Hallo Leute, kurze Frage, ist unverarbeitetes FR4 wetterbeständig? Mich
interessieren weniger irgendwelche Datenblätter, sondern, ob jemand
solches Material z.B. 10 Jahre draußen hatte, und in welchem
tatsächlichen Zustand es jetzt ist.
Vielen Dank!
Fragender schrieb:> draußen
In meiner Firma würden sie dich dazu bringen "draußen" näher zu
spezifizieren. Dazu gibt es viele IEC Normen die Klimatogramme abbilden
(z.B. IEC 60654-1).
Fragender schrieb:> ist unverarbeitetes FR4 wetterbeständig?
Im Prinzp ja
FR4 sagt ja zunächst was zur Feuerbeständigkeit im Glühdrahtversuch aus,
das ist irrelevant, daher nennt man es glasfaserverstärktes Epoxy.
Ja, das ist wetterbeständig, kleinere Boote, Skulpturen,
Kinderkarussells, manche Autos bestehen daraus.
Es gibt wohl das Problem
https://segelreporter.com/panorama/osmose-die-wichtigsten-fragen-und-antworten-rund-um-die-blasenkrankheit/
aber Platinen-Epoxy ist meist gut durchgehärtet, nicht handverarbeitet,
und daher recht stabil
MaWin schrieb:> Ja, das ist wetterbeständig, kleinere Boote, Skulpturen,> Kinderkarussells, manche Autos bestehen daraus.
In den von dir genannten Bereichen werden grundsätzlich
Schutzbeschichtungen wie Barrier Coat oder Top Coat eingesetzt.
Wolfgang schrieb:> In den von dir genannten Bereichen werden grundsätzlich> Schutzbeschichtungen wie Barrier Coat oder Top Coat eingesetzt.
Haben Platinen auch. Beim Coat geht es darum, dass keine Glasfaser durch
die Oberfläche sticht und damit einen Kanal für Feuchtigkeit bildet. Da
FR4 industriell aus Prepregs hergestellt wird, sind die beiden äusseren
Schichten, direkt unter dem Kupfer, aus Prepregs ohne Glasfasern, das
braucht man um den gewünschten CTI Oberflächenisolationswiderstand zu
erzeugen. Man muss nicht nachträglich mit Gel lackieren.
Wie ist es mit eindringender Feuchtigkeit und Frost?
Das Platinenmaterial ohne Kupfer ist nicht hermetisch versiegelt, ein
wenig Wasser wird aus der Luft vom Harz aufgenommen. Wenn es jetzt
durchfriert, kann das sich ausdehnende Wasser kleine Risse erzeugen.
Später kann sich der Riss dann mit mehr Wasser füllen und dann noch
weiter aufreißen. Und so weiter, bis man den Riss von außen sieht.
Aber in der Stadt hast Du heute in D gar nicht mehr so viele Tage an
denen das wirklich richtig durchfriert...
Gerd E. schrieb:> Aber in der Stadt hast Du heute in D gar nicht mehr so viele Tage an> denen das wirklich richtig durchfriert...
Eher muss man sich Gedanken machen wann die Umgebungstemperatur die
Glasübergangstemperatur von FR4 erreicht...
Dann kann man für einige Zeit FR5 verwenden.
Georg
An den Rändern der Platine ist keine Versiegelung, darüber dringt
Feuchtigkeit ein.
Gilt auch für Bohrungen und sonstige Ausfräsungen ohne
Kupferbeschichtung.
MaWin schrieb:> da FR4 industriell aus Prepregs hergestellt wird, sind die beiden äusseren> Schichten, direkt unter dem Kupfer, aus Prepregs ohne Glasfasern,
Prepregs ohne Glasfasern?
Weisst Du was "Prepreg" heisst?
Und es gibt zig verschiedene Lagenaufbauten bei Platinen. Die sind nicht
alle identisch.
User32 schrieb:> es gibt zig verschiedene Lagenaufbauten bei Platinen. Die sind nicht> alle identisch.
Die äussere darf aus geschildertem Grund keine Glasfasern enthalten.
Nenne sie wie du willst, cover
Ich denke nicht das dort ein UV Schutz mit integriert ist,
Also nein, es wird nicht wirklich lange UV beständig sein
Dazu muss dem GFK extra ein Mittel hinzugefügt werden, DANN ist es UV
beständig
Wenn nacktes FR4 lange draußen rumliegt, wird das so ähnlich wie diese
GFK-Verteilerkästen. Also das äußerste Plastik ist irgendwann bröselig
und dann weg und außen ist dann Glasfaser. Das wird auch ein wenig
dicker. Ich hatte damit früher mal ein kleines Gehäuse ans Fahrrad
gebastelt. Das hält lange zusammen, aber sieht irgendwann nach paar
Jahren nicht mehr schön aus. Da kommt sogar Moos drauf, weil die
äußerste Schicht ein wenig Feuchtigkeit hält.