Hallo liebe Community, ich habe aktuell einen Raspberry PI mit einer selbstgebauten Relaisplatine. Also Temperatursensoren habe ich die PT1000 Sensoren im Einsatz (über 1 Wire Bus (USB-Dongle)). Die Hardware fängt langsam an Probleme zu machen und ich würde mir gerne eine Alternative anschaffen. Mein aktuelles Problem ist das die Abtastrate der Sensoren (über meine aktuelle Hardware) nur alle 5-10 Sekunden stattfindet. Somit kann ich nicht in Echtzeit regeln (wenn der Mischer für 5-10 Sekunden aufgeht, habe ich von Fernwärmeseite wieder zu viel Temperatur, und umgekehrt). Meine Frage: Gibt es eine Hardware die schneller Abtasten kann? Ich dachte vielleicht einen UniPi? 3 Sensoren + 4 Relaisausgänge (ggf. auch via MOSFets anstelle von Relais)? 1 x Magna3 25-40 1 x Mischer auf 1 x Mischer zu 1 x FW-Ventil 1 x Sensor Vorlauf 1 x Sensor Außentemperatur 1 x Sensor Rücklauf Meine Heizungssteuerung ist zu 100% selbst entwickelt und läuft auf Python. Als Betriebssystem läuft aktuell Debian 9 drauf. Würde gerne bei dieser Variante bleiben da ich auch die Formeln (Spreizung / Parallelverschiebung) angepasst habe und nun für mein Haus perfekt funktioniert. Vielen Dank lg
M. K. schrieb: > Mein aktuelles Problem ist das die Abtastrate der Sensoren (über meine > aktuelle Hardware) nur alle 5-10 Sekunden stattfindet. Warum? Im Ernst: wenn du diesen MHZ-Boliden RPi mit deiner Software so niedergeknechtet bekommst, dass du zum Abfragen jedes der 3 Sensoren gut 2 Milliarden Maschinenzyklen brauchst, dann ist nicht die Hardware das Problem. > Die Hardware fängt langsam an Probleme zu machen und ich würde mir gerne > eine Alternative anschaffen. Sieh es richtig: deine Software macht Probleme.
Gast
#6858728
Ich sehe hier zwei Probleme: 1. Deine Software, wie auch vom Vorposter angesprochen. 2. Dein Konzept. Echtzeitmischerregelung? Was soll der Quatsch? M. K. schrieb: > Somit kann ich nicht in Echtzeit regeln (wenn der Mischer für 5-10 > Sekunden aufgeht, habe ich von Fernwärmeseite wieder zu viel Temperatur, > und umgekehrt). Nicht umsonst steuert man den Mischer normalerweise nur kurz an und wartet kurz bevor man erneut regelt. Am der Hardware liegt's wohl kaum.
Hallo M.K. toll das du es geschafft hast eine funktionierende Heizungssteuerung für dein eigenes Haus aufzuziehen. Ziel, nehme ich mal an, war es einfach das selber gemacht zu haben. Ist so weit so gut, hab mir das auch überlegt. Aber eben wie jetzt ist der Nachteil, du musst dich auch selbst drum kümmern bei Störungen/Problemen. Hast du passende Doku erstellt dass jemand anderes das ggf. übernehmen kann? Zum konkreten Thema: Die 5 Sekunden Abtastinterval bei Heizungs-Wärmewerten sind ausreichend, das muss nicht öfter kommen. Wichtiger ist hier dass du die Stellgröße eben auch nicht gleich voll aufziehst, sondern nur ein wenig. Das ist tatsächlich SW-Arbeit, Änderungen an deinem Code die du machen solltest falls es bisher nicht so ist. Die Regelungstechniker (bin ich auch keiner) lernen das im Studium intensivst. Wir sind hier nicht im Auto wo eine Zündkerze vielleicht 50*pro Sekunde auf die Mikrosekunde genau angesteuert werden muss. Du hast VIEL Zeit aus CPU-Sicht für die Regelung. Bei meiner Solaranlage z.B. ist der Temperaturfühler oben auf dem Dach. Wenn die Regelung entscheidet die Pumpe zu aktivieren, dauert es noch 30 Sekunden bis das warme Wasser unten ankommt. Die motorischen Mischer brauchen auch ca. 30 Sekunden von voll zu bis voll auf. Fernwärme-anschlüsse kenne ich jetzt nicht, nehme mal an dass hier regelbare Pumpen existieren die von dir anzusteuern wären? Nur zwei Stellungen VOLL ZU / VOLL AUF kann ich mir jetzt nicht vorstellen.
M. K. schrieb: > (über 1 Wire Bus (USB-Dongle)). Was ist das für ein magischer Dongel? Ist vielleicht er das Problem? Wie die Vorredner bereits gesagt haben, ist der Pi es ganz sicher nicht. Auch wenn das mit dem OS kein Echtzeit System ist, ist er für deine "Echtzeit" massig schnell genug.
M. K. schrieb: > Mein aktuelles Problem ist das die Abtastrate der Sensoren (über meine > aktuelle Hardware) nur alle 5-10 Sekunden stattfindet. Somit kann ich > nicht in Echtzeit regeln (wenn der Mischer für 5-10 Sekunden aufgeht, > habe ich von Fernwärmeseite wieder zu viel Temperatur, und umgekehrt). Das Problem liegt doch am Stellglied: es öffnet oder schließt bei einem Heizkreis viel zu schnell. Das führt zu ständigem Flattern des Ventils und es entsteht ein PWM-Betrieb, dessen Periode von der Wärmeträgheit der Leitungen bestimmt wird. Bei Raumheizungen hat man extra eine thermische Rückführung eingeführt um dieses Flattern zu verhindern. Eine evtl. zum Erfolg führende Arbeitsweise des Ventilantriebs wäre: die Steuerung gibt nur kurze Impulse aus, die das Ventil in kleinen Schritten auf- bzw. zu fährt z.B. immer nur ein kurzer Ruck des Antriebs für eine oder mehr Sekunden. Dazu kommt dann noch, dass die Impulsfolge von der Sollwertabweichung gesteuert werden sollte: Bei großer Abweichung viele Impulse je Minute, also schnelle Ventilfahrt, je geringer die Abweichung ist, dann immer langsamere Fahrt.
was sagt der Glücksbringer zu selbst gebauten Heizungssteuerungen?
Peter R. schrieb: > Das Problem liegt doch am Stellglied: es öffnet oder schließt bei einem > Heizkreis viel zu schnell. Ach was. Wie schrieb schon ein Vorredner: Berater schrieb: > Nicht umsonst steuert man den Mischer normalerweise nur kurz an und > wartet kurz bevor man erneut regelt. Mein Buderus Kessel bedient ebenfalls einen Mischer. Der wird immer nur kurz angelassen, dann wartet das System bis sich die Temperaturen stabilisiert haben. Das dauert seine Zeit. An den Thermometern an den Vor- und Rücklaufleitungen kann man ablesen, gute 30 sek dauert es bis die Änderung stabil anliegt. Heizungsregelung dauert.... viel extremer sind die Raumeinflüsse, da kann man Tage warten bis Wände und Interieur an die Wunschtemperatur angeglichen sind.
●DesIntegrator ●. schrieb: > was sagt der Glücksbringer zu selbst gebauten Heizungssteuerungen? Wird fremde Hilfe notwendig : Glück für den Heizungsbauer, da er eine recht teure serienmäßige Regelung einbauen kann. Mit saftigen Sonderzuschlägen für den Sonderfall. Der Selbstbauer: er sieht als Überlagerung noch zwei temperaturabhängige Ventile vor: Eines, das bei zu hoher Temperatur sperrt und eines das bei zu niedriger Temperatur öffnet. Dazu noch einen von Hand bedienbaren Steller falls die Regelung ausfallen sollte. Natürlich sollte ein Reserveexemplar des Reglers vorhanden sein. Auch wäre die Möglichkeit gut, jederzeit eine serienmäßig hergestellte Ersatzregelung einsetzen zu können (siehe oben). Bei Fernheizung wird das Heizwerk sowieso nur von ihm zugelassene Steuerungen dulden.
Peter R. schrieb: > Bei Fernheizung wird das Heizwerk sowieso nur von ihm zugelassene > Steuerungen dulden. Das wundert mich jetzt auch...der Heizungsbetreiber wird doch keine Bastler an seinen Rohren dulden...oder bastelt der TO nur quasi aus zweiter Reihe zur suboptimalen Optimierung seiner Heizungsanlage :-) Gruß Rainer
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