Hallo,
Kleine KFZ Hochstrom-Relais gibts überall, z.B. FRC6BA-1 (150A).
Wieso gibts keine handlichen Schalter für solche Stromstärken? Wenn man
ab 32A aufwärts sucht, kommen mehr und mehr diese riesigen
Hauptschalter. Wenn die Kontakte in einem Relais 150A aushalten, warum
soll das für Schalter nicht auch gelten? Nur ... ich finde so gut wie
nix.
Ich brauche solche Schalter für den KFZ-Bereich, also 12V DC. 60A würde
schon reichen, aber relativ klein müssen sie schon sein.
mit Chance braucht man nur einen stärkeren Magnet an das Relais zu
halten.
ziemlich sicher dann,
wenn die Achse der Magnetspule nicht zu den Anschlüssen hin zeigt.
Und schon könnte man sich damit selbst eine Schaltmechanik bauen.
Danke, aber das sind alles keine Lösungen. "Magnet an Relais halten" ..
gehts noch gut? Bei Ebay & Co darf man bei solchen Stromstärken gar
nicht suchen, wie das Beispiel mit den 2500 A zeigt. Ohne
ernstzunehmendes Datenblatt schließe ich solche Schalter jedenfalls
nirgendwo an.
Ein Trennschalter für Beteriepole kommt als normaler Schalter natürlich
nicht in Frage, und ein Natoknochen ist auch nicht gerade klein. Es
sollen 4 Stück nebeneinander gesetzt werden können. Also Fazit, es gibt
solche Schalter nicht. Merkwürdig nur, dass es (relativ kleine) Relais
gibt, an den Kontakten liegt es daher schon mal nicht.
Vermutlich verkaufen sich solche Schalter nur schlecht, denn meistens
ist das Bedienfeld woanders, als die zu schaltende Last.
Beim Auto ist z.B. der Anlasser relativ weit vom Armaturenbrett
entfernt, da will man keine Daumendicke Kabel hin legen.
Andreas schrieb:> Wieso gibts keine handlichen Schalter für solche Stromstärken?
"handlich" ist relativ. Du kannst da keine "miniatur" Typen erwarten,
und für Leistungselektroniker ist schon ein "Natoknochen" handlich.
Gründe u.a.:
- Weil man die 'Physik doch als Grenze für die Größe hat.
- weil ein sog. 60A Kfz Relais meist nur 60A einschaltstrom kann, aber
max. 16A dauernd Belastung.
- weil kaum jemand sowas als Schalter braucht (stefanus hat ja ein
Beispiel genannt).
Andreas schrieb:> Danke, aber das sind alles keine Lösungen. "Magnet an Relais halten" ..> gehts noch gut?
in der Art schalte ich seit Jahrzehnten automatisch,
Immer wenn das Garagentor ganz offen ist,
ein Licht in der Garage ein.
Es sind zwar keine 150Ampere,
aber ansonsten geht es mir damit SEHR GUT!
Andrew T. schrieb:> dazu ein Kühlkörper um die 10W Verlustleistung abzuführen!
Es gibt auch niederohmigere, z.B. IRL40B209 (1mΩ).
Die Frage ist, wieviel Dauerstrom wird wirklich gebraucht.
Andreas schrieb:> Merkwürdig nur, dass es (relativ kleine) Relais> gibt, an den Kontakten liegt es daher schon mal nicht.
Das Problem ist die Trennstrecke. Was passiert, wenn jemand den Schalter
nur "sehr langsam" betätigt. Bei einem Relais hat man definierte
Schaltzeiten, bei einem Schalter nicht. Sowas benötigt einiges an
zusätzlicher Mechanik damit der Kontakt unabhängig von der
Betätigungsgeschwindigkeit des Schalters wird.
Irgend W. schrieb:> Das Problem ist die Trennstrecke. Was passiert, wenn jemand den Schalter> nur "sehr langsam" betätigt. Bei einem Relais hat man definierte> Schaltzeiten, bei einem Schalter nicht. Sowas benötigt einiges an> zusätzlicher Mechanik damit der Kontakt unabhängig von der> Betätigungsgeschwindigkeit des Schalters wird.
Das würde für die Natoknochen aber auch gelten. Aber egal, es gibt halt
nicht, was ich suche. Danke für die Antworten.
Andrew T. schrieb:> Andreas schrieb:>> Wieso gibts keine handlichen Schalter für solche Stromstärken?>> "handlich" ist relativ. Du kannst da keine "miniatur" Typen erwarten>> Gründe u.a.:>> - Physik> - ein sog. 60A Kfz Relais kann meist eh nur 60A einschaltstrom, aber> nur max. 16A dauerstrom> - weil kaum jemand sowas als Schalter brauchtStefan ⛄ F. schrieb:> Vermutlich verkaufen sich solche Schalter nur schlecht, denn meistens> ist das Bedienfeld woanders, als die zu schaltende Last.>> Beim Auto ist z.B. der Anlasser relativ weit vom Armaturenbrett> entfernt, da will man keine Daumendicke Kabel hin legen.
Es ist schlicht unnötig (und auch schwer machbar, siehe "Physik"),
solche "Direkt"-Schalter (auch Relais / Fet sind Schalter - nur i.A.
nicht handbetätigt (desinfizierende Ausnahmen bestätigen die Regel))
extrem zu miniaturisieren.
Faktisch jeder außer Dir findet sich (geht ja auch gar nicht anders)
damit ab, daß so ein Schalter entspr. "massiv" aufgebaut sein muß.
(Übrigens könntest Du Matthias' Empfehlungen durchaus vertrauen:
Rund 1/5 (50A, laut Deiner Aussage maximal) des dort angegebenen
erlaubten Dauerstromwertes (250A; denn 2500A stehen dort nur als
(für Dich, und allg. weitestgehend, irrelevanter) "Maximalwert")...
packt so einer ganz locker (ohne Datenblatt). Wieso das so ist?
Es ist ganz einfach: "Packt" so ein Schalter nicht mal einen recht
niedrigen Bruchteil seines verspr. Ratings, kommt es zu zahllosen
Rücksendungen (bestimmt auch zu 100en nicht ganz billigen Defekten,
und zu aufkeimender Wut bis offener Mordlust bei so einigen).
Und glaube es oder nicht, nichts davon will der betr. Verkäufer.
[Und sogar etwas wie "jemand meldet sich als Verkäufer an, nur um
einen Haufen SCH31553 völlig überteuert zu verkaufen, und weg ist
er..." funktioniert höchstens beim Verkauf als (Gesamt-) Konvolut.]
Also mach' das Zeug bitte nicht öffentlich schlechter, als es ist.
Datenblätter sind zwar eher bei sog. "Qualitätsware" Standard -
aber deren Zweck ist nicht die Kennzeichnung als solche, sondern
vor allem der, dem Anwender die_perfekte_Auswahl_zu_erlauben (*)
sofern er denn dazu befähigt ist (was Du (noch) nicht so recht zu
sein scheinst, weswegen Dir Dein "DaBla-Wahn" (noch) wenig bringt).
[(*) O.g. Schalter wären just nicht perfekt angepaßt, sondern
eher ein gutes Stück überdimensioniert - gerade deshalb aber sind
Deine Bedenken bzgl. Eignung ja gar so "lustig".
Erst kleinstmögliche Schalter zu suchen, daraufhin richtiger-
weise vorgeschlagene Schalter der entsprechenden Größe (=größer)
als angeblich "zu schlecht/schwach (weil kein DaBla vorh.)" von
sich zu weisen, ist schon etwas... ähm... na ja.]
Also bitte nutze die Datenblätter, suche Dir "etwas passendes" -
ob Relais oder Mosfet (letzterer "geht" niederohmig genug (und es
gibt immerhin Typen mit wenigen hundert µOhm R_ON) für "ohne KK"
- und steuere dies über eine entspr. Zwischenstufe von kleinen
Schaltern oder auch Tastern aus an - schon hat sich das Problem
in Luft aufgelöst... (...Du mußt nur noch diese in Deinen Augen
bisher inadäquate Lösung "vergessen" also verdrängen dann...;)
Die "NATO-Knochen" auf eBay sind aber wahrscheinlich gar nicht zum
Schalten unter Last gedacht, es handelt sich um Batterie-Trennschalter.
Mit einer Art Datenblatt gibt es sowas von Hella:
https://www.hella.com/agriculture/assets/media_global/HELLA_BATTERIETRENNSCHALTER_KI_DE.pdf
Hier gibt es folgende Fußnote:
"Batterietrennschalter lassen überwiegend die Trennung (öffnen und
schließen) nur im stromlosen Zustand zu. Die neusten und
wirkungsvollsten HELLA Batterietrennschalter (-141, -151) ermöglichen
auch Schaltungen unter voller Dauerlast (250 A). Diese Eigenschaft steht
dann max. 50 mal zur Verfügung."
Andreas schrieb:> Kleine KFZ Hochstrom-Relais gibts überall, z.B. FRC6BA-1 (150A).> Wieso gibts keine handlichen Schalter für solche Stromstärken?
Bei den Stromstärken ist es besser, wenn der Schalter zum Kabel kommt,
als umgekehrt. Und damit der Schalter trotzdem bedienbar bleibt, stattet
man ihn mit einem elektrisch betriebenen Aktuator (aka Relaisspule) aus,
der mit relativ kleinen Strömen zufrieden ist.
Thomas B. schrieb:> Die "NATO-Knochen" (etc.)
Ja, die würden verschleißen, wenn als Lasttrennschalter "mißbraucht".
(Um welchem genauen Zweck es hier gehen würde ist nicht bekannt.)
Je höher der Abschaltstrom (und je öfter geschaltet werden soll), je
schneller geht so einer kaputt.
(Auch die gewünschten Schaltspiele wurden leider nicht thematisiert.
Geschweige denn die Schalthäufigkeit. Oben steht nichts außer einem
(ledigl. theoretischen) Wert von 60A, und "müssen relativ klein".
icke schrieb:> Was ist so schwer daran, einen kleinen Schalter zu nehmen und daran> einen Halbleiterschalter zu koppeln?
Ist meine Rede:
no pig schrieb:> suche Dir "etwas passendes" ... und steuere dies über eine entspr.> Zwischenstufe von kleinen Schaltern oder auch Tastern aus an
Das ist in der Tat nicht schwer - was wohl schwer fiel (hoffentlich
nicht immer noch fällt), war, zu verstehen, daß das "die einfachste
und beste Lösung ist", auch wenn aus seiner Sicht erst mal etwas
aufwendiger erscheinend.
Andreas schrieb:> Das würde für die Natoknochen aber auch gelten. Aber egal, es gibt halt> nicht, was ich suche. Danke für die Antworten.Thomas B. schrieb:> Die "NATO-Knochen" auf eBay sind aber wahrscheinlich gar nicht zum> Schalten unter Last gedacht, es handelt sich um Batterie-Trennschalter.
Die meisten Konchen halten zwar im durchgeschalteten Zustand den
angegebenen Strom aus, sie sind aber nicht in der Lage diese Ströme auch
sicher zu schalten. Die werden normalerweise dann betätigt, wenn die
großen Verbraucher inaktiv sind.
Du solltest eventuell nochmal genauer überlegen was du haben willst.
- Max-Strom im durchgeschalteten Zustand
- Max-Strom beim Einschalten
- Max-Strom beim Trennen
Und bei DC ist das noch viel Problematischer als hier beschrieben:
- https://de.wikipedia.org/wiki/Lastschalter
- https://de.wikipedia.org/wiki/Lasttrennschalter
Hallo
irgendwie habe ich das Gefühl als wenn niemand die Frage des TO wirklich
genau gelesen hat...
Das "diese" Kontakte bei einen "kleinen" Schalter keine 150A (nicht mal
1/10 dauerhaft bzw. öfters) davon aushalten liegt neben den recht dünnen
Leitern -so ein KFZ Realis nutzt nun mal echt heftige Querschnitte- vor
allem aber an den Anpressdruck, der Geschwindigkeit wie schnell der
Kontakt (gezwungen - langsam Schalten wird unmöglich gemacht) sicher
getrennt wird und an den durchaus wenigsten rudimentär vorhandenen
"Funkenlöschkämmerchen".
Dementsprechend hoch ist aber auch der Leistungsbedarf der Spule eines
KFZ Relais und entsprechend kurz ist die zulässige Einschaltdauer bzw.
voluminös wird das Relais dann doch (wirklich kleine Relais sehen ganz
anders aus - die schalten sicher aber auch wenn es hoch kommt 2A bei
unter 30V...).
Man kann durchaus "normale" Hand betätigte Schalter bauen die einige 10A
(sogar über 100A) unter Last sicher schalten und trennen - aber der
notwendige Anpressdruck und das schnelle trennen muss letztendlich durch
starke Federn erreicht werden - diese benötigen zusammen mit den
notwendigen Querschnitten und Kontaktflächen nun mal einigen Platz und
hohe Kräfte - welche nur mit entsprechenden Hebelarm (und damit wieder
mechanische Größe) oder gar irgendwelchen "Getriebemechanismen"(noch
Größer und teurer) realisiert werden können.
Daher wurden abgesehen von den allerersten Jahren("Frankenstein Film"
Schalter auf cm dicken Mamorplatten)schon sehr früh Relais als
Leistungsschaltelement genutzt und "heute" halt oft auch
Leistungshalbleiter - die wenn man nur "statisch" (streng im Wortsinn
genommen ist das Unsinn - aber ich denke jeder Praktiker versteht was
ich meine) schaltet und nicht den BUZ10 von 1980 (bitte die Goldwaage im
Schrank lassen - auch hier dürfte jeden Praktiker klar sein was ich
meine) nutzt sondern irgendeinen Leistungs MOSFET der aus diesen oder
den Letzten Jahrzehnt dieses Jahrtausend stammt , auch ohne bzw. mit
sehr kleinen Kühlkörper auskommt.
Und natürlich:
Irgendwelche "Spezialisten" (den eigentlich passenden Titel schreibe ich
mal nicht aus...) werden das wieder aus den Zusammenhang reißen und mit
Anwendungen kommen die so gar nichts mit den durch mich beschriebenen
reinen "Schalterersatz" zu tun hat (Mit Schaltbetrieb ist nämlich fast
immer was ganz anderes gemeint) oder mit "Hochspannungstypen" kommen die
halt nicht mit den RdS On von "normalen" N-Kanal MOSFETS der 20V Klasse
mithalten können...
Na ja mit solchen Forenstörern und sich die die Aussagen anderer passen
zurecht biegenden muss man leider leben...
Praktiker
Praktiker
Irgend W. schrieb:> Und bei DC ist das noch viel Problematischer
Problematisch wird das Schalten von Gleichspannung eigentlich
erst bei Spannungen >30V. Daruter geht man davon aus, das sich
kein Dauerlichtbogen bildet.