Wolfgang schrieb:
> Ob diese Reflektionen irgendeine praktische Bedeutung haben, hängt von
> der Länge der Störstelle und der Signalbandbreite ab.
Ja freilich und auch immer von der Anstiegsgeschwindigkeit eines
Signals. Die Signale haben in der Regel Toleranzen, mit denen Sie
umgehen können. Die Frage ist halt: wie störsicher baue ich mein Gerät.
Wenn dann nämlich noch 2m Kabel dazu kommen, wo die Impedanz vielleicht
auch nicht richtig stimmt, dann kann es durchaus sein, dass am anderen
Ende nur noch Murks ankommt, wenn neben dem Gerät ein anderes gestartet
wird. Solche sporadischen Fehler sind echt schwer zu finden, vor allem,
weil auch nicht jeder die Meßtechnik und das Wissen hat, um die
Signalintegrität richtig erfassen und bewerten zu können. Jede
Störstelle, die man einbaut, verändert die Signalintegrität zum
negativen. 2 Lötstellen hat man mindestens, die kann man nicht
vermeiden. Eine davon (Die am Sender) ist aber Bedeutungslos, da sie
innerhalb der Länge der ersten Signal-halbwelle liegt. Störungen hier
werden vom Sender direkt kompensiert. Die Frage ist daher: Wieviele
Störungen sind zu viele? Es ist ja, wie ich bereits andeutete,
keineswegs so, dass das Interface gar nicht geht. Das kommt eher selten
vor. Normalerweise funktioniert das am Anfang, die Probleme kommen halt
sporadisch und nehmen immer mehr zu. Der Übergang ist somit fließend.
Gerade, wenn man sich noch nicht so gut mit der Materie auskennt, sollte
man versuchen, alle Störstellen, die man vermeiden kann, auch zu
vermeiden. Da ist es durchaus sinnvoll, die impedanzgeführten Leitungen
zu allerserst zu ziehen, damit diese so kurz wie möglich sind und so
wenig wie mögliche Lagenwechsel haben. Wenn nötig dann so nah wie
möglich am Sender. Wenn man dann erste Erfahrungen damit gesammelt hat,
kann man mutiger werden. Irgendwann wird man dann einen Punkt finden, an
dem man zu mutig war. Achja, die weiteren Routingregeln (wie z.b: eine
durchgehende!!! Signalbezugsfläche) bleiben davon natürlich unberührt,
das sehe ich als vorhandenes Wissen an, wenn man sich mit derartigen
Leitungen beschäftigt.