Mantelstromsperre

OP #7010845
Lesenswert?
• ▲
▼
Guten Tag zusammen. Ich möchte für ein RG58 eine Mantelstromsperre 
bauen. (Anwendung Kurzwelle) Es gäbe zwei Varianten, die erste eine mit 
unzähligen Ferritrollen auf einer Leitung (ca 2 meter lang) und die 
andere mit mehreren Windungen um einen Ringkern herum. Es gibt preislich 
keinen Unterschied, nehme ich einen großen Ferritkern, ist dieser recht 
teuer, nehme ich die Ferritrollen bekomme ich fürs gleiche 20...30 
einzelne Rollen. Die Perlenkettenvariante sieht "schöner" aus, man 
könnte diese Einschrumpfen. Würdet ihr bei der Perlenkette Variante 
einen Abstand zwischen den Kernen lassen?
Gast #7010907
Lesenswert?
• ▲
▼
Es geht bei einer Mantelwellensperre nicht darum einen Schönheitspreis 
zu gewinnen. Sie muss über den gesamten Nutzfrequenzbereich eine 
möglichst hohe Gleichtaktdämpfung haben. Und da ist eine Drossel auf 
einem Ferritringkern besser. Ihr induktiver Widerstand steigt 
quadratisch mit der Anzahl der Windungen, während der induktive 
Widerstand der "schönen Perlenkette" nur linear mit der Anzahl der 
überggeschobenen Ringkerne steigt. Außerdem braucht man für den Empfang 
keine großvolumige Sperre. Diese "Perlenkette" ist für den Sendebetrieb 
mit hoher Leistung gedacht.

Für den Empfang ist eher so was in der Richtung geeignet:
https://ra0sms-shop.ru/product/receive-feedline-common-mode-shoke-feedthrough-dc-so-239
OP #7011044
Lesenswert?
• ▲
▼
Heiner schrieb:
> Es geht bei einer Mantelwellensperre nicht darum einen
> Schönheitspreis
> zu gewinnen. Sie muss über den gesamten Nutzfrequenzbereich eine
> möglichst hohe Gleichtaktdämpfung haben. Und da ist eine Drossel auf
> einem Ferritringkern besser. Ihr induktiver Widerstand steigt
> quadratisch mit der Anzahl der Windungen, während der induktive


Ok, dann ist wohl das Wickeln eindeutig der bessere Weg. Vielen Dank!
Gast #7011218
Lesenswert?
• ▲
▼
Michael M. schrieb:
> Zur Unterdrückung der störenden Mantelwellen, kann man auch ganz ohne
> Ferrite einen Sperrtopf einsetzen. Die Länge des Sperrtopfes errechnet
> sich aus:
>
> Länge = Lambda / 4

Das wäre aber ein resonantes System, und entsprechend schmalbandig.

Ich kenne Mantelstromsperren eher als 60 cm lange, mit Ferrit gefüllte 
Holzkästchen, die man um das Kabel klemmt. Hersteller ist z.B. 
Schwarzbeck. Die Dinger sind charakterisiert für den CISPR-Bereich 30 
MHz - 1 GHz.
Gast #7011263
Lesenswert?
• ▲
▼
Michael M. schrieb:
> Zur Unterdrückung der störenden Mantelwellen, kann man auch ganz ohne
> Ferrite einen Sperrtopf einsetzen.

Super Vorschlag, und zum LW/MW/KW hören so praktisch..... :-)

Ein Sperrtopf wirkt nur für Mantelwellen einer einzigen diskreten 
Frequenz. Er ist von den Abmessungen her Lambda/4 lang. Welche 
Größenordnung das bedeutet, kann man sich selber ausmalen.

Mantelwellensperre = Gleichtaktdrossel = Strombalun
wickelt man üblicherweise auf Ferritkerne und erhält damit eine 
Breitband- Gleichtaktdrossel.

http://www.dg0sa.de/stoerungen.pdf
Gast #7011534
Lesenswert?
• ▲
▼
Meine schnelle, einfache und fast kostenlose Mantelwellensperre besteht 
aus den überschüssigen 5m Koaxkabel die ich vor der Antenne "über die 
Hand" zu einer Rolle aufgerollt haben.
Die Induktivität der Außenleiters des Koaxkabels reduziert die vorher am 
Gehäuse des Tranceivers gemessene HF von ca. 60V auf knapp 10V.
#7012146
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo zusammen.

Elektroniker schrieb:
> Meine schnelle, einfache und fast kostenlose Mantelwellensperre besteht
> aus den überschüssigen 5m Koaxkabel die ich vor der Antenne "über die
> Hand" zu einer Rolle aufgerollt haben.

So sahen vor rund 50 Jahren die Baluns der käuflichen W3DZZ Antennen 
aus.
Ich meine, es wäre Fritzel gewesen. Man hatte ja keine Ahnung...

herbert schrieb:
> Gibt ja auch noch andere Varianten zb. die mit einem Abflussrohr das man
> mit Stahlwolle auffüllt und das Kabel mittig durch laufen lässt.

Wovon träumst du bei Nacht..?? ;-)
So ein Teil hat mir mal jemand als fertigen Dipol geschenkt. Die Dinger 
fand man in Anzeigen in der QST, so ein weisses, längliches Plastikteil 
mit den entspr. Anschlüssen. Vermessen, grottenschlecht, aufgesägt und 
man sah die Stahlwolle. Das einzig nützliche war der Antennendraht, der 
heute meinen 30m Dipol bildet. Der Rest war eigentlich für die Tonne 
noch zu schlecht.

73
Wilhelm
Gast #7012953
Lesenswert?
• ▲
▼
Michael M. schrieb:
> Zur Unterdrückung der störenden Mantelwellen, kann man auch ganz ohne
> Ferrite einen Sperrtopf einsetzen.

Das kommt auf die Platzverhältnisse und die Frequenz an. "Kurzwelle" 
sagt darüber recht wenig, nur dass ein Sperrtopf da nicht mehr ein 
kleiner, handlicher Stab ist.

Antwort schreiben

Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt. Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten, für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Formatierung
  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] – Link zu einem Artikel
  • Verweis auf einen anderen Beitrag: Rechtsklick auf dessen Beitrags-ID (#8078628), „Adresse kopieren“, in den Text einfügen

Mehr zur Formatierung

Längeren Sourcecode als Anhang, nicht in den Text. JPG nur für Fotos und Scans; Zeichnungen und Screenshots als PNG oder GIF. Siehe Bildformate.

Schon registriert? Anmelden

Wird nicht angezeigt. Wir schicken dir einen Link; sobald du damit bestätigst, erscheint dein Beitrag.

Mit dem Abschicken legst du einen kostenlosen Account an und erkennst die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an.