Moin!
Vorweg: Ich bin gelernte Elektrofachkraft, aber es ist etwas her und war
eine Vertiefung in die Prozesstechnik. Deswegen möchte ich mein Vorhaben
hier diskutieren.
Es geht um folgendes: Ich habe einen billig(st) Notstromaggregat
geschenkt bekommen mit den Worten: Defekt, kannst ja damit spielen. Es
ist ein Scheppach SG1000, ein ganz einfach aufgebauter Notstromer mit
einem Zweitaktmotor. Kurzum: Vergaser gereinigt und das Ding läuft
wieder gut (Leerlauf 235 V und 51 Hz; 300 W Ohmsche Last 228 V und 50
Hz). Also hab ich mir gedacht: Schaust du dir mal genauer an. Das Teil
hat eine Hauptwicklung, die "in der Luft hängt", der PE der Schuko-Dose
ist aufs Gehäuse gebrückt aber sonst nicht verbunden. Zwischen PE und
"L" bzw "N" sind je mehr Ohm, als mein Multimeter zu messen vermag.
Das klingt für mich nach einem IT-Netz. Wenn ich das Gerät nun einsetzen
wollte, um beispielsweise in einer Gartenlaube irgend ein ausreichend
robustes Gerät zu betreiben, wäre dank IT-Netz ein Basisschutz gegeben.
Aber nun könnte man argumentieren, dass das schon fast eine ortstfeste
Installation ist, und dann kommt bei mir das Bedürfnis auf, den
Stromerzeuger durch einen ordentlichen Stab- oder Keuzerder zu erden und
auf TN umzurüsten, damit ein RCD funktionsfähig ist.
Als erstes müsste dafür die Schuko-Doese einer CEE 16 (blau) weichen,
damit wir verdrehsicher sind. Dann könnte ich den PE auf einen der
beiden Pole des Generators brücken - quasi ein Bezugspotential vergeben.
Da der kleine Generator auf einem der beiden Pole eine 3A Sicherung hat,
würde ich diesen als L definieren und den anderen als N:
1
F 3A _____
2
---------/ ---------( L o-------[ ]------( L
3
| [ ]
4
| [ RCD ]
5
G [ ]
6
| [ ]
7
| [ ]
8
-------------o------( N o-------[_____]------( N
9
|
10
|-----------o------( PE o--------------------( PE
11
|
12
-----
13
---
14
-
Das Gebilde unten links soll die Erdung sein...
Das dürfte ja dann ein TN-S Netz sein und wenn ich das richtig im Kopf
habe, dürfte so auch der RCD funktionieren, oder? Der Generator ist kein
Inverter, es ist wirklich nur ein kleiner "Motor" mit Rotor und Stator
und einer ganz einfachen Spannungsregelung. Daran betreiben würde ich
wenn es hochkommt etwas Licht (klassisches Leucht-Obst) und ggf. mal
eine Gartenpumpe mit P_N = 250 W (ja, Anlaufstrom, ich weiß...)
Wie beurteilt ihr das Projekt? Habe ich etwas relevantes oder
gefährliches übersehen? Es soll hier nur um den Schutz gegen elek.
Schlag gehen, Kurzschluss-, Überlast- und Leitungsschutz sind ein
anderes Thema.
Gruß
Pascal
Ist das jetzt nicht etwas aufwendig und mach keinen sinn?
Du kannst bei dem ding egal welchen leiter anfassen und wasser stehen
und da passiert gar nix. Die erdung macht das erst gefährlich.
TL;DR das ist käse.
Beim ersten Fehler passiert nix. Ganz klar. Aber ich stelle auch ohne
Iso-Wächter nicht fest, dass ein Fehler vorliegt. Der zweite ist dann
unter umständen tödlich. Also nein... Sinnlos nicht. Unwirtschaftlich
vielleicht. Aber eventuell lerne ich ja was.
> Das klingt für mich nach einem IT-Netz.
Nicht ganz aber nah dran. Es ist "Schutztrennung mit einem Verbraucher"
und es darf auch nru genau ein Gerät angeschlossen werden
Wenn es ein IT-Netz mit mehreren Verbrauchern wäre dann müßte es einen
Isolationswächter haben der beim ersten Fehler Alarm gibt um
abzuschalten.
> Das dürfte ja dann ein TN-S Netz sein und wenn ich das richtig im Kopf
habe, dürfte so auch der RCD funktionieren, oder?
Ja!
> Wie beurteilt ihr das Projekt? Habe ich etwas relevantes oder
gefährliches übersehen? Es soll hier nur um den Schutz gegen elek.
Schlag gehen, Kurzschluss-, Überlast- und Leitungsschutz sind ein
anderes Thema.
Würde ich auch so machen.
Wichtig ist nur daß du auch eine wirklich gute Schutzerdung hast,
Kreuzerder in den Boden rammen und so. Sonst könntest du die Situation
haben daß ein Iso-Fehler an einem angeschlossenem Gerät das Gehäuse vom
Moppel unter Spannung setzt und der FI erst abschaltet wenn der
Stromkreis durch dich geschlossen wird
A-Freak schrieb:> Wichtig ist nur daß du auch eine wirklich gute Schutzerdung hast,> Kreuzerder in den Boden rammen und so.
Das muss natürlich. Ich habe da an zwei Kreuzerder mit 2,5m Länge in 4m
Abstand gedacht. Danke für die Einschätzung.
Pepe T. schrieb:> Doch. Total sinnlos und gefährlich ist deine erderei. Mach das nicht!
Kannst du auch begründen warum du es für so gefährlich hälst? Das würde
mich wirklich interessieren.
Pascal T. schrieb:> Kannst du auch begründen warum du es für so gefährlich hälst?
Beim original kannst du im matsch stehen und egal welche leitung
anfassen und da passiert gar nichts.
Beim geerdeten wird jedes zweite mal strom durch dich fliessen.
Pepe T. schrieb:> Beim geerdeten wird jedes zweite mal strom durch dich fliessen.
Jedes zweite mal beim Anfassen, oder jede zweite Halbwelle, oder nach
jedem zweiten Starten des Generators (wegen Drehrichtung)?
Vorsicht Zensur! schrieb im Beitrag #6997579:
> Daß das von einem der Verantwortlichen hier entfernt wird
Der mod hat was anderes gelöscht. Diesmal ist er unschuldig :)
Pascal T. schrieb:> Ich bin gelernte Elektrofachkraft
Im Lehrgebiet "Schutzmaßnahmen gegen zu hohe Berührungsspannungen in
Niederspannungsanlagen" nicht aufgepasst oder gefehlt mit einer
Krankheit im Bett, zu meiner Zeit waren es umgangssprachlich immer die
Masern.
Hallo Pascal,
genau wie von dir Eingangs beschrieben nur MUSST du den RCD IN den
Moppel bauen und diesen erden.
Denn sonst würdest du mit der einfachen Erdung erst Recht ein Problem
schaffen.
Thomas R. schrieb:> Hallo Pascal,>> genau wie von dir Eingangs beschrieben nur MUSST du den RCD IN den> Moppel bauen und diesen erden.>> Denn sonst würdest du mit der einfachen Erdung erst Recht ein Problem> schaffen.
Sehe ich auch so, alternativ ohne Steckverbindung bis zum RCD. Aber dann
ist halt nichts mehr mit "potabel".
@Nautilus und @Pepe_T: Bitte den Umgangston wahren. Er hat ja extra
gefragt.
So,
ich wollte mich trotz der Kontroverse nochmal zurückmelden. Zuallererst:
Ja, im Urzustamd ist man, wenn man nur ein Gerät an den Generator
anschließt geschützt gegen elektrischen Schlag.
Meine Intention war es aber, ein Gartenhäuschen mit mehreren Geräten zu
versorgen. Deswegen hab ich mich jetzt nochmal mit einem befreundeten
Elektromeister zusammen gesetzt, und wir haben folgendes angepasst:
a) Der RCD ist "vor" der 16 A CEE Dose.
b) Der RCD ist fest mit dem Generator verbunden.
c) Der Einschalter des Generators wurde durch eine Schutzkappe ergänzt,
auf der schriftlich vermerkt ist, dass der Generator nur geerdet
betrieben werden darf.
Es ergibt sich ale folgendes, angepasstes Schaltbild:
1
F1 3A _____ F2 3A flink
2
---------/ ----------------[ ]---/--( L
3
| [ ]
4
| [ RCD ]
5
G [ 30mA]
6
| [ ]
7
| [ ]
8
-------------o-------------[_____]------( N
9
|
10
|-----------o--------------------------( PE
11
|
12
-----
13
---
14
-
Auf der Basis haben wir dann mal die Auslöseströme und -zeiten mit einem
Installationsmessgerät geprüft, woebi der Generator natürlich geerdet
war. Kurzum: Der Auslösestrom war auch bei mehreren Versuchen immer
unter 20mA (!) und rechtzeitig.
Dann haben wir noch eine Isolationsmessung und eine Niederohmmessung
durchgeführt. Wir hatten >10MOhm für die Iso-Messung und zuerst so 0,5
Ohm für die Niederohmmessung. Aber nachdem wir einen korrodierten
Kontakt entdeckt hatten, waren wir auch da unter 0,1 Ohm.
Sprich: Alles im Rahmen und der Schutz besteht - immer unter der
Voraussetzung, das der Generator geerdet ist.
Dann haben wir uns nochmal die "Sicherung" im Generator vorgenommen. Die
ist wirklich arg träge, weil das eigentlich nur ein Bimetall ist...
Deswegen haben wir einen Feinsicherungshalter für die Hutschiene neben
den RCD gesetzt (alles in so einer Mini-Bix mit Hutschiene) und da eine
flinke 3A Sicherung rein. Die löst eher aus, nochmal besser fürs
Bauchgefühl :-D
Grüße!
Pascal T. schrieb:> wir haben folgendes angepasst
Also du hast einen nur im notfall brauchbaren generator aufgepeppt. Sehr
schön. Du bist dir bewusst dass das 80ccm 2-takt motörchen 2% oel will
und deshalb auch ordentlich stinkt?
Nimm 250 eur in die hand und hol die einen 3kw 4-takt aus dem baumarkt.
Vor BockBär's strommangellage gabs die auch schon für 200 euronen.
Pascal T. schrieb:> eine flinke 3A Sicherung rein
Da war nicht grundlos eine träge sicherung drin ...
Du hast es erfasst! Ich habe genau mein Zeil erreicht. Wie ich bereits
im ersten Beitrag geschreiben habe: Der Generator war geschenkt, alles
andere hat mir Freude bereitet und mich etwas gelehrt. Mehr wollte ich
nicht und als "Nebenprodukt" habe ich einen Gartengenerator.
Und mal ganz ehrlich, die Politik hat damit nix zu tun. Und wenn du es
doch unbedingt so sehen willst: Ich habe NICHT dem Kapitalismus gefröhnt
und was neues gekauft, nur weil ich es kann. Um das Alte dann
wegzuschmeißen. Nein! Ich habe das alte genommen und angepasst. Weil ich
es kann. Und weil es Spaß macht. Und für die paar Stunden im Jahr darf
es auch Zweitaktgemisch für 3€ der Liter sein.
#WortZumFreitag
Pascal T. schrieb:> wenn man nur ein Gerät an den Generator> anschließt geschützt gegen elektrischen Schlag.
Kannst du mir erklären warum nur bei einem gerät?
Eine V,A und F anzeige hast du nicht reingemacht?
Und einen trollalarm? Auch nicht?
Pepe T. schrieb:> Kannst du mir erklären warum nur bei einem gerät?
Das wurde bereits geklärt:
A-Freak schrieb:> Nicht ganz aber nah dran. Es ist "Schutztrennung mit einem Verbraucher"> und es darf auch nru genau ein Gerät angeschlossen werden.> Wenn es ein IT-Netz mit mehreren Verbrauchern wäre dann müßte es einen> Isolationswächter haben der beim ersten Fehler Alarm gibt um> abzuschalten.Pepe T. schrieb:> Eine V,A und F anzeige hast du nicht reingemacht?> Und einen trollalarm? Auch nicht?
Nein. Auch meinen Wünschelrutenionenstabilisationskompensator nicht,
obwohl mir das eigentlich wichtig gewesen wäre. Aber wegen der
1G-Strahlung (Sprich: Ein-Generator-Strahlung) wäre das eben nicht
gegangen. 1G ist ja deshalb schlimmer, weil es gegenüber 5G höher
dosiert ist. Quasi wie bei Homeopathie, weißt du?!