Hallo Forum,
mal eine ganz naive Frage, wenn man auf Kurzwelle einen Datenfunkdienst
kommerziell anbieten will, so zum Beispiel 5W auf 200 Hz, bidirektional
mit fertigen Geräten für alle Teilnehmer... Kann man für sowas eine
Genehmigung bekommen und das machen für kleines Geld? Oder ist das nur
was für Große mit mehreren 100k€? Gibt's ein Land, wo man sowas einfach
registrieren kann?
Die Frage ist nur aus Interesse, aber es interessiert mich wirklich.
Früher zumindest (als das über Satellit noch teuer war) gab's solche
Dienste ja mal für die Abenteurer, die keinen Amateurfunk konnten oder
wollten.
Die Eingangsfrage muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen
Radiomann schrieb:> mal eine ganz naive Frage
Ja, darf man stellen
Radiomann schrieb:> wenn man auf Kurzwelle einen Datenfunkdienst> kommerziell anbieten will, so zum Beispiel 5W auf 200 Hz, bidirektional> mit fertigen Geräten für alle Teilnehmer...
Ja, das ist sehr naiv gedacht, denn die Frage entbehrt jeglicher
physikalischer Grundkenntnisse.
Radiomann schrieb:> für kleines Geld
Oh weh...
Radiomann schrieb:> Gibt's ein Land, wo man sowas einfach> registrieren kann?
hmmm...vielleicht Burkina Faso, gegen Bakschisch versteht sich.
Radiomann schrieb:> auf Kurzwelle
wiki:
>>> Als Kurzwellen bezeichnet man elektromagnetische Wellen mit einer>>> Frequenz f zwischen 3 und 30 MHz. Dies entspricht einer>>> Wellenlänge λ (Lambda) zwischen 100 m und 10 m.
Weder 200 Hz noch 200 kHz noch 200 MHz sind Kurzwelle.
Radiomann schrieb:> Datenfunkdienst
Wieviele Daten?
Wenns nur ganz wenige sind, kannst du die Aussendung mit geeigneten
Modulationsverfahren "im Rauschen" verstecken. Dann natürlich nicht mit
5 Watt.
Hi,
Radiomann schrieb:> mal eine ganz naive Frage, wenn man auf Kurzwelle einen Datenfunkdienst> kommerziell anbieten will, so zum Beispiel 5W auf 200 Hz, bidirektional> mit fertigen Geräten für alle Teilnehmer... Kann man für sowas eine> Genehmigung bekommen und das machen für kleines Geld?
Was ist für dich "kleines Geld"?
50Euro oder 50kEuro?
Es wäre sicher tatsächlich möglich für einige hundert Euro im Jahr eine
kommerzielle Sendelizenz für einige Watt HF auf Kurzwelle zu bekommen.
Die Kosten bestehen aus den festgesetzten Gebühren für die Zuteilung
sowie aus den EMV Gebühren (Ganz grob: Umlage für die Kosten der
Aufklärung von Funkstörungen die nicht einem einzelnen Verursacher
konkret zugerechnet werden können.)
Die Kosten für eine Frequenzzuteilung liegen, mit Ausnahme der
zellulären Mobiltelefonnetze, zwischen 100 - 1500 Euro.
Für bestimmte andere Anwendungen sind konkrete Gebühren anstelle des
variablen Rahmens festgesetzt. Beispielsweise für Seefunk sind 130 Euro
konkret festgesetzt für einen richtigen Radiosender auf LW/MW/KW sind es
1500 Euro...
Aber was willst du mit 5 Watt auf Kurzwelle?
Bei den richtigen Bedingungen sind damit zwar gewaltige Entfernungen,
teilweise bis auf die genau entgegengesetzte Seite der Erde, möglich.
Diese Entfernung bedeutet aber nicht das man eine vorherbare Versorgung
in diesem Radius hat. Es bedeutet (bei diesen kleinen Leistungen) das
man einen eher zufälligen Funkpfad zu einigen kleinen, wie zufällig
Verteilten Punkten, auf der Erdoberfläche hat. Um gezielt jemanden
Anzusprechen völlig unbrauchbar. Das macht nur Sinn wenn einem der
Kontakt mit zufälligen Kommunikationspartnern irgendwo möglichst weit
weg reicht. Und natürlich solche Kommunikationspartner in ausreichender
Anzahl überall verteilt auf den Kontakt warten. (Also praktisch nur
Amateurfunk)
Es gibt zwar Wege auf Kurzwelle gezielt Verbindungen zu weit entfernten
Punkten zu bekommen. Aber dazu sind komplexe Berechnungen unter
teilweise einbeziehung aktueller Umgebungs/Wetter/Sonnendaten notwendig.
Und einiges mehr an Leistung. So ab 100 Watt kann man viel machen. Eher
üblich waren für solche Anwendungen aber ein paar hundert Watt bis knapp
über 1kW.
Und es reicht dafür nicht eine Frequenz sondern man braucht eine ganze
reihe verschiedener Frequenzen über das gesamte KW Band verteilt.
Will man gleich ganze Erdteile ausleuchten (wenn auch bei Nutzung der
Raumwelle teilweise mit toten Zonen zwischen dem Sender bzw. der durch
Bodenwelle ausgeleuchteten Zone und dem entfernten Empfangsbereich, dann
braucht man sehr große Leistungen von einigen hundert KW ERP.)
Aber davon abgesehen gibt es für die Zuteilung von Frequenzen unter
30MHz durch die Bundesnetzagentur eine Verwaltungsvorschrift die auch
Veröffentlicht ist und wo du selbst nachlesen kannst:
https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Frequenzen/Verwaltungsvorschriften/VV_LW_MW_KW.pdf?__blob=publicationFile&v=7
Eine andere Frage ist dann noch was du mit "fertigen Geräten" meinst?
Bereits zugelassene (CE Konforme) Geräte die auf dem Freien Markt
gekauft werden? Dann kostet es noch die Anschaffungskosten...
Oder meinst du selbst entwickelte Geräte?
Dann rechne mal mit einigen 10k Euro an Kosten für die erstellung der
Unterlagen zur Konformitätsprüfungen und die Prüfungen selbst bis du
diese überhaupt in der EU verwenden & weitergeben darfst. (Egal ob
verkaufen/verschenken/verleihen)
Gruß
Carsten
Radiomann schrieb:> Mit 200Hz war die Bandbreite gemeint
Der TO ist ja sehr gesprächig und flutet uns geradezu mit Informationen.
Nö, das motiviert überhauptnicht darauf weiter zu antworten.
Danke Carsten, das wollte ich wissen!
Es ging mir tatsächlich vor allem um die Frage, wie das
verwaltungsrechtlich funktioniert und das hast du anschaulich
beschrieben.
Ich weiß, dass es zumindest früher (vor 15 oder 20 Jahren) solche
kommerziellen "Kurzwellen SMS"-Dienste gab, aber ich kann so etwas
nirgends mehr finden. Heute gibt es Satellitenhandys für um die 300
Euro, die das zuverlässiger und einfacher ermöglichen, daher wird sich
das über Kurzwelle vermutlich nicht mehr lohnen.
Lukas schrieb:> Und warum tust du es dann?
Hast du nicht gemerkt, das war mein letzter Post, die Erkenntnis hatte
ich davor noch nicht, jetzt ist es mein vorletzter Post.
Dabei bleibt es auch.
Phasenschieber S. schrieb:> Lukas schrieb:>> Und warum tust du es dann?>> Hast du nicht gemerkt, das war mein letzter Post,
Gegenteiliges beweist du ja mit deiner Antwort.
> jetzt ist es mein vorletzter Post.> Dabei bleibt es auch.
Hoffen wirs.