Mal eine generelle Frage zu RF Pfaden. Wenn ich eine 50 ohm Quelle mit
0dbm Ausgangsleistung habe und diese an einen 50 ohm RF Verstärker
anschließend, habe ich dann vor dem Verstärker erstmal 6db Verlust weil
dieser auch mit 50ohm abgeschlossen ist intern? Das hieße ja man brauch
immer einen Verstärker der 6db+ kann
Sebastian W. schrieb:> Mal eine generelle Frage zu RF Pfaden. Wenn ich eine 50 ohm Quelle> mit> 0dbm Ausgangsleistung habe und diese an einen 50 ohm RF Verstärker> anschließend, habe ich dann vor dem Verstärker erstmal 6db Verlust weil> dieser auch mit 50ohm abgeschlossen ist intern? Das hieße ja man brauch> immer einen Verstärker der 6db+ ka
Du wirfst hier Leerlauf-Spannung der Quelle und ein absolute
Leistungsangabe in dBm durcheinander.
Wenn du eine Quelle mit dem Innenwiderstand 50 Ohm hast, die an einer
Last von 50 Ohm 0dBm Leistung (absolute Größe, kein Verhältnis) abgibt,
dann entspricht die Spannung an den 50 Ohm Last der Hälfte (-6dB
Verhältnismass) der Leerlaufspannung der unbelasteten Quelle.
Ganz eindeutig ist die Frage nicht, aber zu scheinst implizit zu fragen,
ob du von den 0 dBm noch etwas abziehen musst, wenn du wissen willst wie
viel Leistung an Last ankommt: Nein musst du nicht.
Wenn du eine HF-Quelle auf 0 dBm stellst, bezieht sich das schon auf ein
50 Ohm System (50 Ohm Quelle, 50 Ohm Last). An einer 50 Ohm Last kommen
also diese 0 dBm an.
Sebastian W. schrieb:> Das hieße ja man brauch> immer einen Verstärker der 6db+ kann
Nein.
Nicht einmal dann, wenn der Verstärker dieses eine Milliwatt gar nicht
vollständig aufnimmt, sondern einen Teil der Eingangsleistung
reflektiert.
Der Witz bei HF ist, dass es eigentlich immer nur um die Leistung geht,
Spannung oder Strom alleine haben da weniger Bedeutung. Simpel hochohmig
wie im Audiobereich, wo meistens nur die Spannung interessant wäre, geht
da aufgrund der unvermeidbaren Kapazitäten nicht mehr.
Leistung ist ja Spannung * Strom (und beides auch noch gleichzeitig...).
Ohne jetzt zuviel zu verraten: Das ist an sich ein Optimierungsproblem,
schliesslich sinkt ja die verfügbare Spannung durch den Innenwiderstand
bei höherem Strom, damit verändert sich auch die am Ausgang bzw. am
Eingang verfügbare Leistung. Das Verhalten lässt sicher aber recht
einfach ausrechnen. Bei einem gegebenen Ausgangs oder Eingangswiderstand
ist die höchste übertragbare Leistung genau dann, wenn
Ausgangswiderstand=Eingangswiderstand.
Und deswegen macht man die immer gleich. Damit ist eine ideale
Verbindung ohne Verlust. Ob das jetzt aber so komische Werte wie 50, 60,
75, 93, 240 oder sonstwas Ohm sind, hat wieder andere Gründe, die hier
erstmal egal sind.
> Das hieße ja man brauch> immer einen Verstärker der 6db+ kann
Nein. Wenn die HF-Fraggles von 0dBm reden dann meinen sie damit einen
bestimmten Pegel. Also eine Leistung die man auch in eine Spannung
umrechnen kann wenn man den Widerstand kennt fuer den die Kiste gebaut
wurde. (heute ueblicherweise 50R)
Die Geraete erwarten aber auch das du da immer 50R anschliesst. Sonst
funktionieren die garnicht richtig!
Wenn also ein Geraet sagt das es einen 0dBm Ausgang bei 50R hat und du
willst diese 0dBm an deinem Oszi mit einem Tastkopf als Spannung sehen
dann musst du auch mit 50R abschliessen.
ABER!
Bei hohen Frequenzen hast du ja immer etwas verlust an Kabeln oder
Steckverbindern. Da koennen auch mal schnell 1-3dB zusammenkommen. Das
merkt so ein richtiger HF-Entwickler garnicht. Die rechnen immer in dB
weil die Angst bekommen wenn sie die Zahlen in einem linearen Masstab
sehen wuerden. Die Frequenz hat nur noch die halbe Amplitude? Ist denen
total egal. Deshalb kann man HF-Fraggle und coole Messtechnikentwickler
auch nicht zusammen halten. :-D
Olaf
dB ist ein logarithmisches Mass. Hat noch keine Eigenschaft. Erst das
kleine m macht es zur Leistung. 0dBm = 1mW. die dB sind nur relativ und
man muss den Kontex kennen. 3dB heisst, die doppelte Leistung, -3dB ist
die halbe Leistung. Weil es logarithmisch ist, sind 10 dB das 10fache,
20 dB das 100fache, 30 dB das tausendfache usw. Oder in die andere
Richtung -10dB ist ein zehntel, -20 dB ein hunderstel, usw...
Kurz gerechnet, wenn Du 0dBm (1mW) um 30dB verstärskt hast Du nacher
30dBm, also 1 Watt. Wie gesagt, das kleine m macht den Unterschied.
Petra schrieb:> Wie gesagt, das kleine m macht den Unterschied
Soo isses
dB = Dimensionsloses Verhältnis
dBm = eine Leistungsangabe, und zwar in dB bezogen auf ein Milliwatt
Jens B. schrieb:> Könntest Du das auch Erklären?
Weil eine gewisse Eingangsfehlanpassung eher der Normalfall als die
Ausnahme ist.
Wenn bei einem Verstärker oder Leistungsmesskopf oder was auch immer,
ein bestimmter Effekt garantiert wird, der sich bei einer
Eingangsleistung von z.B. 0dBm (oder einer anderen Leistung)
einstellt, so ist i.d.R. die vorlaufende Leistung gemeint, also die
Leistung, welche die Quelle dafür bereitstellen und am Eingang abliefern
muss.
Oft wird aber ein Teil davon reflektiert und läuft zur Quelle zurück.
Wie hoch dieser Anteil ist oder sein kann, erfährst du z.B. aus der
Angabe des VSWR oder S11.
Wenn die Quelle selbst eine reelle und zur Leitung passende
Ausgangsimpedanz hat, wird die rücklaufende Leistung dort in Wärme
verwandelt.
Ansonsten tritt dort wiederum eine Reflektion auf, und das kann dann zu
Leitungsresonanzen bzw. einem welligen Frequenzgang führen.
Timo schrieb:> dB = Dimensionsloses Verhältnis
Wo hast du das her?
Das Bel als eigentlich ein Operator, der für den dekadischen Logarithmus
vom Verhältnis zweier Pegel o.ä. steht.
Das "d" (Dezi) ist der SI-Vorsatz für Zehntel.
https://de.wikipedia.org/wiki/Vors%C3%A4tze_f%C3%BCr_Ma%C3%9Feinheiten
dB ist damit eine dimensionslose DIFFERENZ
Nimm z.B. einen HF-Verstärker, dem du am Eingang einen Pegel von 10 dBm
zuführst. Am Ausgang möge dann 30 dBm rauskommen.
Die Verstärkerung ergibt sich aus der Differenz von 30 dBm minus 10 dBm
zu
v = 20 dB
Da tritt kein Verhältnis auf.
my2ct schrieb:> Was soll "R" für eine Einheit sein?
Mit R wird landläufig der Realanteil und mit X der Imaginäranteil eines
Widerstandes bezeichnet.
Man kann das noch spezifizieren in dem man Xl oder Xc schreibt.
Mag sein das das nicht so in den SI Einheiten festgelegt ist, aber es
ist in der Wechselstromtechnik so gebräuchlich.
Ralph Berres
my2ct schrieb:> Da tritt kein Verhältnis auf.
Bei mir ist Verstärkung ein Verhälntis. Zum Beisiel Pout/Pin. Und es
bleibt auch ein Verhältnis, wenn man es logarithmiert und in dB
ausdrückt
Damit auch der "Herr Lehrer ich weiß was" Erbsenzähler zufrieden ist:
dB ist ein dimensionsloses Verhältnis in logarithmischer Form.
Timo schrieb:> dB ist ein dimensionsloses Verhältnis in logarithmischer Form.
Richtig. Ich könnte zum Beispiel auch berichten dass ich
letztes Jahr 1.5dB mehr Gehalt bekommen habe.