Hallo,
ich scanne gerade diverse Textdokumente (A4) ein. Das mache ich in 600
DPI und Schwarz/Weiß, was einen ganz guten Kompromiss zwischen Qualität
und Dateigröße ergibt.
Allerdings würde ich die Scans gerne noch etwas aufhübschen. Folgendes
stört mich:
- Manche Seiten werden leicht schief eingezogen, und sind daher dann
geringfügig schief
- Die Textqualität ist an den Kanten etwas unsauber (vermutlich durch
den SW-Scan)
- Zum Teil sind Artefakte an den Seiten (dunkle Ränder), wenn das Blatt
schief eingezogen wurde
Daher überlege ich nun, ob man was dagegen tun kann. Z.B. könnte ich in
Graustufen scannen, um mehr Bildinformationen zu retten. Anschließend
wäre eine (automatisierte) Software-Nachbearbeitung sicherlich in der
Lage, schönere Schwarz/Weiß Bilder zu erzeugen, als es der Scanner
direkt kann.
Kennt jemand Tools mit denen sowas möglich ist?
PS: "unpaper" habe ich ausprobiert. Das funktioniert gar nicht (entweder
stürzt es ab oder erzeugt kauptte Dokumente).
sehr interessante Frage.
mich würde noch interessieren, ob es eine Software gibt, aus der man
über die verschiedenen Graustufen wieder die Originalfarben
rekonstruieren kann.
Was ist das Ziel der Scan-Aktion?
Normal wäre, dass gescannter Text per OCR eben wieder in
(durchsuchbaren) Text umgewandelt wird und lediglich Bilder und Grafiken
im Original verbleiben.
Wir verwenden in der Firma z.B. "Readiris 17 Pro", das kann u.a. auch
Seiten geradestellen und der per OCR erkannte Text ist logischerweise
danach absolut sauber und scharf. Zudem sinkt die Dateigröße in
beachtlicher Weise.
Für OCR sind 600 dpi deutlich übertrieben, üblich sind eher 300 dpi
(ergibt 1/4 der Dateigröße). Auch für Bilder und Grafiken aus gedruckten
Büchern ergibt das wegen der Rasterung nicht wirklich Sinn.
Dann wäre da noch das Dateiformat. Für Bilder mit harten Kanten
(Buchstaben!) ist JPEG (wegen der DCT) eher weniger geeignet, produziert
Artefakte und Geisterpixel. Hier passen TIFF oder PNG deutlich besser.
fragjanur schrieb:> sehr interessante Frage.> mich würde noch interessieren, ob es eine Software gibt, aus der man> über die verschiedenen Graustufen wieder die Originalfarben> rekonstruieren kann.
Bestenfalls Falschfarben wie Thermobilder :-)
Informationen, die nicht aufgenommen werden, sind schlicht nicht
vorhanden. Mit Regeln oder gar KI-Algorithmen könnte man evtl. die
Textstruktur erfassen und z.B. alle Überschriften blau und den
Mengentext schwarz einfärben ...
fragjanur schrieb:> sehr interessante Frage.> mich würde noch interessieren, ob es eine Software gibt, aus der man> über die verschiedenen Graustufen wieder die Originalfarben> rekonstruieren kann.
Nein.
Und wenn Du nur ein bischenbischen nachdenken würdest würdest Du auch
selber darauf kommen das dem so ist das es nciht geht. Selbst die
Evolution hat das nicht hinbekommen, für dieses "Problem" aber
bemerkenswerte Anpassungen hervorgebracht (scheinbares Farbsehen im
Mondlicht)
MiWi schrieb:> Nein.>> Und wenn Du nur ein bischenbischen nachdenken würdest würdest Du auch> selber darauf kommen das dem so ist das es nciht geht.
nicht jedem ist es gegeben, Ironie zu erkennen ;-)
Horscht schrieb:> Daher überlege ich nun, ob man was dagegen tun kann. Z.B. könnte ich in> Graustufen scannen, um mehr Bildinformationen zu retten. Anschließend> wäre eine (automatisierte) Software-Nachbearbeitung sicherlich in der> Lage, schönere Schwarz/Weiß Bilder zu erzeugen, als es der Scanner> direkt kann.
Es gibt spezielle Dokumentenscanner. Die machen genau das, was Du
willst.
Die haben Sensoren, um zu erkennen, wenn mehrere Blätter auf einmal
eingezogen werden.
Die richten Textseiten automatisch aus, so dass der Text nicht nur
gerade, sondern auch lesbar (richtigrum) ist.
Die erkennen Ränder und können die Artefakte entfernen.
Die haben einstellbare Blindfarben (rot oder grün), die beim Lesen nicht
erkannt werden.
Die können andersfarbige Trennblätter automatisch erkennen und Jobs
entsprechend separieren.
usw. usw.
Anbieter sind vor allem Fujitsu und Kodak (jetzt Alaris).
fchk
Frank K. schrieb:> Es gibt spezielle Dokumentenscanner.
Die sind so schnell wie manche Geldzählmaschine und kosten mehr als
3,50€.
Nachcolorieren ist eine andere Geschichte. Jedenfalls kann man aus einem
schlecheten Scan kein super Foto machen.
Horscht schrieb:> Kennt jemand Tools mit denen sowas möglich ist?
Wenn Bastelleidenschaft vorhanden ist, kann ich die
netpbm-Suite empfehlen. Das ist eine Kramkiste mit
allen möglichen Kommandozeilen-Werkzeugen, die sich
gut scripten lassen.
"Schwarze Ränder entfernen" geht angeblich mit pnmcrop;
habe ich aber selbst noch nicht ausprobiert.
Zum "Kanten glätten" habe ich einen relativ einfachen
Algorithmus entwickelt; Arbeitsprobe im Anhang, Details
bei Bedarf.
"Seite automatisch ausrichten" ist noch ungelöst; das
ist aus verschiedenen Gründen eine recht komplexe Sache.
oszi40 schrieb:> Frank K. schrieb:>> Es gibt spezielle Dokumentenscanner.>> Die sind so schnell wie manche Geldzählmaschine und kosten mehr als> 3,50€.>
Wo ist da das Problem? Dafür bekommt man auch einen 2-Seiten-Scanner mit
10-Blatt-Einzug. Und so langsam sind die auch wieder nicht. Ich habe den
Canon imageFormula, der ist schneller als manch ein Flachbettscanner.
Egon D. schrieb:> "Seite automatisch ausrichten" ist noch ungelöst; das> ist aus verschiedenen Gründen eine recht komplexe Sache.
Wenn Du in Python oder Matlab skriptest, geht das über eine
Singulärwertzerlegung.
Jedes Pixel wird über Helligkeit (oder Schwellwert) und x-y-Koordinate
gewichtet. Mit einer Singulärwertzerlegung findet man die Hauptachsen.
(2 Gleichunge, 2 Unbekannte). Wenn die Pixel irgendwie gehäuft in
horizontalen Linien angeordnet sind (Zeilen), funktioniert das prima.
(Ich hatte das mal in Matlab gescriptet, aber mein aktueller Scanner hat
es schon eingebaut.)