Es ist unglaublich, was mit heutiger technologie alles machbar ist, aber
mein Traum PC scheint es so noch nicht zu geben.
Mein alter Dell Laptop hat austauschbare Festplatten, Akkus & Ram.
Performance ist absolut ausreichend, obwohl doch schon ein paar jahrchen
alt. Auch die Grafigkarte ist OK. Ist aber sehr ineffizient.
Mein Librem 5 Chestnut Smartphone (das war eine beta version, wo das
thermale Design noch nicht optimal war), hat zum Arbeiten doch ganz
brauchbare Performance, braucht aber etwas mehr Strom / wird etwas
heisser, als mir lieb wäre. Akku, Modem, Display, sind austauschbar, und
es gibt normale Schreiben.
Mein Pinephone Pro ist vergleichbar mit dem L5. Modem ist glaub ich
nicht austauschbar, aber ansonsten hat es auch Schrauben und
Ersatzteile. Die CPU fühlt sich noch vergleichbar schnell wie beim
Chestnut an, eventuell auch etwas schneller (vermutlich aber nur weil
beim Chestnut die Wärmeabfuhr nicht ideal ist), aber die GPU lässt etwas
zu wünschen übrig. Dafür ist der GPU Treibersupport (Panfrost usw.)
absolut top, nvidia kann da nicht mithalten (und vivante/etnaviv kann
noch ein wenig feinschliff gebrauchen).
Die 2 Phones sind linux phones. Man kann sie mit einem entsprechenden
Dock wie ein Desktop oder wie ein Laptop (z.B. NextDock) verwenden.
Mit Two-Boot hat man mittlerweile auch eine U-Boot variante mit
brauchbarem UEFI, damit ist auch die Installation eines OS fast wie bei
normalen PCs: https://tuxphones.com/booting-arm-linux-the-standard-way/
(Wobei, das build System von Two-Boot ist extrem over-engineert).
Das sind effektiv Smartphone PCs. Und hier bin ich ehrlichgesagt
wirklich auf den Geschmack gekommen. Aber ich hätte eigentlich schon
gerne etwas mehr Leistung.
Ich weiss, das es diverse Android Phones gibt, die leistungsfähiger
sind.
Und der Apple M1 Prozessor ist mobilen Prozessoren ähnlicher, als PC
Prozessoren, und könnte eventuell sogar in diesen verwendet werden. Aber
der M1 ist halt Apple only, können andere also nicht verwenden. Und ich
erwarte nicht, das von Apple, Samsung, oder Google, etc. in naher
Zukunft ein echter Smartphone PC kommt, vergleichbar mit L5 und PP.
Kleine Firmen haben wohl auch Probleme damit, an die nötigen
Datenblätter usw. zu kommen, wenn sie moderne SOCs verbauen wollen.
Ich frage mich jetzt, werde ich je echte effiziente & leistungsfähige
Handheld PCs noch miterleben? Was muss passieren, das die Realität
werden? Seit dem M1 bin ich mir sicher, es ist technisch möglich. Ich
nehmen an, neuere ARM CPU, wie die ARM neoverse müssten da mithalten
können? Ist das nur eine frage der Zeit, bis da jemand so ein richtig
geiles Teil baut, oder fehlt noch etwas, damit das Realität wird? Wird
die Entwicklung von den Giganten im Smartphone Markt verhindert?
Hallo,
also es gibt z.B. Projekt Renegade (https://renegade-project.org/#/) mit
dem sich auf kompatiblen Smartphones Win11 installieren lässt.
Was evtl noch interessant wäre sind Produkte der Firma GPD
(https://www.gpd.hk/)
Kleine WIN oder Ubuntu-Geräte, stellenweise sogar mit RS232 und
Ethernetanschluss ;)
Gruß Groo
🐧 DPA 🐧 schrieb:> Was muss passieren, das die Realität> werden?
Die Computersoftware ist nicht auf Smartphonebedienung ausgelegt und das
ist der Grund warum das nicht funktioniert.
Microsoft hat es mit den Kacheln und einer Vereinheitlichung von Desktop
und Smartphone versucht und ist geschietert.
An den CPUs liegt es jedenfalls nicht.
Intel hatte die Quark und Edison CPUs im Angebot und das Angebot mangels
Nachfrage eingestellt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Intel_Quarkhttps://de.wikipedia.org/wiki/Intel_Edison
Wir habe mal vor einiger Zeit 2 von diesen Dingern gekauft:
https://www.scorpion-rugged.de/produkte/scorpion-6/
Die liefen ganz gut, und man konnte da schön .NET Anwendungen
draufhämmern. Soviel ich weiß, werden die gerne in der Logistik
eingesetzt.
Ich muss ehrlich sagen, dass es schon etwas gewöhnungsbedürfig ist, da
ja alles auf Desktop-Größe ausgelegt. (Messageboxen z.B. sehr klein)
So, wie Android Apps manchmal auf einem Tablett viel zu viel Platz
verschwenden, sind Anwendungen (Windows) auf einem Handheld PC zu
sparsam.
Wie es in der Linux-Welt aussieht, weiß ich nicht.
🐧 DPA 🐧 schrieb:> Es ist unglaublich, was mit heutiger technologie alles machbar ist, aber> mein Traum PC scheint es so noch nicht zu geben.
Könntest du etwas genauer skizzieren, was du haben willst?
Wenn ich mir z.B. so Raspi-Videos ansehe, dann bekomme ich den
auffälligen Eindruck, das kenne ich doch eigentlich schon alles aus der
Heim-Compi-Basic-Zeit.
Und in Keyboards wurde vor Jahren mal sowas geschrieben wie: sie
wünschen sich Modulationsmöglichkeit x, y, z? Bauen sie sich ihren
eigenen Synthesizer!
(gemeint waren Modulationen, die über die Spielweise laufen, etwa die
Spielgeschwindigkeit oder spielerischer Einfluss auf
Wellenformverhältisse)
Ich finde die Apple Tablets mit M1 CPU und Keyboard Cover kommen dem
gewünschten am nächsten. Hat halt kein Linux.
Ähnliche Power im gleichen Format mit Linux, das scheitert schon an der
traditionell schlecht nutzbaren Stromsparfunktion unter Linux. Ja, ich
habe mal mit sehr viel Aufwand einen Laptopmodus eingerichtet, der den
Verbrauch auf niedrige, einstellige Werte heruntergedrückt hat. Bei
Windows, was i.d.R. eh installiert ist, schiebt man einfach den Regler
auf Energiesparen und hat die gleichen oder sogar bessere Ergebnisse,
fertig.
Am ehesten sehe ich hier die Chance für etwas RPi4 CM basierendes.
Selbst so was wie ein Pinebook Pro ist eher eine softwaretechnische
Dauerbaustelle.
So sehr ich Linux auf dem Desktop-PC mag und einsetze, so sehr ist es
von Haus aus schlecht auf die mobilen Systemen angepasst. Da setzt sich
halt kein Hersteller hin und bietet ein freies, solides Basis-Linux an,
weil es ja die Community machen soll. Wirklich Schade, man sieht ja an
Android, was zumindest der Linux-Kernel auf mobilen Systemen leisten
kann.
someone else schrieb:> das scheitert schon an der> traditionell schlecht nutzbaren Stromsparfunktion unter Linux
Im auf Linux basierenden Android scheinbar kein Problem, und
Stromsparbetrieb hat viel mit dem Kernel zu tun. Und auch mein
Linux-Notebook kommt ganz gut mit Akkubetrieb zurecht.
someone else schrieb:> Da setzt sich> halt kein Hersteller hin und bietet ein freies, solides Basis-Linux an
Unternehmen wie System76 und Tuxedo haben sich auf Linux-Geräte
spezialisiert und bieten genau das.
Spannend finde ich ja, dass viele Android Smartphones out of the box mit
einigen USB Dockingstationen zusammen arbeiten, da funktionieren dann
Ethernet, USB Ports, PC Monitor via HDMI, DPP.
Ach ja, was ich eher vermisse und toll finden würde, wäre was im Atari
Portfolio oder Psion Format und möglichst einfachem, hardwarenahem
Betriebssystem, dass erlaubt, bequem eigene Software dafür zu
entwickeln.
(prx) A. K. schrieb:> Im auf Linux basierenden Android scheinbar kein Problem, und> Stromsparbetrieb hat viel mit dem Kernel zu tun. Und auch mein> Linux-Notebook kommt ganz gut mit Akkubetrieb zurecht.
Schöne Wiederholung von dem was ich geschrieben habe.
(prx) A. K. schrieb:> Unternehmen wie System76 und Tuxedo haben sich auf Linux-Geräte> spezialisiert und bieten genau das.
Ne, nicht so wirklich. Dafür können die Firmen auch nix. Die meisten
Linux-Treiber haben reine "Funktionsumsetzung" im Sinne, weniger
optimales Stromsparen.
DerAndereGast schrieb:> Spannend finde ich ja, dass viele Android Smartphones out of the box mit> einigen USB Dockingstationen zusammen arbeiten, da funktionieren dann> Ethernet, USB Ports, PC Monitor via HDMI, DPP.
Hab ich mal getestet. Mir macht das irgendwie keinen Spaß. Ich merke
einfach, dass Android nicht dafür gedacht ist. Das ist besonders bei den
Apple Tablets viel, viel besser gelöst und umgesetzt.
someone else schrieb:>> Unternehmen wie System76 und Tuxedo haben sich auf Linux-Geräte>> spezialisiert und bieten genau das.>> Ne, nicht so wirklich.
Die bieten das an, was du negiert hattest. Dass sie dabei darauf achten,
was in den Geräten verbaut ist, und ausgewiesene Stromfresser ebenso
wenig einsetzen, wie Komponenten ohne Linux-Treiber, liegt auf der Hand.
someone else schrieb:> Da setzt sich> halt kein Hersteller hin und bietet ein freies, solides Basis-Linux an,
someone else schrieb:> Ich finde die Apple Tablets mit M1 CPU und Keyboard Cover kommen dem> gewünschten am nächsten. Hat halt kein Linux.
Naja, aber Unix. Außerdem (bestimmt) Mac Mini-Kompatibel, wäre auch
nicht zu verachten.
Die Linuxe selber leiden unter ihrer Unix-Vorgabe, und klickibunti mit
Touchpad usw. ist halt ieehbabah. Mein Vater hatte aber dieses Getouchte
schon sehr gemocht, und sich später sogar selbst so ein Sofa-Tablet
gekauft ...aber z.B. mit den hässlichen und bedienunfreundlichen Mahjong
Versionen bei Linuxen hätte der auch nichts anfangen können. Damals gab
es Windows 8 noch nicht, sonst hatte man sich eine Variante mit Wine
überlegen könnten, Wine funktioniert zum großen Teil schon sehr gut.
(
https://www.chip.de/downloads/Microsoft-Mahjong-Windows-App_58172789.html
)
(prx) A. K. schrieb:> Die bieten das an, wonach du gefragt hattest. Dass sie dabei darauf> achten, was in den Geräten verbaut ist, und ausgewiesene Stromfresser> ebenso wenig einsetzen, wie Komponenten ohne Linux-Treiber, liegt auf> der Hand.
Richtig, die Firmen machen auch keinen schlechten Job. Ändert aber nix
dran, dass z.B. der Markt für GPUs im x86 Umfeld faktisch nur von drei
Firmen bedient wird. Am ehesten kommt noch Intel an einen vergleichbaren
Stromverbrauch, wie in Windows heran. Die grünen und roten nicht so
ganz, so zumindest meine Erfahrungen. Spannend könnte es mit Intels Arc
werden, wenn man doch gewisse mobile GPU Leistung benötigt. Bei den
restlichen Komponenten sollte man auch möglichst bei Intel bleiben, will
man auch unter Linux so wenig Strom wie, von der Hardware her, möglich
verbrauchen. Da hat AMD einfach Nachholbedarf, da lange Zeit für mobile
Anwendungen faktisch irrelevant.
Insofern ist es dann doch schon sehr begrenzt, was die Auswahl der
Komponenten angeht, wenn es um optimales Strom sparen unter Linux geht.
Bei Windows isses halt ziemlich egal was drin ist, da schiebt man den
Regler in Richtung Energie sparen und fertig, ohne nen Kopf um die
Komponenten zu machen. Mehr will ich damit nicht ausdrücken.
Die wirklich sparsamen Intelprozessoren der ...Y... Serie hatten meiner
Meinung nach das beste Performance/Watt Verhältnis (ok, nur CPU
bezogen), mir unverständlich warum die viel zu wenig auch in anderen
Anwendungsbereichen verbaut wurden. Wenn ich sehe, was bspw. immer noch
für ein Atom/Celeron-Dreck bspw. in Mini-PCs aktuell angeboten wird,
einfach gruselig.
Früher hatten die Cell-Prozessoren bei der grünen Top500 HPC Liste einen
richtig guten Eindruck gemacht. Zwar erst nach einigen
Optimierungsrunden, aber man konnte immer wieder staunen.
(u.a.)
( https://www.linux-magazin.de/ausgaben/2009/01/cell-kulturen/ )
Vor Jahren hatte ich mal einen Roland Di Synth vom Gebrauchmarkt
gekauft. Der schafft mit 8 AA-Batterien knapp 5 Stunden Spielbetrieb
ohne Steckdose.
Auch vor Jahren hatte ich schon mal gepostet, dass ich es gut fände,
wenn man die Handies zusammenschalten könnte, so dass man mit ein paar
Alt-Handies einen kleinen Überrechner zusammenstecken kann (man bräuchte
noch eine Vermittlungsgerätschaft + Betriebsystem dafür). Aber
hilfreiche Antworten gab es darauf keine. Das ist aber oft auch eine
Antwort.
Viele der Systeme sind typischerweise in einer bestimmten (komplexen
Fertigungs-)Blase drin, da ist man dann auch im besten MAKE-Sinne eher
"Kulturfolger" der (E-)Bastelei.
Also Software und Energiespartechnisch sehe ich bei Handheld PCs ehrlich
gesagt kein Problem.
Zuerst mal zur Performance.
So ein PPP kann man schon mal einen halben Tag lang voll eingeschaltet
(Bildschirm ein usw.) rumliegen lassen, auch total unoptimiert mit
normalem Debian & z.B. XFCE DE. Und effektiv lässt niemand ein Handheld
den ganzen tag voll eingeschaltet und spielt darauf herum, in der Praxis
reicht das längst, trotz den relativ kleinen Akkus.
Das Windows da besser sein soll halte ich für bs. Der Energiespar Slider
ist keine Magie. Powersave Governo, Runtertakten, und
Bildschirmhelligkeit runterschalten, geht unter Linux genau so. Und
zumindest auf dem PPP und dem L5, funktioniert auch Zeugs wie interne
USB Sachen schlafen lassen / automatisch ausschalten während gerade
nicht gebraucht, usw. Wenn die HW mit macht, und man nicht wegen HW Bugs
das Energiesparen abstellen muss, dürfte Linux um einiges effizienter
sein, als Windows. Die meisten Laptops sind halt punkto Effizienz, im
vergleich zu einem Smartphone, einfach scheisse.
Ich frage mich ausserdem, warum hier einige x86_64/amd64 Prozessoren
wollen. Im vergleich zu den besseren ARM Prozessoren können die
Effizientzmässig (also Leistung vs. Verbrauch) doch längst nicht
mithalten. Einen Vorteil sehe ich auch nirgends. Ok, vielleicht wenn man
alte klassische Windows Anwendungen laufen lassen will, ist es
praktisch, aber da ist halt Windows einfach zurückgeblieben. So schlimm
ist es zwar auch wieder nicht, Windows hat da ja glaube ich sowieso auch
ein Emulationslayer, und bei Apple war das ja auch gut genug. Bei linux
hat man sowas auch, aber da kann man sowieso alles nativ auf ARM
kompilieren, war also nie ein Problem dort.
Dann zu der App Situation.
Auf Windows kann man mittlerweile auch Android Apps installieren. Gibt
da wohl viele Wege:
https://uk.pcmag.com/blackberry-apps/121789/4-free-ways-to-run-android-apps-on-your-pc
UI mässig ist es ja auch OK. die Kacheln von Windows funktionieren schon
für ein Handheld.
Auf Linux kann man das natürlich auch. Waydroid und Anbox. Wobei
Waydroid wohl gerade bevorzugt wird.
Auch punkto UI ist in Linux alles da. Phosh und Plasma Mobile sind gute
mobile DEs. Anwendungen gibt es auch für alles wichtige
(https://linmobapps.frama.io/). Da wurde mit kirigami, libhandy und neu
libadwaita viel gemacht. Aber auch erstaunlich viele nicht angepasste
Anwendungen sind absolut brauchbar. Viele Webdienste haben auch noch
PWAs. z.B. Twitter & Mastodon haben eins.
Von da her sehe ich da kein Problem mehr. Das wichtigste gibt's nativ,
und notfalls kann man Android Apps auch installieren. Was will man mehr?