Vom Industrie- in den Dienstleistungssektor

Gast #7045110
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Hallo,

in vielen Medien heißt es, dass Deutschland auf dem Weg in die Wissens- 
und Dienstleistungsgesellschaft ist und sich immer weiter von der 
Industrie entfernt. Die BRD ist eines der letzten Industrieländer mit 
einem derart hohen Industrieanteil am BIP. Die Konsequenzen sieht man 
bei der enormen Abhängigkeit von Rohstoffen und Absatzmärkten im z. T. 
autoritären Ausland.

Meine Frage ist nun, welche Bereiche und Jobs ähnlich gute Konditionen 
bieten wie die Industrie? Ich rede von 80k € p. a. und mehr an 
Jahresgehalt.

Mir fallen spontan Finanzwirtschaft, IT & Telekommunikation sowie der 
Energiesektor ein. Ansonsten sehe ich wenig vergleichbare Alternativen 
zu Automobil-, Chemie- oder Elektroindustrie.

Wie seht ihr das? Wo findet man in Zukunft seinen Platz an der Sonne?
Gast #7045391
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Wo geht die Reise hin? schrieb:
> Meine Frage ist nun, welche Bereiche und Jobs ähnlich gute Konditionen
> bieten wie die Industrie?
Falscher Ansatz. Wer nur kann was jeder kann und machen will, der sollte 
nicht mit wesentlich mehr als Medianlohn rechnen.

> Ich rede von 80k € p. a. und mehr an Jahresgehalt.
Es gibt da in fast allen Branchen einen deutlichen Lohnunterschied 
zwischen "direkt nach dem Schlechteralsdurchschnittabschluss" und 
"richtig gut und über 20 Jahre Berufserfahrung".
Gast #7045426
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> von Deine Modda (Gast)
> 25.04.2022 08:18

> Inbetriebnahme von Industrie-Maschinen?

Von ganzen Industrieanlagen wie Zementwerken, Stahlwerken, ......

In Saudi in der Wüste verdienst du ein Schweinegeld und kannst es nicht 
ausgeben .Augeben kommt später wenn du wieder zu Hause bist.

Inbetriebnahme in Thailand verdienst du das selbe oder das gleiche. 
Kohle ist aber weg, dir geht es besser und du wirst auf Inbetriebnahme 
wohl 20 Kg abnehmen.

Ein guter Hahn wird eben selten fett.
Gast #7045851
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Wo geht die Reise hin? schrieb:
> in vielen Medien heißt es, dass Deutschland auf dem Weg in die Wissens-
> und Dienstleistungsgesellschaft ist und sich immer weiter von der
> Industrie entfernt. Die BRD ist eines der letzten Industrieländer mit
> einem derart hohen Industrieanteil am BIP.

Quelle?
Ansonsten, welche Aussagekraft hat so eine Angabe?! Es gibt 
Industrieländer, da lebt es sich Scheisse (Nordkorea), es gibt 
Agrarländer da lebt es sich gut (Dänemark).

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/732084/umfrage/top-20-der-laender-mit-der-hoechsten-lebensqualitaet-nach-dem-best-countries-ranking/

Die Einteilung nach Industrie- oder Agrarland hat sich einfach überholt, 
spätestens seit die Japsen 73% Dienstleistungssektor haben.

Für den TO könnte gelten: Wer nüscht wird, wird Wirt.
Gast #7045974
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Idiotentrimmer schrieb:
> Quelle?

Brinkmann, Bastian: Die Schwäche der deutschen Wirtschaft, in: 
Süddeutsche Zeitung, Nr. 83, S. 24.

Idiotentrimmer schrieb:
> Ansonsten, welche Aussagekraft hat so eine Angabe?! Es gibt
> Industrieländer, da lebt es sich Scheisse (Nordkorea), es gibt
> Agrarländer da lebt es sich gut (Dänemark).

Nordkorea ist mit Sicherheit kein Industrie- und Dänemark kein 
Agrarland.

Aber Dänemark ist ein gutes Beispiel: dort hat die Industrie nur einen 
Anteil von 20,8 % (2020), die BRD hat über 26 %. Trotzdem hat Dänemark 
ein hohen Einkommensniveau. Noch krasser ist Frankreich mit gerade mal 
16 % Industrieanteil, bei ähnlich hohen Nettolöhnen wie in der BRD.

Ich bin selbst in der Automobilindustrie beschäftigt und frage mich, wo 
man ähnliche Gehälter erzielen kann. Drei Branchen habe ich ja oben 
schon genannt.

Eine vierte Option wäre tatsächlich der öD, also in der Verwaltung. Dort 
sind gerade als Beamter Jahresbruttoäquivalente von 80k (A13) bis über 
100k (A15) möglich. Selbst im TVöD schafft man knapp 80k, z. B. mit 
EG13/6.
Gast #7045993
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Wo geht die Reise hin? schrieb:
> Dort
> sind gerade als Beamter Jahresbruttoäquivalente von 80k (A13)

Naja für den Beamten sind aber gewisse Voraussetzungen zu erfüllen, wie 
"nicht zu alt", "standorttreu", ... IQ ist wohl nicht wichtig. Achja, 
mit einem Inegnieursstudium hat man eher schlechte karten.

> Brinkmann, Bastian: Die Schwäche der deutschen Wirtschaft, in:
> Süddeutsche Zeitung, Nr. 83, S. 24.

Soso Nr. 83, das wäre dann von 1945?!

> Nordkorea ist mit Sicherheit kein Industrie-
doch schon, oder meinste Atomraketen werden von Ackerbauern 
zusammengeleimt?


> und Dänemark kein Agrarland.
Doch schon, jedenfalls exportiert Dänemark mehr Fisch als Lego, ebenso 
bekannt ist Dänemark für Schweinereien und hopsgeile Mädels - alles 
keine Industrieprodukte. Ich wüsste auch nicht wo auf Grönland oder 
Farör Industrie hinpassen würde.
Du kannst natürlich auch Finnland heranziehen, Hauptprodukt 
Holzwirtschaft .. OK manche zählen das zu Holzindustrie aber das ist 
eher Augenwischerei.

> Ich bin selbst in der Automobilindustrie beschäftigt und frage mich, wo
> man ähnliche Gehälter erzielen kann.

Die Frage ist, wo man dir mit deiner Schmalspur-Automobilerfahrung 
überhaupt ein Gehalt anbietet. Als un- resp angelernter vielleicht, das 
werden aber wohl keine 80k.
#7047497
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Industriestandorte sind von Rohstoffen abhaengig. Und muessen die 
Produkte irgendwo hin liefern
Dienstleistungsstandorte auch von irgendwas abhaengig. Dabei ist zu 
bedenken, dass lokale Unabhaengigkeit zwei Seiten hat. Zum Einen der 
Arbeitnehmer ist nicht mehr vom Ort abhaengig, der Job, welcher dazu 
gehoert aber auch nicht.
Zudem benoetigen auch industriestandorte Dienstleistungen. die kannst du 
besser erbringen, wenn du vor Ort bist.
Gast #7047626
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Wo geht die Reise hin? schrieb:
> Meine Frage ist nun, welche Bereiche und Jobs ähnlich gute Konditionen
> bieten wie die Industrie? Ich rede von 80k € p. a. und mehr an
> Jahresgehalt.

Eigene Dienstleisterbude aufmachen, aber das geht in die 
Angesteltenmentalität des deutschen Schädels nicht rein, der findet sein 
Heil nur im Knechtdasein.
Gast #7048103
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Wo geht die Reise hin? schrieb:
> Hallo,
>
> in vielen Medien heißt es, dass Deutschland auf dem Weg in die Wissens-
> und Dienstleistungsgesellschaft ist und sich immer weiter von der
> Industrie entfernt. Die BRD ist eines der letzten Industrieländer mit
> einem derart hohen Industrieanteil am BIP.

Das hat unser Lehrer in der 9. Klasse vor 25 Jahren schon erzählt. War 
ein SPDler, die haben immer recht. Überleg mal, was uns vergleichsweise 
gut durch die vergangenen Krisen gebracht hat und wodurch echte stabile 
Werte geschaffen werden. Kleiner Tipp, dein Kumpel, der bei der 
Deutschen Vermögensberatung Finanzverträge an Freunde und Verwandte 
vertickt, ist es nicht. Und der Ingenieursdienstleister ist es auch 
nicht. Deren Geschäft lebt davon, dass in der Industrie echte Werte 
geschaffen werden, die dann wieder in Dienstleistungen gesteckt werden 
können.

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