Hallo Forum,
ich hoffe sehr, nicht wegen des Scope-Themas direkt eine Niete zu
produzieren :-)
Also es geht bei mir darum, dass ich generell ein Picoscope (ps5444d
mso) für mich ins Auge gefasst habe. Ich kann mich aber nicht in letzter
Konsequenz zum Kauf durchringen und reibe mich immer wieder an Fragen
und Punkten, darum suche ich Antworten und Rat Dritter. Irgendwie finde
ich den Preisrahmen persönlich um so gut 500 Euro zu hoch angesetzt,
vielleicht spielt das ja auch eine Rolle. Ich bin auch etwas unsicher
wegen der Hardware Plattform. Das Gerät basiert auf Spartan 6, also
schon nicht mehr taufrisch und daher sind die Reserven für Änderungen an
der Hardware (die vielleicht den einen oder anderen Punkt betreffen)
wohl nicht realisierbar. Einfach weil das fpga vermutlich ausgeknautscht
ist.
Aber zu den Fragen:
Die Picoscopes haben segmentierten Speicher, so viel habe ich ja noch
selber herausgefunden. Man kann einstellen, wie viele Scans maximal
mitgespeichert werden können und wenn man das livebild ausschaltet und
auf fast acquisition geht, werden die Frames auch mit Verzicht auf
Bilder schnell gefüllt. Bei einem Projekt hatte ich es mit einer
seriellen Übertragung kurzer schneller Bursts zu tun. Also kurze
Telegramme und einige 10-100 ms Pause. Wenn ich die Telegramme in
segmentierten Speicher lege, frage ich mich ob ich die segmentierung
dann quasi transparent machen kann, so dass ich die Nutzdaten
hintereinander einsehen kann ohne jetzt einen Frage nach dem anderen
durch zu schalten. Zudem wäre dort Triggerung auf ein bestimmtes
Bus-Wort natürlich nötig bis hilfreich. Ich gehe zwar davon aus, aber
frage euch auch noch mal ob das Picoscope auf dekodierte Daten triggern
kann. Ich hatte mir für dieses Projekt ein Digital Discovery gekauft.
Das hat relativ viel Speicher, kann aber nicht segmentieren, und
funktionierte in dem Fall. Aber viel Luft war da nicht.
Auch wenn es an der Natur von usb Scopes liegen wird: ich bin mit der
strikten Trennung von 'normalem' und 'persistenz' Modus nicht so
glücklich. Auf der Arbeit habe ich meistens eine gute Zeit eingestellt,
das bin ich gewohnt und irgendwie fühlt sich das so an, als ob ich für
alle Eventualitäten gerüstet bin. Ist bei den Picos nun mal nicht und
man würde sich wohl auch dran gewöhnen. Aber das sind dann nur 2k
Samples und da kommt der Punkt mit dem Spartan 6 - denke das werden die
nicht ändern können, weil einfach nix mehr an Ressourcen frei ist.
So richtig habe ich nichts darüber gefunden, wie es mit dem
Eingangsrauschen des Frontends oder auch des ADC aussieht. Hier im Forum
hab ich beides gefunden: einmal dass picoscopes überdurchschnittlich
geringes Rauschen zeigen und in einem anderen Thread das Gegenteil. Vir
allem beim 5000. Kann da jemand was zu sagen?
Leider sind es nur 1 Gs/s, für alle Kanäle. Da könnte ich mir denken
(also eine Stufe weniger als vorstellen), dass es das eine oder andere
mal knapp wird, wenn es um digitale Komponenten geht so etwas wie jitter
beurteilen zu können. Ich wette aber, dass von euch so gut wie nie einer
durch die 250 MS/s max eingeschränkt wurde, oder kann jemand da etwas
berichten?
Super gut finde ich aber, dass die Logic für die MSO Ports im Gerät
sind. Gegenüber den externen Logic Ports ist das ja super angenehm, da
könnte man ja einfach mit jumper wire aufs Breadboard gehen, wenn man
bastelt.
Die variable Auflösung würde ich ja mal als DAS Argument sehen und weil
ich merke, dass ich im analogen Sektor Interessen entwickle natürlich
reizvoll. Ab 12 bit sind da zwar auch die Einschränkungen zu merken,
aber das ist natürlich auch eine Hausnummer.
Von daher wäre für mich eine Revision V2 des Oszilloskops vielleicht
perfekt und dann würde mir der angepeilte Preis auch kein Stirnrunzeln
verursachen.
Vielleicht ist jemand da der nüchterne Informationen geben kann oder
auch seine subjektive Sicht beschreibt, denn ihr merkt ja: Ja! Nein! ich
meine... ;-)
danke euch Seppl
Servus
ich kann gar nachvollziehen, wieso man sich für diese Kohle nicht ein
"richtiges" Oszi kauft, statt eines virtuellen. Ich habe so ein billiges
virtuelles von OWON. Hat keine 200€ gekostet und reicht für meine
Bedürfnisse. Also checke mal, was du überhaupt brauchst und beantworte
dir, wieso das ein virtuelles sein muss. Du hast immer 2 Teile, und ich
finde das schon nervig. Vorallem weil mein Notebook schon alt ist un der
Akku dauernd leer. Aber der Geiz....
Gruß
Gerhard
Hi,
das hin und her bzgl. usb scope und benchtop habe ich (natürlich) auch.
Das wollte ich nur bei der Diskussion um technische Sachen herauslassen.
Ich finde den Preis ja um gut 500 Euro zu hoch angesetzt, sonst würden
manche Bedenken wohl weggewischt. Ich sehe nicht nur die Vorteile und
Frage mich (viel) mehr als gut wäre, was denn jetzt eigentlich richtig
ist. Von daher finde ich solch subjektive Sachen immer informativ und
hilfreich.
Das genannte ps5000 hat auch Vorteile gegenüber einem Tisch-Oszilloskop.
Vor allem der umschaltbare ADC und ein 'richtiges' Frontend gegenüber
den billigen usb Versionen. Und, hey, passives Design...ist das nicht
ein Traum?
Ich sehe auch Nachteile beim Picoscope. Natürlich. Die Demo Software
lässt meinen Computer schnell mal aufbrausen - passive Kühlung dahin ;-)
Hallo,
viele Fragen. Alle kann ich auch nicht beantworten.
- Triggern auf serielle Daten geht (derzeit) definitiv nicht. (das müßte
ja im FPGA Programm realisiert werden).
- Rauschen ist hauptsächlich eine Frage der Bandbreite. Das Rauschen ist
bei den PicoScopes zumindest mal spezifiziert (70uV im 16 Bit mode im
empfindlichsten Bereich). Gegenüber unserem 1 GHz Tektronix ist das
Rauschen sehr gering. (muß ja so sein sonst könnte man die höhere
Auflösung von bis zu 16 Bit gar nicht nutzen). Es hängt natürlich auch
vom Aquisition mode ab (Mittelung von Messwerten). Beim PicoScope kann
man nachträglich auch noch digital filtern was ich bei analogen
Messungen (1/f Rauschen) gerne nutze.
- Was häufig auch nicht spezifiziert wird ist der Abtastjitter des
Scopes. (3 ps beim PS5444D)
- Ich frage mich wie Du Dir die "transparente Segmentierung" vorstellst.
Da müßte ja jedes Sement einen (hochauflösenden) Zeitstempel haben.
Soweit ich das sehe sind die Segmente jeweils unabhängig voneinander.
Auf der anderen Seite hatte ich dank des Speichers nie die Notwendigkeit
für Digitale Aufzeichnungen zu segmentieren.
Solche Fragen würde ich hier stellen:
https://www.picotech.com/support/forum16.html?sid=
Manchmal wird eine Anregung ja auch in einer der nächsten SW-Updates
eingebaut.
Ich messe hauptsächlich analoge Schaltungen mit dem PS5444A habe daher
keine Einschränkungen mit der Abtastrate. Insofern ist die PS5444D
Variante bereits schon die Rev V2. (Hauptänderung ist die USB 3.0
Schnittstelle).
Die Preise haben sich vor dem Brexit drastisch erhöht.
Hallo Seppl,
das PS5444D MSO verwende ich in der Firma als HW-Entwickler.
PS3203D MSO und PS2204A habe ich zu Hause.
Der Vorteil der PicoSope ist in meinen Augen, dass immer die gleiche,
kostenlose und sehr leistungsfähige Software auf dem PC läuft,
unabhängig vom verwendeten PicoScope.
Auf einem großen Bildschirm mit der Maus arbeiten zu können, möchte ich
nie mehr missen. Der PC mit seinen Bildschirmen läuft sowieso immer.
Auch die Möglichkeit die abgelegten Messdaten sehr komfortabel
nachträglich ohne irgendwelche Beschränkungen bearbeiten zu können,
empfinde ich als super: Nachträgliches Zoomen, verschieben der Kanäle,
nachträgliches Hinzufügen von Messkanälen etc.
Über USB wird auch nur der anzuzeigende Bildschirm übertragen, nicht die
vielen Megasamples. Insofern ist auch USB kein Flaschenhals.
CAN-Signale etc lassen sich kostenlos dekodieren.
Das Triggern auf einen definierten CAN-Bus-Wert geht allerdings nicht.
Mit dem "Spartan 6" habe ich keine Probleme. Das Gerät macht einfach,
was es soll.
Übrigens: Nachdem mein Rigol das zweite Mal defekt war (1x
unverschuldet), habe ich mir das PS2204A für 133 € gekauft, um die
PicoScopes zu testen. Dann folgten privat und beruflich die oben
genannten Geräte und ich bin sehr zufrieden.
Viel Erfolg!
HPC, was für Designs machst du beruflich mit dem Gerät? Komst du da
regelmäßiger in den Bereich der 250 MS/s für mehrere Kanäle?
Anja, bzgl. der transparenten Segmentierung genau so wie du sagst. In
erster Linie interessiert mich die 'Lücke' zwischen den Segmenten ja
nicht, diese können also einfach hintereinander in einem Datensatz
angezeigt werden und die Zeitstempel sind ja an sich impliziert
vorhanden.
Der Spartan 6 stört mich auch nicht im geringsten :-) Ich denke dabei
eher an die erweiterbarkeit der Firmware. Beispiel meine liebgewonnene
Persistenz. Selbst wenn Pico wollte, könnte da die Samplelänge doch
garantiert nicht aufgeblasen werden. Weil einfach das FPGA nix mehr frei
hat. Sprich: ja, das Scope tut was es soll, aber auch bei gutem Willen
kann an der Firmware nichts großes passieren und nur die PC Software....
naja die kann auch nicht alles.
Leider hat picotech es nicht nötig auf den asiatischen Promotion Zug
aufzuspringen. ;-) Ich kann gar nicht glauben, dass rein der Brexit für
den Preis verantwortlich ist.
Beruflich sind das Mikrocontrollerboards mit Analog- und Digitaltechnik
und Leistungselektronik mit MOSFETS. Die 512 MS (aufgeteilt auf die
verwendeten Kanäle) sind sehr hilfreich, wenn Fahrzeugmessungen über
etliche Sekunden gemacht werden. Ich kann mir (auch Wochen später) im
Detail ansehen, was mich (dann) interessiert. Für Schaltflankenmessungen
am MOSFET sind die 200 MHz grenzwertig, wenn man es genau messen will.
Dafür haben wir dann auch noch schnelle Oszilloskope. Aber der Anschluss
des Oszilloskopeanschlusses an die Messstelle ist dann auch nicht mehr
trivial. Eine schnelle Abtastrate hilft auch nichts, wenn nur noch
"Mist" gemessen wird.
Die 250 MS/s gelten für den 8-Bit-Mode bei vier Kanälen. Bei zwei
Kanälen sind es schon 500 MS/s etc. Das sind kleine Einschränkungen oder
eine geschickte Hardware-Ausnutzung, je nach Sichtweise.
Um die hohe Samplezahl von 512 MS aufnehmen zu können, musste ich
folgende Einstellungen machen:
- keine Messungen (Mittelwert, RMS oder ähnlich) aktiv
- keine SW-Auflösungserhöhung aktiv (Mittelwertbildung ausgeschaltet)
- Triggerung: Single
- kein geteilter Buffer eingestellt (d. h. kein segmentierter Buffer, d.
h. nur die letzte Messungen anzeigbar)
- streaming mode muss ausgeschaltet sein: Tools->Preferences->Sampling
and change the slow sampling transition time to 5S/div
Hilfreich ist auch die FFT-Funktion, mit der ich schon die Frequenz von
Quarzen (für unsere Anwendung genau genug) nachgemessen habe.
Einige Signale lassen sich oft auch digital messen, so dass die analogen
Eingänge für analoge Signale bereit stehen.
Für mich ist das 5444D MSO ein sehr, sehr gute Arbeitspferd für 99 % der
Aufgaben mit sehr guter, kostenloser Software mit allen Trigger- und
Dekodierfunktionen ohne Nachzahlung. Und die
8-Bit-ADC-Hardware-Auflösungs-Zeit ist endlich beendet.
Das 3203D MSO ist für zu Hause völlig ausreichend.
HPC schrieb:> - keine Messungen (Mittelwert, RMS oder ähnlich) aktiv> - keine SW-Auflösungserhöhung aktiv (Mittelwertbildung ausgeschaltet)
das kann man dann aber alles nachträglich bei der Auswertung aktivieren.
Ist in meinen Augen nur eine künstliche Einschränkung damit der
Bildaufbau bei der hohen Speichertiefe etwas "flüssiger" wirkt. Wobei
bei heutigen PCs die Mathematikfunktionen nicht mehr so zeitfressend
sind.
Gruß Anja
Hallo,
vielleich ist ein Kompromiss möglich.
Das PS 5244D MSO ist etwa 800€ günstiger als das PS 5444D MSO.
Unter "Dynamic performance (typical, analog channels)" gibt es Angaben
zum Rauschen.
Wenn ich mich richtig erinnere, sagt PicoTech, dass die individuellen
Werte bist 20% größer sein dürfen.
Wenn man die "Enhanced vertical resolution" verwendet, wird das Rauschen
entsprechend kleiner
Wenn ich mich richtig erinnere, haben die Segmente keinen Zeitstempel.
Die Eingangsempfindlichkeit läst sich nur grob Einstellen. Man kann also
durchaus ein Bit der Auflösung verlieren.
MfG
egonotto
Manfred L. schrieb:> Wenn ich mich richtig erinnere, haben die Segmente keinen Zeitstempel.
Zeitstempel gibt es schon. (s. Eigenschaften-Menü) allerdings leider
nicht hochauflösend.
Gruß Anja