Hallo
ich habe einige BIlder von Buchseite mit deutlichen Wölbungen (eben vom
Buch) drin. Gibt es Programme, mit denen ich die Bilder entzerren kann?
Also nicht nur die Perspektive korriegieren, sondern die Seiten "bügeln"
Ubuntu hat das hier anzubieten:
"Unpaper ist ein Werkzeug zum Nachbearbeiten von eingescannten Seiten,
insbesondere von Buchseiten, welche von Fotokopien eingescannt wurden.
Der Hauptzweck ist es, die Lesbarkeit von eingescannten Buchseiten zu
erhöhen, nachdem diese ins PDF-Format konvertiert wurden. Darüber hinaus
kann der Einsatz von Unpaper sinnvoll sein, um die Qualität der
eingescannten Seiten vor der optischen Zeichenerkennung (OCR) zu
erhöhen."
https://wiki.ubuntuusers.de/unpaper/
das wird u.a. hier verwendet
https://wiki.ubuntuusers.de/pdfsandwich/
> "Unpaper ist ein Werkzeug zum Nachbearbeiten
Klingt nicht sonderlich 'sophisticated', Zitat:
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"Unpaper versucht, gescannte Bilder zu bereinigen, indem es dunkle Kanten entfernt, die beim Scannen oder Kopieren von Bereichen außerhalb des eigentlichen Seiteninhalts entstanden sind (z.B. dunkle Bereiche zwischen der linken und der rechten Seite eines doppelseitigen Buchseitenscans).
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Das Programm versucht auch, eine falsch ausgerichtete Zentrierung und Drehung der Seiten zu erkennen und richtet jede Seite automatisch aus, indem es sie in den richtigen Winkel dreht. Dieser Prozess wird als „Deskewing“ bezeichnet."
Das Problem des TO scheint aber eher das einer
(nicht-Kugel,-nicht-Zylinder) spärischen Projektion zu sein die man
wieder auf 2D zurücktransformieren muß.
Vielleicht bringt ja mal der TO die Güte auf, eine Beispielseite, die er
kostenlos gebügelt haben möchte, anzufügen.
Wenn es um Fotos geht mit dementsprechenden Dateiendungen, dann hilft
PTLens. Ist aber Kauf-Software. Eine beschränkte Demo für ein paar
Testversuche gibt es. Ich korrigiere da vorzugsweise kissenförmige
Verzeichnungen bei Nahaufnahmen.
Herbert Fuller schrieb:> Gibt es Programme, mit denen ich die Bilder entzerren kann?
Da wäre der erste Schritt, die Verzerrungen zu vermessen - also eine
Seite mit aufgedrucktem Raster zu scannen. Dann kann man ein Programm
erstellen, das die Rasterschnittpunkte in ein gleichförmiges Raster
transformiert, notfalls einfach indem man alle Rasterschnittpunkte in
ein entsprechendes Gitter korrigiert mit linearen Übergängen dazwischen.
Es gibt solche Software für die Korrektur von Scandaten, aber
wahrscheinlich nicht geschenkt.
Sind die Verzerrungen nicht reproduzierbar oder ist ein Vermessungsscan
nicht möglich kann man höchstens versuchen die Verzerrungen manuell in
einem üblichen Grafikprogramm vorzunehmen und das Vorgehen in einem
Script festzuhalten.
Georg
Statt einem verfetteten Screenshot in JPG hättet man auch einen workshop
verlinken können:
https://m.heise.de/make/artikel/Mit-Schlapphut-und-Kamera-auf-Buecherjagd-3031254.html?seite=all
Persönlich finde ich das gezeigte Ergebnis eher schlecht, da:
* der Schriftsatz auseinandergelaufen ist
* dadurch Worte verfälscht sind (aus "metazentrisch" wird
"metnzentrisch" (re.S. unterm Bild, Abschnittstitel 45.)
* Text zur Bindung stark ausbleicht
* die Zeilen immer noch schief und buckelig dastehen.
Aber wie heisst es beim Opa: "Einem geschenkten Gaul" stochert man nicht
zwischen den Zähnen"
Hier die im ubuntuusers-Text genannte html-Doku als PDF.
Schade, scantailor wird schon eine Weile nicht mehr gewartet, aus der
Ubuntu-Liste ist es herausgeflogen, 2018 war es anscheinend noch
verfügbar.
Herbert Fuller schrieb:> Buchseite mit deutlichen Wölbungen
Die optische Schärfe wird bei bauchigen Seiten auch UNschärfen der
Buchstaben zur Folge haben, was OCR-Erkennung verschlechtert.
Eigentlich legt man bei dicken Büchern ein paar Zeitschriften unter um
die Höhe der Blätter (Abstand zur Linse) anzugleichen. Dann ist es auch
leichter mit SW aus einem Trapez ein Rechteck zu machen.
> aus einem Trapez ein Rechteck
Was vergleichsweise einfach ist.
Gegen Kissenverzerrungen hilft einfach eine laengere Brennweite!
Portraitaufnahmen macht mann ja auch nicht mit dem Superweotwinkel.
Das gibt dann naemlich eine grosse Knollennase.
Kissenverzerrung kann man durch optimale optische Brennweite (bei mir
100mm)und gute Ausrichtung leicht vermeiden. Wenn das Blatt jedoch einen
Berg macht, kommt schnell Unschärfe ins Spiel bei längerer
Brennweite. Solche Sachen hinterher auszubügeln ist mühevoll.
Erziehungsbeschleuniger schrieb:> Glasplatte drauflegen oder gleich auf den Flachblattscanner packen
Es gibt auch spezielle Buchscanner, wo die Glasplatte im Winkel ist um
die aufgeklappten Bücher am Rücken nicht zu beschädigen. Der TO hat aber
nur ein vermurkstes Foto einer bergigen Buchseite.
> (bei mir 100mm)
Zur Angabe einer Brennweite gehoert auch das aufgenommene Format.
Bei einem Wischfon waeren 100 mm schon ein veritables Supertele.
Ich hab meine Repros (1 o. 2 x A4) immer mit dem 50 mm (Kleinbild)
gemacht. Allerdings wurden die dann nur bei Bedarf wieder zu
Papier verarbeitet. Von OCR gar nicht zu reden...
Gefuehlt waere ein 80 mm besser gewesen.
> schnell Unschärfe ins Spiel
Ein Buch hat keine Beine und kann nicht weglaufen.
Man kann also ordentlich abblenden und bei wenig Licht
eben lange genug belichten.
Fuer die Androiden gibt es Software, die gleich bei der Aufnahme
die Bilder entzerren kann. Allerdings nur Trapezverzeichnungen.
Es gab mal eine Software zum Verbiegen von Fotos, AnmanieSMP.exe von
2002.
Damit konnte man z.B. der Mona Lisa eine dicke Nase verpassen. Aber das
ist nicht für ernsthafte Arbeit gedacht. Prinzipiell ist es schon das
gesuchte.
https://www.chip.de/downloads/AnmanieSMP_13002491.html
Läuft hier auch mit Wine in Ubuntu.