Antrieb mit 1U/h

#6843504
Lesenswert?

Für meinen mechanischen ewigen Kalender suche ich einen
Büro tauglichen (leisen) Antrieb.
Zifferblattdurchmesser ist 70 cm.

Da gäbe es was:
https://de.rs-online.com/web/p/wechselstrommotoren/1813021

Leider ist das Drehmoment knapp. Die Genauigkeit?
1 Nm sollte es sicherheitshalber sein, da hier Nachts mehrer
Schaltvorgänge ausgelöst werden und die Zeiger auch Gewicht haben.

Alternativen:
Ich könnte mir einen Antrieb bauen, der über einen Minutenimpuls
eines Schiffschronometers gesteuert wird. Riesenaufwand und
teure Zahnräder.

(Die Bewegung muss nicht gleichförmig sein, alle 30 Sekunden
reicht).

Oder: Ein Schrittmotor mit Getriebe und elektronischer Steuerung.
Das Problem: Davon habe ich keine Ahnung.
(Lärmt das rum?)

Alle Ideen sind willkommen.

Grüße Bernd
Angehängte Dateien:
Gast #6843525
Lesenswert?

Bernd F. schrieb:
> und die Zeiger auch Gewicht haben

Die Zeiger sollten ausbalanciert sein. Bei Kirchturmuhren hat man das so 
gemacht und wenn man die Zeiger ansieht, kann man auch erkennen wie. 
Dann ist das vom Motor aufzubringende Drehmoment schon mal viel 
geringer. Bei so langsamen Vorgängen bietet sich die Verwendung von 
Schrittmotoren an. In alten Laufwerken für 5,25 Zoll Disketten waren die 
Motoren für das Verschieben des Leskopfes durchaus Schrittmotoren, die 
auch ohne Getriebe eine Feinpositionierung erlaubten. Damit könnte man 
schon mal erste Versuche starten.

In Arduino-Einsteigerkästen ist oft ein kleinerer Schrittmotor und ein 
Treiberbaustein mit einem ULN2003 Baustein, der pro Kanal bis 0,5 A 
treiben kann und interne Freilaufdioden hat. Der sollte  für die meisten 
Anwendungen ausreichen.
Gast #6843526
Lesenswert?

Bernd F. schrieb:
> Leider ist das Drehmoment knapp. Die Genauigkeit?
https://de.wikipedia.org/wiki/Synchronuhr#Ganggenauigkeit


> (Die Bewegung muss nicht gleichförmig sein, alle 30 Sekunden
> reicht).
Also alle dreissig Sekunden eine "schlagartige" Halbumdrehung mit 
Zeiger? Das klingt unüberlegt.


> Oder: Ein Schrittmotor mit Getriebe und elektronischer Steuerung.
> Das Problem: Davon habe ich keine Ahnung.
Ich auch nicht :D
Darf sich "das Ding" mit dem Netzwerk (NTP) verbinden? Oder DCF77 
bevorzugt. Oder andere Ideen?
> (Lärmt das rum?)
Kann man durchaus leise hinbekommen. Kleinstrechner mit "Shields" für 
Schrittmotoren sollten durchaus im Preisrahmen deiner Projekte eher 
kein unüberwindbares Hindernis darstellen. Stromversorgung 230Volt steht 
wohl zur Verfügung, ansonsten hättest du nicht den Reichelt-link mit dem 
Synchronmotor gebracht.
Zur passenden Software wird dir hier sicherlich geholfen werden, denke 
ich. Zu diesem Thema gibts weitaus erfahrenere Foristen, von meiner 
Seite wird dazu nix nützliches kommen.

SCNR
Ansonsten hätte ich dir auch eine Lösung mit Aufzugsfeder --oder 
tonnensschweren Gewichten-- zugetraut :D
Gast #6843534
Lesenswert?

2aggressive schrieb:
> unüberlegt
Unüberlegt Meinerseits!
Ist ja "nur" alle dreissig Sekunden eine halbe Sechzigstel Undrehung, 
also eine hundertzwanzigstel Umdrehung. IaW: drei Grad.

Winkel
In Sekundenzeigerwinkel gesprochen: halbe Sekunden als Auflösung der 
Sprünge. Für Schrittmotoren null Problemo.
#6843547
Lesenswert?

Bernd F. schrieb:
> Oder: Ein Schrittmotor mit Getriebe und elektronischer Steuerung.
> Das Problem: Davon habe ich keine Ahnung.

Das kann man lernen, ist nicht schwer. Du brauchst ja keine Super Super 
Steuerung, sondern nur einfachen Vollschrittbetrieb. Die meisten 
Schrittmotoren machen 200 Vollschritte/Umdrehung, da kannst du sogar 
nocht deutlich besser mechanisch und zeitlich auflösen, ohne groß zu 
zaubern.

> (Lärmt das rum?)

Nö. Denn in den Schrittpausen ist der Treiber aus, das spart Strom und 
erzeugt keinerlei Geräusche. Bestenfalls der Schritt macht, je nach 
Dynamik, ein leises, sanftes Blub-Geräusch.

https://www.youtube.com/watch?v=JcRlM-UFq30
Gast #6843552
Lesenswert?

Günni schrieb:
> In Arduino-Einsteigerkästen ist oft ein kleinerer Schrittmotor und ein
> Treiberbaustein mit einem ULN2003 Baustein [...]

Zum Beispiel
https://www.makershop.de/module/motosteuerung/stepper-motor-uln2003/
Bekommst du aber auch zigfach in der Bucht.

Der Motor 28BYJ-48 besitzt ein Getriebe mit einem unmöglichen 
Untersetzungsverhältnis von 63,6828125... - oder so.
Kuck da: https://forum.arduino.cc/t/geared-stepper-motor/71308
Gast #6843566
Lesenswert?

Günni schrieb:
> In alten Laufwerken für 5,25 Zoll Disketten waren die
> Motoren für das Verschieben des Leskopfes durchaus Schrittmotoren, die
> auch ohne Getriebe eine Feinpositionierung erlaubten.

Mit 1 Nm? Wohl kaum!

Ein Schrittmotor mit Getriebe hat genügend Drehmoment und läßt sich 
einfach ansteuern. Wenn die Stromaufnahme kein Problem ist, würde ich 
ihn auch nicht abschalten. Beispiel: 
https://www.pollin.de/p/joy-it-schrittmotor-mit-getriebe-5-1-nema17-05gm-1-80-motor-2-phasen-2-8-v-1-68-nm-310803
Mit 1/8 Schritt und 1:5 Getriebe werden 8000 Impulse/h benötigt. 
8000/3600 = 2,222222 Impulse/s

Alternativ geht auch ein DC-Motor mit Getriebe (Scheibenwischermotor), 
dessen Umdrehungen gezählt werden.

Für einen "ewigen" Kalendar würde ich darauf achten, daß das Getriebe 
eine lange Lebensdauer hat. 100000 Umdrehungen entsprechen etwa 11,4 
Jahren.
#6843580
Lesenswert?

Ich glaube, dass keine Rückstellkräfte auftreten, da ist
ja schon die Lagerreibung von 70! Lagern. (6mm Wellen).

Der Antrieb muss ja nur so stark sein, weil bei Monats-
oder Schaltjahresumstellung Drehmomentspitzen auftreten,
da müssen dann mehrere Bremshebel gleichzeitig angehoben werden.

Die analoge Lösung könnte so aussehen:
Ein Motor mit 3U/min aus dem Fundus bekommt einen Einzahn-
mitnehmer und dreht ein Zahnrad mit 60 Zähnen jede Minute
einen Zahn weiter. Gesteuert von einem Schiffschronometer.
(Eine der ersten Quarzuhren!)

2 Relais, ein Mikroschalter + ein wenig Bastelarbeit.

Die Alternative: Opa fängt an, sich mit Mikrokontrollern
zu beschäftigen.

Viele Grüße
Bernd
Gast #6843586
Lesenswert?

jo schrieb:
> Der Motor 28BYJ-48 besitzt ein Getriebe mit einem unmöglichen
> Untersetzungsverhältnis von 63,6828125
So "unmöglich" ist das nicht, im Gegenteil:
5.625 Grad pro Step; 64 Schritte pro Umdrehung.
Dann kommt das Getriebe hinzu: 1/64.

An der Welle:  360/5.625/64= 0,001
TADA!!! 1000 Steps entsprechen einer Umdrehung, eine feine Sache, und 
Auflösung hier (>Faktor acht, wenn ich mich nicht schonwieder verrechnet 
habe) ausreichend.

Aber: Drehmoment ist nur
Drehmoment:> 34.3mN.m (120Hz)
Rastmoment:> 34.3mN.m
Selbst mit einer weiteren 1/8-Untersetzung also nur 0,274Nm, gefordert 
war das vierfache.


Unfähig ("Er war stets bemüht") eines besseren konkreten Vorschlages, 
eine "Show"; was moderne Servos (Steppermotorersatz= 
Leistungsmotor+Drehwinkelerkennung) heutzutage leisten können (zu Bernds 
Problem natürlich totaler Overkill):

Nanometers?? High Resolution Servos for the CNC Machine
https://www.youtube.com/watch?v=15_qysmeLD0
Angehängte Dateien:
#6843598
Lesenswert?

Mir fällt gerade nicht mehr ein wie das System heißt mit dem früher 
(vielleicht auch noch heute) Bahnhofsuhren gesteuert wurden. Das Prinzip 
war ähnlich wie früher auch Fernschreiber synchronisiert wurden.

Im Prinzip enthält die Uhr einen relativ ungenauen Antrieb, der nur 
etwas schneller laufen musste als die Schrittzeit. Pro Umdrehung (oder 
wie viele Stopps man pro Umdrehung verwendet) läuft der Antrieb in einen 
mechanischen Stopp (mit Rutschkupplung am Motor) oder elektrischen Stopp 
(Kontakt der den Motor abschaltet). Ein genau getaktetes Steuersignal 
gibt den Stopp in festen Zeitintervallen frei und schaltet ihn wieder 
scharf. Der Antrieb macht dann eine weitere Umdrehung um wieder in den 
Stopp zu laufen und dort wieder vom Stuersignal freigegeben zu werden.

Das heißt die Uhr läuft nicht gleichmäßig, aber insgesamt ist eine 
Umdrehung (oder wie viel Stopps man pro Umdrehung verwendet) so genau 
wie das Steuersignal.
Gast #6843600
Lesenswert?

Bernd F. schrieb:
> Die analoge Lösung könnte so aussehen:
> Ein Motor mit 3U/min aus dem Fundus bekommt einen Einzahn-
> mitnehmer und dreht ein Zahnrad mit 60 Zähnen jede Minute
> einen Zahn weiter. Gesteuert von einem Schiffschronometer.
> (Eine der ersten Quarzuhren!)
Wenn dir Quarzgenauigkeit ausreicht brauchst du auf meine obigen 
Fragen/Denkanstösse sowieso nicht weiter eingehen :|

> 2 Relais, ein Mikroschalter + ein wenig Bastelarbeit.
Klingt nicht mehr soo schlimm wie im Eingangspost beschrieben.


> Die Alternative: Opa fängt an, sich mit Mikrokontrollern
> zu beschäftigen.
In der Gewichtsklasse "ewig" bist Du schon längst gelandet; da musst du 
niemandem etwas Beweisen.
Aber auch Opas sollten Alternativen haben :D
(Firma: Autotronic) #6843602
Lesenswert?

Mit dem Metallbaukasten Nr. 80 von eitech und einem 
Zahnradzusatzbaukasten Nr. C132 und einem Kardangelenk von Conrad 
Art.-Nr.: 226467 klappt das. Der 5V Schrittmotor macht 200 Schritte pro 
Umdrehung, das entspricht alle 18 Sekunden einen Schritt von 1,8°. Da 
hört man nix.

Der Stundenzeiger wird über ein zweistufiges Getriebe angesteuert (10 
Zähne auf 40 Zähne und 20 Zähne auf 60 Zähne). Da dreht man von Hand nix 
mehr zurück.

Benötigt werden noch zwei H-Brücken und ein runtergeteilter 
Quarzoszillator. Mit einen Flip-Flop werden die Impulse auf die beiden 
Stränge des Schrittmotors aufgeteilt.
Angehängte Dateien:
Gast #6843609
Lesenswert?

Günni schrieb:
> In Arduino-Einsteigerkästen ist oft ein kleinerer Schrittmotor und ein
> Treiberbaustein mit einem ULN2003 Baustein, der pro Kanal bis 0,5 A
> treiben kann und interne Freilaufdioden hat. Der sollte  für die meisten
> Anwendungen ausreichen.

Einen steinzeitlichen (1976) ULN2003 als Schrittmotortreiber will man 
sich heutzutage eigentlich nicht mehr antun. Das ist eine technologische 
Sackgasse.
Gerade wenn es auf ruhigen Lauf ankommt, will man Mikroschrittbetrieb 
machen. Und die Möglichkeit zur Haltestromabsenkung zu nutzen, bietet 
sich bei einer Uhr geradezu an. Ein A4988 wäre z.B. eine Möglichkeit.
Gast #6843611
Lesenswert?

2aggressive schrieb:
>> Der Motor 28BYJ-48 besitzt ein Getriebe mit einem unmöglichen
>> Untersetzungsverhältnis von 63,6828125

> So "unmöglich" ist das nicht, im Gegenteil:
> 5.625 Grad pro Step; 64 Schritte pro Umdrehung.
> Dann kommt das Getriebe hinzu: 1/64.
>
> An der Welle:  360/5.625/64= 0,001
> TADA!!! 1000 Steps entsprechen einer Umdrehung, eine feine Sache, und
> Auflösung hier (>Faktor acht, wenn ich mich nicht schonwieder verrechnet
> habe) ausreichend.


Das Foto (Anlage - ausgeliehen bei 
https://blog.eletrogate.com/guia-completo-do-motor-de-passo-28byj-48-driver-uln2003/) 
eines geöffneten Getriebes zeigt allerdings:

Ritzel = 9 Z
Doppelzahnrad: 32 Z / 11 Z
Doppelzahnrad: 22 Z / 9 Z
Doppelzahnrad: 26 Z / 10 Z
Ausgangsachse: 31 Z

Dies ergibt eine Untersetzung von:
31/1 * 26/10 * 22/9 * 31/11 * 1/9 = 25792 / 405

Wer rechnet es nach?
Angehängte Dateien:
Gast #6843630
Lesenswert?

Bernd F. schrieb:
> Gesteuert von einem Schiffschronometer.
> (Eine der ersten Quarzuhren!)
>
> 2 Relais, ein Mikroschalter + ein wenig Bastelarbeit.
>
> Die Alternative: Opa fängt an, sich mit Mikrokontrollern
> zu beschäftigen.

Den Schiffschronometer (haben will!) würde ich beibehalten, den Ausgang 
dem uC als Vergleichsnormal unterschieben.

Ich wette, dass "Opa" seinen Mikrokontroller-basierten "Ewigen Kalender" 
(Tipp: nimm 'n Arduino) an 2 Nachmittagen in Griff hätte.

Die Frage ist nur, ob man das bei einem mechanischen Schmuckstück haben 
will. Der monetäre Einsatz ist aber so gering (<10€), dass man sich 
diesen Lösungsweg als "Einstiegsdroge" genehmigen könnte.
#6843642
Lesenswert?

Ich hätte ja den passenden mechanischen Antrieb.

Aber: da müsste ich mein halbes Büro abreißen, um das
lauffähig zu bekommen. Die Gewichte der Uhr müssten
mindestens 8 Meter nach oben, ein elektrischer Aufzug wäre
auch nicht schlecht.

Der WAF-Faktor eines solchen Umbaus wäre mehr als grenzwertig.
Deshalb: E-Antrieb der Zifferblätter.

Grüße Bernd
Angehängte Dateien:
Gast #6843643
Lesenswert?

Andreas M. schrieb:
> Einen Steppermotor mit 200 Schritten a 1,8 Grad
> kann man auch mit Wechselspannung betreiben.

Das habe ich so ähnlich auch mal ausprobiert. Allerdings hab ich der 
einen Spule die Kondensatoren und der anderen irgendeine ausgediente 
Lautsprecherdrossel spendiert. Läuft schön ruhig.
Gast #6843653
Lesenswert?

jo schrieb:
> Das Foto...
> Wer rechnet es nach?
Ooops.

Bernd F. schrieb:
> Ich hätte ja den passenden mechanischen Antrieb.
Wie immer schon etwas vorbereitet, dachte ich mir schon.

> Aber: da müsste ich mein halbes Büro abreißen, um das
> lauffähig zu bekommen. Die Gewichte der Uhr müssten
> mindestens 8 Meter nach oben, ein elektrischer Aufzug wäre
> auch nicht schlecht.
So kennen wir dich :D

> Der WAF-Faktor eines solchen Umbaus wäre mehr als grenzwertig.
> Deshalb: E-Antrieb der Zifferblätter.
Dann bleibt kein Ausweg: Opa muss lernen.

Wobei: Quarzqualität gibbet eigentlich schon nach der Idee von Michael, 
völlig ohne Programmierung:
Beitrag "Re: Antrieb mit 1U/h"
Gast #6843747
Lesenswert?

Hannes J. schrieb:
> Mir fällt gerade nicht mehr ein wie das System heißt

Ich kenne nur den sog. "Uhrgan" (ohne "g" am Ende!) von Zeiss, sowas 
hatten wir früher im Getriebe unseres Fernrohrs; wurde von einer 
Quarzuhr gesteuert. Also ein normaler Wechselstrommotor mit Getriebe, 
das ähnlich einer Ankerhemmung mit Sekundenimpulsen synchronisiert 
wurde.

Siehe auch
https://volkssternwarte-erfurt.de/sternwarte/instrumente
https://www.astw.de/projekte/pendeluhren.php
http://www.archive.zeiss.de/vtrech.FAU?sid=D541988D&amp;dm=4&amp;RO_ZEILE_1=uhrgan 
(Punkt 6+7)
Gast #6843753
Lesenswert?

Andreas M. schrieb:
> Einen Steppermotor mit 200 Schritten a 1,8 Grad
> kann man auch mit Wechselspannung betreiben.

Genau das tut man bei Mikroschrittbetrieb ;-)
Einziger Unterschied ist, dass deine Spannung vom Trafo und nicht vom 
Wechselrichter (aka Schrittmotortreiber mit Stromregelung) kommt.
(Firma: mechapro GmbH) Persönliche Seite #6844693
Lesenswert?

Hallo,

m.n. schrieb:
> Günni schrieb:
>> In alten Laufwerken für 5,25 Zoll Disketten waren die
>> Motoren für das Verschieben des Leskopfes durchaus Schrittmotoren, die
>> auch ohne Getriebe eine Feinpositionierung erlaubten.
>
> Mit 1 Nm? Wohl kaum!

Ein Floppy-Motor garantiert nicht, da muss man schon einen größeren 
Motor mit 56mm Flanschmaß nehmen (Nema23).

> Ein Schrittmotor mit Getriebe hat genügend Drehmoment und läßt sich
> einfach ansteuern. Wenn die Stromaufnahme kein Problem ist, würde ich
> ihn auch nicht abschalten. Beispiel:
> 
https://www.pollin.de/p/joy-it-schrittmotor-mit-getriebe-5-1-nema17-05gm-1-80-motor-2-phasen-2-8-v-1-68-nm-310803
> Mit 1/8 Schritt und 1:5 Getriebe werden 8000 Impulse/h benötigt.
> 8000/3600 = 2,222222 Impulse/s

Der Motor braucht alleine für seine elektrischen Verluste 9,4W, das 
macht im Jahr 82kWh. Eine teure Heizung...

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann
#6844701
Lesenswert?

In der Link sind Fotos eines Interessanten Konzept für einen starken 
Zeigerantrieb so wie sie bei Turmuhren notwendig sind.

https://www.youtube.com/watch?v=Ijtk3WMHLX8

Der Antrieb ist selbstblockierend und beruht auf ein Doppelstift 
Treibrad das bei jeweils einer vollen Umdrehung das Zahnrad um einen 
Zahn weiter dreht. In der Stiftruhestellung ist das Zahnrad durch die 
Stifte blockiert. Mechanisch ist das Konzept sehr sauber und prinzipiell 
zuverlässig.

Der Motor wird einmal in der Minute von der elektronischen Mutteruhr zum 
Drehen getriggert.

https://www.perrot-turmuhren.de/turmuhren-laeuteanlagen-sonderuhren-turmzieren-glockenspiele/turmuhrenbau-mechanische-turmuhr-kirchturmuhren-bahnhofsuhren/uhren-zeigerwerke-zeigerantriebe-motorzeigerantrieb-uhrenantriebe-motorzeigerwerke.html

Mit einen 3D Drucker und Zahnrad SW könnte man so ein Werk durchaus 
selber konstruieren und herstellen. Ein Schrittmotor könnte das Stiftrad 
drehen.

Ich finde das Konzept durchaus als "Hobby" geeignet. Auch mit einer XY 
CNC Holzfräsmaschine könnten solche Teile hergestellt werden solange es 
groß genug gebaut werden kann.
Angehängte Dateien:
Gast #6844844
Lesenswert?

Thorsten O. schrieb:
> Der Motor braucht alleine für seine elektrischen Verluste 9,4W, das
> macht im Jahr 82kWh.

m.n. schrieb:
> Wenn die Stromaufnahme kein Problem ist, würde ich
> ihn auch nicht abschalten.

Was hast Du daran nicht verstanden? Deine Berechnung ist zudem völlig 
fiktiv.

Wenn die Stromaufnahme optimiert sein soll, dann kann man zunächst den 
Motorstrom auf den zum Betrieb notwendigen Wert reduzieren; das volle 
Drehmoment wird ja garnicht benötigt. Weiterhin kann man den Zeiger um 
einen angemessenen Winkel bewegen und danach den Motorstrom für einige 
Sekunden bzw. eine Minute auf Haltestrom reduzieren.
Die notwendige Leistung hängt letztlich vom mechanischen Aufbau ab und 
läßt sich nicht pauschal in kWh/a beziffern.
#6846854
Lesenswert?

Meine analoge "Billiglösung".
Als Taktgeber (Mutteruhr) oxydiert das Teil hier rum:
https://www.glashuetteuhren.de/kaliberuebersichten-modelle/glashuetter-uhrenbetriebe/kaliber-71-quarz-marinechronometer/

Den Motor habe ich auch schon: 59TYD-4A mit 10 U/min.
Überdimensioniert und genehmigt sich 16W, bei den 10% Laufdauer,
die er effektiv hat, wären das 1,6W.

Getriebe 60:1 gibt es hier:
Billiger als zwei Zahnräder beim Mädler.
https://www.ebay.de/itm/124192084978?_trkparms=amclksrc%3DITM%26aid%3D1110006%26algo%3DHOMESPLICE.SIM%26ao%3D1%26asc%3D20201210111314%26meid%3D1ebb81933aa148fe84f0e5dd037e24f9%26pid%3D101195%26rk%3D2%26rkt%3D12%26sd%3D133765139610%26itm%3D124192084978%26pmt%3D1%26noa%3D0%26pg%3D2047675%26algv%3DSimplAMLv9PairwiseWithPLXWeb%26brand%3DMarkenlos&_trksid=p2047675.c101195.m1851&amdata=cksum%3A1241920849781ebb81933aa148fe84f0e5dd037e24f9%7Cenc%3AAQAGAAACAL4i7X78n%252FsEj%252FlzTnWL9qpC7mgKYhew7KT3%252BoQXbFN4XnI6OpyyBhoWrmXg6qO2Ph6eet9fmk940NXSrSNfDqS%252F8bG8up4PVlpTu%252FPXKelFBngGEJzGXEi%252BIMwb2qefD8ovdPvS5CTWD82mfNn%252BEPScONWgZlUaQNwRKFPEqyIqZ701fj7XyE3p0gyfdYMIoTkP64Polyt3nbqzFVrBQwo5xL8f8SqqLTd8Gxtn7WG3v0p%252FqIlPfrLOQDSZzvtalYeNgZJ7v%252BbFLYRfUwgIXkZe8Ok%252F%252BwRfGa2P48iIqeS1TQojQlP8FXnLIbFs%252F20vQCVNJ%252BXtiWPM8d3K2x1a%252B26hgJBThq0KAWEnW6QczVZUXV32o%252BaXCSXxS%252BvA2ATXg8eBwKLxFyqdDtAlFSKImEID1cTj%252BEEp71kh3INlQBkh3%252FY0V45zNzfqfglaSkS9f5kSBzTb7%252BRRThECbjSjbg%252BsHxdAcLtNgeTnHcbdliH2m0Zj%252BTgAl04Gpc2WhSmi2gVmERz8AmTxlg9DS5CX1L5obE2%252Fl7nDkmUSDxQM83GplaKj7OZjl36Q0GQMUwMlUD3w4sMgAynx%252F3AiZ8DUF7DL%252Bo4kExkoY5O0G5sQ8KRaKlzPT2nnfUkbVgk%252BxB%252F%252BSQs8lShnLnvodK7N2MPl5LOF4XiIow7IC%252FyGutbCuYdZ%7Campid%3APL_CLK%7Cclp%3A2047675

Nun noch 1 Relais und einen Endschalter aus der alten Kaffeemaschine.
Und noch einen kleinen Zeitschalter für 10€. (Damit der Endschalter
beim Start der nächsten Umdrehung des Motors überfahren wird).
Ein Netzteilchen für Relais und Timer wird sich finden.

Das Minutensignal vom Chronometer dauert ca. 1 sec.

Grüße Bernd
#6847355
Lesenswert?

m.n. schrieb:
> Bernd F. schrieb:
>> Nun noch 1 Relais und einen Endschalter aus der alten Kaffeemaschine.
>
> Da hast Du soviel Arbeit investiert, daß Du bei den Kleinteilen nicht am
> falschen Ende sparen solltest.
>
> Bernd F. schrieb:
>> Den Motor habe ich auch schon: 59TYD-4A mit 10 U/min.
>
> Läuft der beim Abschalten noch nach?

Das mit der ausrangierten Saeco war eher ein Scherz, obwohl
die schon einige Teilchen spendiert hat.

Der Motor hat keinen Nachlauf.

Ich habe mir mal Gedanken über die Steuerung gemacht.
2 Mikroschalter und 2 Kleinrelais reichen. Die Funktion
des Einschaltwischers kann die Steuerscheibe übernehmen.

Grüße Bernd
Gast #6847908
Lesenswert?

Bernd F. schrieb:
> Ich habe mir mal Gedanken über die Steuerung gemacht.
> 2 Mikroschalter und 2 Kleinrelais reichen. Die Funktion
> des Einschaltwischers kann die Steuerscheibe übernehmen.

Ich finde es auf jeden Fall gut, wenn Du eine Lösung hast, die ohne 
Programmierung von Dir umgesetzt werden kann.

Persönlich würde ich eher mit Gleichspannung (12/24 V) arbeiten wollen, 
um einen Stromausfall mit einem Akku abzufedern. Das "Zahnradmonster" 
nach einem Stromausfall neu einzustellen, sieht etwas kompliziert aus.
Aber vielleicht verläßt Du die Werkstatt nie ohne Schlüsselsatz ;-)
#6847984
Lesenswert?

m.n. schrieb:
> Bernd F. schrieb:
>> Ich habe mir mal Gedanken über die Steuerung gemacht.
>> 2 Mikroschalter und 2 Kleinrelais reichen. Die Funktion
>> des Einschaltwischers kann die Steuerscheibe übernehmen.
>
> Ich finde es auf jeden Fall gut, wenn Du eine Lösung hast, die ohne
> Programmierung von Dir umgesetzt werden kann.
>
> Persönlich würde ich eher mit Gleichspannung (12/24 V) arbeiten wollen,
> um einen Stromausfall mit einem Akku abzufedern. Das "Zahnradmonster"
> nach einem Stromausfall neu einzustellen, sieht etwas kompliziert aus.
> Aber vielleicht verläßt Du die Werkstatt nie ohne Schlüsselsatz ;-)

Das Stellen des mechanischen Kalenders ist kein großes Problem.
Die Welle des Antriebsmotors muss eine trennbare Kupplung er-
halten. Dann lässt sich die Uhrzeit einstellen.

Etwas schwieriger ist die Datumsanzeige. Hier lässt sich ein
bestimmtes Rad drehen. Da werde ich einen Innensechskant ein-
bauen. Der Akkuschrauber dreht locker 120 Tage vor oder zurück.

Ein kleines Problem hätte ich aber noch:
Der Schaltkontakt (1/U min)in der Mutteruhr (Schiffschronometer)
ist schon recht verschlissen. Erst nach Putzen mit 600er Schleif-
papier macht er wieder, was er soll.

Der filigrane Schaltkontakt muss später 2 Kleinrelais schalten und
ist kaum ersetzbar.
Gibt es eine einfache Möglichkeit Kontaktverschleiß zu minimieren?
In 4 Jahren sind das 2 102 400 Schaltungen.

Grüße Bernd
#6848024
Lesenswert?

m.n. schrieb:
> Bernd F. schrieb:
>> Der Schaltkontakt (1/U min)in der Mutteruhr (Schiffschronometer)
>> ist schon recht verschlissen.
>
> Läßt sich ein Magnet montieren und damit ein Reedkontakt bzw. Hallsensor
> (TLE4905 o.ä.) schalten?

Alles geht.
Ich möchte die Antiquität aber möglichst nicht umbauen.
Das gehört sich einfach nicht.

Dieser Schiffschrono ist gebraucht. Er wurde wohl viele Jahre
auf einem Schiff der DDR benutzt. Das Minutensignal steuerte
die restlichen Uhren.
Mehr dazu:
Beitrag "Quarzuhr VEB- Glashütte reparieren?"

Grüße Bernd

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren