Hallo Leute, es geht das wilde Gerücht rum daß der Realtek seine Fertigungskapazitäten abgetreten hat und kwasi nichts mehr produzieren lässt. Alle Distris winken ab wenn es um Ethernet-NICs oder Audiocodecs geht, der Markt scheint leergefegt. Restbestände werden zu Mondpreisen gehandelt. ALC262 füp 60$ pro Stück ist ein schlechter Scherz. Weiß hier jemand was los ist? cheers, Michael
Es treffen eigentlich entgegengesetzte Strömungen aufeinander: 1. Extremer Preiskampf zu "normalen Zeiten" 2. Drastisch steigende Preise für Produktionsanlagen auf aktuellem technischen Stand Und das führt eben dazu, dass sich mehr und mehr auch etablierte Hersteller dafür entscheiden, künftig nur noch "fabless" zu produzieren bzw. produzieren zu lassen. Und dort müssen sie sich ggf. in die lange Schlange der anderen Fabless-Kunden einreihen. Aus Sicht der Hersteller ist das aber immer noch besser, als die eigene Fertigung mit Verlusten zu betreiben oder Investitionen im Millardenbereich zu stemmen, ohne die neue Fab dann vollständig auslasten zu können. Natürlich wird kein Hersteller so blöd sein, in der derzeitigen Situation eigene Fabs aus dem Boden zu stampfen, zumal so etwas ja auch etliche Jahre dauert und bis dahin die derzeitige Knappheit längst Vergangenheit sein wird. Stattdessen ist es wesentlich sinnvoller, die Gunst der Stunde zu nutzen und die wenigen lieferbaren Produkte mit traumhaften Margen zu verkaufen. Damit lässt sich viel bequemer und vor allem risikoärmer Geld verdienen, zumal man anschließend nicht ungenutzte Produktionsanlagen herumstehen hat.
Realtek war schon immer fabless. Die haben nur die gebuchten Kapazitäten aufgegeben und gleichzeitig eine Latte an Abkündigungen im April rausgelassen. Wenn die pleite sind, gibts keinen der Übernehmen will? Der Marktanteil war nicht ohne.
Beitrag #6873441 wurde von einem Moderator gelöscht.
Die Produktabkündigungen sind doch kein Hinweis auf eine (drohende) Insolvenz. Realtek hat noch nie im relevanten Umfang Geschäfte mit kleinen Kunden gemacht, sondern immer nur an Großabnehmer, z.B. Mainboardhersteller, geliefert. Und bei den sehr kurzen Produktionszyklen von Mainboards brechen bei etwas älteren Produkten die Stückzahlen auch schnell wieder ein. Aber es gibt dann natürlich die passenden Komponenten für die nächste und übernächste Mainboardgeneration. Außer im Serverbereich ist doch bei den allermeisten PCs maximal eine Steckkarte enthalten, nämlich die Grafikkarte. Die Stückzahlen für zusätzliche Netzwerk- oder Soundkarten sind doch eher verschwindend gering. Somit sieht Realtek darin wahrscheinlich keinen attraktiven Markt, der es rechtfertigen würde, uralte Chips noch länger herstellen zu lassen.
Michael X. schrieb: > Die haben nur die gebuchten Kapazitäten > aufgegeben und gleichzeitig eine Latte an Abkündigungen im April > rausgelassen. Ich gehe davon aus, dass Realtek diese Kapazitäten für gutes Geld verkauft und nicht einfach nur "aufgegeben" hat. Andreas S. schrieb: > Die Produktabkündigungen sind doch kein Hinweis auf eine (drohende) > Insolvenz. Realtek hat noch nie im relevanten Umfang Geschäfte mit > kleinen Kunden gemacht, sondern immer nur an Großabnehmer, z.B. > Mainboardhersteller, geliefert. Sehe ich auch so. Ist halt dumm für uns alle, die irgendwo solche Chips in Produkte eingebaut haben, die eigentlich länger lieferbar sein sollten.
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