Datenübertragung per "Morsecode" ?

Gast #6884650
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Hi.

Ich mache mir gerade Gedanken über eine Möglichkeit, Daten über einfache 
Übertragungswege zu senden. Die Geschwindigkeit muss nicht sehr hoch 
sein.

Es sollen Fernschalt-Befehle übertragen werden.

Das "Übertragungsprotokoll" soll möglichst einfach sein und als 
"Klartext" übertragen werden. Vielleicht sogar so, dass es mit etwas 
Übung für einen Mensch noch "decodierbar" ist.

Übertragungswege:

1. 230 V AC Steuerspannung ein- und ausschalten, das Ganze sollte so 
langsam sein, dass es über Installationsrelais noch drüber geht.

2. Übertragung per Audio Frequenz, und zwar so, dass es über alles was 
Audio übertragen kann, auch drüber geht. Zum Beispiel über ganz normales 
Audio-Equipment, Telefone, Sprechanlagen, Walkie-Talkies usw.
Also z.B. OOK mit 1 kHz Audiofrequenz.

Mir kam die Idee, das Ganze mit einer Art Morsecode zu machen.
Also über 3 Zustände,  "Bar", "Dot" und "pause"

Sollte doch klappen, oder?
#6884660
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Morsecode klappt schon länger zur Datenübertragung. Auch recht 
schmalbandig.

Für mehr Daten über Audiowege hier Telefon, gab es Modems und davor 
Akustikkoppler. Mit ersteren erreichte man bis zu 57600 Baud (mit einer 
digitalen Gegenstelle).Analog 33600 Baud.

Je mehr Daten Du pro Zeiteinheit übertragen möchtest, desto mehr 
Bandbreite benötigst Du.

Gruß
Jobst
Gast #6884790
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Sven schrieb:
> Mir kam die Idee, das Ganze mit einer Art Morsecode zu machen.

Es gibt keinen vernünftigen Grund das anders zu übertragen als mit der 
seit Jahrzehnten üblichen seriellen Methode (UART), besonders wenn 
lesbarer Text erwünscht ist. Das geht natürlich auch ganz langsam, 
notfalls per Software-UART. Die Kodierung als einheitlich 7 oder 8 bit 
pro Zeichen ist einfacher als der Morsecode.

Georg
#6884877
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Sven schrieb:
> so, dass es mit etwas Übung für einen Mensch noch "decodierbar" ist

Wenn das eine harte Anforderung ist, bist du mit Morsecode schon ganz 
gut aufgestellt. Nicht daß besonders viele Leute diesen Code noch 
beherrschen würden. Aber die Alternativen, etwa

Georg schrieb:
> seit Jahrzehnten üblichen seriellen Methode (UART)

erfüllen das allesamt nicht.

Die andere Signalisierung, die vom Menschen nativ decodierbar ist, wäre 
Sprache. Die kriegst du aber nicht

Sven schrieb:
> über Installationsrelais noch drüber
Gast #6884890
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Jobst M. schrieb:
> Je mehr Daten Du pro Zeiteinheit übertragen möchtest, desto mehr
> Bandbreite benötigst Du.

Das ist in dieser Vereinfachung nicht richtig. Die Bandbreite wird durch 
die Symbolrate bestimmt. Wie viele Daten man damit übertragen kann, 
hängt auch davon ab, wie viele Bits mit jedem Symbol übertragen werden.
Man kann zur Erhöhung der Datenrate also genauso die Kodierung ändern 
und mehr Bits pro Symbol übertragen. Voraussetzung ist ein ausreichender 
Signal-Rauschabstand auf dem Übertragungskanal.
Gast #6885072
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Schau dir mal fertige Modem-Chips an, 300 baud mit FSK. Das ging schon 
vor 50 Jahren. Beispiel MC145442B. Vorteil ist, daß du gleich einen 
Rückkanal hast. Damit läßt sich kontrollieren, ob das ferne Gerät das 
Kommando auch richtig erhalten hat. Geht über Klingeldraht.
#6885142
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ich würde mich auch bei Modemchips umschauen oder sowas halt in Software 
bauen 300 BD FSK dürfte heutzutage problemlos in einem Controller 
machbar sein. Alternativ für wirklich simple Dinge tuts vielleicht auch 
DTMF ,da schafft man so etwa 10 Symbole pro sec. Die Fernabfrage der 
alten Anrufbeantworter hat so funktioniert.
#6885144
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Sven schrieb:
> 230 V AC Steuerspannung ein- und ausschalten, das Ganze sollte so
> langsam sein, dass es über Installationsrelais noch drüber geht.

Helge schrieb:
> Modem-Chips an, 300 baud mit FSK

Thomas Z. schrieb:
> DTMF

Das werden die Installationsrelais aber doch etwas überfordert.
Die Forderung ist vermutlich völlig unsinnig, steht aber erst einmal so 
da.

Oliver
#6885167
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oder so schrieb:
> Erich schrieb:
>> Sven ist abgetaucht.
>> Der Troll hat erfolgreich die Diskussion gestartet.
>
> es gibt auch Menschen, die einer richtigen Arbeit nachgehen und nicht 24
> Stunden am Handy oder Computer hängen.
> Die sind hier im forum zwar die Ausnahme, aber es gibt sie.

F: Was ist das perverseste und abartigste was du jemals für Geld getan 
hast?
A: Arbeiten
Gast #6885244
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Lotta  . schrieb:
> Der ist menschengerecht, nicht maschinengerecht.

Das ist also genau das, was der TO möchte.
Da war keine Rede von "maschinengerecht".

Sven schrieb:
> Das "Übertragungsprotokoll" soll möglichst einfach sein und als
> "Klartext" übertragen werden. Vielleicht sogar so, dass es mit etwas
> Übung für einen Mensch noch "decodierbar" ist.
#6885281
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Egon meinte:
> Das ist also genau das, was der TO möchte.
> Da war keine Rede von "maschinengerecht".

Dafür ist der nicht so zeitempfindlich wie Morsecode
gegen Laufzeitverzerrungen. (unterschiedl. lange Punkte oder Striche)
Für Morse brauchst Du auf der Empfängerseite ganz schön
"Intelligenz", mit Mittelwertbildung und so, wenn Deine
Übertragung sicher sein soll, hab ich gemerkt. :-o

mfg
Gast #6885355
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Lotta  . schrieb:
> Für Morse brauchst Du auf der Empfängerseite ganz schön
> "Intelligenz", mit Mittelwertbildung und so, wenn Deine
> Übertragung sicher sein soll, hab ich gemerkt. :-o

Übertrage die Morsezeichen einfach per FSK und nicht per OOK. Das macht 
die Sache schon viel maschinenlesbarer. Um die Detektion der Zeichen zu 
verbessern, hilft ein fester Takt bei der Aussendung, damit der 
Empfänger sich auf den Takt synchronisieren kann.
Gast #6885419
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Wolfgang schrieb:
> AlterEli schrieb:
>> Neben DTMF gibt es noch zweiton Übertragung.
>
> Das "D" in DTMF steht für "Dual" (=Zwei) ;-)
> Bezogen auf das Übertragungsverfahren ist das allerdings etwas
> irreführend, weil bei DTMF nicht zwei, sondern acht Frequenzen verwendet
> werden.

Deshalb steht das T ja auch für Tone, Dual Tone, also zwei Töne 
gleichzeitig, aber mit MF, multiple frequencies, also z.B. Deine acht 
Frequenzen, von denen dann zwei ausgewählt werden.
Gast #6885485
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Hi.

Da bin ich wieder.

Das mit der Übertragung über Installationsrelais ist übrigens kein Witz. 
Notfalls könnte man auch ein Solid State Relais o.ä verwenden.
Und die Audio Übertragung könnte man machen, in dem man statt einem 
Relais z.B. einen Tongenerator und einen Tondecoder verwendet.

Im Grunde genommen soll es ein möglichst einfaches Fernschaltsystem 
werden, was über alles mögliche übertragen werden kann, solange Spannung 
An/Aus oder Ton An/Aus möglich ist.
Moderator Persönliche Seite #6885558
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Lotta  . schrieb:
> Der Morsecode ist Kacke, mit seinen unterschledlichen
> Symbolzeiten. Der ist menschengerecht, nicht maschinengerecht.

Es gibt auch maschinengerechte Codes mit unterschiedlichen Symbolzeiten. 
Schau dich im Amateurfunk bei PSK31 um, da haben die (typischerweise) 
häufig auftretenden Zeichen ebenfalls kürzere Symbole als seltenere. 
Gewissermaßen eine "built-in compression".

Maschinengenerierter Morsecode ist allerdings mittlerweile völlig 
problemlos maschinenlesbar. Selbst meine handgetasteten Zeichen kann das 
reverse beacon network üblicherweise innerhalb weniger Sekunden komplett 
decodieren. ;-)

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