Lötspitzen markieren

OP #6943200
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Bei mir stehen demnächst die ersten bleifreien Reparaturlötungen an. 
Lötzinn und neue Lötspitzen sind bestellt.

Irgendwie muss ich die Lötspitzen für bleifreies und verbleites Löten ja 
auseinanderhalten können, um unkontrollierte Legierungsbildung zu 
vermeiden.

Leider bestehen die Lötspitzen (z.B. Weller LT) ja nur aus 
Funktionsflächen - entweder Anlagefläche oder benetzte Oberfläche.

In den Anlageflächen fällt jede Markierung (Ritzgravur, Körnerpunkt) 
etc. wohl unter die Kategorie "schlechte Idee".

Auf den benetzten Flächen vermutlich auch. Jedes Anritzen dürfte die 
galvanisierte Oberfläche beschädigen. Farbmarkierungen werden auch nicht 
funktionieren.

Langer Rede, kurzer Sinn: Wie markiert ihr anderen mit gemischten 
Arbeitsplätzen eure Lötspitzen, um sie auseinanderhalten zu können?
#6943219
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Teilemagazin, Beschriftet, bleifrei ganz links, bleihaltig ganz rechts, 
dazwischen (je nach magazin) entsprechend Lot und flussmittel in den 
Zwischenfächern.

Teo D. schrieb:
> Bei ~10€ pro Spitze, sind wohl ~120€ für ein Handteil nicht zu viel um
> Verwechslungen zu vermeiden.
> Uu. kommen da auch sicher 2-3h Zeitersparnis per annum zusammen!?

Und wenn man gleich ein Sortiment Spitzen kauft. Unbenutzte zusammen und 
je nach Verwendung brauchen die trotzdem "ihr Fach"...
#6943223
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Ich unterscheide sie nicht.
Wenn man jede Lötspitze ordentlich abstreift, sollte das eigentlich 
reichen.
Das "Ausmaß" der Legierungsbildung sollte man nicht überbewerten.

Ich löte mit ein und derselben Spitze sowohl bleifreies als auch 
bleihaltiges Lot.
Jetzt werden einige aufschreien, aber was soll denn passieren?
Bei mir ist auch nach Jahren weder mit den Lötstellen noch mit der 
Lötspitze irgendwas negatives passiert (warum auch).
Man sollte natürlich wirklich sauber abstreifen, um nicht mutwillig 
nennenswerte Mengen von verschiedenem Lot zu vermischen.
Für bleifreies Lot eigene Lötspitzen zu verwenden schadet nicht, ist 
nach meiner Meinung und Erfahrung aber nicht nötig.
#6943231
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Kilo S. schrieb:
> Und wenn man gleich ein Sortiment Spitzen kauft. Unbenutzte zusammen und
> je nach Verwendung brauchen die trotzdem "ihr Fach"...

Ja schon, nur wenn man das extra erwähnen muss....

War ja auch nur ein Hinweis, auf eine etwas andere Sicht der Dinge.
Bin ja auch kein Hellseher, kA. ob da nur gebastelt o. die Ariane-6 
zusammen gelötet wird. ;)
Gast #6943235
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> Irgendwie muss ich die Lötspitzen für bleifreies und verbleites
> Löten ja auseinanderhalten können, um unkontrollierte
> Legierungsbildung zu vermeiden.

Ja unglaublich was da alles passieren kann wenn man wie immer
einen halben Liter Loetzinn an der Spitze haengen hat und da ploetzlich
500ml einer anderen Legierung dran kommt. Undenkbar die Spitze vorher
einmal kurz abzustreifen. Das ist gut zu verstehen!

> Leider bestehen die Lötspitzen (z.B. Weller LT) ja nur aus

Du koenntest du einfach ein paar hiervon kaufen:

https://de.aliexpress.com/item/32909113375.html

Dann laesst du deine Spitzen da drin und schraubst die immer mit Huelse 
um.
Sogar ohne abzuschalten, in Sekunden, einfach so.
Ich meine falls du dich schon immer gefragt hast wieso dein Halter die
vier Loecher dafuer hat.

BTW: Die Teile kommen in "Original" (hust hust) Wellertuete, haben einen 
leicht groesseren Durchmesser (schadet nicht) als die ganz originalen 
Originale. Dafuer sind sie aber (bizarrerweise!) mit Klarlack lackiert, 
weshalb sie beim ersten einschalten etwas rauchen.

Und wo du schonmal dabei bist kannst du dir noch gleich ein paar hier 
von holen:
https://de.aliexpress.com/item/33026201254.html

Ich hab die LT1L und die LT4 selber im Gebrauch. Sie sind gut! 
Erstaunlich gut! Auf der Tuete steht dann allerdings nicht 
"Bestellnummer", sondern Bestsellnummer. (ja wirklich!)

Ansonsten kannst du dir aber dann den Neid gewisser JBC-Wunderloeter 
sicher sein die sich ihre Spitzen immer vom Mund absparen muessen. :-p

Olaf
#6943246
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Teo D. schrieb:
> Ja schon, nur wenn man das extra erwähnen muss....
> War ja auch nur ein Hinweis, auf eine etwas andere Sicht der Dinge.
> Bin ja auch kein Hellseher, kA. ob da nur gebastelt o. die Ariane-6
> zusammen gelötet wird. ;)

Nun, Ordnung bei geteilten Arbeitsplätzen sollte selbstverständlich 
sein.

Da spielt es für mich keine Rolle was ich da löte.

Olaf schrieb:
> unglaublich was da alles passieren kann wenn man wie immer
> einen halben Liter Loetzinn an der Spitze haengen hat und da ploetzlich
> 500ml einer anderen Legierung dran kommt. Undenkbar die Spitze vorher
> einmal kurz abzustreifen. Das ist gut zu verstehen!

Es gibt gründe wieso bei bestimmten aufgaben oder eher einsatzbereichen, 
bestimmte arten von lot zum einsatz kommen.

Mischen, egal in welcher konzentration, kann zu unerwünschten (langzeit) 
nebeneffekten führen.

Da geht es nicht um kurzzeitige folgen...
Gast #6943277
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> Es gibt gründe wieso bei bestimmten aufgaben oder eher einsatzbereichen,
> bestimmte arten von lot zum einsatz kommen.

Dessen bin ich mir durchaus bewusst. Allerdings scheint es mir einfacher
die Spitze mal eben sauber zu machen. Wenn du an Paranoia leidest
kannst du dann ja auch einfach das andere Zinn dran machen und nochmal
kurz sauber machen. Oder glaubst du auch an Homoeopathie?

Olaf
Gast #6943290
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Olaf schrieb:
> Oder glaubst du auch an Homoeopathie?

Ich glaube an Metallurgie. Verunreinigungen von Schmelzen im 
Promillebereich haben handfeste Folgen.

Und Lötspitzen halten länger, wenn man sie benetzt hält.

Beides handfeste Gründe, die für mich die geringen Mehrkosten für einen 
separaten Satz Spitzen rechtfertigen.
#6943505
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Ich verwende dieselben Lötspitzen für bleifreies und bleihaltiges Lot. 
Nach dem Löten wird die Lötspitze sauber abgestreift, schon um sie vom 
etwaigen Flussmittelresten zu reinigen.

Wenn Du es trotzdem getrennt haben magst: Für Kleinteile jeder Art 
wiederverwende ich die Zip-Tütchen, in denen z.B. Reichelt seine 
Bauteile verpackt. Ein Zettelchen mit reingepackt (ist besser als 
aufkleben, weil geht dann nicht ab und verloren) und Du kannst es 
auseinander halten.

Das mache ich auch bei aufgeschraubten Geräten mit diversen 
unterschiedlichen Schrauben, wenn Verwechslungsgefahr besteht. Dann 
kommt alles in separate Tütchen. Mit Zettelchen "Rückwand", "Netzteil", 
"obere Platine" und derlei eindeutigen Bezeichnungen.
Beitrag #6946268 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #6946310
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Justus schrieb im Beitrag #6946268:

> Loten zu übermäßigen Erwärmungen. Dadurch kann es zu Schmelzeffekten
> kommen, die die Lötstelle und die Platine nachhaltig zerstören. Es ist
> ein schleichender Prozess, der innerhalb der Kristallstruktur vom Silber
> auftritt und nur unter einem Massenspektrometer erkennbar ist.

Boh ey, heißer Scheiß! Vielen vielen Dank für die Aufklärung!
Wo ich doch sowohl im Bastelkeller als auch am Arbeitsplatz 
grundsätzlich ALLES mit 38/60/2 löte.
Also eigentlich dürfte hier schon lange nix mehr funktionieren, bei dem 
ich oder einige Kollegen jemals ihre Finger, oder besser ihren Kolben, 
drin hatten.

Soweit ersichtlich, ist allerdings die Kristallstruktur auch nach Jahren 
noch überall in bester Ordnung. Aber kannste nicht sicherheitshalber mal 
mit dein Massenspektrometa vorbei kommen? :-))
Gast #6946317
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Justus schrieb im Beitrag #6946268:
> Dadurch kann es zu Schmelzeffekten
> kommen, die die Lötstelle und die Platine nachhaltig zerstören.

Wenn du deine Verbindungen so auslegst, dass "Schmelzeffekte" auftreten, 
sobald ein Mikrogramm fremder Legierungsbestandteil enthalten ist, dann 
machst du etwas grundsätzlich falsch.

Hast du auch Belege für deine wilden Behauptungen?
Beitrag #6946728 wurde von einem Moderator gelöscht.
OP #6946750
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MaWin schrieb:
> Und die bilden sich, wenn man ein paar Mikrogramm fremdes Metall
> einlegiert?
> Gibts da Belege für?

Tatsächlich war da in den 201Xer Jahren die Ursachensuche noch Stand der 
Forschung. Ich weiß gar nicht, ob das mittlerweile komplett geklärt ist. 
Und wer erinnert sich noch an die NVidia-Grafik-Chips (BGA), die nach 
ein paar Jahren massig ausfielen wegen schlechter Lötstellen?

Der Punkt ist: Bleifrei verträgt weniger Fehlermarge. Und wenn es eine 
einfache, konstengünstige und schnelle Maßnahme gibt, solche Einflüsse 
zu minimieren, wäre es Unsinn, es nicht zu tun.
Gast #6946914
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Walter T. schrieb:
> Ich glaube an Metallurgie.

Ja cool. Das bleifreie Lot wird sich je nach Bleianteil der 
Verunreinigung von den günstigen Eigenschaften des Bleilots an die 
schrottigen des bleifreien annähern. Drei mal mit Lötzinn benetzt und 
abgestreift reduziert jede Verunreinigung auf ein Maß, dass das, was vom 
Bauteil ausgeht garantiert überwiegt. --> Verdünnungsgesetz. Und das 
geht schneller. Wenn Du wirklich so zwanghaft bist, dann kauf einfach 
ein zweites Handstück/ eine zweite Station. Das Wellerzeug ist für 
Bleifrei eh nur zweite Wahl. Also kauf eine schnelle von JBC und lass 
Deine Weller für bleihaltig.
OP #6952554
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Klar. Die übliche Vorgehensweise ist ja, das Ansinnen so lange zu 
hinterfragen, bis nachgewiesen ist, dass es völlig grund- und sinnlos 
ist. Ab diesem Punkt muss man sich nicht mehr damit beschäftigen. Ich 
glaube diese Vorgehensweise nennt sich "Problemlösung 2.0" oder auch 
"Reddit-Verfahren".

Ein Gutes hat es allerdings an sich: Ich hatte schon fast vergessen, das 
Ergebnis des Lackstift-Versuchs zu erwähnen.

Kurzfassung: Es funktioniert nicht.

Langfassung: Ich habe eine Lötspitze mit Benzin gereinigt, einen Punkt 
mit einem weißen Edding 751 gemacht und das Ganze in Ruhe trocknen 
gelassen. Dann die Lötspitze auf 360° erwärmt und den 
Reinigungs-Topfschwamm genutzt. Man konnte danach noch Spuren der 
Markierung erahnen, aber es ist nicht zuverlässig unterscheidbar.

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