Hat hier jemand eine Empfehlung für qualitativ gute isolierte Kabelschuhe? Gerne auch als kleine Sortiment-Box mit den üblichen Dingen, die man gerne zu Hause für kleinere Reparaturen griffbereit hat (M3-M8 Ring, Klauen, Verbinder, Steckschuhe). Die üblichen Verdächtigen wie Knipex, Haupa, ... bieten meines Wissens ja nur große Koffer oder Großpackungen für den gewerblichen Einsatz an. Hintergrund: Ich hatte mir vor 2 Jahren über Amazon 2x eine kleine Sortimentsbox geholt und bin trotz (wie so üblich) vermeintlich guter Rezensionen doppelt auf die Schnauze geflogen. Bei dem einen Set war die Isolierung aus bockhartem PVC. Beim zweiten war das PVC zwar schön weich, dafür waren die Schuhe aus beinahe papierdünnem Metall. Falls hier jemand ein Set von Amazon oder eBay aus eigener Erfahrung empfehlen kann, würde ich mich über einen entsprechenden Link bzw. die ASIN freuen.
Es gibt keine qualitativ hochwertigen isolierten Kabelschuhe. Die sind prinzipbedingt Mist, können nicht gasdicht verpresst werden, haben keine Federwirkung, haben keinen Knickschutz weil die Kabelisolierung nicht mit eingecrimpt wird. Nimm unisolerte Kabelschuhe, aka AMP Stecker und steck selbst eine Isoliertülle drüber - nach dem Crimpen.
Michael B. schrieb: > Es gibt keine qualitativ hochwertigen isolierten Kabelschuhe. > Die sind prinzipbedingt Mist, können nicht gasdicht verpresst werden, > haben keine Federwirkung, haben keinen Knickschutz weil die > Kabelisolierung nicht mit eingecrimpt wird. > > Dann schau mal bei EDMO. Ich benutze die jeden Tag in der Firma.
Tim H. schrieb: > Michael B. schrieb: >> Es gibt keine qualitativ hochwertigen isolierten Kabelschuhe. >> Die sind prinzipbedingt Mist, können nicht gasdicht verpresst werden, >> haben keine Federwirkung, haben keinen Knickschutz weil die >> Kabelisolierung nicht mit eingecrimpt wird. > > Dann schau mal bei EDMO. Ich benutze die jeden Tag in der Firma. Wären sie qualitativ hochwertig müsstest du sie vielleicht nur jeden zweiten Tag benutzen ;) Wobei ich bei Sets oder Werkzeug von ebay oder amazon per se meine Zweifel an einer Hochwertigkeit habe.
Gast
#6853779
Michael B. schrieb: > Nimm unisolerte Kabelschuhe, aka AMP Stecker und steck selbst eine > Isoliertülle drüber - nach dem Crimpen. Ob AMP, TE, Molex oder KKS -- das Zauberwort ist "Crimpen". Nicht Quetschen. Diese Dinger aus dem Baumarkt mit rot, gelb, blauen Tüllen im Set mit einer Blechzange sind Müll, egal wo man sie kauft. Eine vernünftige Crimp-Verbindung hat einen Querschnitt wie ein liegendes "B". Das ist ein bisschen aufwendiger als nur ein Blechrohr plattdrücken.
in der Werkstatt nahm ich https://www.weidmueller.de/de/produkte/werkstatt_zubehoer/werkzeuge/kabelschuhe.jsp gibts fast überall https://www.conrad.de/de/marken/weidmueller.html https://www.tooler.de/elektroinstallation/klemmen-h-lsen-etc/weidmueller-kabelschuh-koffer-421792.html https://www.amazon.de/WEIDM%C3%9CLLER-Crimpzange-isolierte-Kabelschuhe-Verbinder/dp/B00WQVPV0A https://www.seefelder.net/de_DE/marke/weidmueller/crimp-satz-fuer-isolierte-kabelschuhe-600-teilig_p000000010794 oder Klauke https://www.amazon.de/s?k=klauke+kabelschuh https://www.amazon.de/s?k=klauke+flachstecker
Nutzt Du Deinen Nick als Programm? Michael B. schrieb: > Es gibt keine qualitativ hochwertigen isolierten Kabelschuhe. > Die sind prinzipbedingt Mist, Mal gut, dass viele Kabelschuhe das nicht wissen und einfach funktionieren! Das Thema wurde im Forum in diversen Threads besprochen: Mit dem Zeug aus dem Baumarkt / unbekannter Hersteller bekommt man keine zuverlässige Pressung hin. Ich habe rote und blaue Schuhe von Stocko samt der zugehörigen (teuren) Zange, die funktionieren seit Jahren klaglos an Netzleitungen. Ganz sicher tun das auch Schuhe anderer Markenhersteller, solange man konsequent im System bleibt. > Nimm unisolerte Kabelschuhe, aka AMP Stecker und steck selbst eine > Isoliertülle drüber - nach dem Crimpen. Die habe ich auch gerne, speziell am Motorrad und dort Schrumpfschlauch mit innerer Schmelzkleberbeschichtung verwendet. Bei Feuchtigkeit macht es Sinn, Messing blank und verzinnte Oberflächen nicht zu mischen. Aber auch da die gleiche Leier, ich bekomme nicht jeden Schuh beliebiger Herkunft sauber gecrimpt, ebenfalls mit der (anderen) Stocko-Zange. Wenn man sehr geschickt ist, bekommt man die auch mit der Baumarkt-Blechzange halbwegs anständig hin, erstrebenswert ist das natürlich nicht.
Joachim B. schrieb: > in der Werkstatt nahm ich > [...] Danke für die Links. Der Weidmüller-Koffer mit einem Drittel des Inhaltes zu einem Drittel des Preises würde mir reichen. Ich seh schon, es wird doch darauf hinauslaufen nur kleinere Stückzahlen von Marken zu holen statt der x00-pcs.-All-in-One-China-Kiste. Ansonsten: Ich denke die Qualität der Vercrimpung hängt gar nicht mal so sehr von der Zange selbst, sondern mehr von den Einsätzen ab. Wenn man aufmerksam die Bilder auf eBay/Amazon studiert findet man vereinzelt auch CN-Zangen mit Crimp-Einsätzen, die recht sauber gefräst statt gegossen sind oder zumindest nachbearbeitet wurden. So habe zumindest ich eine Zange gefunden, die für den gelegentlichen Hausgebrauch mehr als ausreichend ist.
Bis vor kurzem hatte ich so ein Set von Conrad, gekauft auf einer hobbytronic. Richtig glücklich war ich damit nur wenn ich nach dem quetschen ein bisschen Lötzinn in die Hülse sickern ließ. Ich versuch das zu vermeiden, bei Lautsprechern und Netzteilen braucht man das aber. Ein Gabelschuh um eine Schraubverbindung ist eigentlich toll wenn das wie oben erwähnt eine crimpe ist und nicht eine quetsche.
Michael B. schrieb: > weil die > Kabelisolierung nicht mit eingecrimpt wird. Woher hast Du denn diesen Quatsch? Die Crimpzangen haben 2 Zonen, eine für den Leiter und eine für den Adernmantel. Es gibt Steckschuhe nur mit isoliertem Crimpteil aber auch vollisolierte. https://www.kabelschuhe-shop.de/Cembre-RF-M608P-Flachstecker-63x08-rot-vollisoliert_1
Peter D. schrieb: > Woher hast Du denn diesen Quatsch? > Die Crimpzangen haben 2 Zonen, eine für den Leiter und eine für den > Adernmantel. > Es gibt Steckschuhe nur mit isoliertem Crimpteil aber auch > vollisolierte. > https://www.kabelschuhe-shop.de/Cembre-RF-M608P-Flachstecker-63x08-rot-vollisoliert_1 Auch deine Flachsteckstifte werden nur an 1 Stelle verpresst, auf dem Leiter, und halten das Kabel nicht an der Isolierung fest als Zugentlastung, sondern haben da nur eine "Einführtülle" https://www.cembre.de/family/details/3717 Isolierte Flachstecker können prinzipiell nicht funktionieren, weil durch den Plastikmantel nicht der notwendige Druck für eine gasdichte Verpressung aufgebaut werden kann. Die Hülsen sind auch nicht federnd aufgebaut wie bei AMP Steckern, sondern müssten so viel Druck bekommen, daß das Metall zusammengeschmiedet wird, wie bei der bekannten 6-kant Stossverbinderverpressung (auch da sind nur die unisolierten für VDE zulässig, über die man mach dem Verpressen eine Isolierung drüberschiebt). Tim H. schrieb: > Dann schau mal bei EDMO. https://www.google.com/search?q=edmo > Ich benutze die jeden Tag in der Firma. Mir sind schon genügend kommerzielle Geräte begegnet, in denen diese lockeren Kabelstecker gewesen sind, aus denen man die Kabel einfach rausziehen konnte, und oft genug Grund für Reparaturen und Schmorstellen waren. Selbst wenn sie zufälligerweise noch halten, werden sie als erstes gegen ordentliche AMP-Flachstecker ersetzt. Ja, es gibt auch Geräte mit "wire nuts", genau so ein Scheiss. Wer unbedingt kurz nach Gewährleistung ausfallen will, baut so.
Michael B. schrieb: > Isolierte Flachstecker können prinzipiell nicht funktionieren, weil > durch den Plastikmantel nicht der notwendige Druck für eine gasdichte > Verpressung aufgebaut werden kann. Das wird durch ständige Wiederholung nicht richtiger. Die Verpressung mit isolierten Quetschverbindern ist gasdicht, Voraussetzung ist das geeignete Werkzeug mit Zwangssperre und passendem Gesenk. Diese Blechdinger aus dem Baumarkt sind ungeeigent, auch wenn schonmal Bosch draufsteht. Die Isoliertülle wird zwar nicht wirklich mit der Kabelisolierung verquetscht, sorgt aber für einen dem Zweck genügenden Knickschutz. > Mir sind schon genügend kommerzielle Geräte begegnet, in denen diese > lockeren Kabelstecker gewesen sind, aus denen man die Kabel einfach > rausziehen konnte, Das halte ich für dummes Gerede. Wir haben zigtausende der isolierten Quetschverbinder an Baumaschinen verbaut. Mir sind zwei Ausfälle erinnerlich, da wurde der Verbinder provisorisch mit dem Seitenschneider angequetscht und vergessen mit der Zange nachzupressen. In beiden Fällen ist das Kupfer nach Jahren abgegammelt, ist fies weil die Isolierung noch in der Tülle steckt, macht Wackelkontakt Natürlich werden die Verbinder nicht im Baumarkt eingekauft (LAPP, ist aber vermutlich nicht der Hersteller), auf den Zangen steht Klauke, T&B, Weidmüller Knipex.. Uwe
Oliver S. schrieb: > Bis vor kurzem hatte ich so ein Set von Conrad, gekauft auf einer > hobbytronic. Richtig glücklich war ich damit nur wenn ich nach dem > quetschen ein bisschen Lötzinn in die Hülse sickern ließ. Das ist DER Fehler schlechthin. Das Lötzinn zieht sich durch die Kapillarwirkung in das Kabel und du hast eine Sollbruchstelle produziert. Drei Mal hin und her gebogen und das Kabel ist ab. Bei Fahrzeugen oder Waschmaschinen etc. "tödlich". Uwe
Uwe B. schrieb: > Oliver S. schrieb: >> Bis vor kurzem hatte ich so ein Set von Conrad, gekauft auf einer >> hobbytronic. Richtig glücklich war ich damit nur wenn ich nach dem >> quetschen ein bisschen Lötzinn in die Hülse sickern ließ. > > Das ist DER Fehler schlechthin. Das Lötzinn zieht sich durch die > Kapillarwirkung in das Kabel und du hast eine Sollbruchstelle > produziert. warum das mit dem Lötzinn immer wieder geschrieben wird ist mir unklar, jeder der das mal gemacht hat weiss wie mangelhaft das ist. Entweder crimpen ODER löten, aber wenn löten dann nur mit Zugentlastung und Knickschutz.
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