Hallo,
Drehspulinstrument aus einem Voltcraft Netzgerät defekt. Auf dem Bild
sieht man, das der Draht abgerissen ist. Gibt's dafür Ersatz oder nur
komplett Drehspulinstrument tauschen?
Ich würde es gerne im original Zustand lassen.
Hallo
Für einen versierten (Hobby-) Feinmechaniker mit entsprechender
Erfahrung und Gerätschaften dürfte es möglich sein so etwas zu
reparieren.
Aber:
Bei allen Respekt - Voltcraft sind (waren) wirklich keine besonders
hochwertigen oder auch nur seltenen Geräte welche den Aufwand auch
irgendwie sinnvoll erscheinen lassen.
Des weiteren waren Drehspülinstrumente als ich mit der Elektronik
irgendwann in den mittleren 80er Jahre angefangen habe recht veraltet
und so gerade noch die billigste Lösung vor einer Digitalanzeige - das
änderte sich aber schnell...
Wenn es unbedingt bei diesen Netzgerät und ein Drehspulinstrument
bleiben soll schau dich auf den Gebrauchtmarkt um - (defekte) Voltkraft
Netzgeräte dürfte es mehr oder weniger geschenkt geben - nur die
Versandkosten werden leider richtig rein hauen.
Oder halt ein mittlerweile sehr teures Drehspurinstrument mit passenden
mechanischen Abmessungen und elektrischen Daten kaufen und die Skala
selbst Zeichen - das hat aber abgesehen von selten Ausnahmen
(besonderes seltene, hochwertige, ungewöhnliche,...Gerätschaften) schon
vor 30 Jahren eigentlich niemand mehr gemacht...
Alexander.Ko schrieb:> Auf dem Bild> sieht man, das der Draht abgerissen ist
Draht? Einfach so abgerissen?
Gewöhnlich erfolgt die Stromzufuhr zur Drehspule über zwei Spiralfedern
mit einigen Windungen oder über ein Spannband.
http://siemens-halske.de/technik/drehspul.php
Da man davon nichts mehr sieht, hat ein Gewalttäter (mindestens) die
vordere Stromzuführung abgerissen.
Eine Reparatur dürfte für normal Sterbliche unmöglich sein. Für
Uhrmacher oder Sowjetmenschen vielleicht, wenn sie ein neues Spannband
haben.
Jemand schrieb:> Des weiteren waren Drehspülinstrumente als ich mit der Elektronik> irgendwann in den mittleren 80er Jahre angefangen habe recht veraltet> und so gerade noch die billigste Lösung vor einer Digitalanzeige - das> änderte sich aber schnell...
Mitte der 80'ziger waren Drehspulinstrumente noch Stand der Technik in
solchen Netzgeräten. Digitale Lösungen waren zu dieser Zeit noch viel zu
teuer und waren höchstens bei hochpreisigen Greäten verbaut.
Ob Voltcraft nun ein besonders wertvolles/hochwertiges Gerät ist steht
hier überhaupt nicht zur Diskussion. Immerhin hat es ganz offensichtlich
bis heute durchgehalten, was man von "modernen" nicht immer behaupten
kann, und es scheint auch dem TO zu genügen, denn sonst würde er nicht
versuchen wollen das Gerät zu reparieren.
Das von mir verlinkte Instrument z.B. kostet gerade mal 12€ und das kann
man durchaus investieren um das Gerät zu erhalten.
Zeno schrieb:> Ob Voltcraft nun ein besonders wertvolles/hochwertiges Gerät ist steht> hier überhaupt nicht zur Diskussion.
Unter dieser Marke wurden auch Statron vermarktet.
Sicher aber auch, dass bei CONRAD nicht die Zielgruppe der
Marsraketenforscher war.
Zeno schrieb:> Die Skale des neuen Instuments könntest Du sogar bei behalten,
Das kann man erst nach eine Kalibrierung mit dem geflickten Spanndraht
behaupten. Da man eine solche in der Regel nicht selber korrekt
hinbekommt, müsste eigentlich ein fetter Aufkleber ("Unkalibriert" Nicht
für Mess- und Prüfzwecke) drauf.
Alexander.Ko schrieb:> Auf dem Bild> sieht man, das der Draht abgerissen ist.
Nö.
Da fehlt komplett die obere Lagerung mit Rückholfeder.
Also Totalschaden.
Fpgakuechle K. schrieb:> müsste eigentlich ein fetter Aufkleber ("Unkalibriert" Nicht> für Mess- und Prüfzwecke) drauf.
...bei Voltcraft aber wohl ab Werk! O.o
Klaus.
Obere Lagerung habe ich noch hier.
Draht anlöten nicht möglich, da zu kurz.
Das Gerät kommt aus Tschechien, es ist ein 127c und ist wie neu, wurde
kaum genutzt.
Ich finde, das solche alte Geräte länger halten, als die neue China
kracher.
Ich habe mich mit dem Handy vertippt, eigentlich sollte es in Analoge
unterforum. Sorry.
Danke
Alexander.Ko schrieb:> Obere Lagerung habe ich noch hier.
War das Spannband schon vorher gerisssen oder erst durch das
Abschrauben?
Du brauchst ein neues Spannband und die Montageanleitung dafür.
Eine Reparatur dürfte schwierig werden.
Als hierzulande noch Messwerke mit Spannbandaufhängung in nennenswerter
Zahl gebaut wurden, gab es die Spannbänder - genau wie Kupferlackdraht -
als Meterware auf kleinen Spulen.
Da es die Spannbänder in vielen verschiedenen Breiten und Dicken gab,
ist die Chance das passende zu finden sehr gering.
Peter D. schrieb:> War das Spannband schon vorher gerisssen oder erst durch das> Abschrauben?
Beim abschrauben, der Zeiger hat Probleme gemacht, ich habe erst später
gesehen das ich den Draht ablöten musste.
Also ist es einfacher eine digitale Anzeige einzubauen.
Die oben genannte Zeigerinstrumente passen da nicht rein. Das Loch ist
viel zu groß.
Alexander.Ko schrieb:> Also ist es einfacher eine digitale Anzeige einzubauen.
Oder Du besorgst Dir billig ein defektes Netzgerät mit heilem
Instrument. Das könnte allerdings schwierig werden.
Alexander.Ko schrieb:> Also ist es einfacher eine digitale Anzeige einzubauen.
Nein, die braucht eine extra Stromversorgung.
> Die oben genannte Zeigerinstrumente passen da nicht rein. Das Loch ist> viel zu groß.
Wie meinst du das?
Nach deinem Bild sind es etwa 50mm.
Irgendein 100µA Meter, was da durch das Loch passt, wird es wohl geben.
Bei Pollin oder aus China.
Welche Abmessung hat es eigentlich?
Fpgakuechle K. schrieb:> Zeno schrieb:>>> Die Skale des neuen Instuments könntest Du sogar bei behalten,>> Das kann man erst nach eine Kalibrierung mit dem geflickten Spanndraht> behaupten. Da man eine solche in der Regel nicht selber korrekt> hinbekommt, müsste eigentlich ein fetter Aufkleber ("Unkalibriert" Nicht> für Mess- und Prüfzwecke) drauf.
Hä???? Wo habe ich geschrieben das er den Spanndraht flicken soll? Er
sollte sich ein neues Instrument kaufen - einen Link dazu hatte ich
gepostet. Das neue Instrument hat eine lineare Eichung von 0-100 und die
könnte der TO übernehmen wie sie ist. Da das alte Instrument ebenfalls
eine lineare Skale hat muß da auch nichts geeicht werden - was soll
dieser Käse. Das einzige was der TO bei dem neuen Instrument machen muß
ist den angezeigten Wert durch 5 teilen wenn er Spannungen misst und
durch 100 teilen wenn er Strom misst. Das geht sogar ganz ohne
Taschenrechner, das kann man locker im Kopf machen - mußten wir früher
bei den Vielachmessern auch tun, die hatten nicht für jeden Messbereich
eine eigene Skale.
Eichen muß der TO da gar nichts, weil zum einen das neue Instrument auch
ein 100µA Instrument wie das defekte ist und zum anderen die
Genauigkeit für ein Stromversorgungsgerät bei weitem ausreichend ist.
Seit es digitale Messgeräte gibt verfallen manche ganz offensichtlich in
einen regelrechten Eichwahn und ein analoges Messgerät abzulesen geht
schon gar nicht mehr. Ein Aufkleber muß da auch ganz bestimmt nicht
drauf. Das Gerät wird erstens mit ziemlicher Sicherheit im Hobbybereich
eingesetzt und zweitens ist ein LNG kein Messgerät und auch keine
hochpräzise Refeferenzstromquelle. Ob da am Ende an Stelle von 5,0V nun
4,9V oder 5,1V anstehen ist da mehr als Rille. WEnn er es ganau haben
will kann er die Spannung ja mit dem Multimeter nach messen. Die
Strommessung hat bei solchen LNG eh mehr oder weniger informativen
Charakter (Abschätzen der Größenordnung).
Alexander.Ko schrieb:> Die oben genannte Zeigerinstrumente passen da nicht rein. Das Loch ist> viel zu groß.
Da eine Zwischenplatte aus Aluminium mit einer 37mm Bohrung zu fertigen
ist natürlich eine unlösbare Herausforderung.
Das ist eigentlich eine gängige Methode und wurde tausendfach so
gemacht, wenn man das genau passende Instrument nicht bekommt. Bei einem
digitalen Instrument wirst Du auch eine Zwischenplatte fertigen müssen,
da dieses wohl auch nicht genau in den Ausschnitt passen werden und
zudem noch rechteckig sind.
Sorry, andererseits wer so dämlich ist und das Lager abschraubt ohne zu
wissen was er da tut muß halt bestraft werden.
Zeno schrieb:> Das neue Instrument hat eine lineare Eichung von 0-100 und die> könnte der TO übernehmen wie sie ist. Da das alte Instrument ebenfalls> eine lineare Skale hat muß da auch nichts geeicht werden - was soll> dieser Käse.
Kein Käse sondern Grundlagen Messtechnik, respektive selbstverständliche
Endkontrolle nach Gesamtmontage.
Fall es schon mit den begriffen eichen und kalbrieren hakt, könnte man
sich vielleicht darauf einigen, das man Skala und Messinstrument nicht
einfach so zusammklatschen darf, sondern wenigstens Kontrollmessunge
bezüglich Maximalausschlag und Nullpunkt ausführen sollte?! Beides wird
nicht unwesentlich von der Zeigermechanik bestimmt.
michael_ schrieb:> Wie meinst du das?> Nach deinem Bild sind es etwa 50mm
Durchmesser 65mm
michael_ schrieb:> Welche Abmessung hat es eigentlich?
Breite 77.5mm, Tiefe 51mm.
Zeno schrieb:> Da eine Zwischenplatte aus Aluminium mit einer 37mm Bohrung zu fertigen> ist natürlich eine unlösbare Herausforderung
Das ist eine gute Idee. Danke.
Zeno schrieb:> Sorry, andererseits wer so dämlich ist und das Lager abschraubt ohne zu> wissen was er da tut muß halt bestraft werden.
Muss du mich angreifen? Ich habe keine Erfahrung was Zeigerinstrumente
angeht und habe ein Fehler gemacht und stehe dazu.
Warum wird man in Deutschland sofort angegriffen? Seit ihr mit eurem
Leben unzufrieden oder was ist los bei euch?
Ich bedanke mich an alle für die Hilfe. Es gab viele gute Ideen.
Zeno schrieb:> Das einzige was der TO bei dem neuen Instrument machen muß> ist den angezeigten Wert durch 5 teilen wenn er Spannungen misst...
... oder sofern er eine schöne Handschrift hat, sich die richtigen
Zahlen auf die Skale malen. Aber nicht wieder das Spannband o.ä.
abreißen.
W.S.
Alexander.Ko schrieb:> Muss du mich angreifen? Ich habe keine Erfahrung was Zeigerinstrumente> angeht und habe ein Fehler gemacht und stehe dazu.>> Warum wird man in Deutschland sofort angegriffen? Seit ihr mit eurem> Leben unzufrieden oder was ist los bei euch?
So zu tun, als habe man nach dem Machen eines Fehlers trotzdem Recht,
ist Kleinkindmanier. Ahnungslosigkeit und Fehlen von Erfahrung sollte
eigentlich jeden dazu anhalten, besonders vorsichtig zu sein. Aber
heutzutage und hierzulande scheint es Mode zu sein, sich an Dinge zu
wagen, von denen man noch viel zu wenig versteht. Es wird erwartet, daß
das was man grad vor sich hat, gefälligst so zu sein hat, daß man damit
auch als Ahnungsloser hantieren kann. Quasi die Vollkasko-Mentalität.
Nun OK, für die Kasko muß man zahlen. So ähnlich sehe ich das hier auch.
Und wenn du von Angreifen redest: Wenn dir jemand mit der Kalaschnikow
ein nettes Lochmuster in den Bauch ballert, dann wurdest du angegriffen.
Wenn du dich jedoch beim Herumfummeln an einem Gerät dämlich angestellt
hast und dann dafür mal an deinen Ohren gezogen wirst, dann ist sowas
kein Angriff, sondern ein Teil der offenbar nötigen Belehrung.
W.S.
W.S. schrieb:> Es wird erwartet, daß> das was man grad vor sich hat, gefälligst so zu sein hat, daß man damit> auch als Ahnungsloser hantieren kann.
...das ist leider Gang & Gäbe hier, ja. Heute ist ja quasi jeder
"Elektroniker" sobald eine LED leuchtet.
Klaus.
W.S. schrieb:> Wenn du dich jedoch beim Herumfummeln an einem Gerät dämlich angestellt> hast und dann dafür mal an deinen Ohren gezogen wirst, dann ist sowas> kein Angriff, sondern ein Teil der offenbar nötigen Belehrung.
Wie gesagt ja ich habe ein Fehler gemacht, nur es war schon zum Teil
vorher defekt, der Zeiger war defekt und hingte in der Mitte, deswegen
habe ich auch auseinander gebaut, nicht weil ich Langeweile hatte.
Jemand schrieb:> Des weiteren waren Drehspülinstrumente als ich mit der Elektronik> irgendwann in den mittleren 80er Jahre angefangen habe recht veraltet> und so gerade noch die billigste Lösung vor einer Digitalanzeige - das> änderte sich aber schnell...
Unfug.
Bei analogen Signalen kann ich, ohne direkt auf die Uhr zu sehen,
Tendenzen im Augenwinkel ohne genau hinsehen erkennen. Tendenzen => der
Absolutwert ist erstmal rille. Geht digital deutlich schlechter ...
Alexander.Ko schrieb im A besser ...
Was möchtrst Du mit einem 1,5 A Messbereich, wenn dort vorher ein 100 uA
Instrument eingebaut war?
Aber ich kann mich natürlich auch irren.
Alexander.Ko schrieb:> Zeno schrieb:>> Sorry, andererseits wer so dämlich ist und das Lager abschraubt ohne zu>> wissen was er da tut muß halt bestraft werden.>> Muss du mich angreifen? Ich habe keine Erfahrung was Zeigerinstrumente> angeht und habe ein Fehler gemacht und stehe dazu.
Ich wollte Dich nicht angreifen. Sei mal nicht so empfindlich.
Das von Dir gefundene Instrument kannst Du nicht so ohne Weiteres
benutzen. Da müßtest Du die Schaltung anpassen.
Nimm lieber ein einfaches 100µA Instrument. Wenn der Innenwiderstand des
neuen Instrumentes so wie der des Alten ist sollte es sofort passen.
Kann man ja leicht mit einem Multimeter überprüfen. Dazu halt am Ausgang
nach Multimeteranzeige 20V einstellen, das Instrument sollte dann 100µA
anzeigen (drehe die Spannung aber langsam hoch und beobachte das
Instrument!). Wenn nicht kann man das mit Regler R28 nach justieren.
Schlimmstenfalls,wenn sich der Innenwiderstand des neuen Instrumentes zu
stark vom Alten unterscheidet, muß man R29 vergrößern oder verkleinern.
Für den Strommessbereich mußt Du den Ausgang belasten, so daß lt.
Multimeter 1A fließen. Erreicht man z.B. mit einer passenden Glühlampe.
Wenn Du 1A nicht schaffen solltest, dann funktioniert das auch mit
weniger, aber ich würde schon mehr als 0,5A einstellen. Bei 1A am
Multimeter sollte das Instrument 100µA anzeigen. Wenn nicht kann man das
mit dem Regler R25 justieren. Sollte auch hier der Stellbereich nicht
ausreichend sein, dann muß man halt die Widerstandskombi R26/R27 etwas
anpassen.
Die Schaltung zu DEinem LNG findes Du hier
Beitrag "Re: Labornetzgerät VOLTCRAFT BK127C Schaltplan gesucht"
Pilsner Urtüftler schrieb:> Zum glück geht es um 08/15 Instrumente die es nach allen den Jahren noch> zu kaufen gibt, zB. hier:>> http://www.avelektronik.cz/mp80-panel-meridlo-0-400-a-dc-80x80>> (obwohl halt nur mit 400 uA).
Danke für diesen sehr präzisen Hinweis!
Hast Du evtl. auch eine Erklärung wie es zu dem Text
unten links auf der Skala (interpretiere ich als aem) kommt?
Ist das die Beschreibung für Metra Blansko, bzw. weißt Du für was es
steht?
Andrew T. schrieb:> Hast Du evtl. auch eine Erklärung wie es zu dem Text> unten links auf der Skala (interpretiere ich als aem) kommt?
Gute Frage. Ich dachte es sei eine Marke von Metra, aber jetzt sehe ich
es als unwahrscheinlich. Vielleicht war es ein Nachbau von dem Original
MP80 von Metra.
michael_ schrieb:> Aber 20 EUR plus Versand?
Der ältere von Metra kostet so um 7 EUR was ein normaler Preis ist. Auf
dem Flohmarkt gibt es diese Instrumente gebraucht für 4-6 EUR.
Ob es lohnt ist definitiv Frage an TO. Es ist Wahr das es nicht einfach
wäre es gegen einen anderen aus Asien austauschen wegen
unterschiedlicher Mechanik.
Alexander.Ko schrieb:> 400uA Mp80 aus Tschechien gekauft und umgebaut. Die Widerstände> angepasst. Läuft.
Schön gemacht und beim Spießrutenlaufen tapfer durchgehalten.
Mein Respekt, so Leute gefallen mir.
Weiterhin viel Freude mit dem Gerät.
Zeno schrieb:> Das geht sogar ganz ohne Taschenrechner, das kann man locker im Kopf> machen - mußten wir früher ...
Bei der 'jungen Generation' ist das nicht mehr selbstverständlich. Wir
haben früher mit Logarithmentabellen gearbeitet und ein analoges
Meßgerät abzulesen und die Werte im Kopf zu umzurechnen war
selbstverständlich.
Ich gebe Nachhilfe in Mathe und Physik. Bei vielen ist das gesunde
Gefühl für Zahlen nicht mehr da. Was der Taschenrechner anzeigt ist
Gesetz, auch wenn es noch so abwegig scheint. Mit Zehnerpotenzen
rechnen, Fehlanzeige.
So wird es auch in der Schule gelehrt. Ich gehöre nicht zu denen, die
sagen 'früher war alles besser'. Aber wenn ich sehe, wie wackelig viele
in Rechtschreibung sind, dann denke ich schon daß in unserem
Bildungssystem etwas schief läuft.
Auch mit Taschenrechner sollte man ein grobes Gefühl für Zahlen haben.
Mohandes H. schrieb:> So wird es auch in der Schule gelehrt. Ich gehöre nicht zu denen, die> sagen 'früher war alles besser'. Aber wenn ich sehe, wie wackelig viele> in Rechtschreibung sind, dann denke ich schon daß in unserem> Bildungssystem etwas schief läuft.
Ich bin da zwiegespalten, und es betrifft alke Generationen. Bei der
Diktion von Baerbock wird mir schummrig, bei Scholz könnte ich anfangen
zu wimmern, bei Laumann bekomme ich Hirnsausen und Söder lässt mich am
Verstand des homo sapiens in toto zweifeln, und auch mancher
Hochschullehrer spielt in diesem Zusammenhangeine unrühmliche Rolle.
Andererseits beweisen Leute wie Trittin, Schily, Gaulandt und Kühnert,
dass es auch "ordentlich" ging und geht. Sollte man wirklich jemanden
aus der Gestaltung der Politik allein deshalb ausschließen, weil er
Sätze formuliert wie "das haben wir nich gemacht, weil das brauch man
nich machen"? Oder weil sie mitteilen, dass "unheimlich viele
verschiedene Leute ganz viele unheimlich spannende Sachen beigetragen"
haben? Oder wenn verkündet wird "Es gibt keine Sonderrechte für
Querdenker. Ganz im Gegenteil!" - da kann man sich nur wahlweisexin den
Arm kneifen oder vorxdie Stirn klatschen, aber es macht die Gedanken,
die diese Leute auf die ihnrn zur Verfügung stehende Weise zum Ausdruck
bringen wollten, nicht falsch. Der Bundestag ist nun einmal nicht
mc.net, wo man disziplinierte wissenschaftliche Ausdrucksweise pflegt
und auch erwarten darf.
Die Rechtschreibung ist dabei das kleinere Problem, wobei ich vermute,
dass die Rechtschreibreform dazu beitragen wird, dass dss latente
Begleitwissen überxetymologische Zusammenhänge weiter verloren gehen
wird.
> Auch mit Taschenrechner sollte man ein grobes Gefühl für Zahlen haben.
Und da hilft nur eins: Taschenrechner erst ab Klassenstufe acht, nach
Logarithmentafel (und evtl Rechenschieber).
Gibt oder gab es eigentlich schon Versuche, in der Grundschule als
Rechenhilfsmittel den Abacus einzusetzen?
Mohandes H. schrieb:> Wir haben früher mit Logarithmentabellen gearbeitet
Du Armer. Ich hab son blöden Übergangsjahrgang erwischt von
Rechenschieber zu Taschenrechner und Komplexzahlen zu weiß gar nicht
mehr was und auch etwas Matrizenrechnung aufgeschnappt, später
Differentiale und Integrale, Vektoren und Tensoren. Braucht so ziemlich
keine Sau. Kann Spaß machen, muß nicht.
Tabellen gabs vor meiner Zeit, in einigen alten Lehrbüchern sind die als
Anhang auf rötlich-braunem (Alt?)Papier. Kann damit rechnen, aber wozu?
Gerade hats geblitzt und eine Wolke explodierte als Warnung. Gute Nacht!
Percy N. schrieb:> Ich bin da zwiegespalten usw...
Vorsicht bei dem Angstroman. Es liegt nicht an der Politik, es gibt aber
Profihilfe - auch für Dich, egal wann.
Percy N. schrieb:> Gibt oder gab es eigentlich schon Versuche, in der Grundschule als> Rechenhilfsmittel den Abacus einzusetzen?
Japp, im Werkuntericht haben wir Graphische gebaut mit verschiebbaren
Kartonstreifen und die auch im Matheunterricht zum rechnen verwendet.
Da gabs auch klassische - den großen Stehenden neben der Tafel für die
Zähl- und Mengenlehre und wir Schüler hatten kleine mit Perlen zum
aufklappen.
Format ~ 14 x 7 cm im Schulranzen.
Althistoriker schrieb:> Da gabs auch klassische - den großen Stehenden neben der Tafel für die> Zähl- und Mengenlehre und wir Schüler hatten kleine mit Perlen zum> aufklappen.> Format ~ 14 x 7 cm im Schulranzen.
Das ist genau die Bauform, die ich nicht meine.
Hallo
Mohandes H. schrieb:> Ich gebe Nachhilfe in Mathe und Physik. Bei vielen ist das gesunde> Gefühl für Zahlen nicht mehr da.
Ich kenne einige Blinde (entspricht nicht der Wahrheit, aber darauf
kommt es nicht an) bei vielen ist das gesunde (ja der ist böse) erkennen
von Farben nicht mehr da....
Soll bedeuten:
Wer nimmt wohl teure (zumindest aber anstrengende) Mathenachhilfe?
Wohl nicht die Zahlenakrobaten und die eine Formel in einen zug schon im
Kopf umstellen können...
Zahlengefühl wie du es nennst hat sehr wenig mit der Bildung zu tun
sondern hängt vor allem mit irgendwelchen (wenn man die Details kennen
würde hätte sich das Problem eventuell schon erledigt) Einschränkungen
und "andere im Kopf funktionieren" zusammen.
Hinzu kommt bei denen die zwischen diesen beiden Extremen stehen hinzu
das Mathematik in den Schulen und den meisten Lehrern (teilweise bedingt
durch das Bildungssystem und den Le(e)hrplan) spätestens ab der 6 Klasse
unglaublich abstrakt, unverständlich, praxisfern und maximal
unverständlich vermittelt wird - das was aber auch vor nun mehr fast 40
Jahren keinen Deut besser.
Das es besser geht beweist trauriger Weise (weil das ist eigentlich die
Aufgabe der Schulen, Lehrer und später auch Hochschulen bzw.
Berufsschulen)nahezu jeder Mathematik Youtuber - die verstehen
wenigstens die Probleme der Schüler haben keine Angst auch mal "Adam und
Eva" bzw. Themen der 4 Klasse hervorzurufen, sprechen verständliches
Deutsch (und nicht ausschließlich Mathesprech" spätestens ab der 9
Klasse) und sind viel stärker an der Praxis dran...
Und das alles typischer Weise ohne eine Ausbildung zum Lehrer...
Böser Bub