Hat jemand Erfahrungen mit Niederschlagsmessern (Niederschlagsmenge)?
Ich bin auf der Suche nach einem mit vernünftiger Qualität:
* hochwertig (kein China-Schrott)
* Impulsausgang oder offen gelegtes Datenprotokoll
* wartungsarm
* frostsicher
* Preis < 1.000 € inkl. MwSt.
* als Privatperson kaufbar
Ich möchte das Ganze in mein selbstgebautes Smarthome-System
integrieren.
Ich würde mir einen einfachen Regenmesser mit Wippe als Ersatzteil
besorgen, die Elektronik rauswerfen und an den Reedkontakt ein Kabel
anschließen sowie zwei Heizfolien für KFZ-Spiegel mit Thermostat
einbauen. Günstig, robust und selber was gebaut!
Der Link sieht gut aus:
https://www.lufft.com/de-de/produkte/niederschlags-sensoren-304/ott-wad-200-regenmesser-2420/
Die haben alle möglichen Varianten.
Aber Preise stehen keine dabei. Und Privatpersonen werden die wohl auch
nicht beliefern.
Ich denke für die genannten 1.000 Euro sollte sich was robustes finden
lassen. Bei ELV glaube ich eher nicht, daß sich da was findet, was mehr
als 2 Jahre überlebt. Zudem sind das dann meist Funklösungen ohne
offenes Protokoll.
Kann man sich so ein Teil nicht selber bauen? Ober Metalltrichter dran
und unten einen Turbinenzähler, der die Menge mißt? Zum Beispiel
Turbinenrad mit Magneten dran und Hallsensor (bzw. Reedkontakt), der das
Signal abgreift.
Achim schrieb:> Hat jemand Erfahrungen mit Niederschlagsmessern (Niederschlagsmenge)?> Ich bin auf der Suche nach einem mit vernünftiger Qualität:
Ich hätte einen ANS 410 von Eigenbrodt für dich. Impulsausgang,
Druckmessystem, beheizt.
Auflösung 0,1mm Niederschlag.
Braucht aber gut Strom. Heizung möchte 24V/6A (natürlich nicht dauernd),
Elektronik 12V/2A.
Laut Vorbesitzer funktionsfähig, von mir nicht geprüft.
Müsste ich 120,- Euro für haben plus Versand.
Betriebs und Wartungsanleitung kann ich scannen.
Uwe
Ich kenne leider nur B2B Händler. Auf Privatpersonen die schnacken aber
nicht kaufen. das es nicht gebacken kriegen und reklamieren, “zur
Ansicht bestellen”, haben die keine Lust.
Gegen Frost nimmt man Heizung, ausserdem will man Schnee schmelzen.
(Wie schon erwähnt: Das ist ein solides Energiegrab)
Young und Texas Electronics haben da was sehr robustes. Sowas wird auch
von Metereologen in unbemannten Stationen in Weitwegistan eingesetz.
1000 eur reichen.
Mehr als einen Impuls (Reed an der Wippe) machen die auch nicht.
Trichter und Wippengrösse je nach Klimazone.
In der GLT/Haustechnik nutze ich normal nur DO Sensoren (zB Produal
RV2-24), wie du sie vom KFZ kennst. Die Dinger sind zuverlässig und um
zu wissen ob die Fenster zufahren sollen, reicht es mir ob es regnet,
ich bin kein Landwirt oder Gärtner der wissen will wieviel es regnet.
Sebastian L. schrieb:> In der GLT/Haustechnik nutze ich normal nur DO Sensoren (zB Produal> RV2-24), wie du sie vom KFZ kennst. Die Dinger sind zuverlässig und um> zu wissen ob die Fenster zufahren sollen, reicht es mir ob es regnet,> ich bin kein Landwirt oder Gärtner der wissen will wieviel es regnet.
Das ist schön für dich. Achim will aber die Niederschlagsmenge
bestimmen.
Ich habe heute zufälligerweise ein Newsletter bekommen, in dem der
"Hydreon RG-15 Optical Rain Gauge" enthalten war. Ist ein
Regenmengenmesser ohne bewegliche mechanische Teile. Sieht auf den
ersten Blick ganz gut aus und kann man mit RS232 kommunizieren.
Hat jemand Erfahrungen mit dem Teil?
"±10% in our controlled environment"
Naja, ich weiß nicht... Und das "controlled environment" wird nirgends
definiert. Der andere Typ wird mit +-36% angegeben. Also so richtig
messen kann das Ding anscheinend nicht. Nur schätzen, ob's regnet oder
die Sonne scheint. Und bei Schnee steigt er auch aus. Für meine
Wetterstation nicht brauchbar.
Die oben geäußerte Skepsis zum RG-15 kann ich nur untermauern. Ich
betreibe so ein Ding seit Anfang des Jahres im Testbetrieb.
Erstes Problem war, daß die Versorgungsspannung sehr sauber sein muß. Am
besten unmittelbar am Gerät ein 78[LS]05, wenn die Versorgungsleitung
länger als 1 Meter ist. Andernfalls werden false-positive Events gezählt
(konnte ich beobachten und wurde so vom Hersteller bestätigt). Nachdem
ich die Spannungsversorgung überbeitet hatte, loggt der Sensor jetzt
seit Mitte April.
Nachfolgend die gemessenen Werte im Vergleich zu einer professionellen
Wetterstation, die sich etwa 1,5km Luftlinie entfernt befindet:
1
Monat DWD [mm] RG-15 [mm] delta [%]
2
5 30,64 30,88 0,8%
3
6 29,6 22,62 -23,6%
4
7 44,88 40,18 -10,5%
5
8 62,72 56,1 -10,6%
6
9 48,29 41,6 -13,9%
7
10 30,63 23,36 -23,7%
Ich überlege, ob es überhaupt sinnvoll ist, den Sensor in den
Regelbetrieb zu überführen, sprich die Daten auf dem Web-Interface
verfügbar zu machen.
HolgerT schrieb:> Nachfolgend die gemessenen Werte im Vergleich zu einer professionellen> Wetterstation, die sich etwa 1,5km Luftlinie entfernt befindet:
Bei 1,5km Luftlinie sagt der Delta Wert wohl nicht wirklich viel über
die Genauigkeit aus.
Ich schrieb:> Bei 1,5km Luftlinie sagt der Delta Wert wohl nicht wirklich viel über> die Genauigkeit aus.
Ich denke schon. Hier gibt es keine Berge, Felswände o.ä., was die
(fast) durchgängige negative Abweichung erklären könnte. Alles flach.
Die Abweichungen sollten sich mitteln. Tun sie aber nicht.
Martin R. schrieb:> Bei ELV glaube ich eher nicht, daß sich da was findet, was mehr> als 2 Jahre überlebt. Zudem sind das dann meist Funklösungen ohne> offenes Protokoll.
Früher hatten die selbst Sensoren dafür entwickelt, die kamen an die
guten WS 7000 und 9000 Serien dran.
Vielleicht findet sich irgendwo in deren Zeitschriften noch Doku dazu.
Hach, waren das schöne Zeiten...