Hallo Zusammen,
ich nutze aktuell noch externe Server, für das verwalten von Daten,
Videos, Fotos, Sprachaufnahmen etc.. Leider ziehen die Betreiber die
Preise an und nun bin ich am überlegen, einen eigenen Server zu
betreiben. Das Ziel ist es, die Daten auf allen mir zur verfügung
stehenden Endgeräte abrufen und verwalten zu können. Ich bin eine Laie
auf dem Gebiet und habe mir auf https://www.vergleich.org/server bereits
Server angeschaut und habs auch direkt wieder zu gemacht. Keine Ahnung
auf was ich alles achten muss. Gibt es hier welche, die Server zu Hause
betreiben und/oder mir sagen können, was ich brauche, um mein Ziel zu
erreichen?
VG
Maik schrieb:> Gibt es hier welche, die Server zu Hause betreiben
Habe ich, seit Jahren schon. Server ist aber nicht gleich Server!
Willst du nur irgendwas Cloud-mäßiges mit simpler Oberfläche, um da
irgendwie Daten drauf zu kippen? Willst du einen VM Host und eigene
Services hosten?
Ich vermute, du hast wenig Erfahrung bzgl. Sicherheit, Firewall usw. und
möchtest auch nicht regelmäßig mit der Wartung beschäftigt sein.
Dann ist meiner Meinung nach eine fertige NAS Lösung für dich optimal.
Z.B. Synology bietet da einiges an, aber informiere dich dazu am besten
selbst.
Für den Zugriff von unterwegs empfehle ich ein VPN auf deiner Fritzbox
(wenn vorhanden) einzurichten. Das erscheint erst einmal umständlicher
als einfach die NAS Ports freizugeben, erhöht aber die Sicherheit ganz
massiv - auch wenn das NAS in einigen Jahren keine Updates mehr bekommt.
Hallo Maik,
Du solltest Dir zuerst darüber klar werden, wie Deine Anforderungen
genau aussehen hinsichtlich
- Speicherplatz (wieviel TB die HDs haben sollen)
- Erreichbarkeit der Daten (heimisches Netzwerk oder weltweit)
- Ausfallsicherheit (ob ein RAID sowie eine USV notwendig ist)
- Schutz vor Datenverlust (wie wird ein Backup realisiert)
- zusätzliche Eigenschaften (Umkodieren von Filmen, ...)
- Datenübertragungsgeschwindigkeit
- Stromverbrauch
...
Es gibt fertige Netzwerkspeicher für zuhause, es ist aber auch möglich,
sich einen Solchen mittels selbst zusammengestellter Hardware und einem
entsprechenden NAS-Betriebssystem (Openmediavault, XigmaNAS, TrueNAS,
...) selbst aufzusetzen. Dabei ist man meist flexibler und hat dann ganz
genau das, was man will.
MfG
Willi
Wenn man keine zu hohen Ansprüche hat (z.B. Ausfallsicherheit, Backup),
reicht ein USB-Stick oder externes USB-Drive an der Fritzbox. Die hat
bereits ein NAS eingebaut...
Mein Weg (und wahrscheinlich einer der problemlosesten, zumindest mit
Linux - mit Windows sollte es auch gehen):
1. ein ausgedienter PC mit reichlich Plattenplatz daheim und aktuellem
Linux
2. darauf ssh-Dämon einrichten
3- alle Rechner, die sich mit ihm verbinden sollen, mit RSA-Schlüsseln
garnieren (macht einmal etwas Arbeit mit gpg --gen-key und auf die
Rechner verteilen: jeweils der private in das .ssh/ des Rechners, alle
public zumindest im Server an .ssh/authorized_keys anhängen oder besser
gleich bei allen beteiligten Rechnernm danit man auch vom Server zu den
anderen kommt)
4.auf dem Server alles einrichten, was man braucht (Verzeichnisse mit
den nötigen Daten, Versionsverwaltung (bei mir svn), ...)
5. eine Fritzbox als Router nehmen
6. myfritz.net auf der Fritzbox einrichten
7. eine Portweiterleitung auf der Fritzbox für ssh auf den Serverrechner
Fertig.
Ab jetzt kann jeder Rechner (ob im lokalen Netz oder unterwegs in der
Bahn mit WifiOnIce oder einem WLAN-Hotspot auf dem Telefon) auf den
Rechner zugreifen, zB. mit ssh, scp, sftp, svn, Netzlaufwerke mt sshfs.
Will man daheim einen Webserver betreiben, kann der auch auf dem Server
rennen und braucht halt noch eine Portfreigabe auf der Fritzbox dafür.
Die Adresse beim Zugriff von außen ist etwas kryptisch
(553534543543t...myfritz.net). Muß man ja aber nicht dauernd tippen.
Wenn man eine eigene Domain hat, kann man das mit einem DNS-Eintrag
verschönern auf bspw. server.meinedomain.de.
Das läuft bei mir seit Jahren zuverlässig und sollte ziemlich
wasserdicht sein, wenn man die Pakete aktuell hält.
Man sollte sich einfach vergewaertigen, dass der Stromverbrauch nicht
Null ist. Auch wenn ein Synology NAS mit 2 Platten nur vielleicht 20W
zieht, bedeutet das dann 8760 Stunden, 180kWh, das waeren dann vieleicht
60Euro. Ein Server mit vielleicht 20GByte gibt's fuer vielleicht 100
Euro im Jahr. Das NAS dann schon abgeschrieben, WArtung Null.
Weniger wie 2 disks wuerde ich nicht nehmen. Ein RAID ist eigentlich
zwingend gegen Hardware Ausfaelle.
Maik schrieb:> Das Ziel ist es, die Daten auf allen mir zur verfügung> stehenden Endgeräte abrufen und verwalten zu können.
Das ist nur Geschwurbel, gehts bitte noch ungenauer?
Welche Daten, Datenraten, Datenmengen, welche und wieviel Endgeäte und
wie angeschlossen?
Maik schrieb:> Ich bin eine Laie> auf dem Gebiet
Dann würde ich bei einem externen Anbieter bleiben.
Pandur S. schrieb:> Man sollte sich einfach vergewaertigen, dass der Stromverbrauch nicht> Null ist. Auch wenn ein Synology NAS mit 2 Platten nur vielleicht 20W> zieht, bedeutet das dann 8760 Stunden, 180kWh, das waeren dann vieleicht> 60Euro. Ein Server mit vielleicht 20GByte gibt's fuer vielleicht 100> Euro im Jahr. Das NAS dann schon abgeschrieben, WArtung Null.> Weniger wie 2 disks wuerde ich nicht nehmen. Ein RAID ist eigentlich> zwingend gegen Hardware Ausfaelle.
Das mag sein, es kommt halt darauf an WAS man auf dem Server macht. Für
reines Datengrab / Cloud Gedöns oder Webseite mag deine Rechnung
aufgehen. Ich muss z.b. Kundendaten auf meinem Server speichern - die
deutsche DSGVO zwingt es einem regelrecht auf diese Daten in seiner
eigenen Infrastruktur und nicht von außen zugänglich aufzubewahren. Das
kann ich weder bei Hetzner noch bei AWS zweifelsfrei gegenüber dem GAA
nachweisen.
Das schöne natürlich an einem eigenem Server im eigenen Netz ist
natürlich die Skalierbarkeit und das man Services aufsetzen kann welche
mit einem VS bei einem Anbieter nicht / schwer möglich sind (dns, vpn,
dhcp, smb...) aber es schränkt natürlich auch die Erreichbarkeit nach
außen etwas ein - das ist klar.
Mein erster Server war ein Raspberry - mittlerweile habe ich zwei
Dual-Xeon Rechner im Netz daheim - aber die verdienen halt auch ihr Geld
und verbrennen es nicht nur mit Strom.
Schwierige Entscheidung - kommt halt darauf an was der TO eigentlich
damit machen möchte.
Maik schrieb:> Leider ziehen die Betreiber die> Preise an
Ist ja normal, aber von welchen Datenvolumen Preisen Konditionen /
Services wie z.B. Backup reden wir?
Maik schrieb:> nun bin ich am überlegen, einen eigenen Server zu> betreiben.
Interessante Idee, du weisst was da hintersteht? Infrastruktur,
Stromverbrauch, Sicherheit...Und du musst alles selber machen. Ggf. auch
Hardwaretausch / Restore und diese lästigen Kleinigkeiten - schaffst du
das? Auch wenn's mal knifflig wird?
Maik schrieb:> Ich bin eine Laie> auf dem Gebiet
Na dass sind optimalen Vorraussetzungen.
Bei dieser Expertise nimm lieber was "von der Stange"
Maik schrieb:> für das verwalten von Daten,> Videos, Fotos, Sprachaufnahmen etc.
Klingt mehr so, als würdest du einfach einen NAS brauchen.
Auf meinem Synology laufen nebenbei auch noch Docker (Mosquitto,
Node-RED,..) und andere Späße wie OpenVPN-Server drauf, also wenn man
etwas Serveriges braucht, es einem aber eigentlich mehr um
Netzwerkspeicher geht, wäre nen NAS vielleicht das Richtige
Maik schrieb:> ich nutze aktuell noch externe Server, für das verwalten von Daten,> Videos, Fotos, Sprachaufnahmen etc.. Leider ziehen die Betreiber die> Preise an
Was kostet es denn?
Und du kannst das billiger? Inklusive Hardware(-Abschreibung)
Stromkosten Wartungsaufwand (Was kostet deine Zeit?)
Was kostet es dich an Zeit / Geld Knowhow zu erwerben? (Wie macht man es
/ wie macht man es sicher?)
Überleg dir das gut.
Maik schrieb:> Leider ziehen die Betreiber die> Preise an
Klar, aber auch du möchtest doch gerne jährlich eine Gehaltssteigerung /
Taschengelderhöhung - warum sollte es da woanders unterschiedlich
sein? Abgesehen davon - Energiepreise steigen - gut so - hw Kosten
steigen auf Grund von Verfügbarkeit - alles normal. Wenn du mal wirklich
deine Anforderungen posten würdest, wäre das schon mal ein Anfang...
Maik schrieb:> Gibt es hier welche, die Server zu Hause> betreiben und/oder mir sagen können, was ich brauche, um mein Ziel zu> erreichen?
Bei mir hab ich ein Linux System, darauf ist libvirt, und da drauf sind
VMs und libvirt-lxc container (nicht zu verwechseln mit den lxc oder lxd
tools). Ich port forwarde dann beim router/firewall auf die
entsprechenden container & VMs. Einer davon ist ein Apache webserver,
der hat dann noch vhosts, macht basic auth & leitet noch zeugs auf
andere server weiter.
Das wichtigste is:
1) Halte alle Software aktuell. Am besten automatische Updates
einschalten.
2) Einschränken, mit welchen Accounts du logins zulässt. Dann entweder
das passwort generieren, oder keys verwenden, dass das nicht einfach zu
erraten ist.
3) Wenn du Zeugs wie z.B. ein Mailserver einrichtest, zuerst testen,
dass da nicht jeder Mails darüber versenden kann, bevor du das ans Netz
hängst.
4) Prüfe deine Configs immer gut. Also richtig manuell testen, ob die
sachen nur das tun, was sie sollen, und so, wie du dir das gedacht hast.
5) Verwende kein wordpress.
6) Mache backups. Idealerweise so, dass der Server nicht darauf
zugreifen kann. Ist blöd, wenn die bei einem breach mit verschlüsselt
werden.
Vieles davon dürfte zwar auch bei externen Servern nicht gross anders
sein.
Was dir andere Anbieter vermutlich abnehmen, ist das DNS Zeugs. Must du
dir dann beim selbst hosten halt überlegen, ob du dyndns nimmst, oder ne
statische IP (falls der Provider mit macht), ob du externe DNS Services
nimmst, oder DNS Selbst hostest und deinem Registrar sagst wo der Server
ist, etc. ISPs geben oft auch keine reverse DNS an Privatkunden, das ist
bei selbst gehosteten Mailservern sehr nervig.
Viel glück.
Meine Erfahrungen (mit Dail-In IP):
Email-Server zum Senden an dritte geht nicht. Routing direkt übers www
geht auch nicht. DNS Anfragen eingehend ist auch oft ein Krampf mit nur
einer IP. Manches funktioniert je nach Anbieter gar nicht.
Wenn man sich Mail-/IP-/RTP-Relais baut, werden die offenen Ports durch
Brutforce Hacker belegt. Relais sind toll wenn man z.B unterwegs oder in
der Schule / Arbeit keine eingehenden Pakete empfangen kann, aber
trotzdem irgendwie nen offenen Port braucht.
Apache, FTP und die Mainstream-Sachen werden sowieso immer
gebruteforced. Jemand schreibt, besser kein Wordpress zu benutzen. Z.B.
'Nextcloud' mit dem Voice-Backend macht ultra-Spaß, ist aber (auch) ein
riesen Angriffsziel.
Man Braucht dann so Sachen wie 'fail2ban, Spamhaus.org, viele
Blacklists, oder weitere andere Mechanismen, um sich davor zu schützen,
und muss immer 'aktiv' die Firewall umbiegen (lassen).
Beim Hosten, den 'NginX'-Proxy zu benutzen macht sehr viel Sinn, um den
Apache zu entlasten. Der liefert statischen Content (Downloads, Mirror,
Bilder) besser aus, und der Apache braucht keine Session. Vor allem bei
ganz langamen Gegenstellen (Mobile) entlastend, die sonnst ebig den
Apache quälen. Auch der dynamische Content von einem Request in Apache
kann darin 'zwischengespeichert' werden: die Apache Session ist gleich
wieder zu - danach wird es quasi statisch vom NginX ausgeliefert,
braucht weniger Ressourcen und Rechenzeit im Server. Vor allem bei
tausenden Requests pro Sekunde. Der Cached das auch irgendwie, dass es
zum Teil gar nicht mehr rechnen braucht. Außerdem kann man damit Http
SubDomains VHosts (Kreuz und quer) mit nur einer öffentlichen IP
einrichten. (Läuft fast identisch wie beim Apache)
Hier hat die Hardware immer überlebt, und wurde nur durch Alter und
Unrentabilität getauscht. Irgendwann sind die Plattenlager laut, wenn
die 24/7 laufen. Seltener Power- u. SpinUp der Platten erhöht die
Lebensdauer, also ggf durchlaufen lassen.
Für Filesharing in einer Familie oder 5-6 Personen reicht LOW-Ressource
(langsam und Stromsparend) vollkommen aus - Kann man ja selber
Hochrüsten falls man es braucht. Aber will man Videos transkodieren oder
GPU/KI-Sachen machen, externe User einladen, dann gleich etwas größer
als geplant bauen (ist besser als dann nochmal einkaufen zu müssen)!
Kostet dann nur noch Strom, was natürlich sinnvoller ist, als weitere
externe Dienstleister zu bezahlen.
Manchmal ist es NERFIG, aber am liebsten würde ich nur lokal Hosten und
unterwegs ausnahmslos per VPN 'rein' gehen... Aber nur z.B. OpenVPN, und
nicht das von der Fritzbox mit Staatszulassung. (Warum wollen die ihren
'Router' eigentlich 'Krampfhaft' immer als erstes am DSL aktiv haben?).
Für DNS benutze ich ddnss.org (mit dem extra 's' hinten, Geheimtipp, hat
kein Cert auf der Seite - Bekomme bloß IPv6 über Dualstack nicht mehr
richtig hin, ist aber mein Fehler...)
Muss jeder selber wissen ob man sich das antuhen will... :-)
Gruß tsx
> Muss jeder selber wissen ob man sich das antuhen will... :-)
Irgend was ist hier komplett schief gelaufen.
Vor 30 erzählen wir dem Chef, seine Firma braucht Internet, damit wir
den kostenlosen Novell Support nutzen können. Ein Block statische IP
Adressen war selbstverständlich. Einfach auf einem ausrangierten PC
Httpd, Sendmail und Dns installiert. Schon hatten wir unseren Server.
Heutzutage braucht man mehrere Administratoren und einen externen
Berater nur für die kritischen Sicherheitspatches.
Ein Rentner schrieb:> Irgend was ist hier komplett schief gelaufen.>> Vor 30 erzählen wir dem Chef, seine Firma braucht Internet, damit wir> den kostenlosen Novell Support nutzen können. Ein Block statische IP> Adressen war selbstverständlich. Einfach auf einem ausrangierten PC> Httpd, Sendmail und Dns installiert. Schon hatten wir unseren Server.>> Heutzutage braucht man mehrere Administratoren und einen externen> Berater nur für die kritischen Sicherheitspatches.
Funktioniert heute noch genau so einfach. Musst es nur auch heute
genauso bezahlen wie früher.
PS: Der Novellsupport war damals auch nicht "kostenlos"
René Krüger schrieb:> Ich muss z.b. Kundendaten auf meinem Server speichern - die> deutsche DSGVO zwingt es einem regelrecht auf diese Daten in seiner> eigenen Infrastruktur und nicht von außen zugänglich aufzubewahren. Das> kann ich weder bei Hetzner noch bei AWS zweifelsfrei gegenüber dem GAA> nachweisen.
Andere bekommen das irgendwie mit Office365 und OneDrive hin.
> Das schöne natürlich an einem eigenem Server im eigenen Netz ist> natürlich die Skalierbarkeit und das man Services aufsetzen kann welche> mit einem VS bei einem Anbieter nicht / schwer möglich sind (dns, vpn,> dhcp, smb...)
Besonders wichtig für einen Laien...
> Andere bekommen das irgendwie mit Office365 und OneDrive hin.
Nicht wirklich.
In dieser Firma hier sollte ich eine Datenschutzerklärung
unterschreiben, ich halte alle Vorschriften ein. Obwohl ich dieses
Juristenkauderwelsch nicht verstehe.
Nicht nur, dass die Regelungen schwammig und inkonsistent sind. Wir
sollen unterschreiben, das wir persönlich und nicht die Firma
verantwortlich ist.
Noch ein Kommentar schrieb:>> Andere bekommen das irgendwie mit Office365 und OneDrive hin.>> Nicht wirklich.
Wenn nicht, dann hat meine Firma/Konzern wohl mindestens eine gute
Begründung, wie sie das machen. Wir haben aber auch eher nicht mit
Privatkunden zu tun.
> Nicht nur, dass die Regelungen schwammig und inkonsistent sind. Wir> sollen unterschreiben, das wir persönlich und nicht die Firma> verantwortlich ist.
Herzlichen Glückwunsch :D