Jan Hofrichter schrieb:> Was genau kann man mit so einem Gerät machen?
Alte Radlager auspressen und neue einpressen, krumme Metallrohre
richten, Falschmünzerei, Nüsse knacken und vieles mehr.
Mainz liegt in einer Weingegend. Der alte Gutenberg hat sich eine
Weinpresse zum Vorbild für seine Druckerpresse genommen.
Mir fehlt bei dem abgebildeten Gerät eine Schutzmaßnahme davor, gegen
herumfliegende Splitter.
Für 10GHz-Hohlleiter haben Funkamateure mal eine Stanze mit einem
hydraulischen Wagenheber gebaut um die quadratischen Flansche
auszustanzen. Sicherheitshalber hinter einer Türecke gepumpt.
Ich meine, in Sepp Reithofers Buch ISBN 3772369618 ist das abgebildet.
Hallo
Uwe B. schrieb:> Einschmelzen zur Rohstoffgewinnung.> Ein Werkzeug welches die Welt nicht braucht. Wackelig, undicht,> gefährlich.
Schade das ich den Thread erst jetzt entdeckt habe - hätte gerne
"gewettet" das so eine Wortmeldung kommen wird - wobei die "Wettquote"
in diesen Forum mit seinen leider typischer Weise festen Stamm an
Meckerköpfen wohl irgendwo bei 1:1,001 liegen würde.
Wenn auch nur irgendwas mechanisches nicht mindestens zehn Euro (so die
Schraubendreherklasse) bis über tausend Euro kostet (Halt so eine
Presse) kostet dann muss es ja Müll sein - war schon vor 40 jahren so
und ist heute natürlich auch so...
Mal sehen wann noch das "Herkunftsargument" kommt, alles was ja nicht
handgeschmiedet in der Schweiz, Germanien oder irgendwo aus Skandinavien
ist ist ja generell schlecht - schon ein neues Logo (Vertrieb...) und
ein irgendwie "hingezaubertes" Made in Swiss 8Germany,...) macht es dann
aber wieder zu einen hochwertigen Werkzeuf was auch richtig kosten muss
(ja muss - ansonsten ist es ja nichts...)
Hab ca 10 Jahre mit so einen ähnlichen Teil in meiner Autowerkstatt
gearbeitet. Wie oben schon gesagt, Lager aus-/einbauen, Gestänge
richten, Wellen aus-/einpressen, konische Verbindungen trennen usw usw
Das Teil war weder wackelig noch undicht noch sonstwie gefährlich.
Man muss nur (wie immer) beachten, wo rohe Kräfte walten ist große
Vorsicht angesagt.
Der Käufer meiner Werkstatteinrichtung ist froh sowas mitbekommen zu
haben und arbeitet noch heute (ca 12 Jahre später) damit.
Und falls nun wieder jemand fragt, hauptberuflich war ich Sendermensch,
nebenberuflich hab ich ne Werkstatt betrieben:
http://heiderei.ch/Rainer4x4/index2.htm
Als Verfechter, Nutzer und Käufer von hochwertigem Handwerkzeug (Hazet,
Stahlwille, Boschblau, Fein... gern gebraucht)
muss ich gestehen:
Ich habe so eine Werkstattpresse neu für den privaten Einsatz gekauft -
und bin für den Preis sehr zufrieden damit. (Damals waren es sogar noch
50 Euronen weniger)
Mittlerweile habe ich damit das gesamte Fahrwerk eines sportlichen BMW
Vorkriegsoldtimers durchsaniert, zig Radlager, Buchsen usw. Ein- oder
ausgepresst.
Nach nun 5 Jahren Nutzung hatte sich nun irgendein Gummigrat innen
gelöst - und das Rückschlagventil der Hydraulikpumpe blockiert. Nach 15
Minuten Basteln und öligen Fingern funktioniert aber wieder alles. Und
nach Außen hin ist _noch_alles dicht. Das sämtliche Gewinde an der
Hydraulikpumpe messerscharfe Ränder haben - ist bei einem Kilopreis
unter 3 Euro irgendwie verständlich. Auch hat die rote lackierung sehr
schöne Farbnasen - Läufer.
Trotzdem: Wie die damit in China noch Gewinn machen können - ist mir ein
Rätsel bei um die 200Euro Netto VK hier in Deutschland für ca. 75kg
verarbeitetes Eisen. Wahrscheinlich legen die dort vollkostenmäßig noch
dazu - um ihre inneffizienten Stahlwerke und VEBs zu finanzieren. Beim
Kauf habe ich daher kein schlechtes Gewissen. Eine Presse aus heimischer
Provinienz hätte ich mir nicht zugelegt - höchstens was gebrauchtes.
Für den gewerblichen Dauereinsatz vielleicht nicht das Richtige - aber
anstelle andauernd mit irgendwelchen auszupressenden Teilen beim
Landmaschinenmechaniker vorbeizufahren und den von der Arbeit abzuhalten
eine gute Lösung.
Das mit dem "Falschmünzen" will ich damit auch nochmal ausprobieren.
Bislang hat nur ein befreundeter Künstler damit Dinge "Plattgemacht" und
anderweitig verkunstet.
vg
Öl aus Samen pressen wäre noch eine Anwendung die mir einfällt, zum Most
pressen ist sie wohl zu klein. Koks nach dem Strecken zu pressen wäre
noch eine Anwendung. Angeblich denken die Konsumenten es handle sich um
höhere Qualität wenn der Stoff aus Kleinen Klumpen statt Pulver besteht.
Vielen Dank für die Vielzahl der Antworten, ich habe mich sehr darüber
gefreut. An das Ein- und Auspressen von Lagern habe ich nicht gedacht
und an das Richten von Stahlteilen auch nicht.
Vielen lieben Dank aber nochmal für eure Antworten.
Jetzt langsam fängt ja wieder die Heizsaison an. So ein Teil lässt sich
auch als Holzspalter verwenden, wobei dafür natürlich eine Motorpumpe
sinnvoll wäre.
Ich hatte es doch richtig in Erinnerung. Die Rasterung habe ich etwas
verwischt, ganz geht sie nicht weg.
Mir fällt dazu ja eher die TV-Sendung "Bitte nicht nachmachen" ein, aber
wer das nötige feinmechanische Geschick mitbringt, kann so etwas sicher
verantworten.
Laut Text konnte man damit bis zu 3mm dickes Messingblech stanzen.
Christoph db1uq K. schrieb:> Laut Text konnte man damit bis zu 3mm dickes Messingblech stanzen.
So richtig verstanden hab ich das nicht. Was stanzt man denn damit, nur
das rechteckige Loch in Messingblech?
Das Loch für den Hohleiter (R100 wie 10 GHz Mittenfrequenz) und die vier
Löcher. Dort kommen vier Schrauben M4 rein (oder ein entsprechendes
imperiales Gewinde).
Ich habe dasselbe mal mit Tischbohrmaschine und Handfeile versucht, aber
dazu fehlt mir einfach das handwerkliche Feingefühl.
Hallo Maik,
Maik .. schrieb:> Mittlerweile habe ich damit das gesamte Fahrwerk eines sportlichen BMW> Vorkriegsoldtimers durchsaniert, zig Radlager, Buchsen usw. Ein- oder> ausgepresst.
Was für eine fiese Arbeit, Respekt.
Mir fehlt noch so eine Presse.
Peter M. schrieb:> Was für eine fiese Arbeit, Respekt.
Nö, eine ganz tolle Arbeit. Macht wahnsinning Spass wenn
man so Vieles selbst machen kann ohne eine Werkstatt
zu belästigen und mächtig Kohle abzudrücken.
Rainer D. (rainer4x4) 16.10.2021 14:24
Einfach ein dafür passendes Stanzwerkzeug bauen. Wichtig ist der harte
Schnittstempel, der die Form schneidet. Die Schnittplatte darf ruhig
weich sein. Muss aber nach unten grösser werden, damit das Teil
rausfallen kann.
Insgesamt nichts, was man mit ner SäulenBohrmaschine, ner Feile, und
eventuell ner Fräse bzw Hobler nicht fertigbringt.
Uli S. schrieb:> Die Schnittplatte darf ruhig> weich sein.
Die Kanten der Schnittplatte müssen annähernd die gleiche Belastung
aushalten wie die Kanten des Stempels.
Christoph db1uq K. schrieb:> Ich habe dasselbe mal mit Tischbohrmaschine und Handfeile versucht, aber> dazu fehlt mir einfach das handwerkliche Feingefühl.
Hammer und Meißel, evtl. noch ne dritte Hand, die den "Amboss" hält.
PS: Evtl. ein paar Löcher Bohren, Platz für das zu verdrängende Material
schaffen.