KArl Fred M. schrieb:
> Macht es einen Unterschied ob man einen Trafo oder einfach nur mit einem
> Ferit oder Eisenpulverkern arbeitet, ob man eine halb/Vollbrücke
> benutzt?
> Ich habe Vollbrücken bisher nur mit Trafos gesehen, daher die Frage.
> Im Grunde ist es doch aber wurscht ob Trafo oder nicht? Die Vollbrücke
> bietet doch immer den Vorteil den Kern doppelt zu nutzen, oder?
A.: Ich verstehe das nun so, daß Dir nicht klar zu sein scheint, was
der prinzipielle Unterschied ist von Trafo zu Speichertrafo UND von
Eintakt- zu Gegentakt- Betrieb.
Bei einem unisolierten Gleichspannungswandler hast Du eine unipolare
DC zu DC Wandlung - eine Vollbrücke/H-Brücke ist aber dazu da, um
Matthias S. schrieb:
> Es ist eine Frage der nötigen
> Amplitude, die bei einer (idealen) Vollbrücke doppelt so hoch ist wie
> bei einer Halbbrücke.
aus U_DC(gegeben) den VOLLEN SPANNUNGSHUB - und zwar im GEGENTAKT -
auf die einzelne Primärwicklung eines Trafos (ohne Speicherfunktion)
zu bringen.
(Eigentlich könnte die Vollbrücke auch "Isolierten Gegentakt Boost"
- nicht, wie MaWin sagte, "nur" Gegentakt-Flußwandler... allerdings
mußt Du das, und die damit zu tun habenden Probleme/hierzu nötigen
Modifikationen von Brücke und/oder Topologie (Hilfsschaltungen) gar
nicht wissen --- wichtiger&einleuchtender sollte folgendes sein:)
Und ihn somit so weit als irgend möglich auszunutzen - was dadurch
passiert, daß er nur noch eine Primärwicklung hat, die bei vollem
Tastgrad (also "PWM auf Anschlag", nur noch eine geringe Totzeit zw.
dem Abschaltvorgang des Brückenzweiges 1 bis zum Einschaltvorgang
des Zweiges 2) praktisch (fast) pausenlos in abwechselnder Richtung
bestromt werden kann.
("Früher(tm)", bevor man integrierte Highside- (HS-Schalter floaten
auf wechselndem Potential - die Ansteuerung muß also mit-floaten)
Treiber kannte,
und Halb- sowie auch Vollbrücken daher nur mit Gate Treiber Trafos
möglich waren,
nutzte man die "Klassische Gegentaktschaltung mit Parallelspeisung",
mit zwei Lowside (GND-referenzierteen) Schaltern - wozu aber zwei
"parallele" Trafo-Primärwicklungen mit ca. halbem Drahtquerschnitt
nötig waren,
die auch immer nur 1/2 der Zeit "voll bestromt" werden konnten...
Und nein, das ist nicht das selbe/egal, bzgl. Verlusten - denn die
Leitverluste von Wicklung und Mosfet-Bahnwiderstand sind von R und
vom Quadrat des Stroms abhängig (P_Leit = I²R). Rechne mal...)
Bei den gängigsten unisolierten DC-DC gibts als einziges induktives
Bauteil eine_Speicherdrossel (anders z.B. SEPIC-Wandler u. weitere)
- bei isolierten ein Trafo oder Speichertrafo.
Unisoliert = Eintakt, wenn dann kann man "nur" die Speicherdrossel
IN die Vollbrücke packen (und erhält einen 4-Switch-Buck-Boost -
zugleich Strom- und damit Leistungs- bidirektonal, aber immer noch
Eintakt - Wandler).
Isoliert Eintakt mit Speichertrafo und 4 aktiven Schaltern = ebfs.
Synchroner und bidirektionaler Flyback (isolierte Version des grad
zuvor genannten 4-Switch-Buck-Boost). Speichertrafo natürlich aber
"aufrecht", wie sonst auch, nicht etwa wie die Drossel "liegend".
Z.: Flyback ist isolierte Version des Buck-Boost (Inverswandlers).
(Beide gibt es auch mit weniger aktiven Schaltern, wie Dir sicher
schon bekannt war.)
Diesen A-Z Bogen wollte ich spinnen, äh, spannen, um Dir so evtl.
einiges klarer zu machen. Vielleicht funktioniert es, vielleicht
nicht. Vielleicht hilft es Dir auch erst später mal was (wenn Du
weiter bist - "Fundamentals of Power Electronics" (Maksimovic)
...die "richtige" Buchversion (als E-Book gibt es leider beides,
die "richtige" und eine, die aus lauter "Info-Folien" besteht)...
wäre angebrachte Lektüre für echte Schaltwandler-Interessierte.
Verlangt halt Englisch-Kenntnisse, und ohne Vorbildung in dieser
Richtung auch ein gut Teil Mathe-Nach-Hilfe / fleißige -Holung.
Geht, wenn auch zeitaufwändig, tief ins Switcher-Verständnis...
Ob Du das überhaupt willst, ist eine ganz andere Frage, aber die
No. 1 - Möglichkeit vorzuenthalten, ist nun auch nicht meine Art.