Ralf H. schrieb:
> Wann wählt man IF zum Beispiel eher im MHz
> Bereich und wann mischt man vielleicht direkt zu DC?
Warum machst du dir das nicht selber klar? Also, im Abstand von ZF
beidseitig vom LO hat man je einen Empfangsbereich, so breit wie die ZF
Bandbreite.
Wenn die ZF nun deutlich kleiner ist als der LO, dann braucht man auf
der HF-Seite einen Bandpaß als Vorselektion. Und der muß mit dem LO
abgestimmt werden, wenn er nicht breitbandig genug ist.
Ein Ausweg zum Vermeiden einer abzustimmenden HF-Selektion ist die
hochliegende ZF, da kann man die obere Empfangsstelle durch einen
Tiefpaß wegfiltern. Aber zumeist benötigt dieses Prinzip eine zweite
niedrigere ZF, um die gewünschte ZF-Bandbreite hinzukriegen.
Eine ZF von Null wählt man normalerweise, wenn die weitere Verarbeitung
im Digitalen erfolgen soll. Da benutzt man auch keinen einfachen
Mischer, sondern einen I/Q-Mischer. Das sind zwei gleiche Mischer, der
eine vom Sinus des LO angetrieben und der andere vom Cosinus. Es gibt
von einigen Firmen passende Schaltkreise, die einen Verstärker,
Abschwächer, I/Q-Mischer und einen passenden Digitalteiler enthalten,
der dann vom Doppelten oder Vierfachen der gewünschten LO-Frequenz
angetrieben wird und die passenden LO-Signale für die beiden Mischer
liefert.
So, erstmal einen Stop einlegen, denn das Thema ist eigentlich
weitläufig.
Bei den direktmischenden VNA's benutzt man zumeist zwei digital
abgestimmte Oszillatoren: einen als Stimulus (zum Erregen des
Prüflings), und den zweiten, als LO für den Empfang. Der wird um einige
wenige kHz versetzt zum ersten programmiert. Damit erhält man als
ZF-Signal eben diesen Versatz. Der Rest ist digitale Signalverarbeitung.
Und wenn man wie unser Professorlein mit Oberwellen arbeiten will, um
nicht nur im eigentlichen Grundbereich der Oszillatoren arbeiten zu
müssen, dann wertet man nicht den Versatz zwischen Erreger und LO aus,
sondern baut seine Signalverarbeitung auf dessen Dreifachem (für
3*Stimulus) oder Fünffachem usw. auf. Rein theoretisch geht's bis
unendlich, wird praktisch aber ebenso unendlich schwieriger.
W.S.