Servus,
bin jetzt am Ende der Klausurenphase und es geht NICHTS mehr in de Kopf
rein.
Sobald ich ein Wort lese, eine Formel schreibe, schaltet sich mein Hirn
ab.
Hattet ihr sowas auch? Was kann man da machen?
Hab noch eine Klausur die reines auswendiglernen ist, und habe jetzt in
5h nichts geschafft. Speicher ist einfach voll....
Was habt ihr in solchen Situationen gemacht?
Das ist komplett normal. Dieses Mal zu spät, aber ansonsten einfach
konstant mit dem Stoff beschäftigen und keine "Lernphase" machen.
Für diesen Versuch hilft nur die Gewissheit, dass ein Durchfallen nicht
das Ende ist.
Ach kommt, das geht jedem Studierenden mal so. Ich kenne das aus
lernender und lehrender Perspektive und manchmal geht halt nichts mehr,
wenn das Zeitmanagement vorher nicht gut war.
Trotzdem versuchen aber sich nicht unter Druck setzen.
Twix schrieb:> Hattet ihr sowas auch? Was kann man da machen?> Hab noch eine Klausur die reines auswendiglernen ist, und habe jetzt in> 5h nichts geschafft. Speicher ist einfach voll....
Meist ist es einfach nur die Ernüchterung, dass vieles von dem, was man
als "zu Wissen" glaubt, eher nur "ich verstehe es" waren. Es ist ein
Unterschied, ob Grundlagen schon in Fleisch und Blut übergegangen sind
(und man darauf aufbauend neues erkennt, behält, weiß) oder ob die
Grundlagen nur als "explizites Wissen" existieren.
Beispiel: Wenn ich das kleine 1x1 kenne, kann ich mehr Dingen folgen als
wenn ich mir 5*6 erst zu 30 stricke.
Zu tun: Dich fragen, ob die die notwendigen Grundlagen ohne
nachzuschlagen noch kannst und dort schauen.
Twix schrieb:> Was habt ihr in solchen Situationen gemacht?
Kettensäge und Axt geholt und Bäume klein gemacht.
Falls man keines der dafür nötigen 3 Dinge hat: geh trotzdem einfach mal
an die frische Luft.
> bin jetzt am Ende der Klausurenphase
Ist doch gut, bald geschafft, Glückwunsch.
A. S. schrieb:> Twix schrieb:>> Hattet ihr sowas auch? Was kann man da machen?>> Hab noch eine Klausur die reines auswendiglernen ist, und habe jetzt in>> 5h nichts geschafft. Speicher ist einfach voll....>> Meist ist es einfach nur die Ernüchterung, dass vieles von dem, was man> als "zu Wissen" glaubt, eher nur "ich verstehe es" waren. Es ist ein> Unterschied, ob Grundlagen schon in Fleisch und Blut übergegangen sind> (und man darauf aufbauend neues erkennt, behält, weiß) oder ob die> Grundlagen nur als "explizites Wissen" existieren.>> Beispiel: Wenn ich das kleine 1x1 kenne, kann ich mehr Dingen folgen als> wenn ich mir 5*6 erst zu 30 stricke.>> Zu tun: Dich fragen, ob die die notwendigen Grundlagen ohne> nachzuschlagen noch kannst und dort schauen.
Bei Fächern die mir mal was bringen funktioniert das natürlich.
Aber dieses Modul ist nur ein Wahlpflichtfach welches einen "Blick über
den Tellerrand" verschaffen soll. Anders formuliert. Das Modul ist
absolute unnötige trockene Theorie die man nie wieder braucht.
Sowas wie Grundlagen kann man hier nicht haben, es sind einfach nur
knapp 600 Seiten zum Auswendiglernen mit aneinandergereiten Stichpunkten
Twix schrieb:> es sind einfach nur> knapp 600 Seiten zum Auswendiglernen mit aneinandergereiten Stichpunkten
Ohne einen Überbau oder Zusammenhang wirst Du kaum 6 Seiten auswendig
lernen können (auch wenn 600 Skriptseiten sicher eine 0 entbehren
können)
Lothar M. schrieb:> Kettensäge und Axt geholt und Bäume klein gemacht.
Guter Tipp, auch der mit der frischen Luft, habe ich in solchen Fällen
selber gemacht.
Es hilft nix, Du brauchst Tapetenwechsel. Fahrrad fahren, joggen,
kampfschwimmen, etwas tun, was Dich vollkommen von den Klausuren
ablenkt.
Und die Lehre daraus ziehen, dass man beim Lernen früh dran bleibt, auch
wenn die Party am Wochenende noch so verlockend ist.
Glaube mir, ich habe selber ein sehr lernintensives Fach studiert.
Trotzdem ist eine verhauene Klausur kein Beinbruch. Sondern eine
nützliche Erfahrung.
Viel Glück.
Twix schrieb:> Was habt ihr in solchen Situationen gemacht?
Studium abgebrochen und direkt als Entwickler beworben und genommen
worden.
Aktuell betreue ich zwei Masterstudenten wo ich immer denke "Ihr armen
Deppen, jahrelang habt ihr eure Zeit mit nutzlosem Scheiss verplempert."
Lukas T. schrieb:> Studierenden
Studenten...es sind Studenten.
Aber ja, wenn man sich nicht konstant mit einem Fach beschäftigen kann,
dann sollte man zusehen daß man es aus seinem Vorlesungsplan entfernen
kann. Warum hast du es überhaupt gewählt?
Wähle das nächste Mal besser, und wähle etwas was dir nutzt und was dich
interessiert.
Rainer Z. schrieb:> Und die Lehre daraus ziehen, dass man beim Lernen früh dran bleibt, auch> wenn die Party am Wochenende noch so verlockend ist.
Wenn die 10 Stunden vorher nicht reichen, reißen es auch 4 Stunden mehr
nicht mehr raus. Die Party kann man sich ruhig gönnen (sofern nicht
gerade Regierungsmaßnahmen eine solche verhindern).
Ich hab vor Prüfungen nur noch kurz die relevanten Kapitel
in den Fachbüchern überflogen.
Kurz war etwa eine halbe Stunde.
Das schlechteste was dabei herauskam war eine Zwei.
Und ich war sicher kein fleissiger Student.
Twix schrieb:> Hattet ihr sowas auch? Was kann man da machen?
Pause machen, im Sommer lockte der Badesee.
Im Winter hatte ich keine Lernblockade, bzw. da konnte man jobben,
Anspruchloses umd den Kopf frei zu bekommen.
Rainer Z. schrieb:> Guter Tipp, auch der mit der frischen Luft, habe ich in solchen Fällen> selber gemacht.>> Es hilft nix, Du brauchst Tapetenwechsel. Fahrrad fahren, joggen,> kampfschwimmen, etwas tun, was Dich vollkommen von den Klausuren> ablenkt.
Genau so ist es. Du mußt raus und Dich bewegen. Mit dem Fahrrad wo hin
fahren und dann das Skript raus holen und im warmen Caffee was warmes
trinken. Mit Kommolitonen über den Stoff quatschen und ulken.
Vermute mal dass Du normalen Kontakt zu Deinen Mitstudenten hast. D.h.
es ist niemand im Hintergrund, die an den Mobbingfäden zieht und Dich
zum Ausrasten bringt, wenn Du drauf kommst.
Wichtig ist: wie vorher schon gesagt, ab in die frische Luft, mal was
anderes machen.
Und sonst: bei 600 Seiten mal bildlich eine Übersicht aus den Kapiteln
und Unterkapiteln machen. Mir haben bei viel Text Mindmaps sehr
geholfen,da dann immer mehr in die Tiefe gehen. z.B. dann pro Kapitel
eine Mindmap, oder sogar Unterkapitel. Klingt nach viel Aufwand, aber
insgesamt hast du dann sehr viel Stoff auf komprimierten Anzahl
Mindmaps. Auch ruhig Themen mit z. B. farbigen Symbolen auf der Mindmap
kennzeichnen.
Lernkarten sind m. M. viel zu aufwendig, hab ich nie gebraucht und sind
eher zum Vokabeln lernen.
Aber ok, gibt soviel Möglichkeiten.
Rauskriegen, ev. durch ehem. Klausuren, welche Fragen kommen könnten
und welcher Detailtiefe gefragt wird. Das hilft bei der Granularität der
Mindmaps.
Lernplan machen: z.B. wieviel Std. investiere ich pro Tag (am besten auf
Kapitel runterbrechen), aber auch ganz wichtig auch die täglichen
Freizeitstunden einplanen !
Du musst um gut zu lernen, dich ähnlich eines semantischen Baums
vorarbeiten, d.h. zuerst die Grundlagen, den Stamm, dann die
Hauptzweige und Verästelungen und erst zum Schluss, wenn überhaupt noch
wichtig: die Blätter (Kleindetails)
Musk hat das auch gut beschrieben:
https://www.inc.com/jessica-stillman/heres-elon-musks-secret-for-learning-anything-fast.html
So schnell mal ein paar Tipps, gibt noch mehr, würde aber den Rahmen
sprengen.
Und: wie auch schon gesagt, man lernt auch beim Durchfallen einer
Klausur einiges.
Hatte im Studium damals danach meine Lernstrategie geändert und das half
mir enorm positiv..
Trotzdem, viel Glück!
Gruss klausi (Erfahrungen aus 2 abgeschlossen Studien)
Twix schrieb:> Was habt ihr in solchen Situationen gemacht?
Gehirn zurücksetzen.
Zu meiner Zeit sind wir ins Kino gegangen und haben uns einen spannenden
Western angesehen. Ja, das waren andere Zeiten :). Heute tut es sicher
ein anständiger Horrorfilm mit vielen Jump-Scares von einer
Streamingplattform wie Netflix.
Twix schrieb:> Das Modul ist> absolute unnötige trockene Theorie die man nie wieder braucht.
Das hab ich im Studium auch gedacht... Systemtheorie... ich wollte in
die Halbleiterei, das hat mich gar nicht interessiert. Tja und was kam?
Es kam komplett anders, jetzt arbeite ich nicht in einer Fab sondern als
Hardwareentwickler und bereue etwas, die Grundlagen damals wegen aktivem
ignorieren nicht mitgenommen zu haben. Denn nun musste ich mir das
mühsam selbst erarbeiten. Gut, ganz so Mühsam ist es in Zeiten des
Internets, wikipedias und Youtube zum glück nicht mehr, aber es hätte
einfacher sein können...
Was deiner aktuellen Situation hilft: Mir half das Mountainbiken, was
ich im Studium für mich entdeckt hatte. Ein paar Trails am Nachmittag
fahren bringen wieder Platz für neues.
Christian B. schrieb:> Was deiner aktuellen Situation hilft: Mir half das Mountainbiken, was> ich im Studium für mich entdeckt hatte. Ein paar Trails am Nachmittag> fahren bringen wieder Platz für neues.
Interessant, das mach ich auch gerne. Heute noch.
Mütze Glatze. Mütze Glatze. schrieb:> Twix schrieb:>>> Was habt ihr in solchen Situationen gemacht?>> 5 gegen Willy?Christian B. schrieb:> klausi schrieb:>>> das mach ich auch gerne. Heute noch.>> ich bin auch dabei geblieben :)
Gott wird euch dafür die Gerechte Strafe zuteil werden lassen. In Demut
sollt ihr leben bis eure Schuld euch erlassen wurde. Amen.
Das Problem ist auch von medizinische Seite bekannt,
es ist ein typisches Zockerproblem, auch noch einige Jahre später.
Zwei Stunden lernen, 30 Minuten spazieren gehen u.s.w.
> von Twix (Gast)> 02.02.2022 15:21> Was habt ihr in solchen Situationen gemacht?
Einen ordentlichen Saufen, da werden die Hirnwindungen frei.
Oder eine Dame des horizontalen Gewerbes für einen Kurzzeiteinsatz
buchen. da kommst du auch auf andere Gedanken.
Wolfgang S. schrieb:> Das Problem ist auch von medizinische Seite bekannt,> es ist ein typisches Zockerproblem
Sprichst du von meinen Vor-Poster Zocker_60?
Twix schrieb:> Was habt ihr in solchen Situationen gemacht?
1-2 Tage abschalten. NIX Machen nur faul herum lümmeln.
Dann beruhigt sich das Gehirn, fährt die Überlastung zurück und ist
wieder aufnahmefähig.
Die meisten nennen so was , tiefen entspannen.
Nichtverzweifelter schrieb:> Twix hat sich seit dem 2. Februar nicht mehr gemeldet, jetzt ist> Ende Februar, die Klausurenphase ist vorbei.
Ich tippe auf Exmatrikulation. Aus Scham meldet sich Twix nicht mehr.
Nichtverzweifelter schrieb:> Da tippst Du mit Sicherheit falsch. So schnell arbeitet weder der> Prof./Dozent (Korrektur) und schon gar nicht die Verwaltung der> Hochschule.
Da hast du auch wieder recht.
Twix schrieb:> bin jetzt am Ende der Klausurenphase und es geht NICHTS mehr in de Kopf> rein.> Sobald ich ein Wort lese, eine Formel schreibe, schaltet sich mein Hirn> ab.
Da das Gehirn niemals 'voll' ist - wir nutzen nur einen kleinen Teil -
ist immer noch genug Kapazität vorhanden!
Wenn also nichts mehr rein geht, dann hat das andere Gründe. Ich hatte
das Problem im Studium selten, auch wenn ich zeitweise faul war und zu
anderen Zeiten 18 Stunden gelernt habe.
Was immer hilft: abschalten. Etwas ganz anderes machen, in die Natur
gehen, eine Radtour machen, ein Bier trinken. Notfalls einen ganzen Tag
aussetzen, auch wenn man denkt das ginge vom Stoff nicht.
Danach ist das Gehirn wieder frei und offen für Neues.
Was auch gut tut, wenn man denkt nichts geht mehr: den Tisch komplett
frei räumen und quasi mit einem weißen Blatt Papier wieder beginnen. Das
macht den Kopf auch frei.
Senf D. schrieb:> Nichtverzweifelter schrieb:>> Twix hat sich seit dem 2. Februar nicht mehr gemeldet, jetzt ist>> Ende Februar, die Klausurenphase ist vorbei.>> Ich tippe auf Exmatrikulation. Aus Scham meldet sich Twix nicht mehr.
Falsch getippt ;)
Gestern Noten bekommen. 7/7 bestanden, besagte Klausur mit 1,3.
Das mit Spazierengehen hats tatsächlich gebracht.
Twix schrieb:> Falsch getippt ;)> Gestern Noten bekommen. 7/7 bestanden, besagte Klausur mit 1,3.> Das mit Spazierengehen hats tatsächlich gebracht.
Glückwunsch, das freut mich für dich, dass ich falsch getippt habe!
Danke für die Rückmeldung.
klausi schrieb:> Wichtig ist: wie vorher schon gesagt, ab in die frische Luft, mal was> anderes machen.Twix schrieb:> Gestern Noten bekommen. 7/7 bestanden, besagte Klausur mit 1,3.> Das mit Spazierengehen hats tatsächlich gebracht.
Freut mich auch dass die Tipps gefruchtet haben! Und auch in Zukunft
daran denken: immer versuchen, wenn möglich gut auszuschlafen (das
Gehirn verknüpft und verarbeitet Informationen vor allem im Schlaf),
regelmäßig Wasser trinken 2-3l pro Tag und min. 1x pro Tag wenigstens 30
min einen Walk machen (wenn schon kein Sport).
Kenn ich zu gut. Ich hab dann ein zwei Tage einfach nicht gelernt (wenn
noch genug Zeit bis zur Klausur war). Lenk dich ab und geh raus, danach
kann man sich meistens wieder besser konzentrieren
Wenns nur ein auswendig-lern-nebenfach ist...einfach
probieren...4-gewinnt ansonsten halt nochmal schreiben.
Hab da immer priorisiert nach wichtigen und weniger wichtigen Fächern.
Die wichtigen gescheit gelernt, den Rest so la la und gehofft ;-)
Unsere Uni hat Zeitmanagementworkshops angeboten.
Die wichtige Lektion war, auch definiert Pause zu machen, um einen
solchen Überlauf mti folgender Hirnblockade zu vermeiden.
Sieh es wie einen normalen 8 Stunden Job.
8 Stunden volle Leistung, danach Pause.
Dieses "Ich muss dringend noch mehr tun" führt zu Schlafmangel und
Panik, nicht zum Erfolg.
Hör Dich mal um und geh zu so einem Workshop. Mir hats geholfen.
Holger P. schrieb:> Sieh es wie einen normalen 8 Stunden Job.> 8 Stunden volle Leistung, danach Pause.
Auch in einem normalen Job bringt kein Mensch 8 Stunden volle Leistung,
das ist vollkommen utopisch anzunehmen.
Wenn gerade nix rein geht, kann man auch Schummelzettel schreiben. Aber
frische Luft, viel Bewegung, ausreichend Schlaf, gutes Essen und viel
Trinken sind auch ganz gut, um zumindest den unbewussten Teil
einigermaßen bei Laune zu halten ;)
Auswendig lernen geht auf jeden Fall einfacher und die Erinnerung hält
auch ein wenig länger, wenn man irgendeine eigene Ordnung drauf anwenden
kann.
Insofern kann schon das Schummelzettel schreiben recht hilfreich sein.
Tatsächlich kann man auch Leistungsrhythmen beachten. Wenn man nix
besseres hat, kann man auch Tetris spielen, um seine kognitive
Performance zu überprüfen.
Was bei mir (bei Tetris) viel gebracht hatte, war autogenes Training,
das hielt aber nicht lange an, meistens eine halbe, bis eine Stunde.
Auch sehr hilfreich ist es, Störungen abzustellen. Das geht manchmal
schlecht, weil einige Leute den Inhalt der Vorlesungen nicht verstanden
haben, und dann anrufen und um Erklärung bitten.
rbx schrieb:> Auch sehr hilfreich ist es, Störungen abzustellen. Das geht manchmal> schlecht, weil einige Leute den Inhalt der Vorlesungen nicht verstanden> haben, und dann anrufen und um Erklärung bitten.
Einfach das Telefon abstellen.