Moin Leute
Mal zu Anfang was ich NICHT suche: einen Übersetzer oder Tipps um mein
Tastaturlayout zu ändern. Das hab ich bzw. weiß ich selbst.
Was ich hingegen suche zeigt am Besten ein Beispiel:
Wer es noch nicht kennt, öffne mal bitte translate.google.com und stelle
die Übersetzung von russisch nach deutsch. Russisch als Eingabesprache,
Deutsch als Ausgabesprache.
Wenn man da nun 'priviet' eintippt (wirklich tippen, kopieren und
einfügen zeigt nicht was ich will), transkripiert Google das ins
kyrillische Alphabet und macht ein paar Vorschläge, darunter das
gesuchte 'привет'.
Und genau sowas will ich überall haben, ohne dauernd Google öffnen zu
müssen.
Kennt da jemand was Vernünftiges? Alles was ich bisher gefunden habe,
läuft entweder online oder hat eine ziemlich starre, ungelenke
Umsetzung. Mit lateinischen Buchstaben zwischen ш und щ zu unterscheiden
- allzumal mit solch merkwürdigen Transkiptionen wie 'sh' oder 'ya' für
я.
Mehrere Vorschläge und ich kann auswählen was ich eingeben will, finde
ich gut.
Kennt da jemand was Gutes?
Der Emacs hat sowas als Eingabemodus, aber direkt für die Tastatur kenne
ich auf Anhieb nichts. Unter X11 könnte man sich das mit xkb
wahrscheinlich als Compose-Belegung machen. Windows hat inzwischen auch
einen Editor für Keyboard-Layouts, aber die Freizügigkeit ist dort nicht
ganz so groß wie bei xkb (man kann bspw. die verschiedenen
Umschaltfunktionen nicht remappen). Aber Tottasten kann der meines
Wissens auch, damit könnte man die obskureren Zeichen sicher ebenfalls
zusammensetzen. (Dein щ wäre beim Emacs mit der cyrillic-translit
Methode beispielsweise sj, während ein ш durch sh eingegeben wird.)
Ich wußte gar nicht daß du des Russischen kundig bist. Interessant. ;)
Emacs...das schaue ich mir mal an. Von X11 habe ich noch nie was
gehört...das schaue ich mir mal näher an, wenn ich doch was selber
stricke.
Wühlhase schrieb:> Ich wußte gar nicht daß du des Russischen kundig bist. Interessant. ;)
Конечно, мы учили в школе …
> Emacs...das schaue ich mir mal an.
Naja, ist halt ein Lisp-Interpreter mit angeschlossenem Texteditor. :)
> Von X11 habe ich noch nie was> gehört.
Dann hilft dir das auch nicht. Ist die "klassische" Grafikumgebung der
Unixe.
Jörg W. schrieb:> Naja, ist halt ein Lisp-Interpreter mit angeschlossenem Texteditor. :)
Was sich richtig gut anhört, aber dann kommen die Tastenkombinationen.
Xchat hat sowas eingebaut. Zumindest die W32 Version.
Sollte sich also evtl auch in Sourcen finden lassen.
Wenn Guggel es per JS kann, dann speicher dir doch die
Skripte einfach lokal weg...
Eventuell könnte man das auf Windows mit AutoHotkey umsetzen. Ich
verwende das so für Umlaute mit meiner englischen Tastatur.
Vorteile:
- Greift in jeder Anwendung
- Zuordnung/Regeln in eigener Kontrolle
Nachteile:
- Selbst basteln
- Möglicherweise nicht hinreichend "schlau"/Kontext-sensitiv machbar
Wühlhase schrieb:> Wenn man da nun 'priviet' eintippt (wirklich tippen, kopieren und> einfügen zeigt nicht was ich will), transkripiert Google das ins> kyrillische Alphabet und macht ein paar Vorschläge, darunter das> gesuchte 'привет'.>> Und genau sowas will ich überall haben, ohne dauernd Google öffnen zu> müssen.
Für Python gibt es das Modul transliterate [1]:
1
#!/usr/bin/env python
2
fromargparseimportArgumentParser
3
4
fromtransliterateimporttranslit
5
6
if__name__=='__main__':
7
parser=ArgumentParser(description='transliterate to cyrillic')
8
parser.add_argument('text',nargs='+',help='what to transliterate')
Danke für eure Ideen bisher...aber so wie ich das sehe, werd ich für
eine vernünftige Lösung wohl selber was stricken müssen. Hm...eigentlich
hab ich ja gar keine Zeit dazu, aber was solls. Sollte ich eine Lösung
haben, werde ich sie jedenfalls veröffentlichen.
Mal so eine grundsätzliche Frage: Wie funktioniert die Zeicheneingabe
(in Windows) eigentlich genau? Ich habe mich mit solchem
Betriebssystemkram noch nie ernsthaft beschäftigt. Aus meinen
C-Vorlesungen damals weiß ich noch, daß wir immer das letzte Zeichen
gesondert aus dem Puffer holen mußten, aber das wars dann auch.
Am liebsten hätte ich eine Lösung derart, daß auf Knopfdruck (Windows+T
z.B.?) ein kleines Eingabefenster aufgeht, in dem ich schreiben kann,
und beim schließen dieses Fensters wird der Inhalt z.B. in die Textbox,
die den Fokus hat, des gerade aktiven Programms gefüllt.
Wo müßte ich mich denn da im BS einklinken? (Das wäre ja auch die
Andockstelle für z.B. Keylogger, ich gehe mal davon aus daß es da
Einschränkungen gibt heutzutage.)
Sascha R. schrieb:> Eventuell könnte man das auf Windows mit AutoHotkey umsetzen. Ich> verwende das so für Umlaute mit meiner englischen Tastatur.
Interessant. Könntest du das bitte näher ausführen?
Sprachkundiger 1A schrieb:>> привиет> ist natuerlich falsch!>> привет wenn schon denn schon.
Eto provilnov. Blagardaju. ;)
Was ich gerade gefunden habe:
https://russisch.urz.uni-leipzig.de/key2000.htm
Vielleicht passt das ja schon für dich. Ist wohl ein Eingabeschema, das
man unter Windows installiert und dann über die "Sprachenleiste" in der
Taskleiste wechseln kann. Oder eben über eine Tastenkombination
(Alt+Shift?).
Maxe schrieb:> Was ich gerade gefunden habe:>> https://russisch.urz.uni-leipzig.de/key2000.htm
Ah ja...nicht uninteressant. Vielen Dank.
Ich habe tatsächlich ein alternatives Tastaturlayout in Benutzung -
nämlich Griechisch. Aus dem Umstand heraus daß man doch mal gerne
einzelne Zeichen wie Ω, ω, ε π oder dergleichen braucht.
Allerdings tippe ich seit einigen Jahren mit Zehnfingersystem und möchte
wirklich nicht wieder zum Adlersystem zurück...was bei mir bei einer
richtigen russischen Tastatur aber der Fall wäre. Und sollte ich
irgendwann dann doch mal an einer echten russischen Tastatur sitzen -
eieiei, diesen Knoten kriege ich aus meinem Hirn nie wieder raus.
Im Russischen wird es bei mir aber nicht bei einzelnen Zeichen bleiben,
kleinere Sätze oder mindestens ganze Wörter möchte ich da schon flüssig
tippen können.
Das heißt aber fürs selber machen auch, dass es über eine Eingabemethode
prinzipiell möglich wäre, so etwas ins System zu integrieren. Bei
ostasiatischen Schriftzeichen läuft das auch so, dass beim Tippen
über/unter dem Eingabefeld eine Auswahlliste aufpoppt.
Das nennt sich IME (Input Method Editor), vielleicht hilft das beim
Suchen wie man soetwas umsetzen könnte.
Wühlhase schrieb:>> Eventuell könnte man das auf Windows mit AutoHotkey umsetzen. Ich>> verwende das so für Umlaute mit meiner englischen Tastatur.>> Interessant. Könntest du das bitte näher ausführen?
Ich hab es eben selbst versucht, leider klappt es nicht ganz so wie
gedacht. Idee wäre ja z.B. "J" für "Й" und "JA" für "Я". Leider wird "J"
schon ersetzt, bevor es durch Druck von "A" zu "JA" wird.
Man müsste sich mit seltsamen einzigartigen Tastenfolgen abfinden, was
aber sicher nicht im Sinne der Anfrage war.
Input Method Editor...danke, das ist ein gutes Stichwort.
Da habe ich neben den Guide Lines von Microsoft (Frechheit, die
verlangen eine Signatur dafür) das hier gefunden:
https://github.com/nathancorvussolis/tsf-sample-ime
Ich werde dann wohl demnächst allerhand Fragen zu C++ haben...grml...
PS: Ein Beispiel für JavaScript:
https://github.com/EasyIME/emojime
Ob ich da den Kram von Google reingefrickelt bekomme? (Wobei Google
garantiert noch mit einem Onlinewörterbuch arbeitet, also offline gar
nicht funktioniert.)
Von JS und Webseitengeraffel habe ich ja nun wirklich gar keine Ahnung.
Aber mal sehen...zum Abschätzen ob ic da überhaupt was selber machen
will, ist das ja erstmal ein Anhaltspunkt.
Windows 10 bringt bei mir ein Tastaturschema "Russisch - Mnemonische
Zeichen" mit. Erst Russisch installieren, und dann kann man diese
Tastatur hinzufügen (und die normale Russische löschen).
"Privet" ergibt "Привет", "escjo" ergibt "ещё".
Sorry, hab den Sinn nicht geschnallt.
"Der Beitrag scheint Spam zu enthalten: "kyrillisches d"
- Sagt der Autokorrektor auf den Versuch, einen russischen Satz
einzugeben.
Was soll denn der Scheiß? Ich habe doch kein lateinisches Z eingegeben?
Rente mit 76 schrieb:> Sorry, hab den Sinn nicht geschnallt.
Es ist auch ein bissel verschwommen, was der Wühlhase will. Also so wie
ich das zu vestehen glaube, will er sich nur um die kyrillischen
Textzeichen vei der Eingabe drücken und stattdessen lateinische
Buchstaben benutzen.
Sowas klappt nur, wenn man bei den vielen Extrazeichen, die die beiden
ollen Mönche Kyrill und Method im Mittelalter zum griechischen Alphabet
hinzugefügt hatten, einige mehrbuchstabige Umschreibungen mit
lateinischen Buchstaben hernimmt. Und da kommen die Probleme hoch, denn
die Sprachgewohnheiten verschiedener Sprachen legen z.T. recht
unterschiedliche Formulierungen nahe. Sich da eine Version auszusuchen,
die dem eigenen Sprachgefühl am ehesten entspricht, ist wohl recht
verschieden je nach persönlichen Umständen.
Und das scheint mir der Kern von Wühlhases Problem zu sein.
Noch ein Witz am Rande: Wir sagen 'Alphabet', weil das griechische
Alphabet mit alpha, beta, usw. beginnt. Blöderweise haben sich die
Griechen das beta nach der Antike ausgeguckt, um es als Zeichen für das
'w' wie in 'walter', 'werner' usw. zu benutzen. Seitdem fehlt den
Griechen das beta - also eigentlich das 'b' - , und in ihrer Not haben
sie sich eine Buchstabenkombination 'mp' hergenommen, um damit 'b' zu
meinen. Naja, ist ein bissel ähnlich zu 'ph' für 'f'. Aber daran haben
wir uns so sehr gewöhnt, daß es uns gar nicht mehr auffällt.
Nochwas: Ich glaube, es war Fritz Muliar, der mal als Kabarett eine
Einführung in die Tschechische Schreibweise gab und dort solche Sätze
wie "Walter Scheel läuft Schlittschuh" als Beispiele für die viel
ökonomischere tschechische Schreiweise gab.
W.S.