Hallo zusammen,
komme eher aus dem Digitalelektronikbereich, daher seht mir meine Frage
nach ;). Ist vllt. auch etwas off-topic.
Ich besitze einen T+A Röhrenverstärker, der den Ruhestrom/Bias permanent
misst, im Display anzeigt und bei Verlassen des tolerierbaren Bereiches
das Gerät abschaltet.
Dies ist gerade mal wieder nach etwa 15 Minuten passiert. Beim
Einschalten ist der Messwert noch etwa in Mittelstellung, dann geht er
an den äußersten Rand Richtung „zu hoch“ und schaltet das Gerät ab.
Allerdings kommt dies nicht allzu oft und auch nicht jedes Mal vor,
teilweise kann ich eine Dreiviertelstunde lang hören ohne das was
passiert und der Balken sich weit nach außen bewegt.
Dass es einen gewissen thermischen drift gibt ist mir klar. Aber dass
dieser so stark ist, dass bei kalten Gerät bei Mittelstellung anfängt
und dann außen wandert ist ja sicher nicht der Fall? Betrifft auch nur
den einen Kanal.
Zudem verwundert mich zusätzlich, dass es nicht regelmäßig passiert.
Bei einem thermischen Problem könnte man quasi die Uhr danach stellen?
Gerät steht still und waagerecht.
Vielleicht hat ja einer eine Idee?
Danke schonmal!
Dachs schrieb:> ...der den Ruhestrom/Bias permanent misst, im Display anzeigt und bei> Verlassen des tolerierbaren Bereiches das Gerät abschaltet.
Wenn das schon angezeigt werden muss und auch abschalten kann, ist das
eine Fehlkonstruktion.
Man könnte als erstes die negative Gittervorspannung der beiden
Gegentaktendröhren erhöhen, danach können die beiden Kathodenwiderstände
vergrößert werden. Die bleiben ja sowieso weiterhin mit je einem Elko
überbrückt.
Geiler Werbetext "weltweit einmaliges Schaltungskonzept"
Kenne ich unter Hybrid Röhrenverstärker, gibt es etliche.
Naja ist ja auch für audiophile Ansprüche.
Da könnte man lachen wenn es nicht so traurig wäre.
Tausche doch mal die Röhren , vom Linken in den Rechten kanal,
wenn der Fehler von links nach rechts mitwandert, dann ersetze die
Endröhre beim Fehler für eine neue.
Ansonsten die Kath Resistors überprüfen und wechseln, wenn C an der
Kathode verbaut sind , dann ebenfals prüfen und erneuern
mehr kann ich dir nicht sagen
lg tomi
Warum nennst du nicht den Typ und einen Link?
Vielleicht sowas:
ebay 174760980204
Das wäre überteuerter Kram.
Muß dem hier zustimmen.
Erich schrieb:> Und ich habe einen Rolls-Royce.> Wenn da was stottert, dann Frage ich auch immer im nächsten> Autobastlerforum nach, was es sein könnte.
Geh zu deinem Service.
Dachs schrieb:> Vielleicht hat ja einer eine Idee?
Hallo,
wenn das hochwertige Gerät so eine Abschaltvorrichtung bereits eingebaut
hat, soll sie die Bauteile vor weitergehenden Schäden schützen. Es
scheint also ein ernsthafter Fehler vorzuliegen, der sich aber immer
wieder "selbst repariert".
Wie schon oben genannt, kann es ein Kontaktproblem sein, z.B. in einem
der Sockel, es kann ein Kondensator sein, der unter Spannung anfängt,
nicht mehr richtig zu isolieren, es kann ein Widerstand beschädigt sein,
z.B. durch mechanische Beschädigung beim Einbau.
Das Gerät arbeitet mit hoher Spannung. Wer da als Hobby-Reparateur etwas
messen möchte, sollte aufpassen wo er was anschließt und beim
Einschalten die Hände weg lassen. Erster Anlaufpunkt wäre, das
Schaltbild zu besorgen und dann die Spannung über den
Kathodenwiderständen zu messen. Bauteile, die mit Erwärmung durch die
Röhren beaufschlagt wären, fallen unter näheren Verdacht auf Schäden.
z.B. Tube-Amp-Doctor kennt sich mit Röhrengeräten in form von
Gitarrenverstärkern aus.
mfg
Dachs schrieb:> Vielleicht hat ja einer eine Idee?
Schon, aber der genaue Typ des Verstärkers scheint ja Geheime
Verschlußsache zu sein.
Daher ganz allgemein: Röhren der Kanäle austauschen, schauen ob der
Fehler mitwandert.
Guten Morgen allerseits Und danke schon einmal Für die zahlreichen
Antworten.
Den Typ hatte ich gestern zur abendlichen Stunde ganz vergessen zu
nennen, es ist ein V10.
Hier sieht man auch mal ein Bild vom Innenleben:
https://www.avguide.ch/testbericht/roehren-und-vinyl-ta-v-10-ta-g-10
Ein Schaltbild habe ich nicht, könnte aber mal beim Support anfragen ob
sie eines herausgeben.
Schaut für einen Röhrenverstärker für mich schon relativ komplex aus.
Wie gesagt, komme eher aus der FPGA-Ecke ;).
Dachte auch erst einmal an einfache Dinge, wie besagtes Röhren hin- und
her tauschen. Die Röhren selber sind laut der Betriebsstundenanzeige
noch dreiviertel neu, was natürlich einen zufälligen Defekt oder ein
Kontaktproblem an einer solchen nicht ausschlösse. Auch solche Dinge
wie eine Überprüfung der Widerstände/C‘s läge noch im Rahmen, sofern man
drankommt.
Aber bevor ich mich in komplexeren Dingen an den Innereien zu schaffen
machen, gebe ich es vielleicht doch lieber zum Service, Zumal das Teil
auch sehr schwer und nur unten zu öffnen ist und damit nicht wirklich
gut erreichbar ist.
Danke und Gruß,
der Dachs
Finde nur erst einmal heraus, ob der Fehler möglicherweise mit einer
Röhre mitwandert.
Das skizzierte Schaltungsprinzip ist etwas abweichend zu üblichen
Gegentaktverstärkern. Philips hatte einige Verstärker mit
Reihengegentakt gemacht, es gab auch Radios damit (z.B. Erfurt 4). Das
hat man getan, um mit billigeren Ausgangsübertragern auszukommen (oder
gänzlich ohne, dafür mit hochohmigen Lautsprechern).
Wenn ich das Richtig sehe ist das Mopped eine Eigenentwicklung und eine
Simple Push Pull Endstufe wie die üblichen Transistor-Gegentaktendstufen
in Halbleiterverstärkern auch, man hat nur um die Röhren nicht ganz so
durch den niedrigen Arbeitswiderstand zu quälen wie es bei Eisenlosen
Röhrenendstufen der Fall ist, einen Übertrager vor die LSP geschaltet um
den Arbeitswiderstand hoch zu transformieren. Die Endröhren sind
"aufgehübschte" russische 6P45S Zeilenendpentoden wie im Raduga, etwas
robuster als die EL519 und der Anodenanschluß wurde aus optischen
Gründen für die "Audiphilen" in den Röhrensockel verlegt. So weit, so
gut.
Feine Sache das der Hersteller den Ruhestrom überwacht und ggf. den
Stecker zieht wenn die Röhren anfangen durch zu gehen, intelligenter
wäre es aber gewesen die Vorspannung an den Gittern gegen zu steuern um
den Ruhestrom konstant zu halten...
Die Gittervorspannung der Endröhren wir hier (automatische
Gittervorspannungserzeugung) durch den Spannungsabfall an den
Kathodenwiderständen erzeugt (die Prinzipschaltung behauptet das), damit
müssen die Röhren mit relativ hoher Ruheverlustleistung im Gegentakt A
Betrieb arbeiten, d.h. die werden heiß! Üblich Auslegung dieses
Arbeitspunktes ist nahe der zulässigen Anodenverlustleistung die bei
einer EL519 35W beträgt..mal 4 Röhren ergibt eine 140W Heizung. Das bei
der Belastung der Röhren der Ruhestrom hoch geht, ist nicht
verwunderlich, damit sollte der Spannungsabfall über den
Kathodenwiderständen ansteigen und damit den Anodenstrom drosseln. Da
das hier offenbar nicht funktioniert, zeigt das die Widerstände falsch
ausgelegt sind und die Röhren zum durchgehen neigen.
Ändern kannst Du daran wenig, machst Du die Widerstände größer, sinkt
die erreichbare Ausgangsleitung und die Röhren kommen aus de A-Betrieb
herunter Richtung AB bzw. B Betrieb, das bedeutet das nicht mehr beide
Röhren einer Endstufe in einer Sinuswelle (0..360°) ständig leiten,
sodnern das eine jeweils beginnt zu sperren. Damit hast Du
Gleichrichtereffekte und der Arbeitspunkt wandert bei Aussteuerung.
Ergo: Sieht schick aus, kann man evtl. versuchen zu verkaufen.
In der Zwischenzeit besorge neue Endröhren und wechsele, evtl. hast Du
Exemplare dabei die nicht zum Durchgehen neigen.
Endröhren gehen durch, weil sich bei hoher Belastung Kathodenmaterial
absputtert und auf dem Gitter niederschlägt. (dem versucht man teilweise
durch vergoldete Gitter vorzubeugen)
Erwärmt sich wegen hoher Temperaturen der Röhre das Gitter, beginnt es
Strom zu emittieren weil es i.A. negativer als die Kathode ist, dadurch
erwärmt es sich noch mehr was zu einer weiteren Erhöhung der Emission
führt -> Teufelskreis, die Röhre geht durch.
Man kann versuchen die Röhre zu reparieren in dem man die
Gitteremsission gezielt "überlastet", d.h. damit die Beschichtung weg
brennt..man sollte sich aber da mit Röhren gut auskennen und wissen was
man tut. Kaputt ist eine Röhre mit Gitteremission bereits, man kann sie
also nur noch kaputter machen.
Die EL519 / 6P45S war nie für diese Betiebsart konstruiert, sie erzeugt
zusammen mit dem Zeilentrafo in ihrer eigentlichen Anwendung als
Schaltstufe die Hochspannung von 25KV in einem Röhrenbestückten
Fernsehgerät (siehe Raduga oder Telefunken Palcolor). Die Röhre ist dort
ständig gesperrt (weit im negativen Bereich am Gitter, ohne Ruhestrom)
und wird nur mit kurzen Impulsen geöffnet, das Problem des Durchgehens
gibt es da nicht.
HTH,
Pille
Also wenn ich bei einem Röhrenverstärker lese
Ein zentral angebrachter, mikroprozessor- gesteuerter und sehr leiser
Lüfter verhindert, dass die hochwertigen Innereien einen Hitzekollaps
erleiden.
Zudem nimmt ein Mikroprozessor dem Besitzer des V 10 das Nachpegeln des
Röhrenarbeitspunktes ab.
Kommt mir das Mittagessen wieder hoch
>Zudem nimmt ein Mikroprozessor dem Besitzer des V 10 das Nachpegeln des
Röhrenarbeitspunktes ab.
Gib das komplizierte und teuere Teil am besten zum Fach-Service. Das
dürfte weitere Schäden minimieren. Das Gerät dürfte als Bastelprojekt
ungeeignet sein.
Da dürften Optokoppler beteiligt sein.
mfG
Christian S. schrieb:> Gib das komplizierte und teuere Teil am besten zum Fach-Service.
Wenn es keine Schaltung als Reparaturhelfer gibt,
neu aufbauen. Futterman Schaltungen gibt es genügend.
Den Halbleiterkram mit Lüfter ausbauen. Dann bekommt
einem auch das Mittagessen.