Hi,
ich brauche 3m Antennenmast fürs RasperryPi + Plastikgehäuse, leichtes
plastik Anemometer (Wind messen) und eine leichte Lora Antenna. Welches
Material und Durchmesser ist zu empfehlen? Stahl, Alu oder etwas noch
leichteres/besseres?
Alu verrottet auf jeden Fall so gut wie gar nicht, kostet aber mehr als
Stahl. Ist aber leicht und stresst die Aufhängung weniger. Und es lässt
sich recht leicht bearbeiten.
Die Sache mit dem Blitzschutz solltest du aber überlegen. Ansonsten eben
ein Kunststoffrohr aus dem Sanitärbereich.
Matthias S. schrieb:> Die Sache mit dem Blitzschutz solltest du aber überlegen.
Reicht es dann das Alumast an z.B.: an Metaldachrinne? Muss man die
Geräte extra gegen Blitz schützen?
Matthias S. schrieb:> Ansonsten eben> ein Kunststoffrohr aus dem Sanitärbereich.
Was empfiehlt sich aus der Sanitärbereich? Ist ein Kunstoffrohr
bezüglich Blitzschutz besser?
Ob Kunststoffmast oder Metall, der Blitz haut in die Antenne (oder nur
in die Nähe), der Strom fließt über die Zuleitung ins Haus und richtet
dort Schaden an. Das ist ein seltenes Ereignis, aber es komnt vor;
kannst dir die Folgen ausmalen. Überlege dir gut, ob du das riskieren
willst. Ohne Blitzableiter würde ich - falls irgend möglich - mit der
Antenne unterm Dach bzw. im durchs Dach geschützen Bereich bleiben.
Windmessung ist dann natürluch schlecht...
Ich habe folgendes durchgelesen:
https://www.vde.com/resource/blob/1568478/2a739cd8711cb0353ea7c1655de518d9/temporaere-kommunikationssysteme-download-data.pdf
Aus dem Bild 8 habe ich interpretiert, dass die Version B (Siehe Bild -
Lora Antenna ist platziert unterhalb des Mastes) keine Blitzschutz der
Loar-Antenna benötigt, oder?
Raspi/Lora Antenna werden natürlich über nicht leitende Plastik/etc mit
Mast verbunden.
Antenna, Raspi, etc. werden nicht mit Hauselektrik verbunden, sondern
über Akku / WLAN als Insellösung betrieben.
Ich möchte mit der Lora Antenna maximalen empfang erreichen. Deswegen
ist die Höhe essentiel und muss unbedingt über Haushöhe liegen.
Wird Lora Empfang beeiträchtigt, wenn Loraantenna etwa unterhalb der
Alumast (etwa 4cm durchmesser) wie im Scenario B dargestellt liegt?
michael_ schrieb:> Siehe:>> https://www.vewsaar.de/fileadmin/dokumente/Installateure/pdf/blitzschutz_fuer_antennen_VDE.pdf
Sehr gutes Lesematerial danke dafür.
Ich habe ein paar Fragen, da mein Anwendungsfall etwas anders ist...
Angenommen ich habe einen 3m Alu-Mast 30-40mm Durchschnitt und 2mm
Materialstärke.
1) Kann das Alumast als Erdungsleiter dienen und erst unten mit der
vorhandenen Erdungsleiter des Hauses verbunden werden?
2) Kann das untere Ende des Mastes an einen Holzbalken des Hauses
angehängt werden? Alumast wird natürlich wie im Punkt 1 an vorhandenen
Hausedungsleiter angeschlossen. Kann das Halterung (zwischen Holzbalken
und Mast) dann aus Metall sein, oder muss es ein anderes nicht
leitfähiges Material sein?
2) Ich betrachte den Fall, dass Alumast quasi als Fangeinrichtung dient,
dann befindet sich die Lora Antenna + Raspi im Blitzschutzzone. Wie
realisiere ich den Potenzialausgleich der Lora-Antena, wenn Raspi über
Akkus betrieben wird? Muss ich dann ein extra Potentialausgleichleiter
ziehen? Leider habe ich an der Stelle des Hauses nur Erdungsleiter, aber
keinen Potentialausgleichleiter.
3) Kann ich Potentialausgleich ignorieren, wenn die Anlage wie im Punkt
2 realisiert wird? (Es gehen keine Leitungen ins Haus, es ist quasi eine
Insellösung)
4) Sehr wichtige Frage an die Funk-Spezialisten: In wie weit wird der
Alumast den Empfang der Lora-Antenna stören? Wird nur ein 1-2 Grad (in
Richtung des Mastes), je nach Entfernung zwischen Alumast und Lora
Antenna gestört, oder Hat der Mast weiteren negativen Einfluss?
Eventuell verbessert sich der Empfang in Gegenrichtung, da ich dann eine
Art Richtantenna habe?
5) Wenn ich das Gerät als Insellösung betreibe. Vielleicht brauche ich
mir keine sorgen machen und die Loraantenna einfach an der Spitze direkt
mit Mast verbinden? Ein direktes Blitz wird dann höchstens mein RAK +
Antenna zerstören... Andere Vorschläge?
Ich werde für jede Hilfe dankbar!
Hallo Martin.
Martin L. schrieb:> Ohne Blitzableiter würde ich - falls irgend möglich - mit der> Antenne unterm Dach bzw. im durchs Dach geschützen Bereich bleiben.
Das hilft Dir auch nicht weiter.
Den Blitz interessieren ein bisschen löcherige Keramik in Form von
Dachpfannen überhaupt nicht.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Bernd W. schrieb:> Den Blitz interessieren ein bisschen löcherige Keramik in Form von> Dachpfannen überhaupt nicht.
Wenn der Blitz ins Dach einschlägt, dann macht der das. Ob da unter dem
Dach was montiert ist, spielt dabei dann aber keine Rolle.
Oliver
Hallo Matthias.
Matthias S. schrieb:> Alu verrottet auf jeden Fall so gut wie gar nicht, kostet aber mehr als> Stahl.
Alu gammelt je nach Situation auch heftig. Dadurch dass die
Korrosionsprodukte aber meist ein weisses Pulver sind, das vom Wind
davongeblasen wird, ist das nur nicht so "auffällig".
Stahl lässt sich streichen oder verzinken. Beides gleichzeitig ist
extrem schwer gut hinzubekommen, aber wenn, fast ideal.
Egal, für beides gilt: Korrosionsreserve beachten!
> Ist aber leicht und stresst die Aufhängung weniger. Und es lässt> sich recht leicht bearbeiten.
Und leichter vom Sturm umbiegen. ;O)
Die Halterung muss natürlich adaequat ausgelegt werden.
Passendes Material (Stahl) findet sich als Gerüstrohr. Ansonsten
"Konstruktionsrohr" oder "Offshore-Qualitäten" (so findet sich das in
Katalogen).
Dünne Alu- oder Stahlröhrchrchen hätten z.B. auch selber nicht den
Querschnitt für einen effektiven Blitzschutz.
> Die Sache mit dem Blitzschutz solltest du aber überlegen. Ansonsten eben> ein Kunststoffrohr aus dem Sanitärbereich.
Das graue HT ist z.B. recht Witterungsbeständig. Das Orange für
Kanalrohre eher nicht, das versprödet extrem.
Sehr gut geeignet ist z.B. GF-Rohr aus dem Anlagenbau. Das sind
dickwandige Kunststoffrohre (PVC?) die auch druckgeeignet sind, keine
Abflussrohre.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Nurgast schrieb:> Sind die Normen kostenlos, oder nur im Kauf?
Normen unterliegen dem Urheberschutz. Wieso und warum und, kann man
diskutieren. Damit sind wir hier wohl aber hoffentlich durch.
Alle Herausgeber von Normen die in irgendeinerweise in
Legalverpflichtungen eingehen (und somit das gesamte VDE Werk) müssen
auch öffentlich und gratis ausgelegt werden.
Die Auslagestellen findest du beim Herausgeber (nicht beim Verlag!).
Es gibt öffentliche Bücherein die Normwerke etweder auf Papier oder als
Datenbankzugang haben. Hast du eine solche Bücherei nicht in der dener
örtlichen Nähe, kannst du Fernleihe nutzen oder halt
Ferndatenbankzugriff bequem von zu Hause.
Darüberhinaus unterliegen auch Normen der Pflicht zur Ablieferung an die
Nationalbibliotek und sind auch über deren Ausgaben erhältich.
Wenn man kaufen will, sollte man sich überlegen wo man kauft.
Europäische und anderen internationale Normen gibt es von vielen
Verlagen. Ein Faktor 10 beim Preis ist nicht ungewöhnlich. Beuth hat da
oft eine 0 mehr als evs.ee.
Hallo Sebastian.
Sebastian L. schrieb:> Es gibt öffentliche Bücherein die Normwerke etweder auf Papier oder als> Datenbankzugang haben. Hast du eine solche Bücherei nicht in der dener> örtlichen Nähe, kannst du Fernleihe nutzen oder halt> Ferndatenbankzugriff bequem von zu Hause.
Meistens sind das Universitätsbibliotheken.....aber für die meisten
Normen finden sich nur ein oder zwei, wo diese ausliegen.
Da diese Normen zum Präsenzbestand zählen, ist eine Fernausleihe im
allgemeinen auch nicht möglich. Bei der direkten Einsicht ist auch kein
Kopieren zulässig.
> Darüberhinaus unterliegen auch Normen der Pflicht zur Ablieferung an die> Nationalbibliotek und sind auch über deren Ausgaben erhältich.
Aber nur zur Einsicht bei der Nationalbibliothek selber. Es ist weder
eine Fernausleihe noch eine Einsicht in elektronischer Form möglich.
Das stellt meine Erfahrung aus 2014 da. Ich wollte an der Uni Duisburg
einsicht in die EN60617 nehmen, weil ich aus den 90ern noch wusste, dass
die eine umfangreiche Sammlung von Normen zur Einsicht hatten, aber das
war nicht mehr so.
Die nächste Stelle, wo ich direkte Einsicht hätte nehmen können, wäre
Hannover gewesen.....Fernausleihe war auch nicht.
Es gibt also eine Tendenz dazu, sich erfolgreich an den Effekten einer
freien Veröffentlichung vorbei zu drücken.
>> Wenn man kaufen will, sollte man sich überlegen wo man kauft.> Europäische und anderen internationale Normen gibt es von vielen> Verlagen. Ein Faktor 10 beim Preis ist nicht ungewöhnlich. Beuth hat da> oft eine 0 mehr als evs.ee.
Danke für den Tipp!
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Bernd W. schrieb:> Hallo Martin.> Das hilft Dir auch nicht weiter.> Den Blitz interessieren ein bisschen löcherige Keramik in Form von> Dachpfannen überhaupt nicht.
Hallo Bernd,
das mag sein. Ein langer Mast plus Antenne aber vergrößert die
Wahrscheinlichkeit eines Einschlages, eine Unterdachinstallation jedoch
nicht.
Hallo Martin.
Martin L. schrieb:>> Das hilft Dir auch nicht weiter.>> Den Blitz interessieren ein bisschen löcherige Keramik in Form von>> Dachpfannen überhaupt nicht.> das mag sein. Ein langer Mast plus Antenne aber vergrößert die> Wahrscheinlichkeit eines Einschlages, eine Unterdachinstallation jedoch> nicht.
Wenn Du den Mast nicht ZU hoch machst, steht er ja nicht höher als Deine
Unterdachkonstruktion und ist letztlich genau so viel oder wenig
exponiert.
Aber wenn du schon darauf achtest, schau Dich mal in der Nachbarschaft
um, was gut leitend ist und höher ist als Du, was es für einen Abstand
hat, und entscheide mit dem Blitzkugelverfahren oder
Schutzwinkelverfahren, ob es ein geeigneter Blitzableiter ist. Vieleicht
steht ja ein Hochhaus oder Hochspannungsmast passend....
Blitzschutzmassnahmen bieten übrigens keinen absoluten Schutz, sondern
nur einen relativen. Statistisch gesehen schlägt der Blitz halt viel
öfter in eine gute Blitzfanganlage, aber es gibt auch Fälle, wo bei
Überschlagsversuchen Stab zu Stab auf Platte der Blitz genau in den
Winkel aus Stab und Platte geschlagen ist.
Zum Blitzkugelverfahren:
https://de.wikipedia.org/wiki/Blitzschutz#Blitzkugelverfahren
Nachtrag:
https://www.vde.com/resource/blob/1703422/f9149d00b5cf459e0531ed09d46d5fb7/vde-information-schutzbereich-fangeinrichtungen-download-data.pdf
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de