Ich habe nachdem man LEDs ja mit Vorwiderstand betreibt, nun auch mal
Strombegrenzer entdeckt, verstehe aber nicht was man wofür verwendet.
Für ne normale kleine single LED in Lampen oder so verwendet man
Vorwiderstand, weil halt eine Strombegrenzer Schaltung ökonomisch nicht
vertretbar ist?
Aber für größere und stärkere LEDs nimmt man dann Strombegrenzer
Schaltungen, weil es vor allem auch schwierig ist dann größere
Widerstände zu verbauen die die Leistung aushalten und dazu wird es dann
wohl schon wieder eher unökonomisch in Richtung Vorwiderstand?
Hab ich das richtig verstanden?
Hat eine Strombegrenzer Schaltung fast gar keinen Verlust und man kann
es rein theoretisch auch für eine 20mA LED verwenden, aber ist dann halt
total overkill?
Mario schrieb:> Ich habe nachdem man LEDs ja mit Vorwiderstand betreibt, nun auch mal> Strombegrenzer entdeckt, verstehe aber nicht was man wofür verwendet.>> Für ne normale kleine single LED in Lampen oder so verwendet man> Vorwiderstand, weil halt eine Strombegrenzer Schaltung ökonomisch nicht> vertretbar ist?
Ja.
> Aber für größere und stärkere LEDs nimmt man dann Strombegrenzer> Schaltungen,
Die nennt man Konstantstromquelle.
> weil es vor allem auch schwierig ist dann größere> Widerstände zu verbauen die die Leistung aushalten
Schwierig nicht, aber man verheizt sehr viel Energie darüber. Die wird
in Wärme umgewandelt, die man auch wieder abführen muss.
> und dazu wird es dann> wohl schon wieder eher unökonomisch in Richtung Vorwiderstand?
So in etwa.
> Hat eine Strombegrenzer Schaltung fast gar keinen Verlust
Kommt drauf an. Wenn die als Schaltregler gebaut ist, sind die Verluste
gering, erst recht im Vergleich zum Vorwiderstand.
> und man kann> es rein theoretisch auch für eine 20mA LED verwenden, aber ist dann halt> total overkill?
Ja. Es gibt aber Anwendungen, wo eine Konstantstromquelle auch für
20mA LEDs sinnvoll oder gar nötig ist. Z.B. bei Steuereingängen mit
Optokoppler und weitem Spannungsbereich (z.B. 5-30V).
Mario schrieb:> Für ne normale kleine single LED in Lampen oder so verwendet man> Vorwiderstand, weil halt eine Strombegrenzer Schaltung ökonomisch nicht> vertretbar ist?
Weil der notwendige Spannungsabfall meist sehr gering und konstant und
die geforderte Leistung sehr gering ist. Das bisschen, das man am
Widerstand verbrät, fällt selten ins Gewicht.
Mario schrieb:> Aber für größere und stärkere LEDs nimmt man dann Strombegrenzer> Schaltungen, weil es vor allem auch schwierig ist dann größere> Widerstände zu verbauen die die Leistung aushalten und dazu wird es dann> wohl schon wieder eher unökonomisch in Richtung Vorwiderstand?LEDs betreibt man eigentlich grundsätzlich mit konstantem Strom, nicht
mit konstanter Spannung. Bei High-Power-LEDs, die ordentlich Wärme
produzieren, will man natürlich irgendwelche Runaway/Drift-Effekte
vermeiden und die LED nicht überstrapazieren. Das ist mit Widerständen
schwer umzusetzen. Auch die Streuung der Vorwärtsspannung der LEDs hat
weniger Einfluss auf die Helligkeit, zumal sich diese auch bei
verschiedenen Temperaturen ändert.
Mario schrieb:> Hat eine Strombegrenzer Schaltung fast gar keinen Verlust und man kann> es rein theoretisch auch für eine 20mA LED verwenden, aber ist dann halt> total overkill?
Verlust: Kommt auf die Topologie an. Konstantstromquellen gibt es in
linear (LM317 z.B.), dann wird der Spannungsabfall genau so wie bei
einem Widerstand in Wärme umgewandelt. Effizient ist das in den
Leistungsklassen dann nicht wirklich.
Stromquellen mit Schaltregler hingegen sind dann deutlich effizienter
als lineare Quellen und erzeugen damit auch weniger Wärme, von der man
meist durch die LED eh schon genug Probleme hat.
Man kann auch für 20mA-LEDs Konstantstromquellen verwenden. Wenn du eine
LED an einem 3.3V-Controller blinken lassen willst, ist das overkill.
Wenn diese LED aber in einer Industrieanzeige mit einer Spannung von
z.B. 5...30V konstant hell sein soll, ist es die einfachste Lösung.
Falls du mit "Strombegrenzer Schaltung" eine Konstantstromquelle meinst:
ja, das passt so ziemlich.
Wobei auch hier unterschieden werden muss: es gibt Konstantstromquellen
(Längst- oder auch Linearregler), welche ähnlich zum Vorwiderstand die
nicht benötigte elektrische Energie in Wärmeenergie umwandeln.
Und Konstantstromquellen, welche eine sehr hohe Effizienz aufweisen
(Schaltregler).
Erstere sind von der Effizienz dem Vorwiderstand gleich. Beiden hingegen
ist gemein, dass der Strom eben konstant ist. Dies ist beim
Vorwiderstand nicht so dermaßen der Fall, dass es die Beschreibung
"konstant" verdient. Eher wird der Strom durch die LED durch den
Vorwiderstand so weit begrenzt, dass die LED nicht zerstört wird.
Bei einzelnen Anzeige-LEDs ist die absolute Stromstärke und somit die
daraus entstehende Helligkeit meißt weniger relevant. Dort reicht ein
Vorwiderstand.
Bei Beleuchtungs-LEDs in großer Anzahl wie in kommerziellen Lampen
sollten die einzelnen LEDs schon gleichmäßig (sprich konstant über alle)
hell leuchten. Dafür ist eben eine Konstantstromquelle sinnvoll. Und da
in solchen Lampen deutlich mehr Energie umgesetzt wird ist es sinnvoll,
die entstehende Wärme klein zu halten. Da sind effiziente
Konstantstromquellen in form von Schaltregler sinnvoll. Es macht halt
einen Unterschied, ob ich 10W oder 5W an Leistung abführen muss.
Mahlzeit!
Mario schrieb:> Hab ich das richtig verstanden?
Nein.
> Hat eine Strombegrenzer Schaltung fast gar keinen Verlust
Ein linear geregelter Strombegrenzer hat exakt den gleichen Verlust wie
ein Vorwiderstand.
Wenn ein Vorwiderstand reicht, nimmt man einen Vorwiderstand, ist
billiger. Er reicht, wenn trotz Spannungsschwankung der Spannungsquelle
und Toleranz der LED der Strom ausreichend stabil bleibt. Meist ist 1:2
die Grenze die man als tolerabel ansieht, also z.B. für eine nominell
20mA LED irgendwas zwischen 12.5 und 25mA bekommt.
Ein 5V Spannungsregler, +/-5% liefert von 4.75 bis 5.25V, eine weisse
LED benötigt für ihre 20mA irgendwas zwischen 3.0 und 3.6V, ergibt
(5.25-3.0)/0.025 = 90 Ohm.
(4.75-3.6)/90 Ohm = 12.77mA
klappt gerade eben.
Hat man aber einen Akku oder eine Batterie, die während der Entladung in
der Spannung nachlässt, sieht das schon schlechter aus, ein 9V Block
(5.4V wenn leer) über 240 Ohm an eben jene weisse LED lässt nur noch
7.5mA fliessen unter den schlechtesten Voaussetzungen, eine
Stromschwankung von 1:3.3 und im Extremfall Helligkeitsabweichung (die
meisten LED haben exemplarabhängig bei gleichem Strom einen
Helligkeitsunterschied bis 1:2) von 1:6.6.
Dann regelt man den Strom lieber elektronisch, z.B. mit einem
BCR402/TSCR402 als Konstantstromquelle.
Wenn die Verluste zu hoch werden, benötigt man (step down) Schaltregler,
die bestehen aus mehr als 1 Bauteil, sind also teurer und komplizierter.
Damit regelt man auch den konstanten Strom trotz schwankender
Eingangsspannung oder LED Toleranz, bestimmte Modelle (step up) können
sogar die Spannung anheben und aus 1 LiIon Zelle (2.5-4.2V)z.B. 5 LED in
Reihe (15-18V) versorgen.
https://dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.8