Laserpointer für Stadtführungen

Gast #6904016
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Hallo,

ich mache nebenberuflich Stadtführungen, unter anderem Zeige ich dort 
auch Deckengemälde in verschiedenen Kirchen. Um auf bestimmte Details 
hinzuweisen verwende ich einen Laserpointer. Bisher waren das billige 
Schlüsselanhänger die relativ schnell kaputt gehen. Nun hätte ich gerne 
etwas hochwertigeres, darf auch gerne etwas mehr kosten (bis 50€ wäre 
ok). Leider finde ich nur Presenter oder irgendein "Zeug" das mit 100mW 
Leistung wirbt...

Hat jemand Erfahrung oder eine Kaufempfehlung für einen hochwertigen und 
Haltbaren Laserpointer?

Danke und viele Grüße
Josef
#6904066
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http://www.roithner-laser.com/pricelist.pdf

ab Seite 137.
Der Roithner ist nicht billig, aber Du kannst davon ausgehen, dass die 
Leistungsangaben und Klassen stimmen. Bei den (grünen) Billigteilen 
direkt aus China kommt neben den 532nm grün oft auch noch bis 30% der 
Leistung als unsichtbares IR mit ca. 800nm raus. (selbst gemessen mit 
professionellem Equipment). Sowas ist dann echt gefährlich!
Gast #6904428
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Hallo,

die Laserpointer als Verschleißteil zu sehen habe ich jetzt ein paar mal 
gemacht, finde ich nicht gut, jetzt soll etwas hochwertigeres her.

Wenn die teile was taugen dann sind die von Roithner auch nicht teurer 
als ein paar Schlüsselanhänger.
Ich werde jetzt den RLP-635 mit 1mW bestellen, mehr ist in Deutschland 
ja nicht zulässig und wahrscheinlich auch unnötig.
Danke für den Hinweis.

Gruß
Josef
#6904762
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Lothar M. schrieb:
> Christoph Z. schrieb:
>> Sowas ist dann echt gefährlich!
> Nur, wenn es jenseits des grünen Strahls heraus kommt. Denn sonst ist
> genug grünes Licht für den Lidschlussreflex da.

Auf Aliexpress wirst du fast nur grüne DPSS Pointer mit 10mW bis >500mW 
finden. Da ist mit Lidschlussreflex ohnehin nicht mehr viel zu holen!
Meiner wurde als 20mW verkauft, es kamen aber noch 10mW 808nm zusätzlich 
raus, ev. sogar als Nebenstrahl (weiss nicht mehr). 50% mehr optische 
Leistung wenns eh schon gefährlich viel ist, naja...
Der Roithner preist seine Pointer nicht umsonst als "mit IR-Filter" an. 
Die Chinesen sparen den Filter oft weg, sieht ja eh keiner! :-P
Gast #6905069
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quotendepp schrieb:
> Stadtführer schrieb:
>> Deckengemälde in verschiedenen Kirchen
>
> Klabauterbach schrieb:
>> Teleskop Zeigestab ist wohl am nachhaltigsten.
>
> hmm, das wird dann ein recht massiver zeigestab...

Der TO soll den Leuten nicht die Wahrheit erzaehlen sondern bei seinen 
Fuehrungen luegen wie gedruckt.Dann kann er seine Nase als Zeigestab 
verwenden 😁
Beitrag #6905330 wurde von einem Moderator gelöscht.
#6905370
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Christoph Z. schrieb:
> Meiner wurde als 20mW verkauft, es kamen aber noch 10mW 808nm zusätzlich
> raus, ev. sogar als Nebenstrahl (weiss nicht mehr). 50% mehr optische
> Leistung wenns eh schon gefährlich viel ist, naja...

Wenn Licht der Pumpdiode da rausleuchtet, meist in einem größeren 
Lichtkegel bzw. nicht exakt auf Achse des grünen Strahls.
Das macht es dann richtig gefährlich!

> Die Chinesen sparen den Filter oft weg, sieht ja eh keiner! :-P

Menschen sehen es nicht, ganz im Gegenteil zu Fotodioden:
Ein Laserleistungsmeßgerät ohne Filter zeigt dann die unerwünschte 
IR-Abstrahlung mit an und erhöht so den Leistungswert des Lasers, was im 
üblichen Kundenkreis positiv gewertet wird!
(hat mehr Power wie [sic] angegeben, geil!)

Oder die abgegebene Leistung des "50mW DPSS-Lasers" besteht aus 5mW grün 
und 45mW IR. Auch schon erlebt.
Das Weglassen des IR- Sperrfilters erhöht den Profit ggf. also sogar 
über die gesparten Kosten hinaus!
Gast #6905382
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Das mit dem Laserpointer halte ich für keine so gute Idee, weil ich 
Museen kenne, da ist das wegen der Empfindlichkeit der Farben sogar 
verboten oder die Führer dürfen nur am Rande auf der weißen Fläche der 
Wand mit einem Ponter in Pfeilrichtung andeuten auf welcher Höhe im 
Fresko hingesehen werden sollte.
Gast #6905395
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Dieter schrieb:
> wegen der Empfindlichkeit der Farben sogar
> verboten oder die Führer dürfen nur am Rande auf der weißen Fläche

Es soll erste Museen geben, die wegen der gefährlichen Sehstrahlen das 
Hinschauen verboten haben. Man darf dort nur die Spiegelung im Fenster 
durch eine Sonnenbrille sehen.
#6905413
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Vielleicht findest du einen, bei dem sich der Strahl etwas aufweiten 
lässt.
Das mit der parasitär austretenden IR-Strahlung war mir neu: danke für 
den Hinweis!
Sollte sich mit ner IR-Fotodiode und Tageslichtfilter nachweisen lassen? 
Oder "haut" das Grün da trotzdem durch (sorry für die blöde 
Formulierung)?
Gast #6905902
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Axel R. schrieb:
> Vielleicht findest du einen, bei dem sich der Strahl etwas aufweiten
> lässt.

Sollte CoViD-19 vorbei sein, d.h. mal wieder lange Nacht der Museen 
sein, werde beim nächsten mal auf passen und nachsehen, was es mit 
diesen speziellen Gelb-Orangen-Pointern, die auch noch die Helligkeit 
variieren (blinken und dimmbar) um bei gleicher Helligkeit besser 
wahrgenommen zu werden, auf sich hat.
#6907352
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Axel R. schrieb:
> Das mit der parasitär austretenden IR-Strahlung war mir neu: danke für
> den Hinweis!
> Sollte sich mit ner IR-Fotodiode und Tageslichtfilter nachweisen lassen?
> Oder "haut" das Grün da trotzdem durch

Eine Vergleichsmessung zwischen einer Fotodiode mit 
Tageslichtsperrfilter und der baugleichen Diode im klaren Gehäuse kann 
da funktionieren.
Etwas grün kommt da sicherlich noch durch.

Mit besseren und vor allem separaten Filtern kann man das genauer 
messen, ich nutze dafür z.B. IR-Sperrfilter und IR-Passfilter aus der 
Astrofotografie. (Einfach, weil ich die bereits habe)

Als recht brauchbarer IR-Passfilter eignet z.B. ein Stück schwarzer 
Diafilm, also unbelichtet und entwickelt, wie man es früher oft am 
Anfang und Ende eines Filmes vorfand. Der ist im nahen IR fast glasklar.
Und wieviel Grün noch durchkommt, kann man sehen. Im Zweifelsfalle 
doppelt nehmen, das erhöht die Dichte im sichtbaren Bereich und kaum die 
im IR.
Hierfür ungeeignete Ausnahme ist Kodachrome Film. Der hat Silberpigmente 
und ist nicht IR-durchlässig.
#6907416
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Also ich würde neben den technischen schon auch die medizinischen, 
denkmalschützerischen und rechtlichen Fragen beleuchten wollen.

Led-Licht macht, konservatorisch bekannt, alles kaputt wegen seinem 
UV-Anteil, da würde ich eine mögliche Schädigung durch Laserstrahlen 
nicht von vorneherein ausschließen wollen. Und wenn man bei einer 
Führung dem berühmten Kind (das sonst immer vors Auto läuft oder sonst 
Opfer eines gerade rhetorisch zu betonenden Risikos wird) ins Auge 
leuchtet, könnte das unangenehme Folgen für beide Seiten haben, wenn man 
das mit einem nicht zugelassenen Chinaböller macht.
Gast #6907440
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In der Schweiz sind deshalb Laserpointer weitgehend verboten:
https://steigerlegal.ch/2019/06/07/laserpointer-verbot-schweiz/

Gute Taschenlampen sind ausreichend Ersatz. Und ohnehin sind 
Deckengemälde so gestaltet, das der Kirchbesucher es von unten 
betrachten kann. Da muss der Bilderklärereben genauer beschreiben, wo 
die Zuhörer grad hinzuschauen haben. Und natürlich kann man auch eine 
Mappe mit Detailfotos run gehen lassen, ständig Kopf im Nacken halten 
ist auch nicht angenehm.
Persönliche Seite #6907664
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Fpgakuechle K. schrieb:
> In der Schweiz sind deshalb Laserpointer weitgehend verboten

Kann ich nachvollziehen, nachdem ich einen Jugendlichen kenne, der sich 
beim Spielen mit einem Laserpointer ein Auge geschädigt hat.

> Gute Taschenlampen sind ausreichend Ersatz.

Die müssen aber schon verdammt hell und eng fokussiert sein, damit man 
den Lichtfleck in 15 m Entfernung außen bei trübem Wetter wahrnimmt.
Hast du eine Empfehlung?
#6908545
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Ich hab das mal irgendwo mit einem halben Ohr gehört. (*) Vor allem aber 
habe ich die blauen Antistatikmatten des verrückten Australiers gesehen, 
die in seinem fensterlosen Büro nach der Installation von LED-Panelen 
binnen weniger Monate ausgeblichen sind. Da bleibt eigentlich nur ein 
nicht gefilterter UV-Anteil als Ursache übrig.

Wenn ich danach suche, finde ich hier einen Verweis auf eine Studie.
https://www.lichtnet.de/museumsbeleuchtung/

"Für die hier untersuchten Objektmaterialien kann man davon ausgehen, 
dass die ungefilterten weißen LEDs nicht schädlicher sind, als die mit 
UV-Kantenfilter gefilterten konventionellen Lampen. Die seit einiger 
Zeit verbreiteten Aussagen, dass die weißen LEDs eine höhere Schädigung 
auf die Museumsobjekte aufweisen, können für die im Rahmen dieser Arbeit 
untersuchten Lichtquellen und Objektmaterialien nicht bestätigt werden."

Also die Aussage wurde allgemein verbreitet, bis sie auch mir bekannt 
wurde, und danach mit dieser Untersuchung heimlich widerlegt. :)

Jetzt weiß ich nicht, was für Qualitäts-LED die genommen haben. Denn bei 
zweifelhaften Chinataschenlampen sieht man durchaus Fluoreszenz. Die 
würde ich dann nicht gerade für Museumsbeleuchtung verwenden. Womit sich 
der Kreis schließt, daß ungeprüfte Laserpointer auch Belastungen mit 
sich bringen. Und ein Ersatz durch LED im Zweifle auch nur 
Teufel->Beelzebub wäre.

(*)
Womöglich hier:
http://fastvoice.net/2013/01/11/schadet-led-licht-den-alten-meistern/
"„Warnung vor LED-Leisten – Licht verfärbt Gemälde von van Gogh“ titelte 
„Spiegel Online“ Anfang des Monats"
#6908720
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Wollvieh W. schrieb:
> Led-Licht macht, konservatorisch bekannt, alles kaputt wegen seinem
> UV-Anteil, da würde ich eine mögliche Schädigung durch Laserstrahlen
> nicht von vorneherein ausschließen wollen.

Weiße LEDs funktionieren doch so, dass eine blaue Diode eine 
Phosphoreszenzschicht im gleben anregt und zusammen ergibt das dann 
weiß. Wo da der UV Anteil herkommen soll verstehe ich nicht.

Axel R. schrieb:
> Das mit der parasitär austretenden IR-Strahlung war mir neu: danke für
> den Hinweis!

Bei grünen Halbleiterlaser wird durch eine 808 nm Diode eine Nd:YAG 
gepumpt. Der emittirt bei 1064 nm. Diese 1064 nm werden durch eine 
Frequenzverdoppelung auf 532 nm gebracht. Also müsste sogar auch noch 
der 1064 nm Strahl vorne herauskommen, dann aber auch als Laser und 
nicht als diffuser Pumpstrahl. Da Die Frequenzverdoppelung keine 100% 
Umwandlungseffizienz hat, kommt immer der 1064 nm Strahl mit.

Es gab wohl in letzter Zeit Durchbrüche bei der direkten erzeugung von 
grünen Lasern, ich denke jedoch nicht, dass das schon in billig 
Laserpointern ist. Alle anderen Farben werden direkt erzeugt, da kommt 
auch kein Pumpstrahl mit. Die erzeugen wirklich nur die Lichtfarbe, die 
draufsteht. Daher wurde wahrscheinlich auch der gelbe Laser erwähnt.

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