Helge schrieb:
> Auch bei 2k muß dann ein Weilchen die Form zu bleiben, bis hart ist?
> Wird das industriell so gemacht? Ich denk an so Massenprodukte wie
> Dichtungen, Backformen usw, da werden doch hunderte in einer Schicht
> produziert?
Die Zyklenzeit hängt immer auch vom Bauteil selbst ab.
Bei üblichen LSR-Verfahren (Liquid silicone rubber) werden zwei
Komponenten aus Fässern direkt vor der Schnecke gemischt und dann nur
leicht vorgewärmt in die heiße Form eingespritzt. Abhängig von der
Wandstärke kann die Vernetzungszeit schon bis zu einer Minute dauern.
Je nach Kalkulation kann man auch nur so lange warten, bis die Teile
soweit vernetzt sind, dass man sie problemlos aus der Form bekommt.
Diese Teile werden dann einfach noch danach in großen Kisten im Ofen
getempert (=fertig vernetzt).
Was diese Verfahren allerdings deutlich teuerer als üblichen
Thermoplast-Spritzguss macht, ist die Genauigkeit, mit der die Form
hergestellt werden muss. Das fertige Compound ist flüssig wie Wasser
(selbst gesehen), daher bemisst man Entlüftungskanäle in µm, ebenso wie
natürlich alle anderen Flächen. Dazu kommt der hohe Rohstoffpreis, so
dass Kaltkanaleinspritzung etc. fast ein Muss ist - und das Ganze
natürlich nochmal verteuert.
Praktisch bei Silikon ist natürlich, dass man auch größere
Hinterschnitte problemlos aus der Form bekommt (Druckluft).
Neben dem LSR gibt es aber auch noch andere Verfahren, bspw, fertige
feste Mischungen mit Inhibitor als Felle, Stränge, Puppen usw.
Etwas Ähnliches nutzen wir hier in einer speziell entwickelten
Spritzeinheit.
Das macht die Formen einfacher, aber auch da gilt: ja, man muss eine
gewisse Zeit warten, bis die Vernetzung stattgefunden hat.