Kabeleinführung in Schaltschränke macht man häufig mit
Kabelverschraubungen, vorher entsprechend ein Loch in den Boden bohren.
Alternativ mit Steckverbinder.
Reinbauen kannst du alles wozu du Lust hast, üblicherweise verwendet man
Hutschienen für die Geräte. Aber wenn deine Sachen keine Halterung dafür
haben, kannst du das auch direkt auf die Montageplatte schrauben oder
passende Halter/Regal/... verbauen. (Natürlich Anforderungen der Geräte
beachten, Einbaulage, ...)
Im Schaltschrank geeignete Komponenten wählen, die mit Temperatur,
Luftfeuchte, Kondensation, ... klarkommen oder belüften. In manchen
fällen kann auch ein Sonnenschutzdach sinnvoll sein. Bei
Kunststoffschaltschränken im Außenbereich würde ich mir auch über
UV-Beständigkeit Gedanken machen.
Hi,
ich würde extra einen für den Außenbereich kaufen. Luftfeuchte ist aber
ein problem . Das Ding ist ein Prototyp und steht ein paar Wochen im
Freien rum. Es ist in diesem Stadium für uns nicht möglich, da alles auf
IP 67 auszulegen.
Da sollen auch dicke Antennenkabel rausgehen:
https://rfshop.com.au/product/clf400-per-meter/https://www.repeater24.com/n-male-connector-lmr400
Gibt's dafür wasserdichte Lösungen. Ideal wäre natürlich, dass die Kabel
durchs Dach rausgehen. Aber seitlich geht auch.
Die Sonnendachidee hatte ich auch. Ich finde aber nirgends
Schaltschränke, die das haben.
viele Grüße
Tim
Achso, eine Sache noch. Wegen Diebstahl sollte man das Ding anketten
können. Auch da finde icht nix. Sry, dassmir das erst jetzt einfällt.
viele Grüße
Tim
Tim schrieb:> Wegen Diebstahl sollte man das Ding anketten> können
Gut, Ne Ringmutter anschweißen kann man immer noch.
Tim schrieb:> Es ist in diesem Stadium für uns nicht möglich, da alles auf> IP 67 auszulegen.
Etwas, das ich bei der Entwicklung von Geräten für den Außeneinsatz
gelernt habe: Versuch nicht zu verhindern, dass Wasser eindringt,
sondern mach es dem Wasser so einfach wie möglich, wieder heraus zu
kommen. Und wenns ne 3mm-Bohrung im Boden des Schaltschrankes ist...
Wasser findet seinen Weg. Gerne auch bei einem Sommer-Gewitter, wenn der
kühlende Regen einen Unterdruck um Gehäuse verursacht und drauf
stehendes Regenwasser durch die Türdichtungen hindurch eingesogen wird.
Ansonsten sind Druckausgleichselemente aus Goretex immer eine gute Idee,
um Luftfeuchtigkeit abzulassen und Unter/Überdruck im Schaltschrank zu
verhindern.
Tim schrieb:> Gibt's dafür wasserdichte Lösungen.
Ebenfalls Kabelverschraubungen. Klappt aber natürlich nur, wenn der
Stecker, der mit durch die Verschraubung muss, nicht viel Dicker als das
Kabel selber ist oder du Antennenkabel selber konfektionieren kannst.
In meiner Damaligen Firma haben wir Antennenkabel mit einem kleinen
Wulst umspritzt, der dann in die Kabelverschraubung geklemmt wurde.
Ok danke für die Antworten. Das wird wohl alles nicht so einfach.
Sebastian R. schrieb:> In meiner Damaligen Firma haben wir Antennenkabel mit einem kleinen> Wulst umspritzt, der dann in die Kabelverschraubung geklemmt wurde.
Ich verstehe ungefähr was du meinst. Gibt's da ein Youtubevideo oder
ähnliches für noobs? Meine beste Idee zum umspitzen wäre Heißkleber, und
die ist sicher Scheiße.
viele Grüße
Tim
Tim schrieb:> Ich verstehe ungefähr was du meinst. Gibt's da ein Youtubevideo oder> ähnliches für noobs? Meine beste Idee zum umspitzen wäre Heißkleber, und> die ist sicher Scheiße.
Stinknormales Spritzgussverfahren. Für Kleinserien ist das Konzept
Heißkleber gar nicht so weit weg. Nennt sich dann nur Hotmelt.
Wir hatten eine Spritzgussform für einen Zylinder, zweiteilig aus
Aluminium mit Angussbuchse. Da haben wir das Kabel eingelegt und dann
mit einer Hotmelt-Pistole (im Prinzip eine Heißklebepistole mit
Druckluftantrieb für thermoplastische Pellets) einen Platikzylinder ums
Kabel gespritzt, der dann etwas größer als der SMA-Stecker war. Damit
konnte man den Stecker durch die Kabelverschraubung stecken und trotzdem
das Kabel in der großen Verschraubung klemmen
Heißkleber wird dir im Sommer weglaufen.
Sebastian R. schrieb:> Stinknormales Spritzgussverfahren. Für Kleinserien ist das Konzept> Heißkleber gar nicht so weit weg. Nennt sich dann nur Hotmelt.
OK; super Danke :-) Nur mal noch die Frage: Silikon ist keine Lösung
oder? Ich Frage wegen solcher Werbevideos:
https://www.youtube.com/watch?v=50ZYFvca64U
viele Grüße
Tim
Wenn Du es wirklich dicht haben willst, nimm sowas:
https://at.rs-online.com/web/p/selbstverschweibende-isolierbander/1921605
Habe bei R&S Versilberte HF Verbinder damit isoliert. Nach drei Jahre am
Flachdach mit Wasser, Sonne, Kälte... waren die Verbinder wie neu. Auch
bei SAT Anlagen hat das Band sehr gute Dienste geleistet. Ist halt ein
bischen probieren angesagt, bis man das Band gut auf die HF Kabel
bringt.
Silikon und Relaiskontakte vertragen sich nicht. Da können die Kontakte
anlaufen und hochohmig werden.
Petra schrieb:> Silikon und Relaiskontakte vertragen sich nicht. Da können die Kontakte> anlaufen und hochohmig werden.
Gilt das nur für Essigsäurebasiertes oder auch für Alkoholbasiertes
Silikon? Ersteres würde ich im Elektrobereich sowieso nicht nehmen.
Tim schrieb:> Die Sonnendachidee hatte ich auch. Ich finde aber nirgends> Schaltschränke, die das haben.
Schaltschrankbau ist oft noch Handwerk. Also musst du dich damit
anfreunden, dass du da selber Löcher bohren, Schienen zuschneiden, Teile
anschrauben musst.
Für das Regendach ist die Lösung aber denkbar einfach: Ein Stück
Edelstahl-Blech abkanten und mit auf die Befestigungsschrauben des
Schrankes stecken.
Harald W. schrieb:> Gilt das nur für Essigsäurebasiertes oder auch für Alkoholbasiertes> Silikon? Ersteres würde ich im Elektrobereich sowieso nicht nehmen.
Sorry, da ist mein Deitailwissen zu gering. Ich weiss früher bei den
Telefonanlagen waren schon Silikonkabel wegen Ihrer Ausdünstungen
verboten, und in der Automobilbrache kenne ich es in Verbindung mit
Relais auf Leiterplatten auch. Welche Anteile vom Silikon die Probleme
machen weiß ich leider nicht.
Meinst du wirklich Kabelkapazität oder die Dämpfung deiner
Antennenkabel?
3cm dicke Trümmer von Kabel findest du bei Mobilfunkbasisstationen,
anderen Hochleistungssendern oder als Schlitzkabel im Gebäude und
Tunnelfunk (Feuerwehr-Objektfunk). Das ist schon ziemlich fett (und
schwer).
Die von dir verlinkten Stecker sind für LMR400 - das ist ein 1/2 Zoll
Kabel, also ungefähr 13mm. Das ist jetzt noch weit weg von winzig aber
eine durchaus übliche und gängige Größe.
Mit beiden Varianten geht man aber üblicherweise nicht direkt auf eine
Platine.
Ich gehe also davon aus dass sich am Kabelabschluss ohnehin ein Adapter
befindet, dann kannst du vielleicht aus der Not eine Tugend machen und
den an die Gehäuseaußenwand verlagern:
Das Suchwort ist Schott- oder Flanschverschraubung.
Diese Verschraubungen gibt es auch gleichzeitig als Adapter. Z.b. N auf
SMA.
Im Kasten gehst du dann mit einer kurzen dünnen Leitung zum eigentlichen
Gerät. Das lässt sich dann auch gescheit verlegen und der Anschluss für
die dicken Brocken ist durch die Befestigung am Schrank mechanisch
stabil.
Das ist für die Dämpfung nicht ideal, aber da die dünne Leitung im
Vergleich recht kurz ist, spielt das dann nicht die übermäßige Rolle. Es
sei denn ihr habt ganz Spezielle Impendanzanforderungen. Glaube ich aber
nicht, wenn ihr ansonsten auch normale N-Stecker benutzt.
Wenn du die in einer gedichteten Ausführung (oder mit etwas geeigneter
Dichtmasse) ans Gehäuse schraubst, ist das auch Wasserdicht wenn die
oben raus gehen.
N Stecker haben auch einen Dichtring drin und der montierte Stecker wird
dann großzügig mit selbstverschweißendem Isotape eingewickelt.
Wenn man das ordentlich macht, hält das Jahre.
So ähnlich betreiben wir DECT-Basisstationen die es leider nur als
Indoor-Variante gibt.
Bei ein paar Wochen würde ich mir wegen Luftfeuchte keine Sorgen machen
wenn es nicht gerade im Salzwasserbereich ist.
Wenn es sich um eine offene Platine handelt, kannst du sie ja mit
Plastik70 einsprühen.
Gruß, Deneriel
Rittal AX in der passenden Größe und dazu ein Rittal Outdoor-Einhausung
für AX.
Die Preise dafür wird man aber sicher nicht bezahlen wollen wenn man
einen 55EUR Kunststoffschrank aussucht, von denen ich aber
zugegebenermaßen einige im Einsatz habe. Allerdings im Innenbereich.
Preise liegen z.b. für den gleich großen Stahlblech AX 1057.000 bei
~130EUR
Die Outdoor Einhausung nochmal ein vielfaches davon.
Beim AX hat man auch gleich die Gewissheit das Wärme auch abgeleitet
werden kann, bzw bekommt gleich verlässliche Angaben darüber wieviel
Verlsutleistung da sein darf. Beim 1057.000 z.B. bei Wandmontage 108W.