaum mit Säcken zu leeren oder 3 Container von Board 
zu hieven. Ersteres wird vermutlich mindestens 30 Minuten dauern, 
während die 3 Container in vermutlich maximal 3 Minuten gelöscht und 
möglicherweise schon umgeladen sind.
Gast #6788426
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Christian B. schrieb:
> Andere Waren, wie Kaffee z.B. kann man
> heute schon per Segelschiff geliefert bekommen.
"Schon". Von diesen 'Segelschiffen' habe ich auch schonmal gehört. Die 
scheinen sich aber noch nicht so durchzusetzen, so oft sieht man die 
noch nicht in Güterhäfen. :D

Herbert C. schrieb:
> Wurde das Perpetuum Mobile erfunden?
Der Fachausdruck ist 'Freie-Energie-Generator', wobei die freie 
(kostenlose) Energie in dem Fall die Windenergie ist.
Persönliche Seite #6788509
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Da gab es auch eine zweite noch verrücktere Variante. Der Drachen wird 
dabei nicht eingeholt und er hat noch Propeller. Der Wind hält das Ganze 
nur oben und das Flugobjekt beschreibt einen Kreis am Halteseil vor dem 
Mast. Die Propeller werden beim kontrollierten Herunterfallen zur 
Stromerzeugung genutzt. Dann treibt der Wind es wieder nach oben.

Außer fantastischen Rechnungen und ordentlicher Geldvernichtung kam 
nichts dabei herum. In der Reportage (Arte?) war es auch arge 
Bastelei…gehört deshalb unbedingt hier her. (Mal eben noch im Flug live 
den Python-Code vom verfriemelten Wechselrichter aktualisieren und fast 
alles abfackeln.)

https://alamedapointenviro.com/2020/10/24/makani-energy-lost-its-green/
https://noharm.co/kites-of-renewable-energy-generate-wind-power-by-flying-through-the-air/
Gast #6788553
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Walter K. schrieb:
> mit
> einem energiespendenden  Drachen über dem PV Daches des eigenen
> schlichten Einfamilienhauses

Drachentypisch funktioniert das so nicht, der Drachen zieht seine Kreise 
über den Häusern anderer - die werden sich bedanken. Wie das rechtlich 
aussieht will ich garnicht erst wissen.

Georg
(Firma: Funkenflug Industries) #6788710
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Das lohnt sich auch alles nicht. Damit man mit Wind richtig Strom 
erzeugen kann, braucht man viel Fläche. Also entweder wirklich große 
Windräder (die dann auch den Wind in größerer Höhe nutzen wo er stärker 
und konstanter weht) oder mit so einem Drachen müsste der auch 
entsprechend groß sein. Ansonsten kommt wieder nur Strom in 
homöopatischen Mengen raus, taugt als Schülerexperiment, aber nicht um 
kostengünstig und zuverlässig Strom aus Wind zu erzeugen.
Gast #6788783
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Wird natürlich nicht als nennenswerter Energielieferant taugen. Dass das 
ganze am Rand des Windfensters eingeholt wird wurde ja gesagt, ich bin 
mir nur nicht sicher ob explizit genug.
Einen Vorteil ergibt sich bei einem Drachen dadurch, dass er 
naturbedingt in größere Höhe kommt als jetzt eine Windkraftanlage. 
Braucht aber auch viel Sicherheitsraum in Lee und ich glaube 20 
Riesendrachen mit 300 m Leine, die schön synchron ihre Schleifen drehen 
sind noch etwas nerviger, als Windparks.
Finde trotzdem gut wenn auch mal zunächst absurde Ideen durchdacht 
werden.
Gast #6788816
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kite ho schrieb:
> Finde trotzdem gut wenn auch mal zunächst absurde Ideen durchdacht
> werden.

Also dann starten wir mal einen Wettbewerb mit absurden Ideen.
Dem Gewinner winkt die foreneigene Ehrennadel in Gold zum Anstecken.

Meine Idee:

Mit einem Segelflugzeug mittels Windenstart aufsteigen, die Thermik 
nutzen bis 5.000 Meter über Grund, dann den großen Propeller ausfahren 
und im Winkel von 45° nach Stuka-Manier gen Boden. Nach der Landung die 
erzeugten Elektronen ausladen und dann ist der nächste dran. Das wäre 
sicher ein Heidenspaß. Überlandflüge sind dann Geschichte.
Gast #6788853
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Egon U. schrieb:
> Bevor der Nächste starten kann, musst du die ausgeladenen Elektronen in
> die elektrische Winde einfüllen

Für solche Winden haben sich V8-Motoren aus alten US-Strassenkreuzern 
bewährt. Allerdings könnte man damit auch gleich einen Generator 
antreiben. Macht aber nicht soviel Spass wie mit einem Flugzeug.

Georg
#6789303
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Herbert C. schrieb:
> in einer Wissenschaftssendung gesehen: Da lässt man einen Lenkdrachen
> (eine Art Gleitschirm) steigen und erzeugt damit Strom, weil die sich
> abwickelnde Leine einen Generator antreibt. Dann wird der Drachen
> elektrisch wieder eingeholt, um ihn danach wieder ausfahren zu
> lassen. Am Ende soll Strom übrig bleiben.

Blöd ist dann nur, wenn es eine Flaute gibt - dann bleibt der
Energiespender am Boden, aber mit Hilfe einer KI lässt sich der
sicher wieder hochstarten, wobei die KI dann kontrolliert den Drachen
bei Wind wieder steigen lässt, und zwar nicht zu schnell oder zu
langsam, quasi ein MPP - Drachenregler...

Denn "Schlupf" sollte man aber unbedingt einbeziehen (siehe Datenblatt
des Seils) um eine möglichst ripplfreie Spannung zu gewährleisten...

Mit einem Arduino sicher kein Problem!
Sind nur ein paar Programmzeilen...

Also ein gutes Projekt...

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