Auf jeden Fall wird es gute Luft-Zirkulation brauchen, sonst wäre das
Ding nicht im Original schon so durchlöchert. Für geschlossene Gehäuse
scheint es mir gänzlich ungeeignet. Eher so wie beim PC, mit Lüfter.
Offenbar ist der Boden des Gerätes zugleich ein Kühlkörper, er sollte
daher nur mit Abstandshalter an isolierende Platten (wie Kunststoff)
geschraubt werden.
Vielleicht hilft dir das:
https://www.meanwell.com/Upload/PDF/Enclosed_Type_GE.pdf
"Für die Serien: LRS, NES, PSP, PSPA, RD, RSP, RS, SE, welche mit
BSMI-Zulassungen zertifiziert sind, ist eine Entflammbarkeit von V1 oder
höher für umgebende Geräte erforderlich. Des Weiteren, kann der Betrieb
dieser Geräte in Wohngebieten Funkstörungen verursachen."
Gerade der letzte Satz macht mich Stutzig. Darf das Gerät überhaupt in
Wohngebieten genutzt werden? Ich kenne die Vorschriften nicht.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Darf das Gerät überhaupt in> Wohngebieten genutzt werden? Ich kenne die Vorschriften nicht.
Das ist ein Bauteil, kein Gerät. Der, der das verbaut, ist dafür
verantwortlich, daß das fertige Gerät alle Vorschriften und Normen
einhält.
Horst schrieb:> Das ist ein Bauteil, kein Gerät. Der, der das verbaut, ist dafür> verantwortlich, daß das fertige Gerät alle Vorschriften und Normen> einhält.
Ein normales Kunstoff-Gehäuse wird die Funkstörungen jedenfalls nicht
nennenswert reduzieren.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Darf das Gerät überhaupt in Wohngebieten genutzt werden?
Das Originalblechgehäuse dämpft die EMI Abstrahlungen als nur bis zu
einem Industrielevel, aber nicht bis auf household use. Man könnte ein
zweites Blechgehäuse drumrum machen (wie beim PC). Beim
Bastel-Einzelstück kann man es auch unter 'egal' einordnen.
Wenn ich gerne Netzteil und eine Schaltung in einem Gehäuse verbauen
wollen würde, welche Möglichkeiten hätte ich da sonst?
Es geht um Schaltungen mit niedrigen Spannungen (<=12V). Mich würden
dabei gleichermaßen Möglichkeiten für kleine Leisungen (etwa einem
Sensor Knoten mit minimalem Verbrauch) bis zu mehreren Dutzend Watt
gehen (etwa LED-Strips).
Michael F schrieb:> Also wenn ich gerne so ein Netzteil in ein einigermaßen passendes> Kunststoffgehäuse einbauen will
Wenn Du das Kunststoffgehäuse in einen Schaltschrank einbaust, passt
es...
Im Kunstoffgehäuse wird sich aber die Wärme stauen.
Außerdem nimmt man nicht so einen Boliden, wenn man nur wenig Strom für
"etwa einem Sensor Knoten mit minimalem Verbrauch" braucht. Da sind eher
Steckernetzteile angesagt.
Ich glaube wir hatten Hinweis auf PC Gehäuse schon zwei mal. So etwas in
der Art wäre für das Netzteil geeignet.
> Stefan ⛄ F. schrieb:>> Da sind eher Steckernetzteile angesagt.>> Und wenn ich ebendiese gerne zusammen mit der Schaltung in ein Gehäuse packen
will? Die Steckernetzteile, welche ich bisher auseinandergenommen habe hatten auch
nur ein Plastikgehäuse um die Schaltung herum.
Michael F schrieb:> Die Steckernetzteile, welche ich bisher auseinandergenommen habe hatten> auch nur ein Plastikgehäuse um die Schaltung herum.
Deren Abwärme passt auch dazu. So ein kleines 10W Netzteil lässt sich
problemlos einbauen, ohne Lüfter.
Dieses 100W Meanwell gerät ist ein ganz andere Kaliber. Nimm mal ein
Notebook Netzteil dieser leistungsklasse auseinander, dann wird dir
auffallen, dass es mit wärme-leitendem Material aufgefüllt ist und dass
das auch ein ganz anderes Plastik ist.
Wir haben dann aber immer noch die Funkstörungen, auf die der Hersteller
ausdrücklich hinweist. Dagegen hilft kein Plastik. Ich denke nicht, dass
du dein Gehäuse innen leitfähig beschichten kannst, wie es die
Notebook-Hersteller tun.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Ich denke nicht, dass du dein Gehäuse innen leitfähig beschichten> kannst, wie es die Notebook-Hersteller tun.
Bei geschickter Auslegung ergibt das durch die erforderliche Ventilation
vielleicht sogar einen prima Schlitzstrahler.
Spricht dann etwas dagegen in der niedrigeren Leistungsklasse (keine
Ahnung, <25W, <10W, ...) Anwendung und Netzteil in einem Gehäuse zu
verschmelzen? Stecknetzteile gibt es ja auch mit 5V 2A, 12V 2A, ...
Könnte dann nicht so ein Netzteil mit der Anwendung zusammen verpackt
werden?
Michael F schrieb:> Könnte dann nicht so ein Netzteil mit der Anwendung zusammen verpackt> werden?
Netzteil und Anwendung werden gerne getrennt, man verlässt sich auf die
sichere Netztrennung des externen Steckernetzteiles und muß sich am
Kleinspannungsgerät nicht um Isolation / Abstände kümmern.
Wie Dir schon zu Beginn geschrieben wurde: Du musst Dich um die
Verlustwärme kümmern!
Ich habe Steckernetzteile gekauft, das Netzsteckerunterteil abgesägt und
drei dieser in ein Alugehäuse eingebaut, das liegt in der Küche auf dem
Hängeschrank. Das Platinchen daneben ist eine Einschaltstrombegrenzung
Marke Eigenbau.
Wenn dort etwas passieren sollte, wird das im dickwandigen Alugehäuse
bleiben. Es funktioniert seit gut 8 Jahren und hat ca. 4000
Betriebsstunden. Die elektrische Sicherheit ist gewährleistet, weil
sowohl das Gehäuse als auch der Kleinspannungsausgang mit dem
Schutzleiter verbunden sind.
Das Gebilde versorgt drei LED-Stränge mit je ca. 27 Volt bei etwa 250
mA. Es fallen etwa 9 Watt Verlustwärme an, das ist thermisch schon recht
grenzwertig, im Gegensatz zu Kunststoff gibt das Alugehäuse aber
zumindest ein bisschen Wärme nach draußen ab.
Guckst Du auf Brandschutz, ist Kunststoff eine kritische Sache. Ich habe
das in der Firma mitbekommen, Zertifizierung eines Gerätes: Da wird eine
Zusicherung verlangt, welcher Kunststoff verwendet wird und es wird ein
Brandversuch gemacht - für den Heimwerker absolut unbeherrschbar.
Manfred schrieb:>> Das Gebilde
Kabelbinder sind immer ein genialer Montage-Vereinfachungs-Trick,
Heißkleber am Gehäuse-Boden hätte es auch gemacht? Jeweils 2 Löcher
durch und am Boden verschraubt wäre die Krönung gewesen.
Ist das die geniale Schaltung zur Einschalt-I-Begrenzung um die es mal
vor ca. einem 1/2 Jahr ging?
Diese Friwo-SNT machten auf der Netzseite solch ein Drama, oder nur in
Kombination der 3 x Stk.?
Jemand schrieb:> Kabelbinder sind immer ein genialer Montage-Vereinfachungs-Trick,> Heißkleber am Gehäuse-Boden hätte es auch gemacht? Jeweils 2 Löcher> durch und am Boden verschraubt wäre die Krönung gewesen.
Die Steckergehäuse-Oberteile sind dickwandig und mit je zwei Schrauben
am Gehäuseboden befestigt. Die Leiterplatte wird in dessen Führungen
geschoben, damit sie nicht nach oben raus kann, die Kabelbinder.
Jemand schrieb:> Ist das die geniale Schaltung zur Einschalt-I-Begrenzung um die es mal> vor ca. einem 1/2 Jahr ging?
Einschaltstrombegrenzungen habe ich mehrfach nach dem gleichen Muster
gebaut, ohne aus dem Forum abzumalen. Zeige den Thread, dann sage ich
Dir, ob es meine Entwicklung ist.
> Diese Friwo-SNT machten auf der Netzseite solch ein Drama, oder nur in> Kombination der 3 x Stk.?
Man kennt den Effekt, dass SNT mitunter unangenehm bratzen, wenn man sie
in die Steckdose steckt. Ohne es in diesem Fall konkret getestet zu
haben, bleibe ich dem einfach aus dem Wege, mein Lichtschalter wird es
mir danken.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Ein normales Kunstoff-Gehäuse wird die Funkstörungen jedenfalls nicht> nennenswert reduzieren.
Weshalb ich auch dauernd Gehäuse öffne die aus Metall sind. Und die
Kunststoffteile mit ner Art Alufolie beklebt sind. Die Industrie ist
viel zu geizig so was zu machen, wenn es kein Grund dafür gäbe.
Bei den ganzen Löchern würde ich das Gehäuse mit einen Lüfter versehen
und ne Menge Schlitze. Die warme Luft muss aus den Gehäuse raus.
Alternativ wäre ein Netzteil in der Art eines PC-Netzteil mit
eingebauten Lüfter sinnvoll. Die gibt es auch für kleines Geld.
> welche Möglichkeiten hätte ich da sonst?
Fuer Geraetschaften mit geringer Leistungsaufnahme habe ich
immer gerne "Lampenmeldetrafos" 220 V/20 V 2(?) W benutzt.
Dahinter dann entweder Graetzbruecke oder fuer bipolaren
Betrieb 2 Dioden, Elko(s) usw. usf...
Das sind eben keine Schaltnetzteile die in der Gegend herumsauen.
Ich habe auch so ein Mean-Well (aber nur 15W) in einem Kunststoffgehäuse
(Industriegehäuse). Für die Abwärme habe ich Löcher reingebort (jeweils
auf den Längsseiten) und zusätzlich ein Sichtfenster, das dürfte für
genügend Luftzirkulation sorgen.
Michael F schrieb:> Spricht dann etwas dagegen in der niedrigeren Leistungsklasse (keine> Ahnung, <25W, <10W, ...) Anwendung und Netzteil in einem Gehäuse zu> verschmelzen?
Da das in zahlreichen Produkten üblich ist, spricht offenbar nichts
dagegen.
Kommt aber auf die Anwendung an. Z.B. Schaltnetzteil und DCF-Antenne in
einem Gehäuse funktioniert nicht. Die Antenne benötigt einen
ausreichenden Abstand zum Schaltnetzteil.